1828 / 24 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

mehrerer Blanquets fuͤr die weitere Mittheilung an die ihm untergebenen Wachtmeister, an den benachbarten Gendarmerie⸗ Offizier, den Abtheilungs⸗Commandeur, den Brigadier und die Regierung, welche saͤmmtlich wieder fuͤr die weitere Ver⸗ breitung an ihre Untergebenen ꝛc. Sorge tragen.

Die auf solche Weise jedem Gendarmen zukommenden Steckbriefe von einerlei Form werden von demselben nach Jahrgaͤngen gesammelt, geheftet, foltirt und mit einem na⸗

mentlichen Verzeichniß der Verbrecher versehen. Diese Samm⸗ ung vertritt die Stelle der bisherigen Steckbrief⸗Register, welche sonach kuͤnftig ganz wegfallen.

Die Steckbriefe anderer Regierungs⸗Departements oder des Auslandes werden uͤbrigens nur insoweit zu jenen Sammlungen genommen, als die Gendarmen dazu von ihren vorgesetzten Polizei⸗Dienst⸗Behoͤrden in einzelnen durch fremde Amtsblatter, durch die Merkerschen Mittheilungen oder auf directem Wege zu deren Kenntniß gelangten, zur Mittheilung an die Gendarmen geeignet erscheinenden beson⸗ deren Faͤllen speciell angewiesen werden. In welchen Faͤllen

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eine solche Mittheilung der Steckbriefe anderer Departements oder des Auslandes eintreten solle, ist dem Ermessen jener Behoͤrden uͤberlassen, denselben jedoch empfohlen worden, dabei von dem Gesichtspunkte auszugehen, daß die Zahl der den Gendarmen auszuhaͤndigenden Steckbriefe nicht uͤber die Gebuͤhr und zur Unterdruͤckung einer allgemeinen Uebersicht vervielfaͤltigt, aber auch nicht aͤngstlich vermindert werde. Den gedachten Polizei⸗Dienst⸗Behoͤrden ist zugleich zur Pflicht gemacht worden, alle durch die Amtsblaͤtter, durch die Merkerschen Mittheilungen, oder auf directem Wege zu ihrer Kenntniß gekommene Erledigungen, hinsichts der von den Gendarmen zu ihren Sammlungen genommenen Steck⸗ briefe, sogleich den Gendarmen bekannt zu machen, damit diese darnach sowohl in den ihren Sammlungen vorgehefte⸗

liche notiren koͤnnen.

Aachen, 23. Jan. Einer unserer geachteten Mitbuͤr⸗ gger, der Kaufmann und Fabrikant Herr Blees, genoß am 2. Jan. die seltene Freude, durch die gluͤckliche Entbindung

seiner Frau mit einem vierzehnten Sohne beschenkt zu wer⸗ den. Bei der Geburt des siebenten Sohnes hatten S. M.

unser Allergnaͤdigster Koͤnig die Pathenstelle zu uͤbernehmen geruht, und jetzt haben Se. K. H. unser hochgeliebter Kron⸗ prinz den vierzehnten Sohn des Herrn Blees, mittelst huld⸗

reichen Handschreibens vom 10. Jan. d. J., unter die Zahl ihrer Pathen aufzunehmen gewuͤrdigt.

Breslau, 23. Jan. Im vorigen Jahre haben in deem hiesigen Polizeibereich 21 Personen ihren Tod im Was⸗ ser gefunden und 35 andere, im Wasser Verungluͤckte, sind DKdurch schleunige Huͤlfe lebend aus demselben gerettet worden. Außerdem sind noch 19 menschliche Leichname in der Oder ggefunden worden, die mit dem Strome angekommen sind, edoch wegen uͤberhand genommener Faͤulniß nicht mehr ha⸗ ben reecognoscirt werden koͤnnen.

Merseburg. Die Gemeinden Mertensdorf, Wethau uüunnd Punkwitz haben aus eignen Mitteln in dem Mutter⸗

dorfe Mertensdorf eine neue Kirche nebst Orgel, eine neue Pfarrwohnung nebst Wirthschaftsgebaͤuden, und ein neues Schulhaus; in dem Filialdorfe Wethau aber eine neue Kirche nebst Thurm und Orgel in einem Zeitraume von 25 Jahren erbaut und dadurch ihren regen Sinn fuͤr das kirchliche Le⸗ ben bethaͤtigt.

