1828 / 11 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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haagste Jahr nach wiederhergestellter Ruhe vöͤllige Abgaben⸗] diese Noten am 8. December und ertheilte beiden Botschaf⸗ Freiheit zu bewilligen..—4 . tern die Versicherung, daß er es als eine wesentliche Pflicht 5 Am 2. Dez. ließen die Gesandten der drei verbuͤndeten seiner Stelle betrachten werde, sich noͤthigenfalls auf das Gunsten der Unterthanen jener beiden Staaten,

Hse durch ihre Dolmetsche dem Reis⸗Efendi eine schriftliche Botschaft uͤbergeben, worin sie abermals die Anerbietungen ddes Großherrn fuͤr unzureichend erklaärten, auf unverzuͤgliche Annahme des Waffenstillstandes und der Vermittlung, und auf Bewill der fuͤr die Griechen in dem Tractat zwi⸗ schen den drei Maͤchten verabredeten Praͤrogativen drangen, und in so fern diese Anträͤge, wie bis dahin geschehen, ver⸗ worfen wuͤrden, die Ertheilung der Fermane zu ihrer Ab⸗ reise verlangten. Der Reis⸗Efendi erhielt die Botschaft in dem Augenblick, wo die Sitzung des auf diesen 8 berufe⸗ nen großen Divans begann, und legte sie demselben vor. Die Versammlung bestand aus mehr als 150 Individuen aller Klassen und Stände; wahrend einige tausend Personen * den Saal und den Pallast des Großwesirs umringten. Der Sultan war vom Anfange bis zu Ende der Sitzung in ei⸗ nem Nebenzimmer gegenwaͤrtig. Der Beschluß siel dahin aus, daß die Antraͤge der drei Hoͤfe in Vetreff der kuͤnfti⸗ gen Verfassung Griechenkands nicht Statt finden koͤnnten. Zwischen dem 3. und 6. Dez. dauerten die Verhand⸗ llungen uͤber Ausfertigung der Reisepaͤsse. Der Reis⸗Efendi persangte von den Gesandten eine schriftliche und offizielle Erklarung, des Jaharts, „daß sie von ihren Hoͤfen autori⸗ 8 sirt seien oder sich für antorisirt hielten, ihren Posten zu erlassen, ohne weitere Veruͤhrung der Gruͤnde ihres Ent⸗ 2 schlusses.“ eine solche Erklärung nicht erfolgte, beharrte 8 Reis⸗Esendi auf seiner fruͤhern Aeußerung, daß die 8 Pforte jeden Anschein von Theilnahme an diesem Entschlusse —2 8c ablehnen, und keine ofstzielle Kunde davon nehmen 8 Die Minister hatten in der obenerwaͤhnten Botschaft 88 vom 2. Dezbr. angezeigt, daß sie bei e Errfernung ihre furücköleibenden Landsleute dem Schutze des niederländischen Botschafters zu empfehlen gedaͤchten. Da aber der Divan beschlossen hatte, daß, im Fall der Ab⸗

b reise der drei Minister, die Pforte sich selbst das Schutz⸗

„ececht uͤber die zuruͤckbleibenden Individuen der drei Nationen

veorbehalten sollte, so wurde jener Anzeige keine Folge gege⸗ 8 ben. Nachdem der englische und der franzoͤsische Votschaf⸗ ter sich am 8. Dez. wirklich eingeschifft, und vermoͤge der

8 der Pforte an die Behörden erlassenen Befehle, ohne she Snßs nach den Dardanellen begeben hatten, der russi⸗ An sandte in Bujukdere nur den guͤnstigen Wind zu sei⸗ 8— eher nach dem schwarzen Meere erwartete, wurde e sete eschluß des Divans am 10. erneuert, und dabei fest⸗ S eecherns die 1 ee der drei Nationen, deren Ge⸗ = F 4* onstantinopel entfernt hätten, unter Sas dee 8 ren Schutz der Psorte gestellt; daß Alles, Ren 2 2 22 betraͤfe, 1e . 8.r Prozeß⸗Angelegenheiten aber einer 2— Commission, unter dem Vorsitz des agleich wurde das üͤbertragen werden sollten. bargo allgemein aufgehoben, und der

wirksamste zu die nach dem Abgange der Herren Botschafter in der Tuͤrkei bleiben wuͤrden, zu verwenden, wobei er nicht bloß eine Pflicht der Menschlichkeit erfuͤllen werde, sondern auch die feste Ueberzeugung hege, dadurch den Absichten seiner Regie⸗ rung zu entsprechen. Aehnliche Empfehlun zen der Untertha“— nen jener beiden Maͤchte waren von den Botschaftern dersel: ben auch an die uͤbrigen in Konstantinopel bleibenden Ge⸗ sandtschaften gerichtet worden.

