1918 / 278 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 25 Nov 1918 18:00:01 GMT) scan diff

S. 57), 25. September 1915 (Gesetzsamml. S. 141) und 15. August 1918 (Gesetzlamml S. 144) wird bestimmt, doß dieses Verfahren bei dem vom Deutschen Reiche Reiche— militärfis kus auszuführenden. durch Erlaß des Staats— ministeriums vom 14 Oktober d. J mit dem Enteignungs—

recht ausgestatteten Unternehmen zur Ausführung öffentlicher

Anlagen in den Gemarkungen Warnau, Traagheim, Schloß Kalthof und Kaminte, Kreis Marienburg, stattfindet. Berlin, den 28. Oktober 1918. Das Staatsministerium. Dr. Friedberg. von Breitenbach. Graf von Roedern. von Waldow Spahn. Drews. Schmidt. von Eisenhart⸗Rothe. Hergt. Fischbeck.

Ergänzung der Preußi zur Verordnung über

h e Genehmigung von Ersatz⸗ Lebensmitteln vom

März 1918 Reichs⸗-Gesetzbl.

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1149 F FIGors z 185 Ta sl 16 5 RTI 5IIIC6 In tlarliegenden Fallen ist schristliche

sof icht von einem Y

1. . 1 GöIl EDI 1 . : ann beim Varliegen besonderer Billigkeits— e Gebühr für enehmigungsverfahren eimäßigen oder s lafsen. Ein Anspruch hierauf steht dem

Im Abhbschnitt O erhält der Absatzes 1 folgende Fassung:

Wie genaue Beachtung dieser Grundsätze sowie auch der grund— sätzlichen Entscheidungen des Beschwerdeausfchusses für Ersatzmittel, welche in Zukunft zur Kenntnis der Ersatzmittelstellen gebracht werden wird den Ersatzmittelstellen zur Pflicht gemacht.“

11 chnitt E treten folgende Aend Abfatz 1 erhält nachstehende Fassung: Verfagung und Zurücknahme der Genehmigung eines

; nitiels sowie gegen die Festsetzung der Gebühr für das Genehmigungsverfahren findet innerbalb einer Frist von 4 Wochen nach Zuf der Entscheidung Beschwerde an den „Beschwerde⸗ auichuß für Ersatzmittel in Berlin statt.“

„In Ziffer IL Abiatz 2 werden hinter Satz 3 folgende neue Sätze eingeschaltet:

„Der Beschwerdeausschuß kann die Sache zur nochmaligen Ent— scheidung nach den von ihm zu bezeichnenden Gesichtspunften an die Grsatzmittelstelle zurückverweisen. Sofern der Beschwerde statt— gegeben wird, ist die Beschwerdegebühr zurückzuzahlen. Im übrigen tann der Be chwerdeausschuß beim Vorliegen besonderer Billigkeits— gründe die Beschwerdegebühr ermäßigen oder außer Ansatz lassen. Ein Anspruch hierauf steht dem Beschwerdeführer sedoch nicht zu.“

Der Sthlußsatz des Absatzes 2 wind gestrichen.

* 1

3 5 11

Diese Ergänzungsbestimmungen treten mit dem Tage ihrer Ver— öffentlichung im Preußischen Siaatsanzeiger in Kraft.

erlin, den 21. November 1918.

Preußischer Staats kommissar Der Minister für Volfsernährung. des Innern.

J V.: Dr, Peier . J. A.: Maubach.

Bekanntmachung.

Auf Grund ber Bundesratsverordnung vom 23. September 1915 abe ich Ter. Geschäftgleiterin Chefrau Wilhelm Großkamp hierselbst, Huyssensallee Nr. 765, den Handel mit Schuhwaren, Lebent⸗ und Futtermitteln aller Art und Gegenständen des täglichen Bedarfs sowie die Vermittlertätigkeit bierfür untersagt.

Gfsen, den 13. November 1918. Die städtische Polizeiverwaltung. J. V.: Rath.

Bekannt machn ng. Auf Grund des 8 Abs. 1. der Bundesratsverordnung über die Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. Sep—

1

tember 1915 RGB. S. 608) in Verbindung mit 8 4 der Verord..

15

nung vom 28. Juni 1817 (RGBl. S. H6s) ist. der Handelsfrau Fanny Paulitschek in Tscherbeney, hiesigen Kreises, der Handel mil Tabakwaren wegen Unzuverlässigkeit in bezug auf den Handelsbetrieb untersagt worden.

Glatz, den 7. iber 1918. Landrat. von Jerin.

. Vem

or Der

, n nr nn ch h n g. .

Dem Kaufmann Richard de Vlieger, hier, Lüneburgerstraße Nr. 1, haben wir auf Grund der Bekanntmachung zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 den Handel mit Lebensmitteln jeglicher Art, Zigarren, Zigaretten und Tabakwaren vom 24. November 1918 ab untersagt.

Harburg, den 13. Nevember 1918. Die Polizeidirektion. Ti lemann.

. e lannt n g ch ung.

2

113 . und om

zausen, den 15. Norember 1918.

städtische Polizeiverwaltung. J. V.: Dr. Neikes.

