*
Knnst und Wifsenschaft. Die Taätlgkelt der wissenschaftlichen Unteruebmunge
. äelegilqhe Institut fowie dissen Sekretariate in Rom und ; ben trotz eisch verender Umstände neben den wissen schaftlichen Ver⸗ ffen lichungen die Fersch ingen im Gelände und Ausgrabungen nicht 1urũchtreten lassen. Die EGrferschung von Pergamon wuide, solange 6 die dertigen Verbältnisse gestatteten, sortgesetzt, degsaleichen dle Grabungen in Tirvnßg, in Friedbof am Dipplon von Athen und in Olnmpia, auch he elligi⸗ sich das Jastliut an der Ethorschung der Helthiterstadt Boghae fai. Er frealicherweise kannte in der letzten Jabien vor dem strlege auch dag römische Zweiginstitut wieder großere Art eiten m Gelande, in Pompeji, in den südetrurlschen Felan kropolen, in GS. Marla Antiqua am Forum in Rom und in ker Der us Auren des Nero, unternehmen. — Ene Betältgung der Kom, misston zur Förderung der Röm isch⸗ermantschen Alter⸗ kum efo chu ug in Deutschland bes Ausgrabungen konnte seit dem Seglun deg Kriegeg nur in ging wenigen Stägten in Frage lemen Ver her aber war si⸗ in vrnschtedener Weilse bei zablieichen Unternehmungen, bel der erfolgreichen Arbeit ig . e misch agern ven Haltern und Oberaden, bel der Erforlchung Haupttoreg der Chatten auf der Alteburg kei Ntedenssein u. a. betesligt. Fär dle Friedenejeit aber hat die Remmtision die umfassende Untersuchung des Legtonglagers vor Ma inj. eine der groͤßten Aufzahen auf ibtem Forschungsg biete, bet der Kefahr im Versjuge ist, vorzubereiten gesucht, und gedenkt feiner ein Wert heran zageben, in vem der gesamte monumentale Nackliß der in Berũbru: g mit den Römern stehenden deutschen Stämme dor⸗ gelegt wei den und di für deren Bessimmung und Abgrenz ing und das Yild lbrer kultur eine feste Grundlage schaffen soll. — Die Arbelt des Instit ut für ägvptische Altertumskunde in Kato erlitt bis zim Keöegtauedrach leine Störung. Peutsche wissenschantliche Unter nehmungen, ie nicht vnler der Lettung dig Inhituts sianden, wie die Hra— hungen der Deutichen Ortent. Ges llschaft in Tell el⸗ Aman na, der P eu⸗ ischen Musern in Nierln bei Ver el mene, der Freiburger wissen⸗ sch it lich n wese ll ichn und phidelberger Akademie bei Qarara und El ite und die wrzvedulon der Kaiser Wuühelm, Gesellschaft ur Aar nahme der auf den e ppt schin Denfmälrn vortemmenden Feemdyölker wurden von ihm beraten und unterstützt. Der Dirtkior des Innitatg konnte neßen Mätetlungen über nenere dentich⸗ und fremde Grab angaergebn fe und guter elner zusammenfassend n Dar⸗ stellung über kaz aliägpprftch Wohnhaus im 14. Jahrhundert v. Chr. den Druck des? Bandes Uher das Grabdenkmal des Köntgs Sahure vollenden und eine 56ere Rere r eit 1 , , . bollsnden und eine ginßr Acteit jur. Jeitbestimmung der älteften a6 vptischen Geschichte welterführ⸗n. Bet RKriegs⸗ ausbruch warde bag Instint n deut ichn Konsularbermten herst gelt. bud als riese inlt den deutschen diplomatijchen Beamten Acgpvpyten verlassen mußten, ubeenahm die diplo— mattsche Agentur der Vereinigten Staaten von Amerika den Schutz des Instst ag. — Die Zentraldirektion der Monun— menta Germaniae histsrica, die ihren Vorstgenden, den ; . 16 19101 9 1896 96 n . 1 Generaldirtklor der Königlich preußiscken Staattarchtbe, Professor Dr. Koser, und die Mitglieder Proscsinr Holder. Egger, Pro effort Zeumer, Professor Brunner und Prosessor von Simson durch den 0 verlor, hat n den verflassenen fünf Jabren eine Reihe wichtiger Arbeiten veröff'ntlicht und zu Ostern 1913 beschlossen, für die Samm⸗ lung der Seriptaren rerum Germanicarum künftig in den Ein— leitungen und im Apparat die deuische Sprache anzuwenden, ab leben von atoren, die den Serien Seriptgres rerum Méro— Fingiegrum und Angtoros antiquidsimi angeböten, tin Beschluß *. jeher aach euf die Hauptreibe der Seriptares und auß die neür Srl der Hpirtelad gelectas ausgedehnt wurde. ,. wiss⸗nschastliché Reifen hit der Krieg verbindet; m n. gelang (z, lapor noch verschie dene dringend? Arbeiten arch For sch ngen in engllichen, italien chen, fran jösischen und elgnchen ubltet been zc. zu beenden. — Die Fortführung des Grimmschen Deutschen Wörterbuches ist durch den Krieg sehr stark bern laßt worden. Während im Jahre 1911 vier, 1912 sfieben und 1915 neun Lieferungen erschienen waren, konnten in
ö. ben Jibren 18118 und 1915 w sammen nur elf auggegeben weiden, wodurch die r
Masl 982 1 4 Vollendung deg Weils unge sãhr in ar ie se 1 * 59 2 211 unge lahr 1 ee, ,, , FIrsst erheblich veräägert wird. Immeihin ist zu hoffen, daß auch wäbrend dis welteren Krlegtzoerlaufs für die Wörier— kucharteit ähnliche Fortsckritte wie in ben ersten Feiden Rfteg; z 1 ' ö 6 2114111 1 * 961 9 ihren sich werden verzeichnen laff . 11 den verzeichnen lassen. Das Zettelmaterial der Jentralsammelstelle hat im Jahre 1914 die. zwesse PMislion Üher— schrltte. Gan oder zun . , k 4 * — * 3 Daut zum g 63 Teil erledigt sind reichlich 3Iö0 zu treerpierende Bände und wenn auch . 6 , e, ,, . De iuch immer noch einige * cken bestthen, lie ein ergänzendes Forss im meln h be sc (regem Meß ft . r 1 es Foörlsammeln in 5 e gem Yen tünstig noch empfehlen werden, aupt.˖ arbeit gelan. Der Druck des großen Quellenverzeichalffes, befsen erst Välste jchen 1710 ausgegeben wu be, sst beendet, es ümkaßt! nahehn 78090 Tie M , render, e umsaßt nahezu 7809 Titel und Verwetse. Laß Corpus geri ptorum de music ĩ .
