1828 / 26 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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das Opfer gebracht haͤtten

c. c.) alsdann“. von Saͤtzen, wodurch wahrscheinlich Lord Wellington gluͤcklicherweife von einer großen Anzahl seiner alten Vorurtheile zuruͤckge⸗ kommen ist.“ Diese Art und Weise sich auszusprechen mag, so faͤhrt der Courier fort, von großem Nutzen fuͤr die Ti⸗ mes sein, indem es ihr, bei ihrem Vorsatze, dem neuen Mi⸗ nisterium zur Seite zu stehen, zu einem Schein von Conse⸗ quenz und zu einer Art Entschuldigung verhilft. Ob aber diese Voraussetzungen und Aeußerungen wahrscheinlich, oder dem Ministerium nuͤtzlich sein moͤgen, daruͤber hegen wir große Zweifel und sind sogar geneigt, sie fuͤr hoͤchst beleidi⸗ gend zu halten. Der Zweck scheint in der That kein andrer zu sein, als der, einen gemuthmaßten Zwiespalt des Cabinets in Ansehung politischer Prinzipien zu verewigen, und den uns albern genug scheinenden Unterschied von Aberalitaͤt und Illiberalität beizubehalten; mithin den Times die Gelegen⸗ heit zu geben, fortdauernd mit dem Theile der Regierung zu koquettiren, welcher das hohe Gluͤck hat, ihr zu gefallen. Was uns betrifft, so sehen wir die Nothwendigkeit nicht ein:; „daß Lord Wellington von vielen alten Vorurtheilen zuruͤck⸗ komme.“ Der Herzog und Herr Peel waren leitende Mit⸗ glieder von Lord Liverpools Regierung; und Hr. Huskisson war einer ihrer Collegen; sie wirkten daher in allen Aende⸗ rungen, welche in unserer innern und Handels⸗Politik vor⸗ genommen worden sind, thäͤtig mit; das damals aufgestellte System besteht noch, und die allein zulaͤssige Frage ist dem⸗ nach dier hat ein Meinungswechsel unter den Mitgliedern von Lord Liverpools Cabinet stattgefunden? In Ansehung unserer auswaͤrtigen Politik, und namentlich der griechischen Angelegenheiten, ist es eben so wenig nothwendig, „daß Vor⸗ urtheile aufgegeben werden“; da, wie wir schon einmal be⸗ merkten, die Beendigung der Feindseligkeiten mit dem Sul⸗ tan der Wunsch Aller ist, und man nicht voraussetzen kann, daß Lord Dudley und Hr. Huskisson sich uͤber die Unter⸗ stuͤtzung nicht freuen werden, welche die diplomatischen Ta⸗ lente und der persoͤnliche Einfluß des Herzogs ihnen gewaͤh⸗ ren wird. Mit einem Wort, die Zeit ist voruͤber, wo ein Theil des Ministeriums gegen den andern aufgehetzt werden könnte. Die Hauptmitglieder des Ministeriums haben so lange einig gehandelt, daß der kurze Zwiespalt, der einige eine kurze Zeit getrennt hatte, kaum einer Erwaͤhnung be⸗ darf. Aber außerhalb des Ministeriums muß man mit schar⸗ fen Blicken beobachten, denn man kann nicht verkennen, daß viele unserer Zeitgenossen gar gern Hrn. Huskisson, Lord Dudley und Hrn. Grant als die Partei derjenigen ansehen moͤchten, weiche bei der Bildung des Ministeriums . —2. sind. ssabon, 10. Jan. Die Kammer der Deputirten er s in ihren Sitzungen vom 5. bis zum 10. —— Verhutung des Preßunfugs. Den wegen Seeren Guerreiro ein Gesetzentwurf, Den 8 32 ees Verfahrens bei Criminal⸗Prezessen. T in Ausschuß zur Pruͤfung der auf die Rede 8ee Antwort niedergesetzt. Die vD Ar⸗ tikel ee gediehen. veßgesetz sind bis zum 27sten Ar⸗ us der Schweiz, vom 23. Jan. Wi det ein Schreiben aus Genf vom nete babhe 8* Nachrichten vom Grafen Capodistrias. Er ist von Ancona gerade nach Griechenland, das seiner so dringend be⸗ darf, abgegangen, sondern hat sich zuerst nach Malta gewen⸗ det. Ueber die Gruͤnde dieser unerwarteten Richtung sind wir nicht ganz im Klaren; vielleicht wuͤnschte er dort die Seehelden von Navarin vereinigt zu finden, und von ihnen geleitet, den Fuß in das vielfach erregte Land zu setzen; vielleicht hoffte er einige englische Truppen zur Bedeckung ützumehmen, vielleicht endlich will er dort den Ausgang ge⸗ isser egungen abwarten, die setzt Griechenland von eeuem zerruͤtten und sich dem Praͤsidenten feindlich entgegen

hierauf folgt eine Reihe gemacht werden soll: „daß

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vorbereitet ist.

