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1 Kreditgenossenschaftn . Lebens versicherungsgesellschaften 2 52 688 O00 Die Zahl zer Zeichner ist, wie schon bemerkt und wie der Dinge nicht anders zu erwarten war, stark, und zwar auf — 22 — ö 5 * 8 . . 96 , 9717 657, zurüdgegangen. Immerhin baben sich auch an diesen Anlęi 9 1 8 . * ; Anleibe alle unseres Volkes lebhaft beteiligt, und die is zu 1000 haben die immer noch statilick
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kleineren Zeichnunger ch zahl von 229714 und dis gan 29 . Fan don *,, und die ganz großen 1 1000000 tz gehe den Spartassen und R — r drr tl: * 5737 HS .
be ordentliches geleistet haben —
9 r 2 34 1 * 259 z 853 . der Zeichnungen wie in der Höhe der
noch etwas über die VIII. Anleihe hinaus. Auch
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die Anleihe die Cinzablungen geleistet, das sind 93, 14 0, Der Zentralausschuß genehmigte jährlichen Abschlagsdividende von 15 Prsz. auf die Ertrage dieses Jahres für die Reichsbankanteilselgner.
2 . M * . — ? * E . 2 * 1 — 7 * (Weitere Nachrichten über I u. Gewerbe“ s. i. d. Ersten Beilage.
Statrstik und Bolkswirtfchaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Zum Aus stand der Bergarbeiter ind ird dem W. T. B. aus Beuth
Frühschicht sich von 65 oberschlefi
b erschlesien en gemeldet, daß bei der gestrigen . chen Gruben 30 im Ausstande be⸗ janden. Geen vorgestern sind vier neue hinzugekommen, während bei vier der Ausstand beigelegt ist; im ganzen befanden sich gestern ungefähr 7500 Mann gegen 11 000 vorgestern im Ausstande. Es Ri ein Leichtes Abflauen festzustellen. ö
Kunst und Wissenschaft.
. FSin neuer Komet wurde am 23. November von dem Dirertor der Hamburger Sternwarte in Bergedorf, Prof. Schnoor, im Sternbide deg Stiers auf photographifckeim Wege entzect. Gr ist sebr lichtichwach und von der Helligkeit vierzehbnter Größe. Er be⸗ wegt sich in westlicher Richtung fort.
Verkehrs wesen.
Wegen der bevorstehenden Weihnachtssendungen
richtet die Postverwaltung nachstehende Wünsche an die Äb— sender, deren Ersüllung wesentlich dazu beitragen würde, die glatte Ahwicklung des Weihnachtspäckereiver kehrs zu erleichtern. Die Pakete sind unter Verwendung guter Verpackunas stoffe recht dauerhaft herzustellen; in dae Paket ist obenauf ein Doppel der Aufschrift zu legen; die Aufschrift ift deutlich, voll⸗ Käubig und haltbar herzustellen, der Name des Bestimmungß— orts unter näherer Bezeichnung der Lage besonders groß und kräftig anzugeben; auf den Paketen selbst hat der Absender seinen Namen und Wohnort nebst Wohnung zu vermerken; die Weihnachts sendungen find möglichst frühzeitig aufzuliefern und, wenn irgend möglich, freizumachen.
Die 1. Garde⸗-Infanteriediviston gibt bekannt: Briefe für Angehörige der 1. Garde -Infanteriedivision sind bis 6. Deiember nach Gießen postlagernd zu fenden.
Pakete und Wertsendungen nach Nieder österrei zerd von den Postanstalten bis an weiteres nicht mehr e e e min
*
Theater und Musik.
. Im O ern nh au se geht morgen, Sonnabend, Nachmittags 2 Uhr, als Freiporstellung für dje heimkehrenden Krieger Die Fledermaus! mit den Damen von Granfelt. Engell, Birkenström und den Herren Philipp, Hilberg als Gast, Sommer, Hoerücher, Krasg und Eichholz in den Hauptiollen in Szene. Mußskallscher Lelter ist Dr. Carl Besl. Die Ausgabe der Eintrittsfarten erfolgt nur durch die Kommandantur. — Abends 73 Uhr wird der „Barbier von Sevilla“ mit den Damen Hansa, von Scheele. Müller und den Herren Knüpfer, Jadlowker, Bronsgeest, Stock, Krafg und Funck in Ten Dauptrollen gegeben. Musikalischer Lelter ist Edmund von Strauß.
Im Schauspielhause wird morgen Judith‘ mit den Danien Neff, Sussin, Strauß und den Herren Becker, Kraußnes, Mühlhofer und Pohl in den Hauptrolien aufgeführt. Spielleiter ist Dr. Reinhard Bruck.
Theater und Konzerte für die heimkehrenden Krieger im den heintehrenden Soldaten ihre Rückkehr ein wenig freudig zu, gestalten, haben Kommandantur und Vollzugsrat sich 'mit Ten Theatern, Konzertunternehmungen, Lichispielbhäusern ufw. in Verbindung gesetzt. Eine ganze Anzabl der Unter— nehmer sich, W. T. B.“ zufolge, bereit erklärt, dies Werk der Kameigdschaft zu fördern, und Hat Freikarten für die Abendvorstellungen, zum Teil sogar ibr ganzes Haus zur Verfügung gestellt. Indes wären Vollzugsrat und Rommandankur jür weitere Meldungen, die an die Adresse: Abgeordnetenhaus, Schreibsaal⸗Ost (Dr. Martin Freudenthal) zu richten wären, sehr zu Dank verpflichtet. — Die heimkehrenden Kameraden erhalten die Gintrittskarten in der Theaterabtetlung der Kommandantur, Tharlottenstrae 45 (90 bis 5 Uhr) und in der neueingerich: eien Kartenstelle auf der Bahnhotskommandantur des Pots— damer Bahnhofs (9 bis g Uhr).
