1918 / 237 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 05 Oct 1918 18:00:01 GMT) scan diff

nd entsprechenden Absichten. Aber nur besondere und be⸗ grenzte Bündnisse verstricken, und wir erkennen und nehmen die Pflicht des neuen Tages an, an dem unk gesattet wird, auf ein allgemeines Bündnis zu hoffen, das Verstrickungen vermeiden und die Luft der Welt für gemeinsame Veiständigungen und die Aufrecht⸗ erhaltung gemeinsamen Rechtes klären wird. Ich habe die inter- nationale Lage, die der Krieg geschaffen hat, analrsiert, natürlich nicht, weil ich daran gezweifelt härte, daß die Führer der großen Nationen und Völker, mit denen wir verbunden sind der⸗ jelben Ansicht wären und die gleichen Zwecke verfolgten, sondern weil die Luft immer und immer wieder verdunkelt wird durch die Nebel grundloser Zweifel und böswilliger Verdrehungen und weil es notwendig ist, immer wieder all das unverantwortliche Gerede von Friedensränken, sinkender Moral und zweifelhaften Absichten auf faite der Regierenden wegzuräumen, und zwar wenn es nötig ist, in den allerstärtsten Ausdrucken. (Hier und in den folgenden Sätzen ist auch der englijche Text ziemlich unklar und verstümmelt.)

Wie ich bereits gesagt habe, weder ich noch ein anderer Mann in regierender Stellung hat die Kriegsfragen geschaffen oder ihnen die Form gegeben. Ich bin lediglich mit soviel Einsicht, als mir zur Verfügung stand, darauf eingegangen und mit einer Entschlossen— beit, die um so wärmer und zuversichtlicher wurde, je klarer die Kriegsfragen sich herausgestalteten. Es ist jetzt klar, daß niemand die Kriegssragen mehr enistellen kann, wenn er es nicht absichtlich tut. Ich füble mich verpflichtet, dafür zu kämpfen, und so dafür zu kämpfen, wie Zeit und Umstände sie mir und der ganzen Welt geoffenbart haben. Unsere Be— geisterung dafür wird immer größer und unwiderstehlicher. Sie stellen sich uns in immer lebendigeren und unmißverständlicheren Umrissen dar, und die Kräfte, die für sie kämpfen, schließen sich immer enger aneinander, organisieren ihre Millionen zu einer immer unbe— kieabareren Macht in demselben Maße, in welchem sie den beteiligten Völkern immer klarer und deutlicher werden. Es ist eine Eigentüm⸗ lichkeit dieses großen Krieges, daß, während die Staatsmänner nach Feststellung ibrer Ziele suchen und manchmal ihren Standpunkt zu verändern schienen, die Massen, von denen man annimmt, daß sie von den Staatsmännern geformt und geleitet werden, immer klarer und sicherer darüber wurden, wofür sie kämpfen. Die nationalen Ziele sind mehr und mehr in den Hintergrund getreten. Das gemeinsame Ziel einer erleuchteten Menschbeit hat ihre Stelle eingenommen. Das Urteil schlichter Männer ist immer einfacher, ehrlicher und einheit— licher geworden als das Urteil spitzfindiger Geschäftsleute, die immer noch unter dem Eindruck stehen, daß sie ein Spiel der Macht mit bohem Einsatz erzielen. Aus diesem Grunde habe ich gesagt, daß dies ein Krieg der Volker und nicht der Staatsmänner ist. Die Staats— männer müssen dem geklärten allgemeinen Empfinden folgen, oder sie werden zerbrochen. Das ist nach meiner Ansicht die Bedeutung der Tatsoche, daß Versammlungen und Vereinigungen mannigfacher Art, die aus schlichten Arbeitsmännern bestanden, die Forde ung aufgestellt haben, die Leiter ihrer Regierung möchten ihnen schiicht und deutlich sagen. worauf sie in diesem Kriege eigentlich hinauswollen und wie sie sich den Inhalt der schließlichen Abmachungen denken. Sie sind mit dem, was ihnen gesagt wurde, noch nicht zufrieden. Sie scheinen noch zu fürchten, daß sie die Antwort auf ihre Ftagen lediglich in Ausdrücken der Staatskunst erhalten sollten, lediglich in den allgemeinen Begriffen von Gerechtig⸗ keit, Gnade, Friede und Genugtuung. Aber das tiefgewurzelte Ver— langen unterdrückter und erschreckter Männer und Frauen und ver— sklavter Völker, das scheint ibnen allein wert, einen Krieg dafür durchzufechten, der die Welt verschlingt. Vielleicht haben die Staats—⸗ männer noch nicht überall dieses veränderte Aussehen der ganzen politischen Welt erkannt, vielleicht haben sie noch nicht überall un⸗ mittelbare Antwort auf die an sie gestellten Fragen gegehen, weil sie nicht wußten, wie eindringlich diese Fragen waren und welche Art von Antwort gefordert wurde. Aber ich will gerne immer und immer wieder ant⸗ worten in der Hoffnung, es immer klarer zu machen, daß mein einziger Gedanke ist, diejenigen zu befriedigen, die in Reih und Glied lämpfen und die vielleicht vor allen anderen ein Recht haben auf eine Antwort, deren Sinn niemand mißverstehen kann, wenn er die Sprache ver— steht, in der sie gegeben ist, oder jemand aufzutreiben vermag der sie richtig in seine eigene Sprache übersetzt. Und ich glaube, daß die Leiter der Regierungen, mit denen wir verbunden sind, ebenso deutlich sprechen weiden, wie ich zu sprechen versucht habe, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet. Ich hoffe, daß Sie sich frei fühlen werden zu sagen, ob ich in irgendeiner Hin— sicht in meiner Autlegung der Kriegsfragen oder in meinen Ansichten über die Mittel, durch die ihre befriedigende Lösung erreicht werden kann, fehlgegriffen habe. Dee Einheitlichkeit der Absichten und Enischlüsse ist in dielem Kriege ebenio unbedingt notwendig wie die Einheitlichkeit der Fübrung auf dem Schlachtfeld und mit der volltommenen Einheitlichkeit der Absichten und Entschlüsse wird auch die völlige Sicherheit des Krieges kommen. Sie ist auf keinem anderen Wege zu erreichen. „Friedens—⸗ offensiven“ (Peace drives) können nur dann erfolgreich abgewehrt und zum Schweigen gebracht werden, wenn man zeigt, daß jeder Sieg der gegen Deutschland verbundenen Nationen die Völker jener Art von Frieden näher bringt, die allen Welt Sicherheit und Beruhigung bringt und die Wiederkehr eines solchen Kampfes mitleidloser Gewalten und mitleidlosen Blutvergießens für immer unmöglich macht. Deutschland deutet fortwährend „Bedingungen“ an, die es anzunehmen bereit wäre, und erfährt immer, daß die Welt keine Frieden sbedingungen haben will. Sie will den endgültigen ,,. der Gerechtigreit und des anständigen Handelns (fair oaling).