Bekanntmachung. Auf Grund der Bundesrattperordnung vom 23. September 1915, betreffend Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel, in Ver— bindung mit Ziffer 1 der Ausjührnngsbestimmungen des Herrn kinisters für Handel und Gewerbe vom 27. September 1915 habe ich die Schließung des Betriebes des Fleischermeisters Fr. Lip ent hier . emb 3 J. wegen, Un uver⸗ ang k n, . ; Anordnung Betroffene j chten baren Auslagen, insbesondere 5z 1, der Verordnung vorgeschriebene öffentliche Bekannt- u erstatten. sleben (Bode), den 15. Nevember 1918. Der Landrat. J. A.: Langhammer.

machung,

3 Dsch er

Nichtamtliches

Kunst und Wißffenschaft.

reußische Akademie der Wissenschaften hielt am Gesamtsitzung unter dem Vorsitz ibres

Ick. Herr Stumpf sprach über die

pinozas. 1. Das Parallelitätsgeseßz

eine Uebertragung der aus der ariste⸗

ie stammenden Lehre von der Paralleluat ekt auf das göttliche Der ken. Daraus

gie Sb ehnung und Denken als völlig verschieden

einheitlichen Ganzen gedacht werden rtigen psychophysischen Parallelismuslehre ist diele verschieden. 2) Unter den unendlich vielen Attributen ĩ hnliche Verhälinisse angenommen und unendlich vielen t Analogie der Ausdebnung, unendlich r ach Analogie des Denkens zugeordnet zu haben. Ae das Manuskript seiner in der Gesamtsitzung der i 1904 vorgetragenen Mitteilung: „Ueber den alterlichen Minnesangs, Liebes— ro mans und F endienstes Herr Burdach legte ferner eine Untersuchung vor von Prof. Dr. S. Singer in Bern: Arabische und europäische Poesie im Ptittelalter?“. Für den alt⸗ französischen Roman Floire et Blanchefleur, für die Jugend⸗ geichichte Parzivals Und den zweiten Teil der Tristansage wird Herkunft aus arabischen Quellen wahrscheinlich gemacht. Als Kenner und velleicht Vermittler der Tristanfabel er— scheint der älteste Troubadour Graf Wilbelm von Poitou. Die von Burdach aufgestellte Hppothese des Ursprungs der mittelalterlichen Minnepoesie aus einer Nachbtldung der bei den Arabern in Spanien üblichen erotischen Hofpanegyrik zu Ehren fürstlicher Frauen wird durch Beobachtung gem insamer tpischer Motive und Gedicht— gattungen gestützt. Herr Seckel legte eine Arbeit des am 23. Oktober d. J. vor dem Feinde gefallenen wissenschaftlichen Hilfs—⸗ arbeiters bei den Museen zu Berlin Dr. Gerhard Plau mann vor: Der Idioslogos, Untersuchung zur Finanzverwaltung Aegyptens in hellenistischer und römischer Zeit. Auf Grund des gedruckten und wichtigen ungedruckten Materials be⸗ handelt der Verfasser den Amtsbereich des Idioslogos in der Land—⸗ wirtichaft und außerhalb der Laadwirtschaft, Wesen und Geschichte des Amts, seine Stellung als sakrale Aussichtsbehörde, das Verfabren im Amtsbereich des Idioslogos bei der Einziehung und bei der Ver⸗ wertung des eingezogenen Gutes, endlich die Bezeichnung des Amts und seine Träger. Herr Cduard Meyer legte zwei von ihm ver⸗ faßte Werke vor: Caesars Monarchie und das Princivat des Poompejus (Stuttgart und. Berlin 1918) und Die Aufgaben der höheren Schulen und die Gestaltung des Geschichtsunterrichts (Leipzig und Berlin 1918535. ö Den geschäftlichen Teil der Sitzung eröffnete der Vorsitzende mit einer Ansprache, in der er nach Schilderung der in den ersten Revolutionstagen in den Räumen der Atademie verursachten Schäden und nach Hinweis auf die bisherige Entwickelung der Akademie und die ernsie Krise, die sie jetzt durchzumachen h be, austührte: „Wenn die Akademie jetzt ihre Sitzungen unterbrechen wollte, in der Erwägung, daß es in dieser stürmischen Zeit auf etwas mebr oder weniger Wissenschaft schließlich nicht viel ankommt, so würde das nach meinem Empfinden und ich darf hier zugleich auch im Namen des ganzen Sekretariats sprechen das Vertehrieste sein, was sie tun könnte Es märe selbst dann verkehrt, wenn es sich um weniger tostbare Güter handeln würde, als die sind, welche die Akademie zu verwalten hat. So aber liegt die Sache gar nicht, sondern eber gerade umgekehrt. Wenn die Feinde unserem Vaterland Wehr und Macht genommen haben, wenn im Innern schwere Krisen herein— gebrochen sind und vielleicht noch ichwerere bevorsteben, eins hat uns noch kein äußerer und nnerer Feind genommen: das ist die Stellung, wesche die deutsche Wissenschaft in der Welt einnimmt. Diese Stellung aber zu halten und gegebenenfalls mit allen Müteln zu verteidigen, dazu ist un sere Akademie, als die vornehmste wissenschaft⸗ liche Behörde des Staates mit in erster Reihe berufen. Und wenn es wahr ist was wir doch alle boffen müssen und boffen wollen, daß nach den Tagen des nationalen Unglücks wieder einmal bessere Zeiten anbrechen, so weiden sie ihren Anfang nehmen von dem aus, was dem deutschen Volle als Bestes und Edelstes eigen ist: von den idealen Gütern der Gedankenwelt denselben Gütern, die uns schon ein mal, vor hundert Jahren, vor dem gänzlichen Zusammenbruch be— wahrt haben. Sofern die Akademie an der sorgsamen Pflege des ihr aus diesem Schaßz anvertrauten Pfandes festhaͤlt, handelt sie nicht nur rückichauend freu dem Geiste ibres Stifters Leibniz, sondern auch in kluger Voraussicht auf die Zukunft. Denn das Forum, vor dem wir uns einst zu verantworten haben werden, wird zunächst gebildet sein von denen, die tünftig unsere Stelle einnehmen werden. Ebenso wie wir jetzt den Männern Dank wissen, welche damals, zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, unsere Körperschaft durch die dunklen Zeiten der Fremdherrschqet zu lichteren Höhen hindurchgeführt haben, so werden spätere Generätionen auch unser Pflichtgefühl anerkennen, wenn wir heute alle Krafte daran setzen, die uns auferlegte Prü⸗ fungszeit in Ehren zu bestehen, indem wir durchhalten und weiter— arbeiten.

