1918 / 240 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 09 Oct 1918 18:00:01 GMT) scan diff

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Bekanntmachung.

Auf Grund der Verordnungen, betreffend die zwangs⸗ weise Verwaltung französischer Unternehmungen, vom 26. November 1914 (RMGBl. S. 487) und vom 109 Fe⸗ bruar 1916 (RGcBl. S. 89) ist für die folgenden Unter⸗ nehmungen die Zwangsnerwaltung angeordnet worden.

838 Liste. gesondere Vermögenswerte: Die Hyvothefenforderung tin Betrage von . 4800 nebst 4010 Zinsen der französischen

Staatsangehsér gen Roswag, Magdalena, in Laveline, eingetragen

gegen Paul Rosmag, ;

buchs von Schirmeck auf Grund Einiragungsbewilligung vom 3. Juli 1912 (3wangsverwalter- Rechtsanwalt Justizrat Lange in Straßburg). ö

Straßburg, den 4. Oktober 1918.

slaisterium für Elsaß Lothringen. Abteilung des Innern. J. A.: Dittmar.

Bekanntmachung.

Auf Grund der Verordnung, betreffend die zwang s⸗ weise Verwaltung und die Liquidation des in— ländischen Vermögens ausgebürgerter Landes⸗ flüchtiger, vom 12. Juli 1917 (tGBl. S. 603) ist für die folgenden Unternehmungen die Zwangsverwaltung angeordnet worden:

S 39. LZiste.

Gesamtvermögen: Das im Inlande befindliche Vermögen des ausgebürgerten Landesflüchtigen Diemer. Michael, ehem, Notar aus Müthaufen, z. Zt. angeblich in Baden (Schweiz) (Zwangs⸗ perwälter: Notar Justizrat Salzer in Mülhausemn). Durch die Zwangeperwaltung nicht berührt wird der Grundbesitz, bezüglich dessen die Anordnung der Liquidation beantragt ist.

Straßburg, den 4. Oktober 1918.

Ministerium für Elsaß Lothringen. Abteilung des Innern. J. A.. i tmr.

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Bekanntmachung.

Der Milchhändlerin Hedwig Gäbler. in Rähnitz ist. auf Grund von § 1 der Bekanntmachung des Reichskanzlers zur Fern⸗ haltung unzuverlässiger Personen vom Hande! vom 23. Seytember 1915 in Verbindung mit der Verordnung des Königlichen Ministeriums des Innern vom 9. Oktober 1915 zur Ausführung dieser Ver⸗ ordnung der Fortbetrieb des Milchbandels bis auf weiteres unterfagt und das Milchgeschäft geschlossen worden.

Dresden⸗Neustadt, am 8. Oktober 1918.

Die Königliche Amtshauptmannschaft. Graf zu Castell⸗Castell

Bekannt m ag ch ung. Der Ebefrau Wilhelmine Grotjahn hier, Steinweg . habe ich den Handel mit Obst wegen Unzuverlässigkeit untersagt. Braunschweig, den 5. Oktober 1918. Herzogliche Polizeidirektion. v. d. Busch.

Bekanntmachung.

Auf Grund der S5 1 und 2 der Verordnung des Bundesrats vom 25 September 1515 zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel (R Bl. S. 603) und der Ziffern 1, 2. 4, 5 und 8 der An⸗ weifung des Kaiserlichen Ministeriums vom 11. Oktober 1915 8. Mai 1917 zur Ausführung dieser Verordnung (3. u. BM Bl. S. 302, 385) wird der Spezereihändlerin Emma Schneider, Nußbaumaasse hier, der Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs, insbefondele Nahrungs- und Futtermitteln aller Art sowie rohen Raturerzeugnissen, Heiz- und Leuchtstoffen und mit Gegenständen des Kriegsbedarfs von heute ab für das ganze Gebiet des Deutschen Reichs untersagt.

Straßburg 1. Els., den 2. Oktober 1918.