Statistik und Volkswirtschaft.

Bevölkerungssorgen in Frankreich.

Gelegentliche Mitteilungen, die in der fianzösischen Presse auf— tauchen, werfen ein helles Licht auf die zunehmende Ent völkerung Frankreichs. So kommen zum Beiwiel im Departement Eure et Loir auf eine Geburt 2 und in Grasse und Umgebung auf eine Geburt jogar 25 Sterbefälle trotz der klimatisch bevorzugten Lage dieser Gebiete. Ferner hat der Krieg in den großen Städten Frank— reichs außerordentliche Verschiebungen in der Zunahme der Zipilbevölkerung mit sich gebracht. Nachstehend seien einige Zahle hierüber mitgeteilt. Vor Kriegsausbruch hatte Marseille eine Bevölkerung von 6060 000 jetzt hat es dagegen eine so che von 947000 Seelen, Lyon zählte vor dem Kriege 530 606, jetzt 740 000, Bordegux vor dem Kriege 261 000 jetzt 325 000, Toulouse vor dem Kriege 149 000, jetzt 210 000 und Orleans vor dem Kriege 72000, jetzt 110 000 Einwohner.

Diese Zahlen sprechen für die starke Abwanderung vom Lande und den Zustrom besonders nach den fianzösischen Hafenstädten. Die Folge dieser Abwanderung ist eine Verminderung der landwirtschast— lichen Erzeugung Frankreichs. Es hat sich daber unter dem Namen „Das Haus und die Feidarbeit“ eine große französische Vereinigung gebildet, die sich die Förderung der Rücktehr zur Landarbeit und der Frauenarbeit in der Landwirtjchaft zur Aufgabe gemacht hat und an deren Spitze namhafte Männer und Frauen Frankreichs stehen. (Nach den „Hamburger Beiträgen“ .)

Verkehrswesen.

Privat güterverkehr nach Rumänien. Der eiste Carmenzug ist laut ‚W. T. B. am J. Ottober d6. Js. abgefahren. Diejenigen Lieferanten, welche Eüter nach Rumänien zu versenden haben, werden gebeten, ihre Trantporte bei der Expreß⸗G. m. b. S, Berlin w. 8, Behrenstraße 48, die mit der Abwicklung des Vertehis amtlich beauftragt ist, sofort anzumelden. Die Veimittlung don Spediteuren ist zulässig.

36 Gesundheitõwesen, Tierkrankheiten und Absperrn nugs⸗ . masfregeln. Nachwejsung über den Stand von Viehseuchen in Ssterreich am 25. September 1818. (Aus zug aus den amtlichen Wochenausweisen.)

—— Maul⸗ Rotlauf Rot gilden. 4 der feuche Schweine

Zahl der verseuchten

D 82 S*

Nr. des Sperrgebiets Gemeinden

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Niederösterreich.

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S C X Dddũie— K dd O O O Ao φ.·t, W N- L C b

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Bukowina ... Dalmatien ... . ; Die periodische Nachweisung über den Stand von Viehseuchen ist für Ungarn seit dem 23. Jul und für Kroatien⸗Slavonien seit dem 17. Juli in der bisherigen Ausfertigung ungarisch⸗deutsch nicht eingegangen. Zusammen Gemeinden (Gehöfte):

Rotz 34 (43), Maul- und Klauenseuche 280 (3255), Schweinepest (Schweineseuche) 92 (208), Rotlauf der Schweine 163 (285).

Außerdem Pocenseuche der Schafe im Sperrgebiet Nr: 45 in 7 Gemeinden und 179 Gehöften. ;

Lungenseuche des Rindviehs und Beschälseuche der Zuchtpferde sind nicht aufgetretzn. e ;

8 3 6

. 11 1411 1411 C 2 w 0 ö 1 41412

m

Theater und Musik.

Konzerte.

Zu einer ständigen Einrichlung im Berliner Musikleben, die man nicht mehr missen möchte, sind die von dem Dirigenten Selmar Meyrowitz mit dem Philharmonischen Orchester gegebenen Konzertabende in der Philharmonie geworden, deren erster am 28. September statitfo nd. Sie unterscheiden sich schon durch die an⸗ regende Zusammensetzung ihrer Programme von vielen Veran⸗— staltungen ähnlicher Art, ist doch Meytowitz bestrebt, seltener gehörte Stücke aus dem großen Schatz der Musikliteratur wieder ans Licht zu ziehen. Mit Händels Konzert in F-Dur ö. Streichorchester und zwei Bläserchöre eröffnete er in verheißungevoller Weise den Abend. Von dem Klassiter Händel ging er zu dem Romantiter Weber über, dessen Ouvertüre zu „Euryanthe“ er unter starker, aber durchaus micht übertriebener Veivorhebung der Gegen— sätze in ihrer ganzen Schönheit vor den Zuhörern ausbreitete. Un— mittelbar daran schloß sich die vnn Heirn Schlusnus gesungene

Lysiart-Arie, in der der ganze Wohltlang der Stimme des jüngsten

Baritonisten unserer Hoszoper sich entfalten konnte. Freilich liegt die Arie, die zudem kein sonderlich dankbares Konzeristück ist, dem Sänger zum Teisl. zu tief. Auch einige für Orchester gesetzte Hugo Wolf- Lieder boten ihm taum Gelegenheit, seine gesanglichen Vorzügse von der besten Seite zu zeigen. Den

Abend beschloß ein einst wiel umstrittenes, jetzt selten geböͤrtes Werk r l Brahms und Wolf für mehrere neue Lider von

von Richard Strauß: 16 sprach Zarathustig-, in dem sich besonders das große Können des Dirigenten von der glänzendsten Seite zeigte.