Die Direktion des Deutschen Theaters veranstaltet im Kleinen Schauspielhaus am Sonntag, Nachmittags 23 Uhr, eins Sondervorstel lung von Schönherrs . Weibsteufel“ für die beim kehrenden Soldaten. Sämtliche Eintrittskarten wurden der Kommandantur zur Verfügung gestellt.
Im Schillertheater Gharlottenburg findet am nächsten Freitag die Erstaufführung von Grillparzers „Sappho“ statt.
Die Direktion Meinhard und Bernauer will das ron ihr zwar in der Prazig schon immer gebandhabte Prinzip, Verstßßen gegen die Bühnendiszivlin nicht nach den Buchstaben der Hausordnung zu verfolgen, rardurch für immer an bbren, Bühnen zur Geltun 66 . indem sie eine Kommiiᷣssien ns Jeben ruft, die — jufammengefetzt aus Mitgliedern des künst⸗ rischen und technischen Personals und. der Direktion — die Disziplinargewahlt ausüben soll. Diese Kommission soll bh in ihrer Ftechtsprechung an die Grundsätze der bei den Bühnen dlichen Anschauungen von Pflicht und Srdnung balten und unter Bermeibhung unnötiger Härten für die ungestsrte und gedeihliche Auf— terhaltung des Betriebs sorgen.
— * .
61 teh tel
die Zahlung der 2. halb⸗
entsprechenden Kalendervierteljahr 1916
findet Freitag, den 6. Dezember, zu der ein Aufschlag die Lrchejlersitze und das Plätze zum Besten „ben wird. De utscland “ witd als nächstee Fritz don Unruhs Trag Theater aufführen lassen.
dem Verband der Berliner Genossenschaft deutscher gen kaben, wie es in einer don beiden Par— ig beißt, zu dem erfreulichen Ergebnis einer de Teile haben r Zeit und im Interesse friedlichen weitgehende Zugeständnisse ge— Berliner Polizeipräsidenten, . mehrstündigen Verhandlungen die Interessen beider Teile zu würdigen und auszugleichen verstanden hat. dadurch wesentlich zu der Einigung beigetragen. Beide haben sich zu den gemachten Zugeständnissen um so als gerade die Interessen der gering Besoldeten das A im weitesten Maße gewahrt worden sind. leberaus erfreulich ist auch, daß durch das Abkommen in der Frage der Filmtätigkeit der Bühnenangehörigen die künstle— rischen Interessen des Theaters besonders gefördert wurden. Die Genossenschaft hat von jeher den Standpunkt eingenommen, daß eine Filmtärigkeit, welche den künstlerischen Betrieb des Theaters rechts— widrig stört oder gefährdet, unzulässig ist, und wird in solchen Fällen mit den Mitteln der Organisallon einschreiten.
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Mannigfaltiges.
Aufruf an die heimkehrenden Soldaten!
. Kameraden! Veachtet bei der Ankunft auf dem Bahnhof die Plakate! Sie sagen Euch, wo ihr schnellstens bie noͤtigen Lebens mitlelmarken oder Euer Essen selbst bekommt, wo Ihr Unterkunft findet, wo der nächstgelegene Arbeits nachweis ist. Alle
Vorkehrungen gegen Arbeilslosigkeit sind getroffen. Für den duich Erwerbslosenuniernützung
qu ßerften seid Ihr sichecgestellt. Der Arbeitsnachweis sagt Euch näheres. Vergeßt Eure Gesundheit nicht! Krankheit gefährdet mit Euch auch alle die, zu denen ihr heimkemmt. Ihr habt freie ärzliche Versorgung. Seht Platate am Bahnhof. Sucht 6 . onstalt und Bäder auf, ehe Ihr ins eigene oder fremde Quartier einzieht. Seht Plalale am Bahnhof. Vermeidet die großen Städte! Ihr findet anderwärts bessere Er— nährung und Unterkunft. Kehrt aufs Land zurück! Ihr findet dauernde Beschäftigung in der Landwirtschaft, die nur mit genügenden Arbeitskräften die Ernährungslage verbessern kann. Gesindeordnung und das einschränkende Koalitions— recht für Landarbeiter ind gefallen. Nichts braucht Euch mehr vom Lande fein zu hallen. Große Ansiedlungen sind in Vor—⸗ be reitung. In den erften Wochen werden dringend Arbeits— kräfte fur die Verkehrsmittel (Eisenbahn, Lokomollpenreparatur und Lokomotivenbau) und für die Kohlenbergwerke gebraucht. Näheres erfahrt Ihr beim Arbeitsnachweis.
Soldaten! Bedenkt, doß Eure Emiassung nicht auf einmal erfolgen kann. Die Reihenfolge wird durch die wirischaftlichen Notwendigkeiten bestimmt. Zuerst bie Arbeiter dar Trant port⸗ ansialten und des Bergbaues, die Angestellten der Arbeitsnach⸗ weise und Gewerkschosten, das Personal der Gas⸗, Wasser⸗ und Krafiwerte; jüngere Jahrgänge später als die älteren; Verheiratete vor den Unverheirateten. Die Ordnung muß ein⸗ gehalten werden.