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Akademie vom 90

Ursprung d 1 1 d i 3

Gesnndheitswesen, Tierkrantheiten und Absperrungs⸗ maßzregelu. Norwegen.

Einem Rundschreiben des norwegischen Sozialderartements rem II. d. M. zufolge ist Berlin nebst Vororten (Groß Berlin) für cho lerafrei erklärt worden. (Vgl. Yi. Anz. vom 21. v. M., Nr. 250.)

Mannigfaltiges.

Der Magistrat von Berlin erläßt folgende Bekannt- ,, i . der Wählerlisten sür die Wahlen zur Nationaiversammlung. Die Auf— stellung, der Wählcrlißten für die Wahlen zur Nanionalverfammlung erfolgt in Berlin anf Grund einer Personenstandsaufnahme, die durch Eintragung aller wahlberechtigten Persenen in Hauslisten seitens der Hausbesitzer oder deren Stellvertreter bewirkt werden foll. In diese Hautlisten sind alle in dem betreffenden Hause wohnbaften männ— . 2 ,,, . welche /. Jahre 1899 und früher geboren sind, a!lso auch die noch im Heere befindlichen. Mit Rücsicht darauf, daß die Ausstellung der Wählerlisten in kürzester Zeit und möglichst recht vollständig ge— . kau , wir , , an olle , deren Stellvertreter und Ginwohner Berlins mit der dringenden Bitte, uns in schneller entgegenkommen der Weise ihre Yen ff; bei der sehr gmnfangr ichen Arbzit angedeihen zn lassen; die möglichst vollkommene er tung der Wahlen zur Nationalversammlung liegt im vater— ändischen Interesse.

14

in 16 bürg des Sicherheitsdienstes Groß äßt nach W. T. B.“ solgende Bekanntmachung:

ungen 1 eitsdienst des Poli— ̃ Berlin wercen bis auf weiteres nicht mehr Immen, da der Bedarf gedeckt ist.

Mit dem 25. November 1913 tritt die Verpflichtung der Haus— wirte außer Kraft, während des ganzen Tages warn es Wasser aus zentralen Warmwasserbereitungs⸗

anlagen abzugeben,. Für die Folge bat nun der Koblen—

verband Groß Berlin, mlt Wrrkfamtelt vom 23. Nohember 1518 ah,

Hauswirte verpflichtet sind, Warn wasser vom

8 1 F 46 J) 36 79 * T i. tag bis Freitag von 1 bis 9 Uhr Nachmittags, am. Sonrabem 1 Fi 0 Ubr Nachmittags, und an Sonn- und Feiertagen von

1 bis 106 Ubr ) J 2 e, , ,, Uhr früh bis 4 Uhr Nachmitiegs abzugeben, Die Abg ve MWäarmwasser zu anderen Taçeezeinen ist un zulässig. Diese Negelur Warmwasser zu e 2 ; ͤ gelung fann vertraglich nicht abgländert weiden. Z widerhand lungen fn strajbar Tie Neuregelung war notwendig, weil die Vermieter viel ach die Debördlich zugelassene Abgabezeit unter Ausnutzung de legen wärtigen Wobhungönot vernaglich noch erheblich wener en.

geschränkt haben.

neuen Aula der Universität nahm am 23. d. M. wi B.“ berichtet, eine dreitausendköpfige Versamm' folgende Entschließung an:

. Mehrheit der am 233. November 1918 ver, sammesten Studierenden der Berliner Univeisität beschließt 'olgendes: I Sie stellt fich der genenmärtigen vrovisorijchen Negie ung zur Verfügung, fofern diese gewillt ist, auch den nuch sczia lssti ichen Rreifen Teilnahme an der Leitung der Staate geschä ne zum. billigen. 2) Sie Fordert die baldigste Einberufung der National- zersammlung. 3) Eine zu wählende Siudentenvertretung hat tie Aufgabe im' engsten Einvernehmen mit der Tozentenschaft re forma— forisch zu arbeilen. Sie bat die Interessen der Studemsenschast bei allen zůständigen Stellen wahrzunehmen insbesondere im Hinblick auf die aus dem Felde heimkehrenden Studierenden. .