Die gehäuften Schwieriskeiten des krausen Oichestersatzes wurden unter seiner Führung spiellend übern unden, und was an Schönheit in

der Partitur enthalten ist, restlos zu Tage gefördert. Im übrigen konnte man an dieser Jugendarbeit von Strauß ermessen, um wieviel sich später seine Kunst geklärt umd vertieft hat. Der anregende Abend schloß mit verdienten Ehrungen für Meyrowitz und das Orchester. Ein Kompositionsabend vom M. Jasfsé in der Philharmonie hätte die Ueber schrift ‚Aus alten Tagen“ tragen können. Herr Jaffs, ein Herr in den Achtzigern, batte sicher große Freude daran, eine Suite, welche vor zwanzig Jahren in der Singakademie einmal unter dem Titel „Künstlerleben⸗ aufgeführt wurde, sowie einige kleinere Werke und mehrere Bruchstücke aus einer Oper „Etkehard“ sich in vorzüglicher Ausführung von dem Philharmonischen Orchester unter Leitung von Martin Spörr (an der Oigel: Walter ., vorspielen zu lassen. Für mehrere Lieder waren Anna Reichner-Fenten und Marpa pon Rogalinska bemüht worden. Das nicht allzu zahlreich erschien ene Publikum spendeie freundlichen Beifall.

Eines regem Besuches erfreure sich ein zur Fürsorge für Angehörige Gefallener des 4. Gard eregiments zu Fuß am 21. September in der Phil⸗ n schaft fast Schwarz spielie im Meisterslaal Sonatinen von J. Chr. Bach,

harmonie veaanstalietets Konzert, dessen fast überreiches Programm Künstleingmen besten Klanges auswies; der Abend wurde mit einer treff⸗ lichen Darbietung von Liszis , Leitung des Königlichen Mufikdrrettors Heinrich Schrader eröffnet, wobei ,, auch einige Solisten des verstärtten Orchesters