Der Polizeipräsident. J. V.: Dr. Bünger.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Regierungsrat Dr. Wolff in St. Goarshansen und den Oberamimann Dr. Schoenfeld aus Hechingen zu Land— räten zu ernennen sowie

dem ordentlichen Honorarprofessor in der rechts- und staatswsssenschaftlichen Fakultät der Universität in Greifswald Dr. von Marck und dem Professor an der Akademie in Posen Dr. Burchard den Charakter als Geheimer Justizrat.

dem ordentlichen Professor in der theologischen Fakultt der Universität in Göttingen D. Bertholet den Charakter als Geheimer Konsistorialrat,

dem ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität in Breslau Dr. Bum ke, dem orbentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität in Greifswald Dr. Römer, dem ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität in Göttingen Dr. Jensen und dem ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität in Marburg Dr. Bielschowsky den Charakter als Geheimer Medizinalrat,

dem ordentlichen Honorarprofessor in der philosophischen Fakultät der Universisät in Breslau Dr. Rohde, dem ordent⸗ lichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität in Bonn Dr. Littmann, dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität in Göttingen Dr. Lidzbarsti, dem ordenilichen Professor an der Technischen Hochschule in Breslau Dr. Hesfsenberg, dem ordenilichen Professor an der Technischen Hochschule in Aachen Hertwig sowie den Professoren an der Akademie in, Posen Dr. Spies und Dr. Lehmann den Charakter als Geheimer Regierungsrat zu verleihen. . . ?

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Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Kriegsgerichtsrat Leut haus von der 17. Diolsion bei seinem Ausscheiden aus dem Dienst den Charakter als Geheimer Kriegsgerichtsrat, 54 dem Geheimen expedierenden Sekretsir Stamm im Kriegs⸗ ministerium den Charakter als Rechnungsrat sowie den Steuersekretären Groote in Hamm und Jacobi in Cöln bei ihrem Ausscheiden aus dem Staatsdienste ebenfalls den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen. ö

Ministerium des Innern.

Dem Landrat Dr. Wolff ist das Landratsamt im Kreise St. Goarsh iusen,

dem Landrat Dr. Schoenfeld das Landratsamt im Kreise Grevenbroich übertragen worden.

Bekanntmachung. Auf Grund der Bundesratsverordnung vom 23. September 1915 (RG Bl. S. 603), betr. Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel, ist dem Händler und Schlachter Karl Stollenwerk in

; Hagen (Westf), Talstr. 8, der Handel mit Gegenständen des Holjhändler in Laveline, auf Blatt 164

räglichen Bedarfs, insbesondere mit Nahrungs- und Futter—⸗

des Eigentumsbuchs bon Vorbruck und Blait 84 des Cigentums- mitteln aller Art sowie rohen Naturerzeugnissen, Heiz⸗

und Leuchtstoffen, oder mit Gegenständen des, Kriegs- bedarfs untersagt worden unter Auserlegung der durch das Per— sahren entstehenden Kosten. Hagen (Westf.), den 4. Oktober 1913. Die Polizeiverwaltung. J. V:: Wortmann.

Bekanntmachung.

Dem Kaufmann Willy Schwersenzer in Tremessen ist wegen Unzuverlässigkeit bis auf weiteres der Handel mit Web⸗, Wirk- und Strickwaren untersagt worden.

Mogilno, den 28. September 1918.

Der Landrat. Ide.

Bekanntmachung.

Auf Grund des S1 der Bundesratsverordnung vom 23. Sep⸗ tember 1915 (RGBl. Nr. 129 S. 603) habe ich auf Ersuchen des Oberkommandos in den Marken, Kriegsrohstoffstelle Berlin, vom gestrigen Tage dem Kaufmann Theodor Knispel, Inhaber der Spinnerei August Knispel und Keller⸗Schwiebus, den Handel mit Gegenständen des Kriegsbedarfs, insbesondere Schaf⸗ wokle, für die Dauer des Krieges untersagt.

Züllichau, den 24. September 1918.

Der Landrat. J. V.: Lu tosch, Rechnungsrat.

Nichtamtliches.

Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 9. Oktober 1918.

Seine Majestät der Kaiser und König empfingen, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, vorgestern nachmittag den HFiichtztanzler Prinzen Max von Baden und hörten gestern den Generalstabsvortrag.

In der am 8. Oktober 1918 unter dem Vorsitz des Stell⸗ vertreers des Reichskanzlers, Wirklichen Geheimen Rats von Payer abgehaltenen Vollsitzung des Bun des rats wurde der Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung der Reichs ver⸗ fassung und des Gesetzes. betreffend die Stelloertretung des Reichskanzlers, vom 17. März 1878 angenommen.

Die vereinigten Ausschüsse des Bundesrats für Zoll⸗ und Steuerwesen und für Handel und Verkehr sowie der Ausschuß für Zoll- und Steuerwesen hielten heute Sitzungen.

——

Der Reichskanzler hat an den polnischen Regent⸗ schaftsrat laut Meldung des „Wolffschen Telegraphen büros“ folgendes Tele ramm gerichtet: ;

Bei Uebernahme des Reichskanzleramts liegt es mir besonders am Herzen, dem Hohen Regentschafisrat des Königreichs Polen zu persichern, daß ich im Einklang mit der im Röchstage abgegebenen Erklärung den festen Enischluß habe, das Verhältnis des Deutschen Reichs zu dem neu entstandenen Königreich Polen im Geiste der Gerechtigkeit und des Verständnisses der, beiderseitigen Lebentz⸗ inleresfen zu gestalten und mich um die möglichst schnelle Beseiti⸗ gung der noch bestehenden Lasten der Otkupation zu bemühen. Im Verkrauen, daß der Hohe Regentschaftsrat sowie auch die Königlich Polnische Staatsregierung Verständnis für meine Bestrebungen haben werden, werde ich unverzüglich die zu ihrer Verwirklichung nötige Anordnung erlassen.

Max, Prinz von Baden, Reichskanzler.

Verschiedene Zeltungen glauben aus dem Telegramm des Reichskanzlers herauslesen zu sollen, datz die deutsche Besetzung in Polen sofort aufgehoben würde. Wie das oben genannte Telegraphenbüro dazu bemerkt, biete für eine derartige Aus⸗ legung der Wortlaut des Telegramms auch nicht den mindesten Anhalt. Das Telegramm stelle vielmehr lediglich in Aussicht, daß manche unbequem empfundene Erscheinungen der Be⸗ setzungs verwaltung gemildert und hierüber geführten Klagen abgeholfen werden solle.

Der Staatssekretär des Reichsschatzamts Graf von Roe⸗ dern hatte mit Parteiführern des Reichstages eine Aussprache über die Kriegsanleitze. Es waren mit dem Reichstags— präsidenten Fehrenbach vom Zentrum die Abgeordneten Gröber und Trimborn, von den Sozialdemokraten die Ab⸗ geordneten Ebert und Scheidem ann, von den Konservativen die Abgeordneten Graf von Westarp und Dietrich, von der Fortschrittlichen Partei die Abgeordneten Wiem er und Fisch⸗ beck, von den Nationalliberalien die Abgeordneten Stre se⸗ mann und List, von der Deutschen Frattion die Abgeordneten Freiherr von Gamp und Schultz⸗Bromherg erschienen.

Der Staatssekretär führte laut Bericht des „Wolffschen Telegraphenbüros“ folgendes aus:

Wie Sie gesehen haben, ist die 9. Kriegsanleihe zur gewohnten 9 nächsten Wochen erbitte ich mir wieder die Hilse der Herren Reichs tagsabgeordneien in ihren Wahlkreisen. Wir brauchen einen guten Erfolg' auch der neunten Kriegsanleihe, denn die Kosten des Krieges kennen kein Nachlassen. Die Mittel für die Kriegtz⸗ anlelhe sind wohl vorhanden. Das geht aus der Steigerung der fremden Gelder hei den Banken hervor, wie auch aus den Ein⸗ lagen bei den Sparkassen, die die Rekordsteigerung von 47 Mil⸗ liarden Mark in den ersten acht Monaten d. J. gegen 2416 Mil— liarden Mark in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres auf⸗ weisen. Warum ich Sie, meine Herren, hierher gebeten habe, dafür war ein besonderer Grund maßgebend. Wir sind es von früheren Anleihen gewöhnt, daß Uebelwollende, aber auch Unwissende mit Gerüchten operieren, die jeder Einsichtige als haltloses Gerede empfindet. Ich würde auch gern auf die Zeichnungen dieser wenigen unpatriotischen Leute verzichten. Ich habe allen Anlaß anzunehmen, daß unfere Feinde bei der Aussprengung derartiger Gerüchte beteiligt sind. Und leider gelangen diese Gerüchte in andere Kreife, die in ihrem Zeichnungswillen schwankend werden können. Man fragt nach der Sicherheit der Anleihen. Ich habe das Bedürfnis, vor Ihnen zu wiederholen, was ich schon früher im Reichstage und außerhalb erklärt habe: die Anleihen sind ge⸗ sichert, formell durch das Versprechen von Regierung und Reichstag, materiell durch das, was hinter ihnen steht, die Arbeits- und Sieuer⸗ kraft dez ganzen deutschen Volkes. Treffend hat man die, deutsche ö als eine Hypothek auf unser Volksvermögen bezeichnet. Unser Volkspermögen hat zwar im Kriege durch den Verbrauch vieler Güter für die Kriegsführung eine gewisse Einbäße erlitten; aber in der Hauptsache steht es noch ungrngetastel da. Unsere Kohlen⸗ und Kasischätze, unsere Aecker, Wiesen. Felder und Wälder, unsere Gifenbahnen, Industcieanlagen, Grundstücke, und Häuser— alles ist noch vorhanden. Das Teutsche Volkseinkommen, also das gesamte Einkommen unseres Volkes, betrug vor dem Kriege etwa 40 Milliarden Mark. Es ist im Kriege zweifellos zahlenmäßig er⸗

Zeit zur Zeichnung aufgelegt worden. Für die Werkearbeit, der

heblich gesticgen. Diese Summe bietet auch der Zinsendienst der Kriegtzanleihen gesrächert K Denn, wenn wir auch, die beklagen werten! *ehfe d' ich ert ist. n,, . genswerten Opfer an Arbeits kräften in Rechnung stellen, dann wird doc! deut Het nehmungslust, deutsche Ausdauer und 1. n 9 nn. ville in der Lage Fein. das Volfsriekemimnn füzeutscher Arkeit des Zinsbedarfs erforderlichen hoben St . 3 nnn ; ; en hohen Steuerlasten tragfähig machen. Daß daneben Bundesrat uns en n . trag ah ig.; den eingegangenen Verpflichtungen . 419 . ind, für Deckung der Kriegsanlesfhzrins'en ,, . Sorge zu tragen, bedarf eigentlich keines beson ö. . Höhe Wr häßen sorbeg die Triengen *iänkeren mme s ner, . . ö „Kriegssteuern des Jahres 1918 verab schiede ie un 25 HMiliarden Mart anten ß. ben 1,8 Milliarden Mark einmalige n,, 1 , er Bund? . auch weite 5653 e, Dundesra auch . wetter . entsprechende . 9 9 ; . echende Deckung 83 nlen n borgen Und ich wie! 3 j . gen. Und ich wiederhole hierbei, daß bei allen Steuern, die noch kommen werden, der Befitz vhm Krieg j j s 73 , . ) çroen, der Besttzer von Kriegt⸗ 323 schlechter gestellt werden wird wie . . 66. F . k n wird, der, der seiner Pfli zur Zeichnung in dieser chweren Zeit nicht nachgekommen ist ch trete sogar dafür ein, daß derjenidg? der Fein Rarer ö geit finanziell nicht nm Gr . ig? er gein Vaterland in schwerer XW. . 2 6 , iche géelgssen at evorzu erde 55 Diese Bevorzugung“ ist int Krieg sten chene!!! bevorzugt werden soll. ö. ,,, l im Kriegssteuergesetz ausgesprochen, wonach , ausgesprochen im Böorsengefetz, wo! er“ Une kann l gesproch brsengesetzz Umsatz in Kriegsan—