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Nach Inhalt einer Bekannt⸗

ten Verzeichnissen, als auf den Steckbriefen selbst das Erforder⸗

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machung im heutigen Amtsblatt der Koͤnigl. Regierung hie⸗ selbst ist im Sommer 1827 die Anzahl der sogenannten Hollandsgaͤnger aus hiesigem Regierungsbezirke 1794 gewesen, also der Warnungen ungeachtet, welche die Hollaͤndische Fieber⸗Epidemie des vorhergehenden Sommers durch Tod und schwere Krankheit so mancher dieser Wanderer nur all⸗ zufuͤhlbar gab um 105 Individuen staͤrker als im Som⸗ mer 1826. Der Kreis Buͤren hat dazu die meisten geliefert, 305, der Kreis Buͤnde die wenigsten, 43, der einzige Kreis Hoͤxter gar keine. Die Gesundheitsverhaͤltnisse dieser Wan⸗ derung waren indessen sehr bedeutend guͤnstiger als im vori⸗ gen Jahre. In Holland oder unterwegens verstorben sind, diesmal nur 4, gleich nach der Ruͤckkehr an mitgebrachten Krankheiten verstorben 5, krank zuruͤckgekehrt aber genesen 122, doch wurden, bei Abstattung der Landraͤthlichen Berichte, in den meisten Kreisen noch einige der weggegangenen Indi⸗ viduen vermißt, ohne bestimmte Kunde von den Ursachen ihres Ausbleibens; und von diesen koͤnnen immer noch einige verstorben sein, wenngleich die meisten durch Verlaͤngerung gefundener Arbeit zuruͤckgehalten sein moͤgen.

Der baare Gewinn der Hollandsgaͤnger von seligen Wanderung scheint jährlich geringer zu werden, natuͤrliche Folge der sich vermehrenden Konkurrenz. Bei den⸗ jenigen, welche gesund geblieben sind, und deren koͤrperliche Kraͤfte der harten hollaͤndischen Arbeit ausdauernd gewachsen waren, laͤßt sich der nach Hause mitgebrachte Ueberschuß des verdienten Tagelohns, durchschnittlich fuͤr den ganzen Regie⸗ rungsbezirk, auf wenig uͤber 15 Rthlr. fuͤr jedes Individuum anschlagen. Die uͤbrigen sind, nach eigener Aussage, aͤrmer zuruͤckgekehrt, als sie ausgegangen waren. Es ist daher um so dringender zu wuͤnschen, daß wenigstens kraͤnklich nicht mit vollstaͤndiger Koͤrperkraft ausgeruͤstete Personen sich der Hollandsgaͤngerei ganz enthalten, welche

- solchen Indivi⸗ duen unter allen Umstaͤnden verderblich werden muß.

ihrer muͤh⸗

Koͤnigliche S Dienstag, 29. Januar. Nibelangenm Forc⸗ Tragoͤdie in spiele, von E. Raupach.

Im Opernhause: „Redoute.“ Einlaß⸗Bille

fuͤr jede Person, sind bis Dienstag Nachmalets h 20 Sgr. dem Kastellan Herrn Sattler im Opernhause, bei dem Ka⸗ stellan Herrn Adler im Schauspielhause, und Abends nach Eroͤffnung des Hauses an den beiden Kassen zu haben. Es finden zu dieser Redoute die bei den taͤglichen Schaus⸗ iel⸗ Vorstellungen gewoͤhnlichen zwei Eingaͤnge statt; d

dem Universitaͤts⸗Gebaͤude, und der andere dem Bibliothek Gebaͤude gegenuͤber. Fuͤr diese Redoute sollen auch Zu⸗ schauer⸗Billets zu den Logen des dritten Ranges verkauf werden, und sind daher diese Billets gegen Bezahlung von 15 Seeelr 8* Stuͤck, von V bis Mach⸗ mittags hr, bei den beiden genannten Kastell ha⸗ ben. Die Kasse wird u anen zu

doute um 5 Uhr. Ende der Re⸗

hr geoͤffnet. Mittwoch, 30. Januar.

8 Im Opernhause: „Hamlet. Shas. an Dännemark Trauerspiel in 5 Abtheilungen, von

chauspiele.

Im Schauspielhause: „Der 5 Aufzuͤgen, mit einem Vor⸗

Or .

Im Schauspielhause. Vorstellung der fran Gesellschaft; 1) „Les fausses confidences,“ actes.

8. Theater⸗ 2) „Les deux Précepteurs,““

comédie en vaudeville.

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Redacteur John.

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