4 1 in gdii ag dar auf 12 arrcse üänd red ö, 16 auf 1 große gände berechne und nach dem ruft wsssen sch . ö 7 * ö Musiswissenschaft durch. gesübrte Sammlun
. Stande der der wichligsten Masiktraktale werb oJ Die vom frül in ) stelolter 25 11 n . 6 . werden Joll, 1 das. Jahr ö 1 eatstander sind, entspricht auf einem besondern Gebiet einigermaß nn historiea und he
* 5 rf Hon . . z bperßsichen Uonumenta Germaninae
Kirchen dättr auch darin, daß es viel zur Aufhellung Kulturverbaltalfse beitrat. 26 1 Werte, den ee für Mustkgeschichte ha ür den pre hungt es ahleelche Ausschlüsse über die vporrefonmaton ische , . im allgemeinen und für (luielae liturg sche Sti m hesoaderen, derglelichn viel, für die Geschchte des Ghesang!g und dez Sangertumg wichtige Nach ich ten, spin. licher auch Bein äge zur Kenntnig bes mii iclalterlschen 6 UIrumentaiwesens. Wichtiger als nach der praktischen Sekte wird 5 Corpus nach der theoresischen sein, den g ötßten Teil fein Juha se wer hen Trattate füllen, in denen, meist von geistlichen Verf. ss rn, tie Masitlebre entwicke wird, auf die sich der Gregorianische G doral, hte
o ist doch die Haupt
rl icher
. 1 e doch in dem )
ifitschen Teil
Sein Scmwerpenkt
ö 1016
bie mehrftimmige Kompositton big zur Nirderländischen Schule siätz
Die musik lisch Theorie der Zeit kommt hier . . 2 jur Inschauung von der einfachen Zeichen- und No . zur Mestkästbeilk und jur philo epbischn Kerrgchtung der Ton kun — Insolge der No: wendizkest, vie birherkse Ordanssatlon für die Herautgase elner Bibliographie der Soilaim'ssenschaften er andsätzlich umzugenalten, wurden dem Internationalen Institut sür So a bk graphie Reichesnittil nur noch bit zum Ablauf des haunge fahre 13 t gewahrt, und sein 1913 erscheint äußerlich angerelht an gie fruhereñ Arbelten des Instituiz die Bizliographie der Sos(salwissen. schaften, der der Krieg gesteigerte praftische Miedeutung reisich 11 eine möglichst vollständite und schnell San nung tez amtl chen Schiisttumg von sezialwissenschaftlichem Were zu erreichen wurden die Reichtämter und Buntegregierunden erziucht, alle reratiigen Her. öffen lchungen unmitteibet nach ihrem EGrschelgen e— Geiq aj sselse der Yibltogrephle zugänglich zu machen; die gleiche Au fort erung wa de 3 abe auf seng em und würtschaftlichem Gebiele sih belärsgenden Ve rei gun gen und an den Buchhandel gerichtet. — Die Geseil. schaft für i Griiebunss. und Schalgeschichte bat in der Mer chtzrer gte? Ti, bit licgrarbijch? Auft ahme ker in ken beustzen. Biblio h ken vorhandenen Schultücher u d pädagogtscken Scheiften, die in Deuischland ig zum Jahre 1800 gedruckt morden sind, fertgeletzt u d außer der alt babe sisch en asch eine jachliche Augmdi ung duichge führt, sodaß wassenschaf iche Än. Hagen, Lie an die Gesellschafl gerichtet werden, auf Giund ri es i . beantwort t werden können. Forteesegzt warte auch bie , elt ung der Hanhschrlflen fasalege der deuischen Bibliotheken n being guf daß in ihnen rerjtichnete erziehung, urd unter hit.
vie aus ken . für das Autwärtige Ant und für das — 523 des Junern gefördert werden, ist durch die krlegeriscken Erelgnsse fark gebemmt Wie wir elaer Färzlich erschiensnen Denktschrlst bier gber für vem Oktober 1911 big Oitober 1916 entnehmen, hat das
ands
Ausgob
sckung gewisse
einige
Fortfah die se o,
halten.
Tell ves Nachlasses ben Frirdrich Fröbel und, den Nachlatz von Dijhbelm Münch enhält. — Vas Septuaginta-Unternebmen der Königlichen Gesellschaft der Wissenschalten in Göttiagen, das die Schaffung claer allen Anforderungen der W sseaschaft enisprechenden
und unter dem Namen Sipliuaginta“ bekannten griechischen lleber⸗
eines Verzeichaisses aller für das Unternehmen in Betracht kommenden Handschriften. im Jahre Handschrtften in
Varianten schon so gut wie vollständig demnachst durch Einberufung der ordentlichen ein Ende bereitete. war nanmehr bemüht, verschiedene Voracbelten, die für dte spätere
han el erich inen konnten, dle außer dem schon erwähnten V röeich us der grtechischen Han schriften dea Alten Testaments eine Augga e sehr wichtiger, werkes deg Kirchendaterg Octgines aut einer Sinai-Handschrist ent⸗
durch 99g r zug falle Schenkungen elne l or i rita e g.
zriftensammlung! begründen können, die
e der in den letzten Jahrhunderten vor Christi enistan enen
des Alten Tehamenig bejweckt, hatte in den Jahrzn 1908/11 vorbercstende Arbeiten unternommen, vor allem die Aufstellung
Seit der finanztellen Sicherssellung des Unternehmeng wurde dann die Kollationterung der griechtschen großem Maßsab in Angriff genommen. Für Alten Tesffaments sind die, griechischen gesammelt und sie sollten werden, als der Krieg diesen Arbetten Hilfsarbeiter zu den Fahnen Der Leiter des Unlernebmeng, Professor Rahlts,
1912 Bücher des
herausgegeben
rung des Werkes unerläßlich sind, iu erlebigen, und fö derte daß zwei Bände von jzusammen etwa 900 Zelten im B ich⸗
bioher unbetannter Bruchstucke ds großen S piuaginta
. 8 Mu stt Heiw ig
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gegeben. Im Lustsplel die Dam Gichholz,
Die Vorstel ent gelt
mittlun] Als erst⸗ hause
dustspiel
S e] zufolge, g anlãßlich vormittag Maje st
Prinzes Filmwe
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im 3. iimmung
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Der 6 8rI halt om im gro 1raß . l raße 4a, dozent an
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eschichi lch wicht ge Matera. Feiner hai die Gesellschast
aufgebahrt.
t drama Tiifland“
G Denen,
Oberregiss⸗ur Patry.
fügung gestellt werden. Die Ausgabe der Kacten erfol,t durch Ver—
am Sonntag, den 18. d. M,
schule für die bildenden Künste. In Anwesenbelt Ibrer Königlichen Hoheit der Frau
talserin und Köalgin hat gestern mittag im hanse in Gharlotienburg die Uraufführung ez vaterlän dischen
Richard Schott, mit fiarkem
Veutschen Hochzesang“, schtldernden 5. Att detz ilmw
eine eindruck
— 1 7 ö Trümmern betreste Lock schilvert, ist rschütternder Wirkung, won auch die laändis ö. f itte der wosn auch wyter * 9gmrsßt giugnafß n der Muri tabte lu 5. ö. ) ö; a aterländische Matt, aug eführt Musikahtéeilung det Ersntzbataillons des
Götedenen
Ostpreußenbilf 9 mi val R 1 1974 stpreußenhilfe' gewiß reiche Mittel schaffen.
zen Sigungssaale deg Bere ing? ᷣ 9— „Bunge saale des Vereing Drutscher Ingenieure, So niner-
dern) spechen.