Kameraden! Kehrt Eurer Taten würdig heim. alle selbst dafür, daß keine Schande auf Eure in unzähligen Schlachten unverletzte Ehre fällt! Bringt deutsche Pflichttreue und e nn , Kameradschaftlichkeit, die Nahe des Feldsoldaten heim. Mit Euch, Ihr endlich Heimgelehrten, erbaut sich das ganze Volk in freudiger Friedentarbeit die nene Welt. Seid willkommen!
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Der Kohlenverband Groß Berlin hat unter dem ᷣᷓ November 1918 nachstehende Bekanntmachung er—⸗ assen:
Im Hinblick auf die zeitweilige Kohlen knappheit und die noch bestehende Ungewißhelt des Eintreffens künftiger erheblicher Zufuhren treten zur Streckung der Kohlen— vorräte bei den Gas- und Elektrizitätswerken für das Gebiet des Kohlenverbandes Groß Berlin, nämlich die Stadtkreise Berlin, Charlottenburg. Neukölln. Berlin⸗Schzne— berg, Berlin⸗Lichtenberg, Berlin Wilmersdorf sowie die Land— kreise Teltow und Niederbarnim bis auf weiteres solgende Notstandsbestim mungen in Kraft:
§ 1. In offenen Verkaufsstellen, Waren— häufern, Ladengeschäften und dergl. ist die Entnahme von Gas eder elektrischer Arbeit nur in der Zeit von 9 Uhr Vormitiags bis z Uhr Abends zulässig. Für Apotheken, die Verkaufsstellen von Kohlen und Lebensmitteln sowie jür Friseurgeschäfte behält es bei den bisherigen Bestimmungen sein Bewenden. Bei kleinem der vor— bezeichneten Abnehmer darf der Verbrauch o vH. der in dem ent— sprechengen Kalenderpierteljahr 1916 verwendeten Mengen ven Gas und elektrischer Arbeit übersteigen. ; h
. Gastwirtschaften und gastwirtschaftliche Be— triebe jeder Art :;
Fall
Sorgt
8 2 rt. (auch Hotels, Restaurants, Kaffees, Kabaretts und dergleichen) Kärfen nur bis 103 Uhr Abends Gags oder eleltrische Arbeit zu Beleuchtungszwecken entnehmen. Sollte die Polizeistunde der als 101 Uhr sestgesetzt werden, so ist diese maßgebend. Der Verbrauch an Gas und elektrischer Arbeit zu Beleus tungszwecken darf 50. vn des Verbrauchs in dem entsprechen den Kalendervlertelsahr 1915 nicht übersteigen. 5 5 5. In Licht spieltheatern nur in der Zeit von 6, 15 bis 10, 15 berbraucht, rerden, Sonntags in der Zeit von 4 Uhr Rachmittags big. 10 Uhr Abends. Sonzervorstellungen jeglicher Art sind Unzu' lässig. Für Zwecke der Beleuchtung, die jedoch auf ein Mindestmaß einzuschraͤnken ist, darf Fine halbe Stunde vor und nach der ange⸗ gebenen Zeit elettrischer Strom verbraucht werben. Der Verbrauch an Gas und elektrischer Arbeit darf 60 vH. des Verbrauchs in dem r a Kal Ia nicht übersteigen. 34 Für Theater ist der zulässige Stromverbrauch von 80 b auf 0 bo des Verbrauchs in dem 'entfprechenden Kalender vierteliahr 19216 eingeschräntt. J 5 5 5. In Wohn und Schlafräumen darf: ) bei elettrischer Seleuchtung nicht meßt als eine Glühlamp' von höchstens 50 Kerzen „äuchtkräft rer 3 Glühlampen. in einer Stãrte don höchstens je 3? Kerzen Leuchtkraft, bei G a3 beleuch⸗ tung nicht mehr als eine einzige Flamme für den einzelnen Raum rerwendet werden. Elektriscke Glühlampen, deren Verwendung e,. unzuläfsig ist, müssen aus den Beleuchtungskörpern entfern! FeaC. Für alle in den Sf 1-5 nicht erwaäßnten Rer— braucher, intbesonbere . Banken, induftrielle, , und, Dandelgunternehmungẽn hlelben die bestehenden Glüschräntngz. bestimmnngen in Geltung. Von weiteren Einschrankungtmaßn inen
1 darf, für Vorführungszwecke Uhr Abends elektrischer Strom
wird für sie zunächst Abstand genommen in der Vorau ehh ; Verbrauch von Gas und elektrischer Arbeit zu Bela. dj 9 z 97 6 5 z z * 8 CO clelchfun, * zwecken mit Rücksicht auf die allgemeine Kohlennot elle ⸗
der . g, , ,, anf ein fü! Betriebsperhältnisse erträgliches Mindestmaß eingeschrantt wir? S7. Für Sich erbeitzbeleuch rung bleibt . ron Bas und giktrischer Arheit auch zu anderen zeinnun m Sie ist auf ein Mindestmaß einzuschränken— en n, , 3 8. In besonderen Fällen kann die Kohlenstelle Gro Ausnahmen don den Bestimmungen dieser Bekanntmach etzen. ses §z J. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen kanntmachung oder gegen Anordnungen, welche die Koh ienstes⸗ 9 Berlin in Gemätzheit des s 8 dieser Bekanntmachung erlät non mit. Gefängnis bis zu einein Fahr und mit Hef strasen, den 10 000 6 oder mit einer dieser Strafen bestraft. Die Verfol n i
d Berln ung fest.