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Die Parteiführer erklärten ihre volle Uebereinstimmung mit der Auffgssung, daß es weiter für Reichstag und Reichs— regierung erste Pflicht sein müsse, den Zinsendienst der Kriegs anleihen in zuge sagter Höhe mit allen Mitteln sicherzustel len, und daß der Besitzer von Kriegsanleihe bei allen steuerlichen und sonstigen Maßnahmen keine Benach⸗ teiligung, vielmebr nach Möglichkeit eine Be günstigung er⸗ fahren solle. Für die Ter e shrung dieses Bestrebens bürge schon die Titsache, daß unsere Anleihen Vol ksanleihen im beßer Tune des Wortes seien, die in den Händen von Millionen zum Teil wenig begüterter Volksgenossen und vor . uch irn Besitz unserer Sparkassen und Genossenschaften eien.

Zu der vom Kriegsamt nach dem Stande vom 1. Januar 1918 neu bearbeiteten Zusammenstellung von Gesetzen, Bekannt⸗ machungen und Verfügungen über Kriegsrohstoffe nebst. Nach⸗ trägen, Ausführungsbestimmungen und Erläuterungen ist das 4. Ergänzungsblatt nach dem Stande vom 1. September 1918 erschienen. Dieseüz Ergänzungsblatt wird den Beziehern der Zusammenstellung ohne Anfardern kostenfgei nachgeliefert. Sollte die Nachlieferung nicht erfolgen, so ist es bei der Stelle anzufordern, durch welche die Zusammenstellung bezogen wurde. Neue Bezieher können die Zusammenstellung zum Preise von 1 66 (einschließlich der Ergänzungsblätter) von den zuständigen Kriegsamtestellen 'mit Ausnahme von Metz, jedoch nicht von den Kriegsamtsnebenstellen, ei⸗

alten.

Der Oberbefehlshaber in den Marlen, Generaloberst von Tinsingen bestimmt auf Grund des 3 9b des Gsetzes über den Belagerungszustand für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg folgendes:

J. Auf Briesen und Postkarten nach dem Ausland hat der Absender seinen Vor- und Zunamen, Wohnort nebst Straße und Hausnummer anzugeben; Briefe und Postkarten, die diesen Vermerk nicht enthalten, werden von der Beförderung ausgeschlossen.

§ 2. 6 Angaben werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre, bei Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder mit Geld— strafe bis zu 1500 6 bestraft. .

§3 3. Diese Verordnung tritt am 15. Oktober 1918 in Kraft.

Oesterreich⸗Ungarn.

Die gestrige Obmännertagung sprach sich gegen den von ischechischer Seite gestellten Antrag auf Unterbrechung der Vollsitzungen des Abgeordnetenhauses aus.

Einer Vertretung von Deutsch Tirol, die den Minister des Aeußern auf die Beunruhigung der Deutschen Tirols, besonders an der italienischen Sprachgrenze, aufmerlsam machte, erklärte Graf Burian Blättermeldungen zufolge, daß zur Beunruhigung ein Anlaß vorllege. Besonders betonte

laufende und

Wilson sich ausdrücklich auf Punkt 9 seines Friedensprogramms berufe, in welchem nur von einer Berichtigung der Grenzen Italiens nach den klar erkennbaren nationalen Linien die Rede sei. Die Tiroler Bevölk g könne auf Grund anderer Aeußerungen Wilsons auch für sich den Grundsatz des Selhst⸗ zrech Daher önne auch in Tirol nichts geschehen, was gegen Len Willen der großen Mehrheit des einen oder anderen Teiles des Landes gerichtet sei.

bestimmungsrechts der Völker in Anspruch nehmen.

Polen.