97 ** * * 1 ⸗ Am 16 Myrt] he int 1 Ratte . M . .
. April beginnt im Lette⸗P (Nit ufer, in eg ö nn . 16 * Berein (Vitoria Luiseplatz 6)
schule borzubereiten.
Vertiefung lhrer Fachtenntnisse tã Sticker . . 9 lhrer Kad tenntnisse, selbständiagen Stickerinnen eine Fot.
ert, , M 218 * ' Leite, Verein beginnt am 15 bildungslehrzeit.
hen g . . weiden im Verwaltungs zimmer entgegengenomm en.
anstaltet am Donner? tag Abends 8 h 8 ö Zum Fürsen Rül , 8 Uhr, im Saale des Wirtsbauases z low (Potsdamer Straße 49 einen Vortrags-
Im Lessingmuseum liest morgen,
8 Udx, sprlcht Zullus Näabolf Kain über
Stuttgart, 11. Mär mãßtgen Schnellyin⸗ traf
Jppelin und die beiden Neffe z lelteten die liebe fil nen 2 ö .
wo . . seinem
t In stiller Trauer bi lt elge zahlt eicke Mensche
Straßen, durch die der T2 0 n,. , ,,. ie dr, g. eichen ug fuhr, umsäumt.
Theater und Musik.
Königlichen Opernhause wird morgen Cu en d' Alberts ma.. mit den Damen Hafgren. Waag, Escher, Birkenström, von Sch ele⸗ Möller und den Perren Kraus, Habtch, Philipp und Schwegler in den Hauptrollen
Königlichen Schauspielbause geht morgen Dreyer „Die reich Fitau in Szene. Ja den Hauptrollen wirken en Ainnädt und Helsler sowie die Herten KBöticher, Clewing,
von Ledebur, Patty und Sachs mit. Spielleiter ist der
Königlichen Theater werden auf Allerböhsten Befehl . vergnstalten, nu denen sämtliche Plätze un 1 der Berliner Kriliegsarbetterschaft zur Ver— der K teg?amts telle beim Oberkommando in den Marken diese. Vornellungen wird im Könialichen Schausptel. . . Nachmittags 23 Uhr, Lessings Minna von Barnhelm“ geg:ben.
Mannigfaltiges.
ne Majestät der Kaiser und König hat, . W. T. B.“ estern an Denkmal der Königin Lutse im Tierga ten ihres Geburtztags einen Kranz niederlegen lassen. Geftern
besuchten Ihre Katserlichen und Königlichen ten das Kriegslajarett in der Königlichen Hoch—
tn Eitel⸗Friedrich in n , . Majestät der eutschen Opern⸗
rig „Osprtenßen und sein Hindenburg“ von
Vt sit von Professor Ferdinand Hummel,
gen Ersolge stastgefunden. Die Vorssellung wurde
B.“ zufolge, mit u r von 150 Feld rauen
ö gedichte
Garderegiment 3. F.
'voll eingeleitet, der
Dem Aft
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Hy 271 941 91 hr gelungen und zum Veil von
Er az bataillon Reser ye infanterle⸗ ? Ebel, heit gt. Daß Werk, dat in ten gufgefübhrt werden soll, dürfte der
ö Nr. 203 unter Arno
viisf Rem, , drutschen Sta
zereln iner Kaufler 1
ö in er Kaufleute und Industrieller it twoch, den 14, März d , den nächsten Arbeits abend Abends 8 Uhr äh. DYr. Hanz Spethmann, Privat Her Friedrich Wil heim Uiversität Berlin, wird über das Der Kanal und die Ostküste Englandz“ (mit Llcht⸗
96 ur Ausbildung kunstzjewerb licher Hand“ sch un sickerinnen. teser bietet Frauen und Mäochen genheit, sich für den syäteren Befuch einer Kunsig: wer be⸗ be Herner gewährt der Unterricht den schon im benden Yzndarbeltztehrertnnen eine We sterbi dung unter tbrer Arbeit. — In der Fach schneider eischule des , April dite zweijährige Aust— breit. Vie mit der Schule verbundene Kun nenarhelt angehenden Schnetserlnnen zum selbständi gen und schnellen
Anmeldungen zu den beiden genannten Lehrgängen
Deutsch⸗ Südamertikanische Gesellschaft ver⸗
Frau Caecilie S S
ö ,,, spricht (mit 9ichibildern) “ nördlich Jucatan und seine Ruinen. Gä in, sind wilkommen. . 3
Dlenstag, Abends 8 Uzr g. bre lc ane ichtun en. Gosdalinsieter jut Laute fingt ; , . Ginge Violinsonate von Beethoven splelen Marg. Marg. Sch lje Gurandt. — JJ Abendtz , , n. „die neue und
Orientalische Lieder singt Ging Goetz Levy. ö
— —
n. (W . . fahrplan la, n vormittag um r 58 Minut
. Halle det Grafen von Zeppeltn , ahnhof ein. Der Schwiegersohn Glaf von Beandenfiein—
Sarge nach dem Pragfriedbof, Wunsche gemäß die letzte Rube finden
In der Kape⸗ll schwarzen Scckel
—
heute der Sarg auf einem
Auf bem Sarge legen Vegen ui Helmi, daber brel n, g. mit jahlreichen Orden des Entschlatenen. Unter den Kranzspenden fielen Pesonders ein Fliederkigni. Sÿetner Majestät bez stalsers und Königs und die beiden Lorbeerkränze Ibrer Majestäten des Königs und der Köntgin von Württemberg auf. Tranzspenden sind serner ein zegangen von den Mltgliedern dez Kaiser⸗ haufes und des wüärttembergischen stönigshauses, von fast allen deut. schen Buadesfürsten, vom Reichskan ler und vom Reichstag. Der Repölferung war Gelegenheit zu elnem letzten Gruß an dem ge— schloffenen Sarge geboten. Der Andrang war außerordentlich groß. Di- Beerdigung findet morgen, Mittags 12 Uhr, statt. Es ist eine schlichte Trauerfeier in der Fil- dhofsk pelle vorgesehen und Nach mittags im Königlichen Kunstgebäuge eine von der Stadt veranstalteie größere Ttauerfeß:t. .