dieser
tritt nur auf Antrag der Koh llenstelle Groß Berlin ein. §z 10. Vorstehende Bestimmungen treten mit dem Tage iht Verb ffentlichung in Kraft. hler
Wolffs Telegraphenbüro“ meldet: Um den vielfachen Jweifeln i den Termin des Eintritts der Po lizeistun de zu begegnen an — hingewiesen, daß eine Verordnung stets sofort in Kraft tin ee kein besonderer Termin angegeben ist. Um in diesem Falle der . völkerung den Uebergang zu erleichtern, soll nichts dagegen eingewen werden, wenn erst am 29. d. M. die neue Polizeistunrih Kraft tryrttt.
Im Wisenschastlichen,. Tbeater der Urania‘ n am morgigen Sonnabend der Direktor Franz Goerke seinen Vorn „Heimatland und, Heimatliebe, (die deutsche Stadt) zum letzten . wiederholen. Die Vorträge beginnen von heute ab um 75 Ühr“
Ueber die Wasserst anp8Sverhältnisse der nord deutschen Ströme im Monat Oktober 1918 berit die Landetzanslalt für Gewässerkunde im preußischen Ministerlum öffentlichen Arbeiten: An der Oder, (lbs und Weser haben n Herbstregen, wie gewöhnlich, die winterliche Wiederzunahme Wasserstaͤnde eingeleitet. Hierbei ist vorläufig jedoch nur an Weser das Mittelwasser kurze Zeit überschritten worden. Im htp haben sich die Wasserstände zwischen Mittel⸗ und Mittelniedrigwa bewegt. Trotz jener Zunahme liegt das diesmalige Monatsmütel der Elbe aber immer noch weit unter, dem normalen Monatöbenn gegen den auch die Oder wieder mertlich zurückgeblieben ist, wähnn an Memel, Weichsel, Weser und Rhein die Abweichungen bn Normalwert geringer sind.
Strom . . .... Memel Weichsel Oder
Pegel Tilsit
Mittelwasser
Ottober 1918 . 151 Unterschied gegen Mittelwasser Okt. 18861915 4 15
. Elbe Weser Rhe
Thorn Steinau Barby Minden Kuß In Zentimeter:
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Düsseldorf, 28. November. (W. T. B.) Fast ununtt brochen flutet seit einigen Tagen der Strom der auß dem Fel heimkehrenden Truppen der pierten Armee über Rheinbrücke. Bis in die Nacht hinein rückten gestern mehr geschlossene Divisionen mit klingendem Spiele an. Truppen aller Waftn gattungen neben Geschützwagenkolonnen aller Art, durchweg mit Blun und Fähnchen geschmückt, von der sie freudig begrüßenden Menge m Liebesgaben verseben, ziehen auf ihrem Marsche, zumeist durch) innere Stadt, weiter nach Osten. Der Durchzug vollzieht st nach wie vor in vollkommener Ordnung; der Sr nn verkebr ist infolge des anhaltenden Durchzuges von Truppen ph weilig stark behindert, auf der Rheinbrücke vorläufig eingestellt,
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Bellage.
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Theater.
Cpernhaus. (Unter den Linden Sonnabend: Nachmittah Kartenresewefatz. Der Dauerbezug, die ständig vorbehaltzn sowie die Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Freivorstell für die heimkehrenden Krieger: Die Fledermaus. (usgabe d Eintrittskarten nur durch die Kommandantur.) Anfang 21 llht. Ahends; 269. Dauerbezugsvorstellung. Dienst! und Feiplätze ! aufgehoben. Der Barbier von Sevilla. Komische Oper in o Aufzügen von Rossini. Dichtung nach Beaumaichais, von Ce Sterbini, übersetzt von Ignaz Kollmnnn. Musitalische Leittmnj Edmund von Strauß. Spielleitung: Hermann Bachman Anfang 735 Uhr.
Schunspielhnus. (In Gendarmenmarkt. Sonnab. : 263. Dun bezugsvorstellung. Dienst- und Freiplätzꝛe sind aufgehoben. Judit Eine Tragödie in fünf Aufzügen von Friedrich Hebbel. Spi leitung: Dr. Reinhard Bruck. Anfang 77 Uhr.
Sonntag: Opernhaus. 269. Dauerbezugsvorftellung. Dien und Freiplätze sind aufgehoben. Der Troubadour. Ober in r Atten von. Giuseype Verdi. Tert nach dem Italienischen Salvatore Camerano. Anfang 73 Uhr.
Schauspielhaus. Nachmittags: 189. Kartenreservesat, Dauerbezng, die ständig vorbehaltenen fowie die Dienst, ind plätze sind aufgehoben. Freivorstellung für die beimkehten Krieger: Die Judasglocke. (Ausgabe der Fintrittslarten ; durch die Kommandantur) Anfang 25 Ühr. — Abends: 26. Dan bezugsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. gsch Judasglocke. Schauspiel in pier Akten von Hans Knob Spielleitung: Albert Patry. Anfang 75 Uhr.
226.
*
Familiennachrichten.