(Cello, Oboe, Vorn / angenehm auffielen. Einige mit warmem Ton

monischen Or

Gesangsvorträge von

Lob muß außerdem der trefflichen

Les Préludes“ unten der temperamentvollen

vorgetragene und beifällig aufgenommene Schubertsche Lieder des Königlichen Sängers Karl Arm ster, von denen vielleicht nur der „Doppelgänger“ durch dramatischere Gestaltung nech etwas ein— dringlicher bätte wirken können, folgten Reichen Beifall ernteten auch die Darbietungen ds Vortragskünstlers Ludwig Traut⸗ mann. Drei farbengeiche LZieder von A Gretschanlnow und Emil Sjögren brachten der Meistersängerin Lola Art6st de Padi!⸗(la ssürmische Hervorrufe. Nicht gerade stilvoll aber wirksam schloß sich dann als Schlußnummer des ersten Teiles die Kerkerszene aus dem „Troubadour“ an, welche das beliebte Sängerpaar Hang und Martha Mühlhausen sehr vorteilhaft zur Geltung brachte. Großes Interesse erregte dann der den zweiten Teil eröffnende, vom Musikdirektor Schrader mit großer Hingabe geleitete sinfonische Marsch „Neid⸗Höhle“ (mit Benutzung von Wagners Fafner-Motiven) des Berliner Komponisten Karl Kämpf. Das wirksame, charakter⸗ voll instrumentierte und in feiner geistvollen. Einarbeitung der Wagnerschen Motive interessante Stück dürfte zweifellos den giößeren Konzertorchestern Deutschlands willkommen sein. Nach zwei mit startem Empfinden dargebotenen Gesängen Hertha Dehm lo ws folgte die von Hans Mühlbausen glänzend vorgetragene und aufgenommene Streita aus dem Troubadour“ sowie als letzte solistische Darbietung Mendelssohns. Violinkonzert (Satz. und 3), in klassiicher Vornebmheit von Arfred Wittenberg gespielt. Außer der zum Schluß gebotenen fein ausgearbeiteten Mignon⸗-Ouverture seien noch die schlagfertige Orchesterbegleitung Heinrich Schraders sowie Karl Kämpfs anschmiegsame und feinsinnige Klavierbegleitung erwähnt. Einen „Strguß⸗W gner⸗Abend‘ veranstaltete einige Tage spaͤter in demselben Scale Walter Kirchhoff mit dem Philhar— ester unter Camillo Hildebrands Leitung. Von den Strauß Liedern, die im Ansatz mitunter recht flach gesungen wurden, gelang das dramansche „Cäcili“ am besten. Der Schluß— gesang aus „Guntram“ und die Bruchstücke aus den Wagnerschen Werken „Tannhäuser“, „Walküre?“ und Siegfried“ zeigten Kirchhoff wieder als den berufenen dramatischen Sänger, wenngleich nicht per— schwiegen weiden darf, daß seine Stimme wohl infolge einer Indieposition nicht ganz den metallischen Glanz ausstrahlte, wie man ihn von ihr in guter Verfassung zu hören gewöhnt ist. Immerhin ist in boff ein so bedeutender Künstler, daß er auch trotz förrerlicher Hemmnisse in seinen Leistungen noch weit über dem Duschschnitt fteht Im Sagle der Singakademie lernte man fürzlich das Stuttgarter Vokalquartett, dem die Kammer— sängerinnen Emma Tester (Sopran), Meta Diestel (Alt), die Herten Hermann Ackermann (Tenor) und Prosessor Ludwig Feuerlein (Baß) angehörten, kennen und schätzen. Sie sind sämtlich feingeistige Künstler, bei denen Musikempfinden und Gesangskultur sich vereinen, so daß Brahms, der einzig das Programm beherrschte, eischöpfend wiedergegeben wurde. Einzel= und a gapelle-Gesänge waren gleichwertig und zeugten von der ernsten Arbeit dieser erlesenen Gesangepereinigung. Eine schmiegsamere Klavierbegleitung hätte manches noch besser wirken lassen. Die junge Geigerin Dolores Maas trat an gleicher Stelle, von Wilhelm Scholz mit Geschmack begleitet, mit gutem Erfolge auf. Technik und Ausdruck des Spiels stehen bei der Künstlerin auf gleicher 6 Die Kantilene strömt warm und deutet auf Innerlich⸗ Ganz besonders gut gelangen ihr drei reizvolle Kompositionen Hugo Kauns: Romanze, Wiegenlied und Walzer. Duftig vorgetragen wurde auch ein Notturno von Chopin-Sarasate. Man möchte der begabten Geigerin öfter begegnen. Vollen Genuß boten auch die Gertrud Meinel im Blüthnersaal, die mit Max von Schillings am Klavier Lieder von Schubert und ihrem Begleiter sang. Die Muse Schillings ist reich und wurzelt im Schönen. Stiömendes Melos und farbenreiche Harmonik sind die Haupttugenden seinen Kompositionen, die stets entzücken und lange nachklingen. Am 'gleichen Orte spielte an einem anderen Abend Walter Drwengki die Orgel und zeigte wiederum, daß er auf seinem Instrument Meister ist. Alle Klangwirkungen, die das von Walker in Ludwigsburg gebaute Werk zur Verfügung hat, wußte er geschickt zur Geltung zu bringen. Da auch die Technik schlacken⸗ frei ist, war sein Spiel von besonderem Reiz. Die Namen Bach, Rheinberger, Reger und Ertel standen auf dem Programm. Als Muwirkende sang Cläre Dux Lieder von R. Schumann. Sle wurde, wie stets lebhaft geseiert und mußte sich zu Zugaben verstehen. Recht sympathisch berührte der warme Mezzosopran von Amelie Manning die im Bechsteinsagl Lieder von Schubert, Berger, Wolf und Richard Strauß sang. Mehr Schattierung der Stimm—⸗ stärke und eine Ausfeilung der Höhenlage würden die Wirkung ein—⸗ dringlicher gestalten. Am Flügel begleitete mit gLewobntem ö. Coenraad V. Bos. Der schon im ö bier beifällig auf⸗ genommene Sänger Harry de Garmo enmwickelt sich, wie Jein im Beethovensaal gegebener Gesangsabend bewies, mehr und mehr zu einem geschmackvollen Auwdeuter des Liedes und der Ballade. Sein in allen Lagen edler Ton strömt weich und klar und seine Be— handlung des Stoffes verrät Empfindung und verständnisvolles Ein⸗ ehen auf die Absichten des Komponisten. In ihm hat ein Bühnen— re mit Vorteil das Konzertpodium betreten. Er fang, von Fritz Lindemann femsisnig begleitet, die „Dichterliebe“ von Schumann sowie neuzeitliche und klassische Balladen. Ein Liederabend, den Johanna Collens im . ver⸗ anstaltete, bedeutete für die nicht eben zahlreiche Hörerschar keinen be⸗ sonderen Genuß. Die stimmlichen und geistigen Fähigkeiten der Konzert- geberin reichen für ein öffentliches Auftreten noch nicht aus. Entschieden günstigere Eindiücke löst der Koloraturgesang von Adele Salten im Beethovensaal aus. Kann leider auch hier von technischer Meisterschaft nicht gesprochen werden, so fesselte die Sängerin doch durch angenehmen Vortrag und namentlich durch ein fesselndes Pro⸗ ramm, das Werke von Bach, Händel, d'Astorg, De Lucg, Pergolese, Legrenzi, Liszt, Wolf. Järnefelt und drei nordische Volkslieder ent⸗ hielt. Um die geschmacwvolle Durchführung des Programms machten sich außer der Sängerin die Herren C. V. Bos (Klavier), G. Kern (Oboe) und P. Bie de Luden (Flöte) verdient. Ein herzliches Glückauf darf man der jungen Sängerin Bertha Dammann zu ihrem ersten öffentlichen Auftreten im Bechsteinsaal zurusen. Sie ist im Vesitze einer nicht sehr großen, aber gut gebildeten und vorzünlich ausgeglichenen Mezzosopranstimme. Besonderes Aussprache und dem ver⸗ ständigen, von warmem Gefühl beseelten Vortrage gezollt werden. Man wird sich den Namen der begabten Künstlerin merten müssen. Daß sie den Mut hatte, neben Gesängen von Schubert, min Knab ein⸗ zutreten, muß ihr, besonders hoch angerechnet werden, da man in

diesem Tonsetzer einen Liederkomponisten von bemerkenswerter Be⸗

gabung tennen lernte. Seine Schöpfungen, von denen ls besonders gelungen „Stimme im Dunkeln“, „Heimkehr“, „Die Amsel“ und Auxrikelchen“ namhaft zu machen sind, zeichnen sich durch wirksame Melodik, eigenartige Harmonik und reizvolle Klavierbegleitung aus. Coenraad V. Bos war der Konzertgeberin ein vorzüglicher Begleiter am Klavier. Auch Annie Salton, die sich in demselben Saal hören ließ, ist eine sehr musikalische Sängerin, die durch ihten Vortrag zu fesseln weiß. Ihre Stimme ist zwar nicht groß aber von lieblichem Klang. Nur auf die Aussprache und kleine Mängel in der Tonbildung muß sie noch acht geßen. Am besten liegen ihr vorerst noch Gesänge heiteren Inhalts. Einigen neuen Liedern von James Simon, die er selbst begleitete, verhalf sie zu gutem Er—⸗ folge. Grete Blahg, die ebenfalls im Bechsteinsaal auf trat, singt ohne alle Feinheiten und nimmt es mit der Tonhöhe nicht allzu Eren, so daß von künstlerischen Eindrücken nicht zu berichten ist. lena Palmer (Liederabend im Klindworth-Schar⸗— wenkasaal,) ht noch recht schülerhast, der Ausdruck ihres Vor— trages bleibt sich stets gleich, jo daß Freude, Schmerz, Leiden⸗ ohne Unterschi d zu Gebör kommen. Sr. Max

Kuhlau und Reger, ohne damit einen senderlichen Erfolg zu haben. Sein Klavierspiel mutet wie das eines Musikgelchrten an, Anschlag und Vortrag erscheinen reizlos und nüchtern; dazu gesellen sich über— hastetes Zeitmaß bei schnelleien Sätzen und ein Ueberwiegen der linken

so daß man zurzeit von selnen Vortragen nur

abend, auf dessen Programm si Beethoven, Strauß u. a. ben ö des Gilletschen

f

Sandel und Gewerbe.