Der Regentschaftsrat hat an das polnische Volk einen Aufruf erlassen, in dem laut Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ betont wird, daß in dieser Stunde der Wille des polnischen Volkes klar, entschieden und einmütig sei. Unter Hinweis auf die von Wilson kundgegebenen allgemeinen Friedensgrundsätze, die jetzt von der ganzen Welt als Grund⸗— lage für eine neue Einxichiung des Zusammenlebens der Völker angenommen seien, heißt es wörtlich:

In bezug auf Polen führen diese Grundsätze zur Schaffung eines unabhängigen Staates, der alle polnischen Gebiete umfaßt mit Zu gang zum Meere, mit politischer und wirtschaftlicher Unabhängigteit Hie auch mit territorialer Unversehrtheit, was durch internationale Verträge verbürgt werden wird. Um dieses Programm zu ver— wirklichen, muß das polnische Volk wie ein Mann auf— treten und alle Kräfte anspannen, damit sein Wille von der ganzen. Welt verstanden und anerkannt werde. Zu diesem Zweck bestimmen wir erstens, den Staatsrat aufzulösen; zweitens sofort eine aus Vertretern der breitesten Schichten des Volkes und der politischen Richtungen zujammengesetzte Regierung zu berufen; drittens dieser Regierung die Verpflichtung auszuerlegen, zusammen mit Vertretern der politischen Gruppen ein Wahlstatut für einen auf breite demokratische Grundsätze gestützten polnischen Landtag auszu⸗ arbeiten und dieses Statur spätestens innerhalb Monatsfrist dem Regent⸗ schaftsrate zur Bestätigung und Bekanntmachung vorzulegen; viertens unmittelbar darauf den Landtag zu berufen und seiner Bestimmung die weitere Einxichtung der obersten staatlichen Gewalt zu übergeben, in deren Hände der Regentschaftsrat in Uebereinstimmung mit dem von ihm ab— gelegten Eide seine Gewalt niederzulegen hat. Polen! Unser Ge— schick ruht jetzt schon in bedeutendem Maße in unseren Händen. Giweisen wir ung der mächtigen Hoffnungen würdig, die unsere Väter über ein Jahrhundert hindurch in Unterdrückung und Not nährten. Möge alles verstummen, was uns trennen kann, und möge nur eine mächtige Stimme erschallen: Das vereinigte unab— hängige Polen!

Erzbischof Kakowski. von Ostrowski. Fürst Lubomirski. Ministerpräsident Kucharzewski.

Der Direktor des Staatsdepartementz, Prinz Janusz Radziwill, hat den Reichskanzler telegraphisch um Frei⸗ nn,. der verhafteten Pilsuds ki, Thugutt und Grabski gebeten.

Großbritannien und Irland.

. Reuter erfährt, daß bis vorgestern nachmittag beim Aus⸗ wärtigen Amt weder amtliche Nachrichten von den deutsch⸗ österreichischen Vorschlägen noch irgendeine Andeutung darüber von einem neutralen Vertreter eiggetroffen seien. Auf jeden Fall scheine festzustehen, daß Wilson, an den der Appell ge— richtet wurde, auch den ersten Schritt bei der Beantwortung tun werde. Aus bereits bekannten Gründen können über die amtliche Haltung, die die verbündeten Regierungen ein— nehmen werden, nur Vermutungen ausgesprochen werden.

Spanien. Nach einer Reutermeldung ist das Kabinett zurück—

Schweden.

Nach Pressemeldungen hat die schwedische Aktiengesellschaft, die die Ausbeutung der Kohlenfelder auf Spitz bergen übernommen hat, der schwedischen Eisenbahndirektion mitgeteilt, daß sie die vertragsmäßige Menge Kohlen nicht liefern könne, da die englischen Behörden die von der Gesellschaft befrachtete norwegische Tonnage für ihre Zwecke mit Beschlag belegt haben. Die liberale Zeitung „Stockholms Tidningen“ be⸗ merkt dazu, dies Verhalten werfe ein scharfes Licht auf die wirtschaftliche Zwangsherrschaft, die England und Amerika über die kleinen neu tralen Staaten ausüben.

getreten.