Bereits am 29. Novbr. hatte der franzosische Bot⸗ schafter, General Guilleminot folgende Note, an den Kaiser⸗ lichen Internuncius erlassen:

„Hr. Baron! Ew. Excellenz sind die Umstände bekannt,

derentwegen ich mich in dem Falle befinde, Konstantinopel verlassen zu muͤssen. In Abwesenheit der Köͤnigl. franzoͤsi⸗

schen Botschaft ist der Repraͤsentant Sr. K. K. Apostol. Majestaͤt berufen, die rellgiösen Interessen in der Levante zu— beschuͤtzen, und ich finde, daß dieses Verfahren zugleich der bisherigen Observanz in ähnlichen Fällen, und den Stipula- tionen Ihrer Tractate mit der Pforte gemaͤß ist. Demzu- folge habe ich die Ehre, die franzoͤsischen Missionen, und die uͤbrigen religibsen Institute, welche gewoͤhnlich des franzoͤsir schen Schutzes zu genießen pflegen, Ihrer guͤtigen Vorsorge gieichfalls zu uͤberlassen, und schmeichle mir, daß Sie nicht anstehen werden, meiner Bitte zu willfahren.“ 1 „Ich werde fuͤr Alles, was Sie diesen Instituten Nuͤtz⸗ liches zu erzeigen, die Guͤte haben werden, sehr dankbar sein; ich zweifle nicht, daß Ihnen dies gelingen wird, und setze das volleste Vertrauen in Ihre wohlwollenden Gesiinunu: nungen fuͤr diese Anstalten. Ich bitte Sie, im Voraus die— Erkenntlichkeit meiner Regierung, so wie meinen pexsoͤnlichen 8 Dank dafuͤr anzunehmen.“ „Unterz. Guilleminot.“

Der Baron von Ottenfels ertheilte am 5. Dezember folgende Antwort auf obige Note:

„Ich wuͤrde mich beeilt haben, die Note, welche Ew.. Exc. unterm 29. v. M. an mich zu richten, mir die Ehre erzeigt haben, zu beantworten, wenn nicht eine längere Un-⸗ paͤßlichkeit mich zu meinem groͤßten Leidwesen bisher verhin⸗ dert haͤtte, Ihnen, Herr Graf, fuͤr den neuen Beweis des Vertrauens zu danken, den Sie mir dadurch geben, daß Sie mir die franzoͤsischen Missionen und die uͤbrigen franzoͤsischen religiösen Institute, wehrend der Abwesenheit der Königl. franzoͤsischen Botschaft empfehlen. Um Ew. Exc. uͤber den wichtigen Gegenstand Ihres Gesuches beruhigen zu koͤnnen, habe ich nicht gesaͤumt, den Reis⸗Esendi davon in Kenntniß zu setzen, aber mit Bedauern aus der ersten Antwort dieses Ministers ersehen, daß die Beschluͤsse des letzten großen Di⸗ wans nicht gestatten, unter den gegenwärtigen Umstaͤnden, fremden Schutz, weder fuͤr die Unterthanen der 3 Maͤchte, noch fuͤr die Anstalten, die von den 3 Gesandtschaften ab⸗ häͤngen, zuzulassen. Weit entfernt, mich mit dieser ersten

FKapudan⸗Pascha ermächtigt, für sämtmneli 5 Ar v., saͤmmtliche englische, fran⸗ nnlae. und b2 Schiffe freien Ein- und Austritt nach⸗ . Die angesehensten und wohlhabendsten Individuen der 8 haben sich sofort unter den ban angebotenen 8 utz der ottomannischen Regierung begeben, und mit dem 8 in 24 gesetzt. Der Oesterreichische Beobachter enthält serner (im 7. Jan.) folgende Mittheilungen: 1 onstantinopel, 11. December. Der englische Vot⸗ Hr. Srratford Canning, hatte sich am 5. und der Botschafter, General Guilleminot, am 7. d. M. ichen Noten an den Kaiserlichen Internuncius ge⸗ wendet, um, bei ihrer bevorstehenden Abreise aus dieser Hauptstadt, die in dem tuͤrkischen Reiche zuruͤckbleibenden Un⸗ ihrer respectiven Regierungen seiner Sorgfalt und Schutze zu empfehlen. Baron Ottenfels beantwortete

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1 seinem

Weigerung zu begnuͤgen, habe ich mich gestern noch einmal uͤber diesen Gegenstand an den Reis⸗Efendi gewendet, und meine Vorstellungen mit Bemerkungen begleitet, welche ge⸗ eignet waren, ihn zu bewegen, meiner Bitte zu willfahren. Der Reis⸗Efendi hat mir die bestimmtesten Versicherungen ertheilt, daß weder die Ausuͤbung der christlichen Religion, noch ihre Diener, im Mindesten gefährdet, daß saͤmmtliche Kirchen und religiöse Institute nach Gebuͤhr respectirt wer⸗ den sollten, und daß der Divan Willens sei, durch die That zu zeigen, daß die Unterthanen fremder Mäaͤchte nach der breise ihrer Gesandten, keineswegs noͤthig haben, zu aus⸗ wärtigem Schutze ihre Zuflucht zu nehmen. Unter diesen Umstaͤnden, Herr Botschafter, bleibt mir nichts uͤbrig, als BEBE11 Sie zu ersuchen, vollkommen uͤberzeugt zu sein, daß ich ohne Unterlaß alles aufbieten werde, um die hohe Pforte bei die * sen Gesinnungen zu erhalten, die meiner Obsorge anvertrau⸗ ten Missionen und religiösen Institute gegen jeden Eingriff