Einftimmig wurde sodann die Absendung folgenden Tel eg ramms an die Hoch schulen Deut sch. Oesterreichs beschlossen:

„Die am 23. Norember in der Neuen Aula versammelte Berliner Studentenschaft entbietet ibren Brüdern in Deutsch-Oesterreich Ferzliche Grüße. Getragen von der Voffnung, daß die politischen Grenzen, die bisher die Reichsdeutschen von ihren deuisch: ⸗sterreichijchen Kommilitonen trennten, . fallen mögen, gibt die Berliner Studentenschaft ihrer Freude Ausdruck, in der Zakunft gemeinsam mit den deutsch⸗österreichischen Kommilitanen arbeiten zu können an den gemeinsamen Aufgaben des studentischen Lebens. .

Ueber Schopenbauers Stellung zur Physik und Ast rr smn er sbricht Dr. V. Engelhardt am Mittwoch Abends F Uhr, in der Treptower Sternwarte unter Vorführung von

Versuchen und Lichtbildern.

truppen haben jetzt auch den Niederrhein exreicht. Nachdem in den letzten Tagen große Züge Bagagewggen, Automobilkolonnen, Sanitätsfuhrwerke, Pferdetransporte und kleinere Abteilungen Fuß fruppen von der Etapye den Rhein überschritten hatten, traf heute die Spitze der 4. Armee (Sixt von Armin) geschlossen und in guter Srdnung hier ein. Die Rheinbrücke und zahlreiche Häuser der Stadt trugen Begrüßungsinschriften und Blumenschmuck. Auf allen Straßen sind Flaggen gehißt. Den e ,,, wird ein herz— siches Willkommen von der Bürgerschaft bereitet. Dank den ge⸗ troffenen Maßregeln vollzieht sich der gewaltige Verkehr, der meist um die innere Siadt herumgeleitet wird, ohne Störung. Nur der Be— trieb der elektrijchen Vororibahnen über die Rheinbrücke ist zeitweilig eingestellt. .

Königsberg, 23. November. (W. T. B.). Wie wir von zu⸗ ständiger Seite erfahren, sind die bisherigen Nachrichten über das Eindringen vlündernder Banden in die ostpreußischen Grenzgebiete unzutreffend. Es ist nur ein Fall im Kreise Reidenburg bekannt geworden, wo über die Grenze gekommene Leute einige Stuck Vieh gestohlen haben. Selbstverständlich muß mit der Gefahr eines Uebertritts von Banden nach wie vor gerechnet werden. Die J Militaͤrstellen sind bestrebt, dieser Gefahr entgegen zuwirken.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

DüsselLdorf, 23. November. (. T. B.) Die Front⸗

Theater.

Gpernhaus. (Unter den Linden. Dienstag: 266. Dauer— bezugsvorstellung. Dienst, und Freiplätze sind aufgehoben. Ein Maskenball, Oper in drei Akten. Musit von Giuseppe Verdi. Musikalische Leitung: Edmund von Strauß. Spielleitung: Hermann Bachmann. Chöre: Professor Hugo Rüdel. Anfang 75 Uyr.

Schnuspielhaus. (Am Gendarmenmarkt.) Dienstag: 259. Dauer⸗ bezugsvorstellung. Dienst« und Freiplätze sind aufgehoben. Die Jourunalisten. Lustspiel in vier Aufzugen von Gustay Freyiag. Zpielieitung; Albert Patty. Anfang 7 Uhr.

Mittwoch: Opernhaus. 257. Dauerbezugkevorstellung. Dienst— und Freiplätze sind aufgehoben. Die Meisterfinger von Nüru— berg. Oper in drei Akten von Richard Wagner. Anfang 6 Uhr.

Schauspielhaus. 260. Dauerbezugsvorstellung. Dienst. und iripläãtze sind aufgehoben. Die Judasglocke. Schauspiel in vier Akten von Hans Knobloch. Spielleitung: Albert Patry. Anfang F. Uhr.

Die Ausgabe der Dezembet-Dauerbezugskarten für 2) Vor— stellungen im Qpernhause und 30 Vorstellungen im Schauspielhause findet an der Theaterhauptkasse gegen Vorzeigung der Dauerbezugs— verträge von 9 bis 1 Uhr statt, und zwar: am 27. d. M. für den ö. ang das Parkett und den 2. Rang des Opernhauses und am 28. d. M. für den 3. Rang des Opernhauses und für alle Plaß— gattungen des Schauspielhauses. Die vom 9. bis 13. November d. J. wegen Schließung der Theater ausgefallenen 5 Dauerbezugs— vorstellungen werden bei Rückgabe der betreffenden Eintrittskarten auf den zu zahlenden Betrag angerechnet.

Jamiliennachrichten.

Verlobt: Frl. Vicky von Röchow mit Hrn. Leutr ant d. R. G. L. Pourroy (Reckahn). Frl. Elifabelh von Steuben mit Hir. Hans⸗Edo Schwerin (Poisdam). . Verehelicht: Hr. Hans von Wedemeyer mit Frl. Ruth von Kleist. Netze (ätzg bei Bad Schönfließ, Nm.). Hr. Leutnant a. D. Wilhelm Fihr. von Holzschuher mit Frl. Clara Benckiser (Thundorf i. Unterfranken. Hr. Herbert von Siegfried⸗ Vorderwalde mit Fil. Ruth von Bolschwing (Schönbruch). Geboren: Ein Sohn? Hrn. Legationsrat Dr. von Scharfen⸗ berg Wiesbaden). ; Gestorhen: Fr. Hearie von Kessel, geb. von Nickisch Noseneßzk (Goslar). Fr. Sabine von Voß, geb. von Arnim (Bolh.