Wien, 106. März. (WB. T. B.) Heute wurde die vom Kelegtz⸗ hilfebureau des Minlsterlums des Innern vergnstaltete Ertegs-⸗ graphikaugstellung voa dem Erzherzog Mar in Vertretung deg Kalsers Karl eröff get. Dec Ausstellungseröffaung wohnte auch der deuische Botschafter bei.
London, 16. März. (W. T. 3) Ein stag tlicher Aug= schuß von Frauen ist jetzt in Wicksamteit getreten, um die Kinderernährung in England zu organisieren. Die Kinder von Erauen, die in Staatsfabriken arbesten, werden von dem Ausschuß in Pflege genommen. j
St. Petersburg, 11. Märi. (B. T. B.. Wie die St. Petersburger Telegravhenagentur, meldet, haben die außerordentlich arten Schneefälle diefes Winters einste Störungen im Ge⸗ treidesrachtyerkebr der russischen Eisenbahnen verursacht. Die Schwierigkeiten elner regelmäßigen Versorgung der Haupt⸗ stadt hätien in der Bevölkerung übertriebene Besorgnisse hervor⸗ gerufen. Die Bevölkerung habe aus Furcht, daß auch die Brotvorräte zur Neige gingen, angefangen, das Brot mit Gewalt fortzunehm nn und auf dtefe Weise einen mehr oder weniger fühlbaren Mangel herbeigeführt. Besonders die F auen der unttren Stäade hätten in einigen Stadtteilen Unruben hervorgerufen, die aber dank den energischen Maßcegela der Behörden nirgends einen ernsthaften Cbaraktecr angegzom men hätten. Glelch⸗ zeitig sei eine Reibe von anße ordentlichen Maßnabmen getroffen worden, so der öff niliche Verkauf vo; Brot in veischiedenen Stat. vi rteln. Da überdies die Schaeelälle nachgelassen hätten, sel die no male Versorgung der Haupistadt vermittelt der Gijenbahnen nur noch eine Frage kurzer Zeit.
Rom, 10. März. (W. T. B) Der Präfekt von Rom hat angeordnet, daß die römische Gaganstalt nur von 6 Uhr Hie bis 13 Uhr Miitags und von 6z Uhr Abends bis 10 Ubr Abends Gas unter normalem Dräck abgehen darf. Während der übrigen Zeit kann nur an gewitte industrtelle Betriebe Gas ge— liefert werden. Den Geschäften und Lokalen ist es verboten, in der Zwischenzelt daz Gas durch Mmeralsle ju ersetzen.
Haag, 10. März. (W. T. B.) Der Kaiserlich deut Gesgndte hat im Auftrage der deutschen Regierung ö. Bür ö meister von Jmutden ersucht, allen denen den tiefgefhlten Hang der deutschen Regierung zu übermitteln, die für die Kranken und Verwundeten dez Torpedoboois V 69 * gesorgt und sich um das Begräbnis der Gefallenen und die Ver pflegung ber übrigen Besatzung bemübt haben. Der Reigndte tel te mit, daß die Kaiserlich Deutsche Marine für die wohlwollende Auf- nahme ves Fahrzeuges und seine⸗ Besatzung durch die Gemeinde und . . . . dankbar ist und einen Be—
n vHulden für ohltätigk Ymutden zur Veifügung gestellt hat. V
Madrid, 11. März. (W. T. 8) Dle Frankfurt ⸗ r Z itung meldet auß Madrid; Ein Sturm, der an 1 . Käste wütete, mar besonderg heftig auf der Reebe von Gibraltar. . große Schiffe sind gesunken oder ge—
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten = und Zweiten Beilage.)
Theater.
. nig liche Ich an piele Dienstag: Opernhaus. 69. Abonne⸗ ntsborstellung. Tiefland. Mustkdrama in einem Vorspte el nigen nach A Guimerg hon Rudolph , . 364 Gugen d'Albert. Mufikalische Leitung: Herr Fapellmeister Dr. Besi Regie: Herr Regisseur Hertzer. Anfang 75 Uhr. Sch usptelbaus. 71. Ahonnementsdo stell D Lustspiel in drei Aufzigen von M . , , ,. w r uz Max Dreyer. ; ; Herten ee n, Patry. Ause ar; Uhr. J Mittwoch: Opernhaus. 70. Abonnementsvorstellu Dper in zwei Aften von Ludwig van . Französischen von Ferdinand Creitschke. Schauspielhauß. 72. Abonnementsvorf
1 aug. 72. dorstellung. Peer Gunt , , e wir T, ,.
zühne gestaste . ö
ir , . 9. n von Dietrich Eckart. Musik von
. Fidelio. He nach dem Anfang 74 nr? ch
Familiennachrichten.
Verlobt: Frl. Marlanne Petzoldt mit ᷣ 1 ttz rn. t . . Illeithal i. Rab.) ö . 3 n. Bodo bon Zitzewitz (Berlin]). — Fil. Alexandra von ,, rn, Hauptmann Frißedtich Becker (Heidelberg). — . Edbttha Malcher mit Hrn. Dbesteummant Joachim Fihrn. 4 in . ö, , Kynast). 35 rm ' ‚ . 3 ! 3 , 9 Beckstein mit Fil. Elfriede ö Pr. Richa d Graf von Haslingen. Schickfus,. Queltsch Di tsch). — Hr. Alfred von Vazur⸗FZeln (Zesss. — Pr. Re⸗ gie u n rf Fiiedrich Schiff (Berlin). — Verr). Fr. Dberst. . ant Hilda von Podewilé, geb. von Beringe (Be lin). — 8 ae . n net Elisaheth von Loeper (Berlin). Hen. rafen ; . Tochter Gabelele (Wieda? ). ö
Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyr 91 in Charlottenburg.
Verantwortlich für den Anzeigenteil: De j Rechnungsrat 9 enge rĩ . . . ö ö Erpedition (Mengering) in Berlin. ruck der Rorddeutschen Buchdruckerei . denen ( sense, s Beetlatsanstatt
Sieben Beilagen
Die Kapelle ist ginz in Tiauerschmuck gehüut.
son ie die En06. Musgabe der Deutschen Berlustlisten.
Erste Beilage
zum Deutschen Neichsauzeiget und Königlich Preu
Varlamentsbericht. )
Haus der Abgeordneten. 78. Sitzung vom 10. März 1917, Vormittags 11 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphischem Bureau.)
Ueber den Beginn der Sitzung, in der die zweite Be⸗ ratung des Staatshaushaltsplans für 1917 bei dem Sonderhaushalt der Ei e nbahnver waltung fort⸗ gesetzt wird, ist in der vorgestrigen Nummer d. Bl. berichtet worden.