Bulgarien.

Nach privaten, von „Wolffs Telegraphenbüro“ verbreiteten Meldungen wurde bei den Verhandlungen, die Liapt— schew in Saloniki führte, von der Entente auch darauf hin—⸗ gewiesen, daß die bulagarische Regierung vollste Gewähr bieten müsse für strenge Einhaltung aller Verträge zwischen der En⸗ tente und Bulgarien. Das gegenwärtige bulgarische Kabinett sel jedoch nach Ansicht der Eatente nicht geeignet, ein Werk⸗ zeug ihres Willens zu sein. Deshalb habe man angedeutet, daß eine Aenderung im bulgarischen Kabinett durchaus er⸗ wünscht sei. Malinow habe daraufhin Vorverhand—⸗ lungen zur Neubildung des Kabinetts eröffnet. Die Entente soll zugestimmt haben, daß dieses zusammen⸗ gesetzt sei aus zwei Demokraten, nämlich Malinom und Liaptschev, drei Narodniaken, einem Agrarier, einem Sozial⸗ demokraten, einem Radikalsozialdemokralen und dem General Lukow, dem früheren Führer der zweiten Armee und Mitalied der unter Liaptschew selnerzeit nach Saloniki entsandten Kom⸗ mission. Daß die Narodniaken am stärksten vertreten sein sollen, trotzem sie nur zehn Sitze in der Sobranje hahen, rühre daher, daß sie als die den Mittelmächten am meisten abgeneigte Partei gelten. Die Maßnahmen des neuen Kabinetts würden außerdem noch scharf überwacht werden durch eine Ententekontrollkommission, deren französische und englische Mit⸗ glieder bereits in Sofia eingetroffen sind.

Ukraine.

Die russisch⸗ukrainischen Friedens verhandlungan sind, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, auf der vor—⸗ gest ligen Volloersammlung bis auf weiteres unterbrochen worden. Der Waffenstillstandsvertrag soll in Kraft bleiben und die Konsularvertretungen weiter bestehen. Die Arbeit der im Waffenstillstands vertrag genannten Kommissionen für Ver⸗ kehrsfragen, Warenaustausch und das Rote Kreuz wird sort⸗ gesetzt. Ein Teil der xrussischen Abordnung reist ab, ein Teil bleibt in Kiew für die Kommissionsarbeiten.

Amerika.

Nach einer „Reutermeldung“ hat der Schweizer Gesandte in Washington vorgestern persönlich dem Piäsidenten Wilson die für ihn bestimmte deutsche Note überreicht.

Graf Burian, daß der Friedensankrag der Monarchie an

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rie . richten. 111 65 sio r 9 s hg . N 2 Berlin, 8. Oltober, Abendtz. (W. T. B.)

Zwischen Cambrai und St. Quentin, in der Cham⸗ pague und an der Maas hahen sich neue schwere Kämpfe entwickelt. Südlich von Cambrai und nördlich von St, Quentin wmurde der feindliche Angriff abaewiesen, in der Mitte der Schlachtfront gewann er Boden; hier standen wir am Abend im Kampf westlich Bohain und entlang den von Bohain auf Cambrai und St. Quentin führenden Straßen.

In der Champagne und an der Maas sind die An⸗ griffe des Feindes gescheitert.

Berlin, 8. Oktober. (W. T B.) Die Stgdt Douai brennt als Folge der unausgesetzten englischen Beschie ßung. Die Tatsache, daß die Engländer Douagi mit schwerem und schwerstem Kaliber beschieß n, wurde deutscherseils bereits seit Wochen gemeldet. le Unterstellung, daß die Deutschen eine von ihnen noch besetzte Stadt selbst anzünden, ist zu unsinnig, um widerlegt zu werden.

Die Amsterdamer Meldung des „Journal des Nouvelles“, wonach die Deutschen Feuer in die ( Roulers, Thourout, Ardoye und Lichtervel jeglicher Unterlage.