Verantwortlicher Schriftleiter: Direktor Dr. Tyrol, Charlottenburt⸗ Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vorsteher der Geschäftsstelle RNechnungtrat Mengering in Berlin. Verlag der Geschäftsstelle (Mengerinc in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagsanstalt,

ö.

Berlin, Wilhelmstraße 32. Fünf Beilagen.

iin

Erste Beilage

Denutschen Reichsanzeiger und Preußischen

Berlin Montag den 25. November

Nichtamtliches Deuntsches Reich.

Prenßen. Berlin, 25. November 191.

Staatesekretär des Auswärtigen Amtes Dr. Solf Meldung des „Wol ffschen Telegraphenbüros“ an die schen Regierungen folgende Note gerichtet:

Der ft laut Berlin, den 23. November 1

auf die von dem Präsidenten der Vereinigten

en Grundsätze eines Jiechtsfriedens hat sich daz Vermittlung eines Waffenstillstandes an Präsident

erm n ĩ ) 8211 An Stelle

c 1 918.

* 1 ö 5er 99 M 16 T ) Va h 25rnt ern

Vl uhführun e ir n mit andern Mh teln. k ö. ier gorderungen dez Waffenstillstandes werden der Welt den sästen Frieden nicht bringen. Sie jollen die Wiederherstellung aicker Ruhe in Deutschland und sine geordnete Demobilisierung mwiglch machen, sie sollen das schwergepzüste Land dem Chaos ud der Anarchie pre sgehen. Unjere feierlichen Proteste gegen ü der Menschlichteit hobnsprechende Verfahren sind unge hört hlt. Mag die Härte der Vaffenstill stande bedingungen nit der Notwendigkeit e rünrdet worden sein, dem Deutschen Reiche n Wederbeginn der Feindseligkeiten unmöglich zu, machen, so ist ch mnseren Feinden inzwischen tlar geworden, daß diene Begründung itt möhr stichhält, denn das deutsche Volk will die Feindseligteiten sch wieder beginnen und kann es nicht. Die deutsche Regierung hin der Aufrecht rhaltung der harten Bestimmungen ein Altentat hen die Gluntsätze der Zivilisat on und muß den Schluß ziehen, „cg den Regierungen der alliierten Lander auf nichts anderes an— nnt, als auf die Vergewaltigung und Vernichtung des deutschen Do kes! ; 85 ite nach Abschluß der Waffenstillstandsderhandlungen hat h die Deut iche Regierung wiederum an den Präsidenten der Ver— minen Sta ten mit der Bitte gewandt, so schnell wie mög ich Ver- mdlungen über e nen Präliminarfrieden herbeizuführen. Bis bente Iöie Deutiche Regierung ohne Nachricht darüber, wann endlich die sserungen der alliierten Länder mit dem Friedenswerk den Anfang ichen wollen

Du deutsche Volk beginnt zu zweifeln, ob sich hinter dieser Fiögerung des Friedens nicht die Absicht der Feinde virhirgt, die shtzin und ermüdeten deutichen Truppen durch Nichterfüllung der nelsillbien Waffenstillstandebedingungen ins Unrecht zu setzen und unt für die Alltierten einen Titel zu schaffen für eine Forisetzunz e Krieges.

Henn de Friede als Rechtsfriede geschlossen werden soll, so mn den Entsch dungen der Friedens konferenz in den rechtlich strittigen Fagen nichl vor segriffen werden.

Die Deuische Regierung muß diesem von dem Präsidenten auf— Felten Grundsatz gegenüber feststellen, daß die von der Französi— Ein Rugie ung in Eljaß Lothringen getroffenen Maßregeln ebenio fi das Verfahren der Polen in den östlichen Grenzaebieten Deutsch— nm und einzelne Maßnahmen der nichtdeumschen Bestandtere des uml gen Oesterreich-Ung uns gegen die Deutichen michts andeies fh als Veisuche den Enischeidungen der Friedenskonferenz mit Ge— hall doriugreiten. .

Gegen alle diese Versuche wie gegen Die Verzögerung des fitdend ch usses legt die Deutsche Regicrung den schärfsten Protest ko. Auß der Gesinnung die aus einem jochen Versabren iphich mn ein Fäiede von Dauer nicht bervorgehen. Das deutsche Volt unn vorüberg hend vergewaltigt werden, es wird nicht aufhören zu ichn und sein NMecht zu fordern.