Vizepräsident des Staatsministeriums, Minister der öffentlichen Arbeiten Dr. von Breitenbach:
Meine Herren! Als Vizepräsident des preußischen Staatsmi— nisteriums will ich nicht unterlassen, dem schmerzlichen Bedauern und ber tiefen Wehmut Ausdruck zu verleihen, welche das unerwartete Hinscheiden des Grasen Zeppelin auch bei der Königlichen Staats— regierung hervorgerufen hat. Lange Erhofftes, lange Ersehntes der Erfüllung entzzegenführend, riesengroß in seinen Plänen, in seiner Standhaftigkeit, in seinen Erfolgen steht er vor unserem Geiste als einer der größten der Nation, dessen Erinnerung nie verlöschen wird.
bhafter Beifall.)
Abg. Graf von der Groeben (kons.): Auch namens meiner
reunde möchte ich im Anschluß an das eben Gehörte dem tiefen Ichmerz über den Heimgang des verehrten Grafen Zeppelin Ausdruck eben, dessen Name mit der Eroberung der Luft verknüpft ist, Wir ind stolz, daß es ein Deutscher war, der den alten Traum der Mensch— helt von der Beherrschung der Luft zur Wahrheit gemacht hat, der trotz aller Anfeindungen und Belächelungen und Schwierigkeiten an seiner Lebensaufgabe gearbeitet und endlich das Ziel erreicht hat. Wir wollen n nur unserem Schmerz Ausdruck geben, sondern auch sagen, haß er uns ein Vorbild ist, daß wir auch jeder an seinem Teile alle Kräfte im Vienste des Vaterlandes anspannen wollen, um das für das Vater— and zu erreichen, was wir erhoffen und ersehnen. (Cebhaster Beifall.) Ich spreche in Ihrem Sinne, wenn ich dem Berichterstatter für seinen eingehenden schriftlichen und mündlichen Bericht, der uns das Ein⸗ heingen in diesen schwierigen Etat erleichtert hat, Anerkennung und Jank ausspreche. Dieser Etat unterscheidet sich von dem vorigen badurch, daß er zum ersten Male im Kriege wieder der Wirklichkeit entsprechend aufgestellt ist. Beim Personenverkehr ist eine Zunahme von 7 25, beim Gütervrkehr eine Zunahme von 8 „ gegen die Wirk⸗ lichkeit des Jahres 1915 vperanschlagt worden. Der Krie— bringt sehr viel unsichere Faktoren in den Etat, zumal die Militärtransporte „on 1915 erst 19165 abgerechnet werden konnten, so daß die Wirklich⸗ keit beider Jahre sich anders darstellt, als es nach dem Rechnungs⸗ ergebnis den Anschein hat. Die ungeheure Zahl der Militärtransporte hät es nötig gemacht, einen Schlüffel zu finden, nach dem diese Trans- porte ghgerechnet werden können. . kann dieses neue Verfahren är piffinen, da es unnötige Schreibereien vermeidet und die Arbeits⸗ kräfte entlastet. Ueber das Finanzabkommen, das wir im vorigen Jahre geschlossen haben, brauchen wir nicht zu sprechen, da es auf Roe Jahre abgeschlossen ist. Manche Titel des Gisenbahnetats hatten rüher gewisse Reserven in sich verborgen, jetzt ist es zweifelhaft, oh mit den Ansätzen die Bedürfnisse befriedigt werden können, und man wird später höhere Ansätze in Erwägung ziehen müssen. Die (ifenbahnverwaltung muß gewisse Reserben haben, um ihre Aufgabe erflllen zu können. In den letzten Jahren sind große Aufwendungen für die Vermehrung des Betriebsparks gemacht worden. Wir er— ennen darin die Fürsorge des Finanzministers wie des Eisenbahn⸗ ministers für die Behebung aller Schwierigkeiten. Die jetzigen Ver⸗ lehrsschwierigkeiten liegen zum Teil darin, daß ein großes Ersatz⸗ personal angestellt ist, das trotz allen Fleißes nicht so eingearbeitet st wie das vorgebildete Personal, und daß auch die Frauen natur⸗ gemäß nicht dasselbe seisten können wie die Männer. Aber wir müssen dem Grsatzpersonal und namentlich den schwerarbeitenden rauen unseren Bank aussprechen, daß sie eingesprungen sind und ie Arbeiten hinter der Front für das Vaterland mitleisten. Wir müssen alle diese Dinge in Kauf nehmen, da wir wissen, daß die (eisenbahnverwaltung das ihrige tut, um den Uebelst inden abzu⸗ helfen. Zur Förderung der Beladung und Entladung hat die Gisenbahnverwaltung eigene Pferde beschafft; wir sind damit ein⸗ verstanden. Wir haben ja beim Bergetat . wie große Summen jetzt für Wagen und Pferde in Berlin täglich bezahlt werden müssen. Wir sind auch mit der Bildung der neuen Ministerialabteilung für pen Betrieb einverstanden, die die Zentralstelle von allerhand Kleinigkeiten entlastet. Meine Freunde haben das volle Vertrauen zu dem jetzigen Chef der Eisenbahnverwaltung, daß er mit seiner großen Erfahrung in der Lage sein wird, der Schwierigkeiten Herr zu werden, die ohne Schuld der Verwaltung entstanden sind. Die eue Betriebsleitung wird auch alle für die Kriegführung erforder⸗ lichen Maßnahmen mit Beschleunigung ausführen können und dabei hoffentlich die Fühlung zwischen den militärischen Dienststellen und her Gisenbahnverwaltung herstellen. Wir hoffen auch, daß die umilitärische Organisation im Kriegsamt in enger Fühlung mit der facht
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technischen Autorität des Eisenbahnministers ihre Maßnahmen sresfen wird. Wir sind auch einverstanden mit der Tarifierung der Wagen von 15 auf 174 Tonnen. Einen Zwang zur Umleitung on Transporten auf die Wasserstraßen will der Minister nur ausüben, wenn ein Betriebsporteil damit erreicht wird. Dann könnten aber sehr wohl Waren liegen bleiben, die auf dem Wasserwege befördert erden können. Es muß auch das volkswirtschaftliche Interesse bei hieser Frage gewahrt werden. Die letzten . haben große Schwierigkeiten auf dem Verkehrsgebiete gebracht. Es herrschte großer Kohlenmangel, der Landwirtschaft wurden nicht genügend ohen zugeführt, um aufs schnellste das Korn ausdreschen zu können, auch die Ueberlandzentralen litten an Kohlenmangel, Molkereien sonnten aus demfelben Grunde nicht Butter beschaffen. Ich hahe paz Vertrauen, daß die Eisenbahnverwaltung das Nötige tun wird, um diesen Uebelständen abzuhelfen, Die Einschränkung des Per⸗ sonenberkehrs soll jetzt auf das Mindestmaß gekommen seinz alle Beschränkungen im Interesse der Kriegführung wird die Bevölkerung willig ertragen, denn es muß uns immer das große Ziel der Er= langung des Sieges vor Augen stehen. Jetzt sowohl wie nach dem Kriege 54 die Gisenbahnverwaltung auf Ersparnisse bedacht sein, aber alle die Mittel müssen aufgewendet werden, durch die die Betriebsaufgaben gelöst werden können. Man kann sagen, derjenige Staat wird in seiner Volkswirtschaft zuerst wieder er⸗ hbfühen, der den nötigen Gisenbahnfrachtraum zur Verfügung hat. Gine große Ersparnis erwächst im Betriebe durch, die Einführung her durchgehenden Güterzugbremsen. Zwischen Berlin und Hamhurg sind versüchsweise den Personenzügen und schnellfahrenden Güterzügen Ichlafwagen angehängt worden. Welche Erfahrungen hat man damit gemgcht? Die neue Schrift des früheren Ministerialdirertors re ef beziffert die Ersparnis, die auf Grund seiner Reformvorschläge gemacht
— —
) Ohne Gewähr, mit Ausaahme der Reden der Minister und
Berlin, Montag
werden könnte, auf eine Milliarde. Aus der Vereinheitlichung des Betriebes will er allein hundert Millionen sparen, für Preußen selbst freilich nur 50 33. Der Eisenbahnminister wird jedenfalls Gelegenheit nehmen, sich hierzu zu äußern. Weitere große Ersparnisse verspricht er 1 bon der Vereinfachung des Transportsystems, 4uch im Personen⸗ verkehr, von der Einführung der n n , Buchführung und Finanzgebarung. Nun war es von jeher ein ifferenzpunkt, ob unser Extraordinarium sich durchweg aus werbenden Anlagen zusammensetzt, die auf Anleihe genommen werden können und müͤssen. Wir haben immer betont, daß diese Anlagen zum Teil auch der Sicherung dienen und aus laufenden Mitteln gedeckt werden müssen. Kirchhoff wünscht zur Begutachtung seiner Vorschläge eine Fachmännerkommission. Im Haushaltsausschuß hat der Minister sich zu der Erklärung ver— pflichtet gehalten, por dem Glauben an solche Zahlen zu warnen, er sei erstaunt, von einem ehemaligen Fachmann Anschauungen zu hören, daß aus dem Eifenbahnunternehmen im Handumdrehen derartige Riesenerträge herausgewirtschaftet werden könnten, Das sei in heutiger Zeit höchst gefährlich. Auch ich möchte glauben, daß, wenn diese Zahlen nicht ganz einwandfrei . es heute, wo wir vor größeren Opfern stehen, höchft gefährlich fei, dem Volke zu agen ee es gewissermaßen ohne alle solche Spfer abgehen könnte. Die Schrift behandelt aber auch den Gedanken des Üebergangs der Eisenbahnen an das Reich. Auf allen Gebieten, wo es notwendig ist, haben nr die Einheitlichkeit, im Eisenbahnwesen des Reiches schon jetzt, und diese tatsächliche Ein⸗ heit hat sich niemals glänzender bewiesen als im jetzigen Weltkrieg. Kirchhoff will die Personenzüge auf verkehrsreichen Stiecken vermehren, auf verkehrsarmen vermindern. Preußische Politik ist das nicht, die gewährt jedem das Seine, die fördert gerade in den verkehrsarmen Gegenden den Verkehr. Der Finanzminister hat 1916 schon ausge— führt, daß das Reich für die Uebernahme ungeheure Aufwendungen mächen müßte, da die Rente im Steigen begriffen sei und auch diese steigende Rente eskomptiert werden müsse. Das Reich dürfte in der jetzigen Zeit solche ungeheuren Aufgaben zu leisten nicht in der Lage sein. Kirchhoff schlägk denn auch nur vor, daß das Reich die Bahnen für Rechnung ber Ginzelstaaten, die Eigentümer bleiben, verwalten solle. Damit drückt er sich um die eigentliche Frage herum und konfftruiert ein staatsrechtliches Monstrum. Die Tariffrage wird nach der Erklärung des Ministers nach dem Kriege von ungeheurer volks⸗ wirtschastlicher Bedeutung sein. Der Minister hat, in der Kommission mitgeteilt, es würde wohl eine allgemeine Tariferhöhung Platz greifen, weik die jetzigen Mehrausgaben zum Teil dauernde sein würden. Die Frage einer allgemeinen Tariferhöhung muß auch nach unserer Meinung bis nach dem Kriege vertagt werden. Erst wenn wir stabile Verhãält⸗ nisse wieder haben, werden wir uns klar machen können, welchen Tarif unser Volk wirtschaftlich ertragen kann. Es wurde ferner mitgeteilt, daß eine Nachprüfung der Spezialausnahmetgrife für Eisen und Kohle nach den Seehäfen schon jetzt geplant ist. Nun hat sich ja eine Keihe von Betrieben in den Seehäfen auf die heutigen Tarife eingerichtet. (Gs ist auch zu beachten, daß Eisenbahntransporte auf die Binnenfchiffahrt übergehen können. Trotzdem wird man sich gegen diese Absicht nicht ohne weiteres ablehnend verhalten können. Die davon betroffenen Gebiete werden es ja nicht leicht haben, aber wir dürfen dem gesunden Sinn und der Regsamkeit unserer Kaufleute ver= trauen, daß sie Mittel und Wege i. werden, diese Verluste aus⸗ zugleichen. K Frage der Tariferhöhrmig kann nur gelöst werden in Verbindung mit den Verkehrssteuern, die jetzt dem Reichstag vorliegen. Wie deren Gestaltung ausfallen wird, darüber ist, noch gar kein Urteil möglich. Es wäre vielleicht zweckmäßig, wenn diese neuen Verkehrs⸗ steuern in einer Pauschalierung bestehen könnten. Das würde unsere Tarifgestaltung wesentlich erleichtern, und. auf die Freiheit, unsener Tarife legen wir den allergrößten Wert, Unseren Verkehr wie bisher auch in den verkehrsarmen Gegenden stetig zu fördern, wird auch in Zukunft die Aufgabe sein. Ein früherer Feldherr hat erklärt, die Schlachten würden nicht mehr mit den Armen, sondern mit den Beinen gewonnen; jetzt seien an die Stelle der Beine Lokomotiven und Wan getreten. Wenn also die Cisenbahnen heute diese wichtige Rolle spielen, so wollen wir, die wir die preußischen Eisenbahnen fest in der Hand behalten wollen, auch das Unserige tun, um sie auf solcher Höhe zu erhalten, und werden die Eisenbahnverwaltung in diesem Bestreben nach jeder Richtung hin unterstützen. (Beifall rechts.)