Großes Hauptquartier, 9. Oktober. (W. T. B.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Cambrai und St. Quentin ist die Schlacht von * neuem entbrannt. Unter Einsatz gemaltiger Actilleriemassen und unter Zusammenfassung von. Panzer⸗ wagen und Fliegergeschwadern ariff der Engländer im Verein mil Franzosen und Amerikanern unsere Front von Cambrai bis St. Guentin an. Auf dem nördlichen Angriffsflügel war der Ansturm des Feindes nach hartem Kampf gegen Mittag westlich der von Cambrai auf. Bohain führenden Straße gebrochen. In den Abendstunden sind hier erneute Angriffe des Feindes gescheitert. Zu beiden Seiten der in Richtung Le Cateau führenden Römerstraße delang dem Gegner ein tieferer Einbruch in unsere Linien. Wir fingen seinen Stoß in der Linie Walincourt —Elincourt und westlich von Boh ain auf. Auf dem Südflügel det Angriffs konnte der Gegner nur wenig Gelände gewinnen; die südlich von Monthrehaln kämpfenben Truppen schlugen alle Angriffe des Feindes in ihrer vorderen Infanteriestellung ab. Durch den Einbruch in der Mitte der Schlachtfront in ihrer Flanke bedroht, mußten sie am Abend ihren Flügel an dem Westrand von Fresnoy⸗le Grand zurücknehmen.

In der Ehampagne nahmen Franzosen und Amerikaner zwischen der Suippes und westlich der Aisne unter großer Kraftentfaltung ihre Angriffe wieder auf Auch sie erstrebten nach aufgefundenen Befehlen erneut den Durchbruch durch unsere Front. Nur beiderseits von St. Etienne brach der Feind in unsere Linien ein. In den Nachmittagsstunden angesetzter Gegen⸗ angriff warf den Gegner hier wieder zurück. An der übrigen Front sind die Angriffe des Feindes völlig gescheitert, Oertliche Einbruchsstellen wurden im Gegenstoß wieder gesäubert. Teil⸗ angriffe an der Ait ne und sehr heftige Angriffe der Amerikaner am Sstrande des Argonner Waldes und im Aire⸗Tale wurden abgewiesen.

Auf dem Ostufer der Mags griff der Feind zwischen Brabant und Ornes nach starker Artilleriewirkung an. Der in den Wald von Consenvoye eindringende Gegner wurde dort zum Stehen gebracht.

An der übrigen Front schlugen wir ihn vor unseren Kampflinien ab.

Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff.

Oesterreichisch⸗ungarischer Bericht.

ten, 8. Oktober. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Südfront war gestern die Tätigkeit

der feindlichen Batterien außerordentlich lebhaft. Infanterie⸗ vorstöße wurden im Keim erstickt.

Balkan⸗Kriegsschauplatz.

Die in die altserbischen Grenzgebärge vorgeschobenen Deckungstruppen wurden unter stetigen Verzögerungskämpfen auf Les ko vac zurückgenommen.

Der Rückmarsch des Generalobersten Freiherrn von Pflanzer-Baltin geht ohne jedwede Störung durch den Gegner vor sich. Die von den Italienern als Siege gefeierten Kämpfe sind lediglich Gefechte weit zurückgelassener schwacher Nachhuten. Der Chef des Generalstabes.

Türkischer Bericht.

Konstantinopel, 8. Oktober. (W. T. B.) Tagesbericht. Palästina: Der Feind ist auch gestern nicht über die

allgemeine Linie Beirut Zahle vorgedrungen. Sonst keine

Gefechtshandlung.

Von den anderen Fronten nichts Neues.

a6.

Parlamentarische Nachrichten.

Entgegen einer Zeitungsmeldung sind bisher über den Zeitpunkt des Wiederzusammentritts des Reichstages noch keinerlei Bestimmungen getroffen worden.

Das Mit (lied des Herrenhaues Scholtz, Oberbürger⸗ meister der Stadt Danzig, ist nach Meldungen der Tagesblätter am 8. d. M. gestorben.