M der Vollsitzung der Waffenstillstands—⸗ sonnission in Spaa am 21 Nagemher teilte der Gençnal Nuhant laut Meldung (es „Wo ffichen Telegraph ubüros“ k daß. Maischall Foch die in dem Schieiven der uschen Waffen stelluan ds to mmission erbetenen Mude ungen It, Haffenst illstal de vedin gungen, urshesondere eine hrlä gerung der Räumungefristen, abgelehnt habe, pio jwar, ohne irgendwelche Begründung für deiese Ab— hun zu geben. Als darauf nochmals an der Handb . kart: und unter Angah« von Zahlen ausgeführt Unze, daß es tech isch undurchführbar sei. n den festaesetzten fen eine Armee von über 3 000 000 Mann in Ordnung uf den schlechten und engen Straßen über die wenigen Rhein— lr ange zurückz führen erklärte Geueral Nadant daß er der— i Mittilunden ftig nicht mehr entgegennehmen werde. w sächwienidkeiten seien wohl bekannt, die Frinen seien aber . dich, Die Lage sei nun einmal so und nicht anders, ü unser schwacher Pamft. Deutschland habe die Waffe nstill nose dingu gen angenommen Wenn es dies nicht geian hätte so pine ine Lage nicht vesser sein Keneral Winterfeld verlas 1 die bereits mitaeteilte Pot sti vte. Auch in den Be— 3 der So) derkommi: sio nen ür Materialabgahen, seanhettvesen. Gefangenen ückzah;, usw. zeigen.. die iz . das gleich Bild des Siegers, der rücksichts⸗ h Nacht ausnützt. Die Forderungen, die be üglich isen * affnhit des zu liefernden Materials, hinsichtzich nuch rreustellang und dergleichen erhohen werden, sind tel vnerfüllbar Ohwohl Marschall Foch bereits bet sihth sssurg des Waffenstillsian ns auf die Undurch⸗ naeh bit der Bedingungen feierlich hingewiesen worden nn dieser Hinweis selldem wiederholt vo gebracht . so sucht er offenbac seinen Triumph darin, di⸗ ußaung nen Bedin unge. auf. das schäifsie zu Feinen mne R auezulegen und mit größter Strenge durchyuführen üttsicht darauf, ob Tausende, vielleicht Hunderttan—

ͤ dem Rückzuge vor E schöpf ing am Wege umkammen rcfangenschaft erdten. Auch ob unser danzes Trant⸗

nen, schet 1 6 in ein.

Der General von Winterfeld übergab in der Voll— sißung der Waffenstillstandekommission folgenden Einspruch: „Die deutsche Heeresgruppe D meldet:

Entgegen den Zusagen zu den Waffenstillstandsbedingungen, wonach die Truppen unseier Gegner unseren Truppen derart folgen sellen, daß eine Sicherheitszone von 10 Km zwischen den gegen— überstehenden Streitkräften stets gewahrt bleibt, sind franzbsische Truppen bereits am 17. November, 6 Uhr Abends, in Schlettstadt eingerückt und haben dort .

1) das II. B. Ers. Regt. 2,

2) Bautrupy der Divisions-Fu. Abtlg. 235 und

3) das Uebergabekommando für den Armeenachrichtenpar

Schletistadt unter Lt. Schafirt . festgehalten und interniert. Na tstad ekeb! spruch um Freigabe der er U Truppen zu keinem Ergehnis geführt. Eine Berechti— gung zur Festnabme der aufgeführ en Truppenteile lag nicht vor, e- Daß die Franzosen an dieser Stelle nicht bestrebt waren, die Festsetzungen des Waffenstilltandes zu halten, haben sie auch da— durch gezeigt, daß sie in den nächsten Tagen von Schleitstadt aus unseren Truppen unmittelbar ge olgt sind. Es wird gebeten die Freigabe der widerrechtlich festgehaltenen deut⸗ schen Truppenteile zu veranlassen. Jusbesondere wird darauf aufmerksam gemacht, daß Uebergabekommandos ihre Aufgabe nicht erfüllen können, wenn sie festgehaten und interniert werden. Zugleich wird mitge— teilt. daß noch am 18. November gegenüber der 4 deutschen Armee Parlamentäre, die die Uebeigabe von Waffen vereinbaren wollten, abgewiesen wurden. Eine ordnungsmäßige Uebergabe, wie sie von der Waffenstillstandskommission gewünscht wird, ist bei solchem Ver— balten nicht möglich.“ ;

Vom 20 bis 22. November tagte die Kom mission zur Ueberwachung der Durchführung der Waffensill— stande bedingungen auf maritimem Gebiete in Ant— werpen unter dem Vorsitz des englischen Vizeadmirals Sir Rager Keyts und anter Beteiligung engsischer, amerikanischer, italien ischer, französischer, belgischer und deutscher Vertreter. Hie br wurde von deuischer Feitt, wie von einem Teilnehmer laut Meldung des „Wolffschen Telegrapheubäros“ berichtet wird, der Auffassung des 8 28 des Waffenstillnands vert ags dahin Ausoruck gegeben, daß sämtliche übernommenen Sch ffe, Wer k= stätten und alles Material vo uns an Oct und Stelle gelassen und don der Entente in Verwahrung genommen werde De— englische Admiral nimmte dieser Auffässung zu, betonte aber, daß dir endgültige Eiuscheidung bei der Feiehens konferenz tegen würwe.

Weiter wird berichte! daß die deuischen Urbrsee⸗Handele— dampfer sämilich, mit Ausnahme der „Gneisenau“, die in paratuc liegt, echtzeitin nach Holland entkommen sind. Urberall ist ihm die Feindseligkit der Bevölkerung besondeis ark aufgefallen.

Der Vollzugs ausschuß des Soldatenrats hei der Obersten Heeresleitung erläßt dem „Worffschen Telegraphenbüro“ zufolge nachsteh nden Aufruf:

I .