Verehelicht: Hr. Leutnant Johann Benedikt von org ne Frl. Ilse von Alvensleben, Wernigerode. — bre , ; Erhr, Georg von Rhein baben mit Frl. Irmela von Rhein Fritschendorf bei Krossen a. d. Oder. 2669
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Vizekonsul Dr. jm, Wilhelm h pon Langen, Berlin- Charlottenburg. — Eine Tochter: d Karl-Eugen von Weiher, Gr. Boschpol. 99
Gestorben: He. Generalmajor z. D. Max Joachinn bez na Detmold. — Frau Ida von Derenthall, geb. von Berg. Vt!
Verantwortlicher Schriftleiter: Direktor Dr. Tyrol, ,, Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vorstehet den Hei Nechnungzrat *. engering in Berlin. BVerlan Ler Gefchsftstelle (Men aer in R in Berlin ĩ Druck der Norbbeutschen Buchdruckerei and Nerlaneanstñ Derlla. Wi lbalmstraße .
Vier Beilagen lelnschließlich Waren zeicheubellage Nr. 0
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zun Deutschen Reichsanzeiger und Prenßz
M 282. a Aichtamtliches.
Oesterreich und Ungarn.
In der vorgestrigen Sltzung der deutschöster reichischen Jgatsonalversam a lung wurde, wie „Wolffs Telegraphen⸗ pro meldet, ern Gesetzentwurf eingebracht, durch den die kon⸗ situle ren ve Nationalversammlung auf den 1. März 9 I9 nach Wien einberufen wird. Dle Wahl für die kon— kih'etende Nationalpersammlung wird durch den Staatsrat 4 einen Sonntag Ende Januar oder Anfang Februar auägeschrieben werden,. Veiter wurde der Entwurf einer scahlordnung für die konstituie rende Nationalversammlung eingebracht. Der Entwurf beruht auf dem Proportionalsystem mit gebundener Parteiliste. Insgesamt sind für alle Gebiete Deutsch Desterreichs 338 Wahlkreise vorgesehen mit 210 Man⸗ dalen, indem entsprechend der Bewölkerungszahl auf 5 46 000 Einwohner ein Abgeordneter entfällt. Außerdem nd fünf Mandate für die Brünner, Olmützer und glauer Sprachinseln vorgesehen, welche Bestimmung erst n' Kraft treten soll, nachdem über die Anlage von nationalen Katastern in diesen Gebieten eine Vereinbarung mit dem ischecho⸗slswakischen Staat geschlofsen seln wird. Wahl— berechtigt ist jeder deutsch⸗önerreichische Staatsbürger ohne ünterschied des Geschlechts, der am Tage der Wahl groß— sihig ist ober während der Jahre 1914 bis 1918 Krieas⸗ hienste leistete. Wählbar ist ohne Unterschied des Geschlechts seher wahlberechtigte deutschösterreichische Staatsbürger, der haz 30. Lebensjahr zurückgelegt hat.
Die Natlonalversammlung nahm in allen Lesungen den haushaltsvoranschlag für die Zeit vom 1. November Igls bis zum 30. Juni 1919 an. In dem Gesetze wird aleich— zeilig ber Staats sekretr der Finanzen ermächtigt, einen Vetrag bon zwei Milliarden Kronen durch eine Kriegsanle he zu be— schsffen sowie die vom J. November 1918 bis 30. Juni 1819 sillg werdenden Beträge der österreichischen Staatsschuld zu yrolongieren oder um juwandeln.
In der Besprechung erklärte der Berichterstatter Kraft: um einer weiteren Verschlechterung des Devisenkurses vorzubeugen, gebe tz kein anderes Mittel als eine rasche Vereinbarung mit den übrigen Nationalstaaten der ehemaligen Monarchie. Der Staatssekretär für die Finanzen Steinwender betone die Notwendigkeit neuer Steuern zur Beseitigung des Defizits von 1409 Millionen und er— flärte, in der nächsten Zeit werde eine Vorlage über Ver— nögenkabgabe und Vermögenszuwachssteuer, verbunden mit einem Steueifluchtgesetz, eingebracht werden. Die neue Anleihe werde eine vierprozentige sein, zum Kurse von 97 hei Baranzahlung und rück— sahlbar in zweieinhalb Jahren. Ein Viertel der Valuta werde in Rdriegsanleihe enmrichtet werden können. Auch die Tschechen hätten sic bereit erklärt, einen Teil der alten Schuld zu übernehmen. Der Hiaatosekretär gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß die neue Inleihe gelingen werde.
Die Nationaloersammlung nahm sodann eine Vorlage, ttreffend die Bildang einer Staatsschuldenkontrollkommission für deutsch⸗Oesterreich, sowie ein Gesetz, betreffend das deutsch⸗ jsterreichische Staatsbürgerrecht, an. Die Vorlage wurde mit einem Abänderungsantrag Kemetters angenommen, wonach büßer der Heimats berechtigung in einer Gemeinde der deutsch⸗ zterreichischen Republik auch das Belenntnis zur deutschen Nation verlangt wird.
In einer Vollversammlung der vereinigten Parteien bes Verbandes der dentschnationalen Parteien wurde, wie die „Deutschen Nachrichten“ melden, beschlossen, daß die einheit⸗ liche neue Partei den Namen „Deutschnationale Partei“ sühren soll. Die deutschnationale Partei zählt t Mitglieder.
