1828 / 3 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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koͤnnen (sagt der Courier) ist, daß unser Gesandter seine Paͤsse verlangt, daß jedoch beim Abgange des Couriers die ottomanische Regierung noch keine Antwort uͤber deren Gewaͤhrung oder Verweigerung ertheilt hatte. So fern also der Abreise des Hen. Stratford Canning nicht ein Hinderniß entgegen treten sollte, was nicht wahr⸗ scheinlich ist, so ist aller Grund zu glauben, daß er nicht lange mehr in Constankinopel verweilen werde.

In der Druckeret, die gewöhnlich fuͤr das auswäͤr, tige Departement arbeitet, ist man sett einer Woche Tag und Nacht mit dem Druck verschiedener auf die Streit⸗ fragen zwischen den Verbündeten und der Pforte dbezuüͤg⸗ lichen Documente beschäftigt. Ob diese Documente dem Publicum oder bloß den Koͤnigl. Ministern mitgetheilt werden sollen, ist nicht bekannt.

Aus Portsmouth wird gemeldet, daß Detaschements von Artillerie der Köͤnigl. Marine nach Plymouth und Deptford zur Einschiffung auf den zubereiteten Bom⸗ benschiffen abgegangen seien.

Man schreibt aus Piymouth, der Genoa habe sechs Engländer mitgebracht, die man auf einem tuͤrkischen Schiffe nach der Schlacht von Navarin vorgefunden habe, die scheinbare Gruͤnde fuͤr ihr Dortsein, angedlich b-⸗ ihren Willen, anfuͤhrten, aber in Untersuchung amen.

Die Gibraltar, Zeitung vom 29. Nov. meldet, daß man eine guͤtliche Ausgleichung der Irrungen zwischen Frankreich und dem Dei von Algier erwarte. Die erste, undedingte Forderung Französischer Seits ist die Ruͤck⸗ gade der, von Schiffen unrer Alsierischer Flagge genom menen Fahrzeuge. Der Dei wäaͤre ziemlich geneigt, diese Forderung zuzugestehen, erklärt aber, es stehe nicht in seiner Macht, seine Unterthanen zu vermöͤgen, daß sie ihre Prisen herausgäben, und er wuͤrde, wenn er strenge Maaßregeln anwenden wollte, ein äußerst gefährliches Mißveegnügen erregen, indem die Ausruster der Corsa⸗ ren reich und von großem Einflusse auf das Volk in Algier seien; er gesteht sogar, daß seine persoͤnliche Si⸗ cherheit gefährdet sein koͤnnte. Es wuͤrde ihm demnach kein anderes Mittel übrig bleiben, aols eine Enrtschäͤdt⸗ gung aus seinem eignen Gelde zu zahlen, jedenfalls aber weigere er den Werth von Franzöͤstichen Schiffen zu ver⸗ güten, die durch Corsaren anderer Nationen unter Al⸗ gierischer Flagge genommen selen. Er behauptet, daß durch seine Unterthanen nicht mehr als 6 Schiffe in Algierischen Hafen aufgebracht seien und fuür diese allein wuͤrde er sich gefallen lassen, eine Entschädigung zu zah⸗ len, indem es ungerecht sein wüͤrde, seine Unterthanen fuͤr etwas bezahlen zu machen, wovon sie keinen Nutzen

ehabt. beh Die Morning Chroniele will wissen, daß beim Schlusse des Trimesters ein großes Desicit in den Stoats⸗ Einkuͤnften sich ergeden habe; die Summe sei so groß, daß sie (die Morning⸗Chronicle) nicht wage, dieselde anzu⸗

eben. ¹ Cpnsolr sielen gestern von 841 auf 83 ¾ und standen zuletzt auf 837.

Stockholm, 21. Dez. Die vorgestrige Staats⸗ zeitung meldet nun amtlich die, auf Aasuchen des Hen. Grafen Sandels ihm gewährte Entlassung vom Reichs statthalter Amte in Norwegen und den üdrigen, von ihm in jenem Köntgreiche bekleideten Aemtern und Ver⸗ richtungen und die geschehene Ernennung des Hrn. Gra⸗ fen v. Paten zum Reichsstatthalter im Koͤnigreiche Nor wegen und höchsten Befehlshaber der Norwegischen Land und Seetruppen.

Am 3 warde ein starker Erdstoß in einem großen Theile der Haͤrade Mark und Weden im Wenersborge Lehn verspürt, so daß die Fenster und Thüren dedten und das Rollen in der Erde dem Donner glich.