Bel den Abrechnungsstellen wurden im Monat September abgerechnet 10 583 654 200 S. September

Nach der Wochenübersicht der Reichsbank vom 30. Sep—⸗ tember 1918 betrugen (4 und im Vergleich zur Vorwoche):

Aktiva. 1918 1917 1916

4. .

Metallbestand ). . 2663 Vz ooo] 2505 751 00 2503 36 ooo

2 313 Hoh CC os Go) Eli G3 c

darunter Gold. Z 46 Sh 06 Z a0] o b (Vas 4 7 660) Reichs u. Darlehns⸗ kassenscheine ..

(4 137 000) 4 156 000) 4 13148 000) Noten and. Banken

2 646 896 000 986 481 000 392 091 000 ( zb 766 ob) ( 223 262 000) (4 186 0535 066) 722 000 S24 000 1157 000 ( 2 477 666) (— 3 55 oo) ( 16 64 6606) Wechsel, Schecks u. diskontierte Reichs⸗ schatzanweisungen.

23 830 Oõ8 9o0 15 6a bog 00 10 758 831 9000 ( bz ogz20σο . αbοσσοσσλ · 180513000) 609 0900 9 227 099 16 420 0606 757 0009) (4 23. 00064 772000)

132 457 0606 159 544 666 75 6537 6660 4 J 015 G66) (— 26 615 6b. - 4 6290 669)

1998 S27 006] 153536 412 6565 . 616 111 6600

IS 11 6 ( - 173 6a4 .- 143 881 606)

Grundkapital. . 180 000 000 180 9000 000 180 0900 000 (unverändert) (unverändert) (unperändert) Reservefonds .. 94 828 000 90 137 000 Sh 471 000 (unverändert) (unverändert) (unverändert) umlaufende Noten. 15 334 358 000 10204 936 000 7369 960 000 4 9804 977 000) 4 601 363 000) (4 509 918 000) sonstige tägl. fällige

erbindlichkeiten. 14 538 078 000) 9 540 25 0090 / 6 266 453 000 (hq l 670000) (4 3568786000) (2. 86712000) sonstige Passia ..

1030798 000 814760 000 455 994 000

( A 347 0 ο 4211 091 00) (4113 555 0σσο)

) Bestand an kursfähigem deutschen Gelde und an Gold in

ö ausländischen Münzen, das Kilogramm fein zu 2784 erechne

Lombardforderungen

Gffet ten

sonstige Aktlven . Pa ssi va.

Die Einzahlungen auf die 9. Kriegs anleihe haben wie „W. T. B.“ mitteilt, am 30. September, dem ersten Ein— zahlungs tage, trotz der ernsten inneren und äußeren Lage, einen ge— waltigen Umfang angenommen. An Liesem eisten Einzahlungstage sind bereits erheblich höhere Summen Kriegganleihe bezahlt worden als am 29. September 1917, dem ersten Einzablungstage auf die 7. Kriegsanleihe. Die Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns: Erholungsheime, Wiesbaden, zeichnete auf die 9. Kriegsanleihe 750 000, „. Die bisherigen Zeichnungen auf die vorangegangenen 8 Kriegsanleihen betragen 6 6 255 000 *

Alle von der früheren russischen Regierung untern Schutz gestellten Warenzeichen müssen, um nicht schutzlos zu werden, laut ‚W. T. B.“ von neuem angemeldet und einge tragen werden. Die Urkunden sind spätestens bis 1. No— vember d. J. bei dim Volskommissariat für Handel und

7

Industrie in Moskau (Abtetlung für inneren Hande!) einzureichen Die Erneuerung muß mindestens für die Tauer von 2 Jähren, beantragt werden. Die Gebühren betragen für die ersten 5 Jahre 70 Rubel und sind gleichzeitig im voraus zu entrichten, für jedes weitere Jahr 10 Rubel. Anträge auf Rubelauszah— lungen in Petersburg und Moskau durch Vermittlung der dortigen deutschen Generalkonsulate sind an die Reichsbank zu richten; gegebenenfalls ist die Genehmigung der Prüfungsstelle für Devisenabgaben, Berlin, Kurstraße 45 46, einzuholen.

Bu da pest, 4. Oktober. (W. T. B.) Wie das „üngarische Telegraphen⸗Korrespondenzbüro- von unteirichteter Seile erfährt, fanden in der ganzen Woche, so auch heute, Besprech ungen der Leiter, der großen Bankinstitute täglich abwechselnd bei der Ungarischen Allgemeinen Kredit-Bank und bei der Pester Ungarischen Kommerzial-Bank statt, deren Gegenstand die Erörterung der in Sachen der Kursbewegung an der Budapester Börse zu ireffenden Maßnahmen bildete.

Kiew, 4. Oktober. (W. T. B.) In allernächster Zeit wird nach Zeitungsmeldungen neues ukrginisches Geld zu je zwei Kopeken, 10, 106, 5o0 und 1000 Griwen in Umlauf gesetzt werden. Ein Griwen ist gleich 0 Kopeken. Das neue Geld ist in Deutichland hergestellt worden.

Bern, 4 Oktober. (W. T. B. (Die Nationalbank setzte den Diskont osatz auf hz, den Lombardzinsfuß auf 6 Prozent fest.

Bern 4. Oktober. (W. T. B.) Laut Progrès de Lon“ hat die französische Kammer gestern bei der Erörterung der einzelnen Paragraphen des Gesetzentwurfs über die, Erneuerung des Prwilegiums der Bank für Algier den eisten Artikel, der eine Verlängerung des Privelegiums auf 25 Jahre bis zum 31. Dezember 1945 vorsieht, mit 330 gegen 112 Stimmen angenommen.