Abg. Schmedding Gentr): Namens meiner Freunde möchte auch ich des großen Toten gedenken, des Grafen Zeppelin. (Zu⸗ stimmung.) In unermüdlicher Tätigkeit hat er sein Ziel verfolgt und uch erreicht. Sein Andenken wird unvergeßlich bleiben. Wenn der Abg. Macco in der Zeitschrift „Stahl und Eisen“ im vorigen Jahre geschrieben hat, daß die weitsichtige Politik der Eisenbahnverwaltung es ermöglicht habe, den Anforderungen des Krieges und gleichzeitig der Sorge für die Zukunft voll gemgchsen zu sein, so weiß ich nicht, ob er diese Worte nach den letzten Verkehrsstockungen heute wiederholen würde. Die letzte Verkehrsstockung war 1912, und unter Aufbietung großer Mittel sind Verbesserungen vorgenommen worden. Trotzdem sind Verkehrsstörungen, Zugeinstellungen, Verspätungen eingetreten, wie man sie nie geahnt hal. Es ist heute wahrlich kein Veraniieng auf der Eisenbahn zu fahren. Am schwersten haben gelitten die Betriebs⸗ beamten, die stundenlang in Wind und Wetter, Schnee und Kälte aus⸗ harren mußten, die warken mußten, bis das Signal zum Weiterfahren gegeben wurde, sie mußten häufig der notwendigen Erwärmung und Jtahrung entbehren. Wir müssen ihnen dafür unsere Anerkennung und Bewunderung aussprechen. (ebh. Zustimmung;) Nicht minder aber auch allen übrigen Beamten von unten bis zur Ministerialinstanz hinauf. (Erneute Zustimmung.) Wer ist nun an jenen Verkehrg⸗ stockungen schuld? Den Landtag trifft auf keinen Fall eine Schuld, nan kann ihm nicht vorwerfen, daß er in der Bewilligung der er⸗ forderlichen Mittel zu sparsam gewesen sei. (Redner weist dies im einzelnen zahlenmäßig nach) Auch, die Staatsregierung trifft keine Schulg. Schuld fragen vielmehr die besonders schwierigen Verhält—⸗ niffe, die sich im Laufe des Krieges eingestellt haben. Unverständlich ist mir, wie in einem Artikel der „Kölnischen Zeitung“ der Eisen⸗ bahnveiwal fung der Vorwurf gemacht werden konnte, daß sie manches versäumt habe. Es heißt darin, daß nicht so sehr die technischen . der Eisenbahnen schuld seien, als vielmehr gewisse Fehler in der Geschäftspolitik. Zum Beweise beruft sich der Artikel darauf, daß gewisse Bestellungen auch während des Krieges noch bis zum letzten Augenblick hinausgeschoben wurden, daß bei der Vergebung des Essenbahnbedarfs der Preis in einer, Weise gedrückt wurde, daß die Eisenbahnen von vornherein mit einer unzulänglichen Versorgung rechnen mußten. Das sind Anschuldigungen so schwerer Art, daß ich den Minifter dringend bitten muß, uns über diese Beschuldigung Aus- kunft zu geben. Wenn der Verfasser dieses Artikels weiter meint, deß die & lenke hn nn, eine zu große Spar samkeit an den Tag gelegt habe, so begreife ich das nicht angesichts der großen Bewilli⸗ gungen, von denen ich vorhin gesprochen habe. Außerdem hatte die Verwaltung bei allen ihren Maßnahmen eine vernünftige Wirtschaft⸗ lichkeit nicht außer acht gelassen. Die Verwaltung konnte von vorn⸗ herein nicht mik den unerwarteten Schwierigkeiten, wie dem Frost, dem Zufrie ren der Wasserflächen rechnen, Alles das hat einen schweren Strich durch die Recnung der Fahrpläne gemacht. Dazu kam die Durchführung des Hindenhurgprogramms, die Inanspruchnahme der Wagen und Lokomotiven für die eroberten Länder vom Schwarzen Meer bis zum Szean. Die Repgraturem wurden heeinträchtigt durch die . Taufender von Beamten, usm. Die Eisenbahnver— waltung trägt für alle diese Uehelstände keine Schuld. (Zustimmung.)
ischen Staats anzelget. 6
sprechend, die Eisenbahnen im Interesse der Einheitlichkeit dem Kriege⸗ amt, einer Behörde zu übertragen, der jede betriebstechnische Erfah⸗ rung fehlt. Was der Abgeordnete von der Osten neulich mit Bezt auf die Landwirtschaft gesagt hat, das gilt mehr oder minder au für die Cisenbahnen. Zustimmung) Was der Abgeordnete Gra bon der Groeben über die beabsichtigte Orggnisationsreform gesgg hat, verdient rückhaltslose Anerkennung. n n mn un, Es müssen manche Beschwerden in den Kauf gensmmen werben in der Hoffnung, daß bald besfere Zeiten kommen. Angesichts der lebensgefahrlichen Ueberfüllung der Bahnen sind die bisherigen Vorschriften üher die Vorausbestellung von Abteilen nicht mehr haltbar, Cebhafte Zu⸗ stimmung; Pär sind in diefer Beziehung nicht bloß hon meinen Parteifreunden, sondern auch von Mitgliedern anderer Parteien leb⸗ hafte Klagen darüber zugekommen, daß in neuester Zeit in vielen Fällen Abteile unbesetzt geblieben sind, weil sie für unterwegt ein⸗ steigende Paffagiere vorbehalten wurden. (Hört, hörth Infol gedessen waren die übrigen Passagiere den größten Unbequemlichkeiten aus- gefetzt. (Redner führt eine ganze Reihe solcher Fälle an, wohei in bem einen Falle ein Abteil für Mitglieder des Dixektionsbezirks Breslau freigehalten wurde) Das Verfahren der Direktionsmit ; glieder ist kaum in parlamentarischer Weise zu bezeichnen. Auch die Bestellung von Fahrkarten gibt zu Bedenken Anlaß. Die Portiers der Hotefs kaufen die Fahrkarten in großen Mengen auf und vers kaufen fie mit einem Aufschlag wieder. (Hört, hörth Hier ist dringende Abhilfe notwendig. Bestellte Karten sollten nur auf den Namen und gegen Legikimation., vorher ausgehändigt werden. Nicht billigen wird sedenfalls der Minister eine Anordnung des Be⸗ triebsamts Wollstein vom 11. Janugr 1915. Es sollten in K und Lissa Siedlungen geschaffen, Wohnhäuser gebaut werden. Be= werber sollten sich melden. Aber sie mußten ehangelischer Religion sein. (-Hört, hört! im Zentrum.), Diese Anorsnnng ist nog dazu beröffenllicht worken in einer überwiegend katholischen Gegen (Hört, hört! im Zentrum), in der Gegend von Hildesheim. Viese Anordnung hat