Aus der Schweiz, 26. Decdr. Der große Ratt

des Kantons Tessin hat am 13. Dezember seine fast den 1111414“*“ 8 b * 8 b

vollen Monat gedauerte Sitzung beendigt. 3 vei 5 5 Tage zuvor ward ihm der Commissionalbericht über den 5 Se Entwurf des Strafgesetzes wegen Preßvergehen vorge?, tragen. Derselde enthtelt aber keine erb ternde Prüfung des Entwurfs, sondern den einfachen Autrag zu dessel⸗ den Verwerfung, darauf begründet, daß für den kleinen Kanton ein solches Gesetz, daß allenfalls einem großen Staate zusprechen koͤnnte, gar nicht Beduürfniß sei, zukzug mal seine zwei Buchdruckereten auf ungleich kürzerem Weg unter Aufsicht behalten werden koͤnnen. Statt des Gesetzentwurfs trug die Kommisston darauf an, es solle das Preßzwang Dekret vom 8. Octbr. b. J. sanktionirt und vollends auch noch der Staatsrath ermaͤchtigt werden, wofern dieß Dekret sich noch nicht genügend erzeigen würde, die dienlich erachteten weiter gehenden Mahnah⸗ men zu treffen. Dieser Antrag ward jedoch nach drei⸗ stündiger Diskussion verworfen. Jetzt aber ging die Sitzung zu Ende, fuͤr Erörterung des Gesetzentwuris war keine Zeit mehr übrig, alse ward dieselbe auf die näͤchste Sommersitzung verschoben und das nicht genehe migte Dekret werd inzwichen die Presse beherrschen. Das diesjaͤhrige Tagsatzungskonklasum wegen der Hei⸗ mathlosen ward genehmigt, dasjenige wegen der helve⸗ tischen Müazen aber nicht.

Im Repraͤsentantenrarh des Kantons Genf ward in der Sitzung vom 7. Dezember der Bericht über dir Staatsrechnungen angehoͤrt; die Verlesung desselben dau⸗ erte zwei Stunden und dot die Resultate der sorgfäl⸗ tigsten Untersuchung und Wͤrdigung jedes Zweiges der Einnahmen und Ausgaben dar. Am Schlusse ward auf Genehmigung der vom Staatsrath angeordneten außeror⸗ dentlichen Ausgaben und der Rechnung uüberhaupt ange⸗ tragen. Demnach die Gesammtausgabe des Kantens für das Jahr 1826 auf 1 674 096 Florins 2 S. und b11b1 Einnahme auf 1,902 503 Flor. 10 S. festgesetzt, mit dem Beifüzen, daß der Ueberschuß der Einnahme mit 228,407 Flor. 8 S. aufs Budget von 1827 übertragen werden soll; hinwteder wurden die Ausgaden der Stadt für 1826, auf 489,749 Flor. 5 S. und die Einnahmen auf 544,864 Flor. 8 S. festgesetzt, so daß auch dier der Ueberschuß der Einnahmen aufs neue Guthaden des Stadtvermögens uüͤbertragen werden soll.

In der Sitzung vom 16. D z. trug He. de Sellon an: der Staatsrath moͤchte ein Gesetz vorschlagen, wo⸗ durch die Gehalte der Seelsorger (pasteurs) also ver⸗ mehrt wuürden, daß sie auf andere Beschaftigung ver⸗ zichtend sich einzig nur ihrem Beruf wiemen könnten; womit auch den durch Krankheit oder Alter unfähig ge⸗ 4 wordenen Pfarrern angemessene Jahrgehalte und 8„ Pfarrwittwen hinwieder verhaͤltnißmäßige Wirtwenge⸗ * halte zugetheilt werden moͤchten. Hr. Pictet Diodati trug auf die Errichtung von zwet neuen Eisendraht⸗ bruͤcken an, die eine vom Platze Bel⸗Air nach Coulou⸗

vrentére, und die andere vom Platze du Temple nach

St. Jean. 2& 2₰ Amerlka. Nochrichten aus Neuyork vom 2 uööG. zufolge, sollte am 3. der Congreß in Washington fich versammeln⸗

Nach den neuesten Nochrichten aus Buenos⸗ Ayres (vom 10. Sept.) hatte sich die gehegte Erwar. tung, daß die üͤbeigen Provinzen der la Plate Union sich wiederum fuͤr die gemeinsame Soche einigen wür⸗ den und daß unter ihrer Mitwirkung der Krieg wider Brasilten wirksamer als bisher werde fortgefuͤhrteverden köͤnnen, zur Z it noch nicht verwirklicht, vielmehr stand die Provinz Buenos⸗Ayres in ihren Anstrengungen nech immer von den Provinzen verlassen da, jedoch eifrig de 1 mnüyt, das gewuünschte Ziel zu erreichen. Unterm 7. Zept. hat die Reaierung von Buenes Ay es felgende Hotschaft an das Reproͤsentantenhaus der Provinz Bue⸗ nos-z Aires gerichtet:

„Herren Abgreordnete! Odbschon es erst ciuige Tage

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