31. Dezbr. (in der Allgem. Zeitung) sehen die englischen und rusischen Schiffe, die Getreide geladen haben, und seit der Schlacht bei Navarin den Hafen jener Hauptstadt nicht verlassen dursten, sich genoͤthigt, ihre Ladungen um jeden Preis herzugeben, da die Regierung fuͤr beladene Schiffe die⸗ ser Nationen keine Fermans ertheilt, und die Eigenthuͤmer des Getreides einen bedeutenden Schaden zu besorgen haben, wenn sie den Vetkauf laͤnger anstehen lassen. Die Pforte faͤhrt fort, die groͤßten Kriegsruͤstungen anzuordnen, in den Moscheen ist ein Ferman verlesen worden, der die ganze Na⸗ tion vom 10ten bis zum 50sten Jahre unter das Gewehr ruft, und jedem besiehlt, sich an das allgemeine Aufgebot an⸗

1 A inz glich neue Mann⸗ zuschließen. Aus den Provinzen koͤmmt täglich ner schaft an, die meistens nach der Donau abgeschickt wird,

Mann kompletirt werden soll.

wo die Armee auf 80,000 Der Großwessier selbst wird sie anfuͤhren und der vven. Hussein Pascha ist ihm als Kommandant des Lagers beige⸗ geben. Der Großwessier wird naͤchstens nach abgehen, wo auch Alles zum Empfange des Großherrn selbs

Ein Korps Artilleristen und Bombardiere von ungefͤhr 8000 Mann ist aus Rumelien hier eingetrof⸗ fen, und wird nach den Dardanellen gehen, wohin auch Ta⸗ hir Pascha mit 2 Linienschiffen und 4 Fregatten gesegelt ist, um im Falle eines feindlichen Versuches die Durchfahrt zu vertheidigen. Auch ist der Schatzmeister beauftragt, fuͤr die richtige Bezahlung des Soldes die groͤßte Sorge zu tragen; bis jetzt wurde er wirklich den Truppen pünktlich verabfolgt. Ibrahim Pascha soll den Wunsch geaͤußert haben, mit seinen Truppen nach Alexandrien zuruͤckzukehren.

Aus Alexandrien wird unterm 6. Dezbr⸗ gemeldet: Unser Hafen ist seit dem ungluͤcklichen Ereignisse von Nava⸗ rin oͤde und verlassen, nur drei europaͤische Schiffe sind seit dieser Zeit hier eingelaufen, und die franzoͤsische Fregatte Vestale ist das einzige fremde Kriegsschiff, das hier vor An⸗ ker liegt. So ruhig es im Allgemeinen hier aussieht, so liegt doch der Handel aus Furcht vor dem Kriege gaͤnzlich darnieder. Ein aus Konstan inopel hier eingetroffener Tatar, der, wie es allgemein heißt, dem Pascha wichtige Depeschen brachte, giebt zu den verschiedensten Geruͤchten Anlaß. Un:-: ter anderm heißt es, die Pforte habe den Pascha aufgefor⸗ dert, 100,000 Mann zu ihrer Verfuͤgung zu stellen, woruͦ- ber er selbst das Kommandd fuͤhren solle. Ferner heißt es, man wolle ihn zum Pascha von Syrien ernennen, und es sei ihm aus Konstantinopel die Unvermeidlichkeit des Bru⸗ ches mit den alliirten Maͤchten bereits angezeigt. Bis jetzt ist indessen hier noch nichts geschehen, was diesen Geruͤchten irgend einige Wahrscheinlichkeit verleihen koͤnnte. Der Pa⸗ scha schickt sich an, eine Inspektionsreise durch sein Land zu machen; er wird zuerst nach Cairo gehen, um die dortigen Truppen zu besichtigen. 1

China. Englische Blätter enthalten folgende Nachrich ten uͤber den Aufstand in den dem chinesischen Reich unter⸗ wuͤrfigen Ländern der kleinen Bucharei: „Der Pekinger Hof⸗ zeitung zufolge, scheint die Insurrection in der Ost⸗Dscha⸗ gatay den Kaiser in lebhafte Besorgniß zu versetzen, und er hat sich bemuͤssigt gefunden, zwei seiner vornehmmsten Heer.· fuͤhrer, die Mandarinen Changsing und Yangwurtschun dahin abzusenden, um die Mandschu Tartaren zu Paaren zu. treiben, deren Vorfahren wie bekannt im Jahre 1044 das chinesische Reich eroberten, und die jetzt regierende Dynastie

ruͤndeten. Wir sind von den Ursachen der Rebellion und 8 von den Absichten und Mitteln der Insurgenten nicht näher unterrichtet; es ist aber keineswegs unwahrscheinlich, daß es auf einen aͤhnlichen Einfall, wie im siebzehnten Jahrhundert, abgesehen ist, und wenn die Tataren wirklich abermal die Graͤnzen uͤberschreiten, und die entfernte Bevoͤlkerung des chinesischen Stammlandes angreifen sollten, so dürfte uns der gluͤckliche Erfolg dieses anscheinend colossalen Unterneh⸗ mens nicht uͤberraschen. Der eigentliche Schauplatz des In- surrectionskrieges ist dermalen volle 1500 (englische) Meilen von der Hauptstadt des chinesischen Reiches entfernt, man

zu stellen scheinen. 8 kei. Zufolge Nachrichten aus Konstantinopel

vom

kann sich daher vorstellen, mit welchen ungeheueren Kosten

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