London, 3. Oktober. W. T. B.. Bankausweis der Bank bon England. Gesamtrücklage 28 355 000 (gegen die Vorwoche Ahn. 1 142 000) Pfd. Sterl., Notenumlauf 62 252 0 Zun. 1756 006) . Sterl.,, Barvorrat 72158 0 0 (Sun. 616 000) Pfd. Sterl.,

echselbestand 99 727 9000 (Abn. 609 006 Pfd. Sterl,, Guthaben der Privaten 137 127 000 (Zun. 3 139 0060) Pid. Sterl. Guthaben des Staates 30 525 009 (Abn. 1 417 000) Pfd. Sterl., Notenreserve 27573 000 (Abn. 1160000) Pfd. Sterl.,, Regierungssicherheiten 54 671 000 (3un. 468 000) Pfd. Sterl. Verhältnis der Rück⸗ lagen zu den Verbindlichkeiten 1691 gegen 17,78 vo in der Vor— woche. Clearinghouseumfatz 456 Millionen, gegen die enisprechende Woche des Vorjahres mehr 58 Millionen.

Madrid, 28. September. (W. T. B.) Ausweis der Bank voWn Spanien vom 21. September in tausend Pesetas: Gold im Inland 2197629 (gegen die Vorwoche Zun. 4030), Gold im Ausland 92 436 (Zun. 980), Barvorrat in Silber usw. sh5 153 (Zun. 2764), Wechselbestand 479 175 (Abn. 9468), Lombard 368 548 (Zun. 714), Wertpapiere 11 859 (Abn. 119), Notenumlauf 2 998 914 (Abn. 8 622), fremde Gelder 1214 166 (Zun. 3 8536).

Börse in Berlin (Notierungen des Börsenvorstandes)

vom 5. Oktober vom 4. Oltober fũr Geld Brief Geld Brief S6 M6 b M6 100 Gulden 309 3095 309 309 100 Kronen 188 1887 188 1883 Schweden 100 Kronen 212 2121 . 212 Norwegen 100 Kronen 188 1881 188. 188 elfingöfors 100 Finn Mark 754 76 7h 76 6 100 Franken 146 147 1464 147 ien⸗ Budapest 100 Kronen 57,50 57,80 57,70 57, 80 Bulgarien 100 Leva 79 795 79 791

Konstanti⸗ 100 Piaster 20, 60 20, 70 20, 60 20,70

nopel Madrid und Barcelona 100 Pesetas 139 140 139 140

Die Börse zeigte heute eine ruhige und abwartende Haltung. Auf den meisten Gebieten war die Stimmung anfänglich etwas schwächer. um sich später zu befestigen. Der Verkehr hielt sich in engen Grenzen. Der Schluß war ruhig.

. änemark

Berichte von auswärtigen Wertpapier märkten.

Wien, 4. Oktober. (W. T. B.). Lebhafte Erörterung der Friedensfrage rief an der Börse eine sehr juversichtliche B urteilung der Lage hervor und führte zu einer kräftigen Aufwärtsbewegung der Kurle. Anfangs waren (6. hauptsächlich lotale Rückkäufe und Deckungen, im weiteren Verlause namentlich Budapester Käufe, die die Erholung förderten und Kurssteigerungen bis zu 50 Kronen und darüber zur Folge batten. In der Kulisse erhöhten sich die leitenden Bankpapiere um 21... Staatseisen⸗ bahnaktien um 20, die heimischen Eisenaktien um 18, die ung rischen um 65, ungarische Kohlenaktien um 60, Tabakwerte um 285, Orientbahnwerte um 20 und türkische Loswerte um 27 Kronen.

Im Schranken gewannen Petroleumaktien 58 bis 1390, ungarische Hüttenaktien 70, Emailleaktien 33 Kronen. Schiffahrts= Elektrizitäts,= Ban, Magnesit⸗ Zucker-, Brauerei⸗, Zement⸗ und Brückenbauaktien erzielten gleichfalls wesentliche Preissteigerungen, dagegen blieben Rüstungs⸗, Kraftwagen- und Schraubenwerte im Rückstande. De Anlagemarkt war ruhiger.

Wien, 4. Oftober. (W. T. B.) Amtliche Notierungen der Devisenzentrale. Berlin 173,30 G., 173,60 B., Amsterdam 535,50 G., 536,50 B., Zürich 254,50 G., 255,0 B., Fopenhagen 325,75 G., 326 75 B., Stockholm 368, 00 G., 369,00 B., Christiania 326,75 G., 327,75 B., Konstantinopel 35,25 G., 36, 00 B., Martnoten 173,00 G.,

73 40 B.

London, 2. Oktober. (W. T. B.) 24 0 Engl. Konsols 60), 5 oo Argentinier von 1886 1006, 4 o Brasilianer von 1889 —, 4010 Japaner von 1899 —, 3 0 Portugiesen Ho/ Russen von 1906 —, 45 0 Rufsen von 1960 495, Baltimore and Ohio . Canazian Pageifie ——, Erie —, National Railways of Mexiko sz, Pennsylvania —, Southern Pacifie ——, Union Pacifie ——, United States Steel Corporation 115, Anaconda Copper —, Rio Tinto 709, Chartered 1859, De Beers 163, Geldfields 2, Randmines 31 3. 5 o/o Kriegsanleihe 9hö / is, 4 00 Kriegsanleihe 1059, 34 oᷣοe Kriegsanleihe 883.

London, 3. Oftober. (W. T. B.) Privatdiskont 3in/as, Silberhöchstpreis. 4953. Wechsel auf Amsterdam kurz 10,24, Wechsel auf Paris 3 Monate 26,47, Wechsel auf Paris kurz 26,08.

Paris, 3. Oktober. (W. T. B.) D oνιο Französische Anlelhe 8835. 30½0 Französische Rente 62,25, 4 0/9 Span. äußere Anleihe 106,69. 50j0 Russen von 1906 5? 50, 3 o Russen von 1896 —, 4060 Türken unif. —, Suez⸗Kanal 550). Rio Tinto 1940.

Kopenhagen, 4. Oktober. (W. T. B.) Sichtwechsel auf Hamburg Hl, äh, auf Amsterdam 160, 00, do. auf London 16,77. do. auf Paris 64,75.

Stockholm, 4. Ottober. (W. T. B.) Sichtwechsel auf Berlin 46,50, do. auf Amsterdam 145,00, do. auf schweizer. Plätze 68,50, do. auf London 15,10, do. auf Paris bs, 00.