Kameraden koch leit teich * tückn der alanzend genlückten Emwälzung, und schen drohen e ver jüngten Heimat neue Gefahren. Während wir die Waffen aus der Vand zu legen auden blickliche vage mößbrauchen: unstreitig deutsches Land soll dem großen deutschen Vaer and entrissen werden.

Umir aller R cht'empfinden empört sib gegen den Gedanken, diß unter Mißachtung der Wilsonich m Friedensgrundsätze kerndeutiche Brüder und vandestesle gemaltsam ahgetrennt und einer polnischen Fremdherrschart unrerstellt wer en sollen

Kameraden! Mösen solche Absichten laufen, wie sie wollen uns mahnt diese Ericheinung vor Zwietracht und Auflösung. Einig und geschlossen müssen wir uns um unsere vom Vert auen des weik— länigén Volks getragene Reichsregierung schalen. Nur dann wird sie das. Maß an Einfluß erlangen, um einen Völkerfrieden aufzubauen, der das deutsche Volk schützt vor nalionaler Zerreißung und auch ihm das Recht auf Selbstbestum mung sichert.

Der Vollzugsausschuß des Soldatenrats het der Obersten Heeres leitung eläßtt ferner folgenden Aufruf au die Arbeiter- und Soldatenzäte der Heimat:

Kameraden und Arbeiter! Nach heißem Ringen kehren unser— fapferen Brüder in die Heimat zurück, nicht als Sieger, aber auch nicht als Geschlagene. Jahrelang haben sie einer furcht— baren Uebermacht widerstanden und U mwergleichliches voll— bracht. Der Willkomm in der Heimat soll daher nicht

eniger herzlich sein! Zeigt unseren Kameraden, daß

daz neue Vaterland ihre Taten zu würdigen und ihre großen Leiden zu achten weiß. Dann aber muß man überall bemüht sein, die heim kehrenden Kämpfer nicht duch nicht öse gemeinte, aber immerhin als kränkend empfundene Maßnabmen im Sicherheitsdienst zu be— belligen. Den veripiengten Kameraden sind nach wie vor nur Waffen und. Munition abzunehmen, geschlossenen Truvventörpern aber sind die Waffen unter allen Umständen zu belassen. Alle etwa hieran geknüpften Beiürchtungen entbehren jeglicher Be— rechtigung, denn wir wissen aus Veihandlungen mit den Ver tretern von Soldatentäten des Felcheeres, daß die Fronttruppen uneingeschlänkt auf dem Boten der aus unserer staatlichen Um— wälzung brvorgegangenen Regierung Ebert⸗Haase stehen. Mit den Arbeinsbradern in der Heimat will auch das Feldheer die Demo⸗ kralisierung und, Sozial sierung unsercs Landes. Deshalb erhebt es aber auf das ichärfste Einspruch gegen alle Bestrebungen, die dahin führen, das Zustandekommen der von der jetzigen Regierung geplanten Nattionalversammlung zu hinterireiben. Die Feldiruppen wollen über den weiteren Ausbau des Reiches mitentjcheiden. Das Feldheer will den Frieden und den geordneten Aufbau des neuen Reiches und lehnt den Gedanken ab, den Sieg uber die bisherigen Diktatoren zur Er— reichung einer neuen Dikiatur zu mie blauchen weil diese den ersebnten Frieden vereiteln und das deutsche Volk dem Hungertod preisgeben könnte. . .

Fameraden und Arbeiter! Aut töefstem Herzen dankt Guch das Feldbeer für Gure befreienden Taslen in der Veimat. Ihr habt die langerstreble Vemjüngun Deutschlands dunchgeführt und den eim— kehlenden Büd ein die Volb dingungen für ein glückliche e, Dasem gisch affen. Wo aher der Veisuch gemacht werden ollte, unter Aas— schaltung des Felt heetes und aller von dem arb tenden Vo ke stels verlangten Demotratie uber den endgültigen Auebau des Vaterlandes

gewillt sind, will das neuerstandene Polen unsere,

Staatsanzeiger. ——

ju beschließen, bitten wir, jenem Bestreben Euch mit allen Mitteln zu widersetzen!

Kameraden und Arbeiter! Wir setzen unser Vertrauen in Guch und grüßen Euch mit einem Hoch auf das neue Vaterland!

Soldaienrũten S

9g *

an unterstellte

von Soldatenräten dens Feld⸗ ze kommt iu ung der dringende Wunsch auf soottige Einberufung eineg allgemeinen Venretertages der Truppensoldalen— räte, deren Stimme bei der Neugestaltung Dinge im Reich nicht überhört w soll. Solchen Vertretertag berufen wir hiermit auf den 1. Dez „Vormittags 9 Uhr, nach Bad Ems ein. Jede Division, sowie je Veneraltommando, Armeeoberkommanda- und jede Heeresgruppe die 3 letzteren für die ihnen unmütelbar unterstehenden Truppen wollen je einen mit schrittlichet Vollmacht versehenen Vertreter entsenden. Vorbereitungen zur Tagung über— nimmt der Soldatenrat hei der O. H. L. Der Raum der Tagung wird am Bahnhof Bad Ems noch bekannt gegeben werden. Soldatenräte! Werbt und sorgt dafür, daß jede Division dur einen aus der Truppe gewäblten Vertrauensmann vertreten ist. Gz handelt sich um eine eintägige Zusammenkunst.