— Der dentsch⸗böhmische Landtag hat dem „Wiener sorrespon denzbüro“ zufalge einen Antrag det Landesausschusses angenommen, die Zahl der Abgeordneten von 55 auf 84 zu erhöhen. Hierbei werden auf die Sozialdemokraten R statt der bizherigen 9, auf die Christlich Sozialen 4 statt des bisherigen linen und auf die nationale Arbeiterpartei 4 statt bisher Nandate entfallen. Die Parteien werden ermächtigt, die kandtags abgeordneten zu wählen sowie die durch Ableben er⸗ udigten Reichtzrats mandate zu besetzen. Die Begründung des Antrags besagt, daß die Mandatszahl der Sozlaldemoktgten fü der Zahl der für sie abgegebenen Stimmen in keinem Ver⸗ hältnis siehen. Der Landiag hat ferner einen Antrag angt⸗
nommen, den Regierungssitz von Reichenberg nach Teylitz zu
7 da Reichenberg für Westböhmen zu sehr abseils ge⸗ en sel.
Der Tiroler Nationalrat hat Einspruch erhoben gen die von den italienischen Besetzungstruppen deutsch-Tirols vom 14. bis 18. begangenen Bölter⸗ üechtgverletzungen. Der Cinspruch wendet sich unter nbeis auf den Waffenstillflanbsoertrag gegen die von den Italienern in Aufrufen an ic. Heyöllerung Dentsch Südtirols ausgesprochene Abficht, die heutschen Ge— biete big zum Brenner auf Grund des Rechts der Er⸗ lbenmng ihren Staaten einzuverleiben, ferner gegen Gin sisfe in das Schulwesen des Landes und die Aushebung, anternierung und Verschleppung der wehrfähigen Zipilbevölke⸗ ng ohne kriegsrechtliche Rechtfertigung und erklärt., „Die „ßnahmen der jtalienischen Truppenkommanhanten in Deinrsch= nch verstoßen ebenso gegen den Waßfenst Istands vertrag wie den die allgemeinen Grunbsätze des Völkerrechts, die in den zelinmnngen des Hanger Landi iesrechte festgelegt sind« Ir Cinsprüch wurhe dem deuisch-österreichischen Staats minister ät Autwartiges injberim itteit.
Im Verlaufe einer Beratung mit einer in Budapest ein= settoffe nen franzöfischen Offizterzmisston wurde die ungarische nilttärische und wihtschaftliche Lage dargelegt und lu druck gebracht, daß Uͤngarn elnen Teil der ihm im Wassen⸗ ü nnde deriräge auferlegten Verpflichtungen nir sehr schwer uistlen könne, andererseilg aber auch Oesterreich einen Teil ᷣ Lasten tragen müffe. Der Führer ber franzoͤsischen
sion Oberstleutnant Zy nahm die Darlegungen zur Kenntnis versprach, darllber dem befehlshabenden General der Be⸗ truppen Bericht zu erstalten.
Erste Beilage
Berlin, Freitag, den 29. November
— Die ungarische Be vo rfffu ng von Kronstadt und bes Kronstädter Komitats hat in einer Volksversammlung eine Entschließung angenommen, in der erklärt wird, daß die Komitate, welche bie Rumänen von Ungarn lostrennen wollen, dagegen enischieden Stellung nehmen. In diesen 26 Komitaten bilden Ungarn und Deutsche die Mehrheit und halten an der staatlichen Einheit und der territorialen Unversehriheit Ungarns fest. Die Versammlung drückte dem Ministerpräsidenten Karolyl ihr Vertrauen aus.
Polen.
Nach dem Bericht des paolnischen Generalstabes vom 27. November entwickeln fich die Operationen in Ost⸗ galizien und Wolhynien, wie das „Wiener Telegraphen⸗ Korrespondenzbüro“ meldet, günstig. Wladimic⸗Wolhynsk wurde am 24. November besetzt. Patrouillen machten Streifen in der Richtung Lutkowal. Die Gegend von Belzec wurde von ukrainischen Banden gesäubert. Oestlich der Eisenbahn Belzec—-Rawaruska sammeln sich bewaffnete Bauernbanden. Chyrov wurde besetzt Die Ukrainer beschädigten die Brücke über den Fluß Szklo bei Surochow. Im Bezirke von Kieice wurden Siraferpeditionen gegen Plünderer und Räuberbanden ausgesandt.
— Der polnische Liquidierungsausschuß hat eine Kommission zur Untersuchung der Unruhen in Galizien ein⸗ gesetzt und über ganz Galizien das Stanbrecht verhängt.
Großbritannien und Irland.
Sir Eric Geddes führte, dem „Reuterschen Büro“ zu⸗ folge, in einer Rede in Eambridge über die Frage der Ent— schädigungen aus:
Man wünsche, daß Deutschland Entschädigungen zahle, aber die Rechnung würde gegen 5 Milliarden Pfund Sterling betragen. Diese Summe könnte nur in Gold oder Waren oder durch Arbeit bezahlt werden. Deutschland habe kein Gold. Wenn die Entschädigung in Waren bezahlt würde, jo würde das eine Stagnation in der englischen Preduktion und auf dem Arbeits—⸗ markt hervorrufen. Wäre es denkbar, daß England, dessen Be⸗ völkerung zunehme, Millionen deutscher Sklaven bierher zu bringen wünsche, um sie mit Arbeit zahlen zu lassen? Obwohl er für Ent— schädigungen sei, würde er gern wissen, wie sie bezahlt werden tönnten. Es könne nicht dadurch geschehen, daß Tonne sür Tonne der Schiffs— raum ersetzt werde, weil Deutschland, wenn es gezwungen werde, für England Schiffe zu bauen, zu einer schiffbauenden Nation werden könnte Die Engländer müßten die Frage der Enischädigungen genau erwägen und zuseben, wie sie Geld aus Deutschland bekommen könnten, ohne sich selbst zu schaden. Sie dürften nicht einen Fetisch daraus machen, weil sie dadurch die Arbeitertlasse ruinieren köanten.