den größten Unwillen erregt, und wir erwarten Remedur. Im Kriege sollte doch jede Engherzigkeit und Zurück setzung wegen der Zugehörigkeit zu einer Konfession verschwinden. Erfrenlicher ist der Rückblick auf die Entwicklung der Eisenbahnen und ihre finanziellen Ergebnisse im Jahre 1915. Dieses Ergebnis ist geradezu ein Rekord gegenüber dem Jahre I9gl4 und ein erfreuliches Zeichen der gefunden Lage unserer Stgattzeisenhahnen. (Redner weist auch dieses im einzelnen nach Ob der Voranschlag des Haus- haltsplans von 1917 eingehalten werden kann, ist fraglich. Ich möchte befürchten, daß wegen der eingetretenen Unbeguemlichkeiten der Pey⸗ sonenverkehr abnehmen wird, während Rif der anderen Seite die Ausgaben angesichts der steigenden Kohlen⸗ und Rohmaterialpreise wachsen werden. Die Verhesserung der Arbeiterlöhne um 46 Mil- lionen ist zu begrüßen. Soll len Etatsüberschreitungen notwendig sein, kann der Minisler auf unsere Zustimmung rechnen. Die Haltung des Ministers in der Frage hinsichtlich des Streikrechts wird von uns gebilligt. Dem Wohlwollen des Ministers enipfehlen wir die armeren Gemeinden, deren Kommunalfteuern während des Krieges vom Fiskus verringert worden sind. Ueberrascht hat der Maister die Kömmission mil dem Gespenst Ter Tariferhöhung. Damals war noch nichts bekannt über die Ginführung der , . im Reiche. Meine Freunde legen wie det on nel Gewicht ö. daß die Erhöhung ber Tarife jedenfalls nicht vor der endgültigen EGnt= scheidung über bie (cinführung der Verkehrsstenern erfolgt. Es könn - ten sonst nacheinander zweimal die Tarife erhöht werden. Die An⸗ nehmlichkeiten des Reifens dürfen nicht zu sehr beschränkt werden. (Es fommt weniger auf Schnelligkeit als auf Pünktlichkeit des Be⸗ triebes an. In feiner Broschüre „Die Reichsbahn“ will der frühere Ministerialdirektor Kirchhoff aus den deutschen Cisenbahnen über eine Milliarde mehr erzielen können, ohne daß die Eisenbebnen mit der Verkehrssteuer belastet werden; das gesamte wirtschaftliche Leben Deutschlands könnte sich dann nach dem Kriege frei eiäsalten, za die ur böchsten Leistungsfähigkeit gekommenen Eisenbahnen ohne Tarif— erhöhung auskommen würbhen. Er verspricht also Deutschland ein goldenes Zeitalter. Wenn es auch nur ein silbernes Zitalter wäre! Wenn man aber näher hexantritt, so bekommt man nicht einmal ein kupfernes. Gegen die Vorschläge Kirchhoffs in seiner früheren Broschülre hat sich schon im vorigen Jahre das ganze Haus mit Ausnahme des sozigldemokratischen Vertreters Leinert ausgesprochen. In der neuen Broschüre sind diese Vorschläge weiter aus= gebaut. Es ist ihm bitter Ernst mit. der Verfolgung seiner Ideen, aber er müßte ganz anderes bewelskräfliges Zahlenmaterial anführen können. Pie Bundesstaaten sollen nach seinem Vorschlag mit ihren Staatsbahnen unter dem Namen „Reichsbahn“ eine Art Ge⸗ sellschaft m. b. H. bilden, das Reich soll eine Vergütung erhalten, und den Rest von 590 Millionen sollen die Bundesstaaten nach Maßgabe des Verkehrs und ihres Eisenbahnnetzes bekommen— Auf Preußen würden also, da es 79 R der deutschen Fisenbahnen umfaßt, 350 Millionen entfallen. Es müßte dann aber seine Cisen⸗ bahnkapitalsschuld aus seinen anderen Einnahmen verzinsen, und diese Verzinsung beträgt jährlich schon 381 Millionen. Und wer bürgt dafür, daß die Reichsbahn wirklich bessere Geschäfte machen würde. Außerdem könnte das Reich eines Tages die Hand au die Ein⸗ ahmen der Reichsbahn legen. Kirchhoff empfiehlt die Einführung der kaufmännischen Buchführung, Betriebsvereinfachungen und ein⸗ heitliche Beschaffungen für die Gisenbahnen. Gegen die kaufmännische Buchführung haben sich schon 1895 der damalige Eisenbahnminister Thielen und der danialige Finanzminister Miquel ausgesprochen. Ebenso wurde bei späterer Prüfung der Frage die Beibehaltung der kameralistischen Buchführung beschlossen, weil Lie kaufmännische Buchführung keinen Nutzen bringen, aber groß Kosten verursachen würbc. Den Beweis für die Vorteile der kaufmännischen Buch führung ist Kirchhoff schuldig geblieben. Ebenso verhält es sich mit der Ersparnismöglichkeit bei Betriebsvereinfachungen und Verein. heitlichungen. Auch die Beschränkung der Personenzüge auf zwei Klassen würde einen Ausfall an Fahrgeld herbeiführen. Es würde im ganzen nicht einmal ein Gewinn ben 50 Millionen, geschweige denn 150 Millionen übrig bleiben. Dazu schlägt Kirchhoff eine Srganisation bor, die weder Fisch noch Fleisch 9 und immer die Frage offen läßt, ob das Reich oder die Lanzesbe örden zu befinden haben. Der Vorschlag Kirchhoffs ist also nicht annehmbar, er bietet guch keine Sicherheit gegen Verkehrssteuern. Der verdiente Ministerialdircktor Wehrmann hat dagegen ein ruhiges Fortschreiten der deulschen Gisenbahnen empfohlen. Die zielbewußte energische und umsichtige Leitung der preußischen Eisenbahnen liegt in der Hand des setzigen Ministers; cine Aenderung dieser Organifation liege nicht im Intereffe des Staates und der preußischen Eisenbahnen. (Beifall im Zentrum.) Vizepräsident des Staatsministeriums, Minister der öffentlichen Arbeiten Vr. von Breitenb ach: ; Meine Herren! Einem Wunsche beider Häuser des Landtages folgend, haben wir den Versuch gemacht, den Etat der Staats eisenbahnverwaltung der Wirklichkeit anzu⸗ passen. Ich darf mitteilen, daß ich großen Wert darauf gelegt habe, daß dieser Versuch ausgeführt wurde; denn es schien auch mir bei der Länge des Krieges notwendig, einen Etat aufzubauen, der der
Staats setretäre.
Noch weniger ist Anlaß, dem Artikel der „Kölnischen eitung“ ent⸗
Not der Zeit entspricht. Insbesondere erschien es geboten, daß din