An der Front im Osten steht, in ihrer gonjen Aue⸗ dehnung und Tiefe betrachtet, noch etwa eine halbe Million deutscher Männer. Da der Krieg im Westen Deuischlands Jugend verschlang, wurde im On hier immer mehr und mehr gesiebt, die körperlich leinunge— fähigsten Männer wurven ihm entzogen, und nun die alten, minder leistunge fähigen Mannschaften blieben urück. Nun bringt der Friede dem Ostheer große Gefahr, die in ihrer ganzen Größe noch nicht zu ühersegen ist, wenn nicht schnell alle geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen werden. Eine Abordnung As Soldatenrats der 106 Armee hac gorgestern die maßgebenden Stellen der Regierung heincht und ihnen die Lage his Ostheeres geschildert. Darin heißt es dem? „Wohffschen Telegraphenbüro“ zufolge:

Das weite Land ist ohne Verkebrsstraßen; auf schle Landwegen, in Eis und Schnee und schümmer noch un nee schlamm müssen die Truppen viele, viele Kilometer weit marschieren ĩ Bahnlinie zu erreichen. Im weiten Bereich der Truppen beietzten Cisenbahnen mit russischer Spurwene stehen unt sebtr wenig Wagen jur Verfägung, die auch zugleich der Lebengmittelversorgung der Städte dieseß Gebietes dienen müssen. Der halb sind große Feeresmassen gejwungen, weiter ju marschieren, bit zu den Gisenbabnknolenvunkten Raranowitichi, Mo edetichno und Vünaburg, wo die russische 2purweite endet und die mittelturoväiche beginnt. Dort erst tönnen großere Trurpen- maßen verladen und dem Abmarich der Ostarmee ein sch elleres Temgo gegeben werden Aber dort türmt sich nun eine Gefahr auf, die äußeist gefährlich werden fann. Schon jent auen 7 5 * 3 7 * 57 * * 2 6)

ind mit jedem Tag wächst die Gefagr, daß dte ürergreß⸗ Welle der zurückflutenden Kriegsgefangenen dort un feren ruͤc⸗ kehrenden Truppen den Weg verbarrikadiert. Wan male sich aus, was ensistehen muß, wenn vielt Hunderttau ende gt veischiedenen Richtungen bier auf engstem Raum jusammenströmen, alle ein gleich intensiver Drang beseelt, alle gleich mäßig be⸗— droht wenden von Hunger und Kälte, die schnell mit aller Erbarmungslolsligkeit wuten werden!

Die Solbgatentäte der 10. Armee bitien des hald inn Jateresse iher Lameraden und des gaszes Ostheeres, daß nicht mehr russische Kriersgefangene heimbesördert werden, is dort Nahrungs- und Traneportgelege heil finden. Kein Wachmann daif jetzt seimen Posten verlassen! Keiner darf einen Russen entweichen lassen er handelt sont dir it ger— brecherisch! Und den russischen Kriegsgefanzenen ist klar zu machen, daß es die Heimat des Grabes jein wird, die ihrs wartet, wenn sie sich uicht g'dulden können, bis aum für fie der Wen frei ist, der zu der Heimat führt, wo ihre Lieben ihrer harren!

Auf das Telegramm des hessischen Staats⸗ ministers Ulrich hat, wie „Wolffs Telegraphenbärs“ mitteilt Ebert im Namen der Reichéregisrung felgenßte Antmort rteilt:

Dutch ihre Einladung der Einzesstaaten zu einer Konferenz in Berlin bat die Reichsregierung zum Misdruck gebracht, daß sie went entfernt ist, die Einzelstaaten auszuschalten, vielmehr auf enaste Zasammenarbeit mit ihnen an der Wiederaujrichtung des Reich Wert legt. Sie sieht in der Nationalversammlung ebenfalls dat vornehmste Mittel zur Erreichung dieses Ziels. Sie strieb!l nicht nach der Diktatur einer Stadt oder eines Bundes sigaitz, jond enn nach der solidarischen Demokratie eines einheitlichen Denrschlands

Der Vollzuasrat des Arbeiter- und Soldaten⸗ rats Berlin trat gestern vormittag in Ministersaal des preußischen Abzeordastenhauses zu einer Sitzung zusammen. Ein Delegie ter Bayerns und zwei Delegierte Badens wohnten der Sitzung as Stimmwerechtigte bei. Zu Entscheidang stand laut Kericht des „Wolffschen Telegraphenbüros“ zunächst dte von den Arbeiter- und Soldatenräten im Zirkas Busæ erörterte Frage, ab die Räte sich ausschließlich aus Handarbeitern zusammen⸗ setzen sollen, oder ob auch die Vertreter intellektueller Kreise zuzulassen sind. Aussprache und Abstimmung ergaben volle Urheretnstimmung, daß sämtliche Veitteter des werktztigen Volkes also auch die geistigen Arbeiter, aufgenommen werden s⸗ llen sofenn sie sich in den alla⸗ meinen Rahmen der Aber ate einfügen. Von einem Mi lid des Voll uus ais wu den Rich t—

li ien über die Tätigkeit und die Befugnijsse der de en

Arveiter‘ und Soldatenräte vorgelegt, worin

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