— Die Arbeiterpartei veröffentlicht eine Wahl kund⸗
gebung in der, obiger Quelle zufolge, ein Friede gemein⸗ samer internationaler Arbeit gefordert wird, und erklärt sich durchaus gegen die Geheimdiplomatie und jede Form eines Wirischafte krleges. Sie fordert als wesentlichen Teil eines Friedensvertrages eine internationale Arbeitercharter, die in den Bau eines Bundetz freier Völker eingeordnet werden müßte, und lehnt jede Intervention auf dem Kontinent auf seiten der Reaktion ah. Ste fordert weiter die sofortige Zurücknahme der alliierten Truppen in Rußland, die sofortige Herstellung aller bürgerlichen Freiheiten, die während detz Krieges aufgehoben worden sind, Freilassung der politischen Gefangenen. Landnationalisierung, Bau einer Million neuer Häuser auf Staatskosten, Einführung einer hesonderen Steuer auf das Kapital zur Bezahlung der Kriegskosten, Nationali—⸗ sierung von Bergwerken, Schiffahrt, Eisenbahnen usw. so wie Gleichstellung der Geschlechter.
Frankreich.
Die Kammer erörterte die Interpellation über die Maß⸗ nahmen, die die Regierung zu ergreifen gedenkt, um eine zu⸗ friedenstellende Ausführung der Waffenstillstands— bedingungen über die Kriegsgefangenen zu gewähr— leisten. Laut Bericht der „Agence Havas“ drückten alle Redner ihre Entrüstung aus über den Zustand, in dem die Gefangenen übergeben würden, und forderten die Regierung auf, energisch vorzugehen, damit Deutschland loyal die Waffenstillstands⸗ bedingungen ausführe.
Der Abg. Leboucg verlangte, daß Deutschland feierlich erkläre, daß lein alliierter Kriegsgefangener in Deutschland zurückbleibe. (Bei= sall. Der Unterstaatssekretär Ignace jagte in seiner Antwort, daß die Lage der Kriegsgefangenen seit dem Waffenstillstand schmerzlicher geworden sei. Das Vorynehen der Deut chen wirke umso widerlicher, se mehr die Deuischen zum Bewußtsein ihrer unvermeidlichen Nieder⸗ lage kämen. Man werde erschreckt sein, wenn die Berichte der spanischen und der schweizerischen Missionen bekannt sein würden, die Frankreich so wertvolle Dienste geleistet hätten, und sobald man wifssen werde, daß es eine Regierung gäbe, die derartige Infamien befohlen habe. Die Beraubung von, Postpaleten sei seit dem Waffenstillstand auf 80 Prozent gestiegen. Man müßte diese Verbrechen büßen lassen. Die Großmut des Siegers sei nicht mehr einem Feinde gegenüber angebracht, der nur noch Anspruch auf die Gerechtigkeit habe. Marschall Foch habe einen ebenso klaren und kategorischen Einspruch abgesandt wie die englische Regierung. Der Unterstaatssetretär gab bekannt, daß die Gesamtzahl der alliierten Kriegsgefangenen in Deutschland 844 000 beträgt. Weiter setzte er die Yeah nahmen zur Beschleunigung der Nückkebr9ę der Gefangenen sowie zur Sicherstellung ihrer Er— nährung aussinander und sagte, in Süddeutschland befänden sich 100 609 Kriegsgefangene, darunter 60 0600 Franzosen und ungefähr 40 00 Italiener. Sie würden durch die Schweiz über Konstanz und Basel heimbefördert werden, und zwar täglich 15 000. Die Heim— besörderung werde unverzüglich einsetzen. Der Redner gab Vorsichts— maßnahmen bekannt, die getroffen werden würden, damit Deutsch— land keinen Gefangenen zurückbehalte. Es würden Missionen aus« gesandt werden, um die Ausführung dieser Bedingungen zu über— wachen.
Die Kammer nahm eine Tagesordnung an, welche der Regierung das Vertrauen ausdrückt, daß sie von Deutschland bie unverzügliche Ausführung der Waffenstillstanda bedingungen verlangen wird, die sich auf die Ernährung und Rückführung der Kriegsgefangenen beziehen, und daß sie dringlichst alle Maßnahmen treffen wird, um den in das Vaterland Zurück⸗
gelehrten die Teilnahme Frankreichs zu bezeugen.
chen Stantsanzeiger.
18e.
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Italien.
Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1919/20 enthält, wie der Finanzmininer Nitti laut Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ in der Kammer eiklärte, einen Fehlbetrag von 560 Millionen. Die Istausagaben sind von 42M Millionen auf 53083 Millionen gestiegen. Die Mehr⸗ ausgaben waren ersorderlich hauptzächlich infolge des Steigen
der Zinsen für die Kriegsanleihe. Die Ausgaben für Gehälter und Teuerungszulagen, die dem Militär⸗ nnd Zwilpersonal der offentlichen Verwaltung und den Lehrpersonen gewährt wurden, stiegen auf 700 Millionen; davon entfallen auf das Eisenbahn⸗ personal 184 Millionen. Die Ausgaben für ben Krieg, die bis jetzt im In⸗ und Ausland gemacht wurden, belaufen sich auf etwa 59 Milliarden. Die Staateschuld ist auf über 63 Milliarden gestiegen, wovon bie Schulden an die Alliierten 14 Milliarden ausmachen.