New Jork, 3. Oktober, (B. T, B eg, e Stimmung der Effektenbörse war bei Eröffnung des heutigen Ver— kehrs fest, wobei namentlich in den Aktien der Tabak-, Schiffahrts— und der Petroleumgesellschaften umfangreiche Anschaffungen gemacht wurden. Im weiteren Verlaufe wirtten Abgaben in Rüstungs— werten auf die allgemeine Stimmung vorübergehend ab⸗ schwächend,. doch; trat in der Schlußstunde, infolge teil—⸗ weiser Rückkäufe eine Erholung ein, und die Stimmung erwies sich schließlich als fest. Umgesetzt wurden 560 000 Aktien. Geld: Sehr fest. Geld auf 3 Stunden Durchschnittssatz z, Geld auf 24 Stunden letztes Darleben 6, Wechsel auf London (60 Tage) 4,73, 00, Cahle Tranefers 4, 76,55, Wechsel auf Paris auf Sicht b,47, 12, Silber in Barren 1018, 3 o/o Northern Pacifie Bonds —, 40 Verein. Staaten Bonds 1525 —, Atchison, Topeka u. Santa Fsé S6, Baltimore u. Ohio 534, Canadian Pacifie 16 4, Chesapeake u. Ohio 574, Chieago, Milwaukee u. St. Paul 48, Denver u. Rio Grande 43, Ill nois Central 95, Louisville u. Nashville 115, New Jork Central 74, Norfolt u. West rn 104, Pennsylv nia 432, Reading 885, Southern Pacifie 87. Union Pacisie 127, Angconda Copper Mining 693, United States Steel Corporation 1093, do. pref. 1103.

Rio de Janeiro, 2. Oktober. (W. T. B.) Wechsel auf London 12.

Berichte von auswärtigen Waren märkten.

Liverpool, 21. September. (W. T. B.) Baumwoll-Wochen« bericht. Wochenumsatz 600, do. von amerikanischer Baumwolle 2400. Gesamte Ausfuhr do. Einfuhr 15 575, do. do. von amerikanischer Baumwolle 14 020. Gesamter Vorrat 160 710, do. do. von amerikanischer Baumwolle 49 960, do. do. von

ägyptischer Baumwolle 15 720.

Liverpool, 3. Oktober. (W T. B.) Baumwolle. Umsatz 2009 Ballen, Einfuhr Ballen, davon Ballen ameri- kanische Baumwolle. Für Oktober 23,45, für November 23, 08. Texas 7— 8 Punkte höher.

Bradford. 3. Oktober. (W. T. B.) Wol lmarkt. Eine weitere Anzahl Kammgarnspinnęreien st Uten sich der Regierung zur Annahme bon Aufträgen zur Verfügung. Der Handel für Zivil— zwecke wird in zunehmendem Maße eischwert.

New JYJort, 30. September. (W. T B.) Die sicht baren Vorräte von Weizen in den Vereinigten Staaten betrugen in der vergangenen Woche 90 60 000 Busheis, nicht, wie irrtümlich ge⸗ meldet, 9 601 000 Busphels.

New York, 3. Oktober. (W. T. B.) (Schluß.“ Baumwolle loko middling 34,900, do. tür Qktober 32 70, do. für November 34,338, do. für Dezember 34,28, New Orleans loko middling 33 13, Petroleum refined (in Cases) 1935, do. Stand. white in. New Jork 15.50, do. in tanks 8, 25, do. Credit Balances et Oil City 400 Schmalz prime Western 27,35, do. Rohe u Brothers 28,75, Zucker Zentri⸗ fugal 7,28, Weizen Winter 237. Mehl Spring ⸗Wheat elears 1076 11,25, Getreidefracht nach Liverpool nom., Kaffee Rio Nr. 7 loko 94, do. für Oktober 8, 50, do. für Dezember 8,50, do. für Januar 8, 95.

fuhren: In Rio 6000 Sack, in Santos 43 000 Sack.

Rioe de Janeiro, 2. Oktober. (W. T. B.) Kaffee. Zu⸗

'

1. Untersuchungssachen. ö

2. Aufgebote, Verlust⸗ und Fundsachen, Zustellungen u. dergl. 6. Ve ann Verpachtungen, Verdingungen ꝛe.

4. Verlosung 2c. von Wertpapieren,

b. Kommanditgesellschaften auf Aktien u. Aktiengesellschaften.

Sffentlicher Anzeiger.

Anzeigendreis für den Ranm iner z. gespaltenen Einhettszeilt 5 G6 Bs.

Uußer dem n. anf den Anzeigenyvreis ein Tenernnasanfchlag von 2 d. O. r'hoben.

6. Erwerbs⸗ und Wirtschaftsgenossenschaften. 7. Niederlassung ꝛc. von Nechtsaniwälten.

8. Unfall⸗ und Invaliditäts. ꝛc. Versicherung, 9. Bankausweise.

10. Verschiedene Bekanntmachungen.

4 16588 Auf Antrag der Kaiserllchen Oberpost⸗=

) Untersuchungs⸗ sachen.

(41457 teckbrief.

stoch. Robert Grog, Bäcker (In- haber eins Milchgeschänts), gb 5. 3.1883 zu Eb rba5, Grh. Baden, juletzt Hohn baf! Berlia N., Stargqardersst. 309, Größe: 1.70 m, Gesigst: mittel, Bart: durk er Schnurr⸗ und Spitz bart, Sprache: deursch. Wegen militzrischen Diebstahls und Fahner flucht. Näckst'es Mil när⸗ gefaͤngnis. Atten; III Sti. L. 112118.

Mobile Et. Kommandantur 310.

41468] Fahnen fluchts erklärung. 6. Fi,, Lorenz Oonbin von

der 8. Komp. Res. In. Rgiß. 224, ge⸗ 8

boren am 25. Juli i597 ju Warnhofen, Kreig Cisßt-⸗Salns, wird auf Grund des

ʒ 360 P. S5. 8. O. für fahnenfl ichtig ff

erklä t. Zugleich wird daz im Deutschen Reiche befindliche Vermögen des Hau ntn mit Beschiag belegt. Str. Pr. E. 327 17. 12. Januar 1918. Gericht der 215 Inf. Div.

I 1459] Fahnen fluchtserklãrung.