Nach einer Meldung der „Agencia Stefani“ nahm die Kammer mit 325 gegen 33 Stimmen die vom Minister⸗ präsidenten Orlando gebilligte Tagesordnung Barzilai an, in der es heißt: „Die Kammer ist mit dem Werk der Regierung und ihren Eiklärungen einverstanden, wonach unsere Wuͤnsche erfüllt sind und die Einheit des Vaterlandes vollendet ist.“
Tiederlande.
ie frühere dentsche Kaiserin ist, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, gestern morgen in Maarsbergen bei Utrecht angekommen. Sie wurde am Bahnhof vom Grafen Hentinck empfangen und fuhr im Automobil nach Schloß Amerongen weiter.
— Das Mitglied der Zweiten Kammer Duys hat an den Minister des Innern kürzlich solgende Fragen gorichtet: Ist die Regierung bereit, der Volksvertretung und dadurch dem Lande wie dem Auslande volle Aufklärung über folgende Angelegen⸗ heiten zu 1) den sie hinsichtlich des Sohnes und des
zeben: 1) ndy früheren Kaisers von Deuischland, r 2) den Durchzug durch Holland,
Gefolges von beiden in Holland einnimmt,
von nach Deutschland zurückehrenden Truppen
3) ein etwaiges vermittelndes Auftreten der Regierung im Zusammen⸗ Waffen stillstands
den
. eines
2 ) Handy in — 14 DüUnt
bei einer oder mehreren der Ententemächte hang mit der Erwünschtheit der Milderung der bedingungen. .
Ist die Regierung bejahenden Falles bereit, bei Abgabe dieser Mitteilungen die Berichte zu beachten, die von den Gesandten Amerikas, Belgiens, Frankreichs, Englands und Itaäens an die holländische Presse gegeben worden sind des Inhalts, als hätte die holländische Regierung die von diesen Gesandten verireienen Länder vor eine vollendete Tatsache gestellt. Endlich wird um eine schnellere Richtigstellung von falschen und tendenziösen Berichten der aug⸗ ländischen Presse gebeten.
Ukraine.
Blättermeldungen zufolge ist am 26. 5. M. in Odessa ein Ententegeschwader, bestehend aus dem englischen Keuzer „Agamemnon“ und je einem englischen und französischen Torpedoboot eingetroffen.
— Ein Erlaß des Hetmans entsetzt den General Grafen Keller des Oberkommandos über alle Truppen der Ukraine und ernennt an seiner Stelle den Generalleutmnant Fürsten Dolgorukoff.
— Die ukrainische Regierung erklärt amtlich, daß sie in keiger Weise beabsichtige, den deutschen Truppen Schwierig⸗ keiten in der Frage der Heimkehr in den Weg zu legen. Die deutschen Truppen hätten sich durch Herstellung und Aufrecht⸗ erhaltung von Ruhe und Ordnung ein Recht auf Dank er⸗ worben. Mit allen Mitteln werde die ukrainische Regierung ihre Heimkehr erleichtern und fördern.
Finnland.
Nach Meldungen bes „Wolffschen Telegraphenbüros“ hat der Reichsverweser den Mitgliedern der bisherigen Regie⸗ rung den Abschted bewilligt und die Mitglieder der neuen Regierung ernannt.
— Ein Erlaß stellt fest, daß der Senat künftig Staatsrat, die Senatoren Minister benannt werden sollen.
Amerika.
Das amerikanische Schiffahrtsamt macht bekannt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten ein Kaufangebot auf 85 Schiffe der International Mercantile Marine⸗Corpo⸗ ration gemacht hat, und zwar auf der Basis eines Angebots von einem enaglischen Syndikat. Bainbridge Coloin vom Schiff⸗ sahrtsamt sagte, dieser Schritt sei erfolgt, weil man nicht wollte, daß amerikanischer Schiffsraum bei den jᷓtzigen Schiffabrts⸗ verhältnissen außer Landes gehe. Es handelt sich um 730 000 Bruttotonnen.
Gesnundheitswesen, Tierkrankheiten und Nbsperrnngs⸗ maßregeln.
Eine auf Einladung des Ministers Hirsch im Ministerium des Innern unter dem Vorsitz des Ministeriadirektors Kirchner zur Beratung der während der Demobilmachung und nach Friedens schluß ersorderlichen gesundhertlichen Maßnahmen zu— sammengetretenen Versammlung von anerfannten ärztlichen, hygieni⸗ und sonstigen Sachv dem Gebiete der
hat dem ‚Wolffschen Telegraphenbüro“ zu⸗
infolge des Nahrungsmangels Leib und
Leber Kindern aufs tiefste gelitten hat.
Namentlich in den letzten Monaten haben sich die Gesundheitsver.
hältnisse von Tag zu Tag verschlechtert und es steht bei der Unzu—
länglichkeit der diesjährigen Ernie an Brotgetreide, Kartoffeln und
Viebfutter mit Besttmmtheit zu erwarten, daß unabsehbarer, nicht
wieder gutzumachender Schaden, ja geradezu eine Hungergnot eintritt,
wenn nicht in allertürzester Frist die ausgiebigste Nahrungsmittel und Futtermittelzufubr aut dem Ausland einsetzt.
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