In der Uatersuchun gosäche gegen den am 5. S-⸗vtember i871 zu Higen. Reg. Bez. Arneberg. geborenen M intärge fang nen Franz Thiele, wegen Fan enfl ch, w rdauf Grund der Sz 69 ff. des Milt:äcnratgesetz buch sowie der S5 366, 360 der Millar

*

durch für fahnenflüächt'g erklärt und sein im Deutschen . bestadliches Vermögen mit Beschlag b legt. 6. den 27. September 1918. Kl Gericht der stellvertr. 56 Inf interiebr: gade. Der Gerlchts herr: Frhr. von Röder, Generalleutnant 1. D. Dr. Brück, st. Kriegsgerichtsrat.

(414601 Fahbnenfluchtserksäruug un? Beschlasnahmeverfü rung.

In der Uniersuchungesache gegen

2. ten am 31. Märj 1895 zu Mälbausen . Els. geborenen Jäger Kamlllus Cron,

b. den am 24. ApriUl 1896 iu E4clsbeim 1. Els. geboren n Jäger Leo Ob ermeter wegen Fahnenflucht, wird auf Gtund der S 69 ff. des Militär rafgesetzbuch sowle der IJ 366. 360 der Mill de lfrafgerichtsorbnung der Geschuldigte hierdurch für fabnen⸗ ächtig erklärt und sein im Deusschen Reiche befindliches Vermögen mit Beschlan belegt.

gr stat, den 27 Seytemher 1918. Kal. Gericht der stellvrrtr. S6. In fanterie⸗

brtaade. Der Gerichts herr. Frhr. von Röder, Generalleutnant 1. D. Dr. Brück, st. Kriegsgerichtrat.

414611 Ver r zung. . Vte wider den W b'mann J eyb Tauer, C f. Btl. T. R. 158 Pate born, in Ne 216 des Deuischen Reich zan, elders erlassene

haus mit Seitenflänel recht, Quer imbä nde

1917 wird au geboben.. Münster, den 29. S ptember 1918. Gericht der stello. 26. Inf.⸗Brlgade.

Y. Ausebcle, Ber. lust⸗ und Fundsachen, Zustellungen u. dergl.

(41495 Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Berlin belegene, im Grundbuche von Berlin⸗Wedding Band 28 Blatt 2978 zur Zeit der Eintragung des , . bermerks auf den Namen des Maurer m isters Otto Mignug eingetragene Grund⸗ stück am 2D. Dezember 1918, Vor—⸗ mittags 10 Uhr, durch das unterzeich ˖ nete Gericht, an der Gerichte stelle, Brunnen⸗ platz, Zimmer 30. 1 Ereppe, versteigert werden. Das in Berlin, Tu inerstraß 37, belegene Grundstück enthält Vorderwohn⸗

mit Rückfligel rechts und 2 Höfen und besteht aug dem Trennstück Karten⸗ bl itt 22 Parzelle 2122 107 z. von 9 2 5 dm Größe. Es tst in der Grund steuermutterrolle und G ba deste nerroll⸗

des Siadtgemelndebe irt Beilin unter

strafgerichtzordnung der Beschuldigte hier⸗ Fihnenfluchtzerkltrung vom 5. September Ariel 6385 mit einem jährlichen Rein.

ätrag von 15 100 SS verzeichnet. Der Versteigerungs vermerk ist am 14. Sey⸗ tember 1918 in das Grundbuch einge tragen. . Berlin N. 20, Brunnenplatz, den 27. September 1918.

Rönigliches Amtsgericht Berlin⸗Wedding.

Abteilung 67.

(41810

Am 15. September 1918 siad bler mittels Einbruchs nachstehende Stücke der Trtegtzanlelhe mit den dazu gehörigen zinsschemen gestohlen:

1 Stück 11. Krlegsanleihe Lit. C 1818 876 von 1915 über 1000 „.

1 Stück 1I. Keiensanleihe Lit. 978158 von 15165 über 500 .

1 Stück II. Kriegzanlcihe Lit. 1572176 von 1915 über 500 .

4 Stücke II. Krtegsan ide Lit. gas 171 = 7 von 19515 X 200 4.

18Stück II. Kriegsanleike Lit. 943022 von 1915 ützer 200 .

1 Stück 111. Keiegsanleihe Lit. 2 496 123 von 1915 über bo0 4.

1 6tück 111. Kiegsanteihe Lis. 1426351 von 1915 über 500 A.

1 Suck III. Krirgsani⸗he Lit. h 760 tzös von 1915 über 1000 A.

2 Stücke VI. Keiegganleibe Llt. 8 9207097 und 08 von i9gl7 3 100 ..

Auto a, dn 3. Okiohbnrn 98.

Polizjelant. Abtig. 11. 10 241/18.

direktion Berlin wird der Verlun fol- gender, während der Postbe förderung ab handen getommener Wertpaptere bekannt

gemacht: Verzeichnis von während der Postbeförderung a Berlust geratenen Werip pieren. 1) U verzinsliche Reick eschatzs eine. AM 3 000 000 Ser 413 G 93-5 (3), „82000 Sr 38 G 19521 (2), 19528 - 32 (65), J 15671, 20194 - 204 (16, A 100000 Ser 38 E 4281 „S 2000 Str. 38 J 11177 —78 (2), n 63000 Sr. 38 G 15068 —-—71 (9, J 9265 68 (, 13315 19 (65), 14451 bts 63 (13), K 3293 - 99 (2), S140 960 Ser 38 G 19345 54 (10, 19376 77 (2), 15180, J 20111 - 20 (10, M 5(0 Ber. 38 ] 19814 —- 18 (5), S 40 090 Sr. 38 G 18763 - 5 (h, 4„pp1l130000 Ser. 38 E 4628 G i876? bis 68 (5).

33500 Ser. 38 & 18770—2 (9), 7 19819—21 (3), KR 3766,

„n 12000 Ser. 38 G 18773, 7 19822 bis 3 (2),

MS 265 000 Ser. 38 E 4626, & 18781 bis 96. C 5). J I9829 -= 43 (5h),

M6 100 000 Ser. 38 E 4621,

16 30 009 Sr 38 195235—7 (9,

„St 150 000 Ser. 38 E 4836, & 19567 bls 70, 76 (4),

44509 Ser. 38 8 19663— 66 (9,

J 20229 52 (4), K 3966,