1828 / 28 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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7 2*1 8 eierlichkeit statt. Es wurde naͤmlich im Dorfe Peckshill (Grafschaft von West⸗Chester) das auf Kosten der Stadt New⸗ork dem John Paulding errichtete Monument einge⸗ weiht. Nachstehende Inschrift enthaͤlt eine kurze Erzaͤhlung des Ereignisses, wodurch der Verstorbene sich die Dankbar⸗ keit seiner Mitbuͤrger erworben hat: „Hier ruhen die sterb⸗ lichen Ueberreste von John Paulding, gestorben am 18. Fe⸗ bruar 1818, im 60 sten Jahre seines Lebens. Am 23. Sep⸗ tember 1780 gelang es ihm, in Begleitung von zwei jun⸗ gen Landleuten der Grafschaft West⸗Chester (deren Namen dereinst auf ihre eigenen Monumente eingegraben werden sollen), den englischen Spion André aufzufangen. Wiewohl arm, so verachtete er doch das Mittel: Reichthum durch Aufopferung sei⸗ nes Vaterlandes zu erwerben. Der Versuchung hohen Lohnes widerstehend, brachte erden Gefangenen nach dem amerikanischen Lager. Durch diesen Act edler Selbstverlaͤugnung wurde Arnolds Verrath entdeckt; das Vorhaben des Feindes vereitelt; West⸗Point und das amerikanische Heer gerettet; und diese, durch Gottes Gnade jetzt freien, Vereinigten Staaten von der drohendsten Gefahr gerettet.“ Nachdem der letzte Stein des Monuments in Gegenwart einer großen Anzahl Zu schauer, die dazu herbeigestroͤmt waren, gelegt worden war, bielt William Paulding eine Rede, woraus wir folgende Stellen mittheilen: „Die Geschichte zeugt fuͤr die Wichtig⸗ keit der Handlung, deren Andenken wir heute feiern. An⸗ dre’s Gefangennehmung verhuͤtete großes Ungluͤck und fuͤhrt zu den glänzendsten Resultaten, besonders aber bietet sie eir. Beispiel von der Treue und Vaterlandsliebe der Landmili. der Vereinigten Staaten dar. Es ist keiner von denen, mein Zuyorer, die sich dem Greisenalter nahen, welche sich nicht erinnern, daß im J. 1780 die Freiheit dieses Landes in der hoͤchsten Gefahr sich befand. Drangsalen und das Mißgluͤk ken vieler Unternehmungen hatten alle Kraͤfte gelaͤhmt, und beinahe alle Hoffnung niedergebeugt. Unsere kleine Armee, die einzige uͤbrig gebliebene Stuͤtze der Freiheit, war bei West Point, beinahe dem letzten Zufiuchtsort der Freiheit, zusam⸗ mengedrängt. Waͤre diese Armee mit ihrem ruhmwuͤrdigen Anfuhrer durch Verrath in die Hande des Feindes gekom men, und wäre jener Wehrplatz vom Feinde eingenommen worden, so war die Verbindung der noͤrdlichen mit den suͤd abgeschnitten, der Geist des Volks waͤre , der letzte Stand der Freiheit zerstoͤrt und viel⸗ leicht der letzte Strahl von Hoffnung erloschen. Diesen Plan hatte der Verruͤther Arnold geschmiedet, und beinahe vollführt. Wollt Ihr mehr davon wissen, so laßt es Euch durch den ehrwürdigen Theilnehmer an Pauldings glorrei⸗ cher That erzaͤhlen, den ich unter Euch sehe. Er wird Euch von dem Verrath erzaͤhlen; von der Versuchung, welcher der Mann, der bis dahin der zweite in der Achtung seiner Mit⸗ buͤrger gewesen war, (Arnold) unterlag, und die einfachen Bauerssöhne von West⸗Chester widerstanden; von dem Bei⸗ fall der Nation, von dem Dank des Congresses (John Paul⸗ ding und seine beiden Genossen erhielten eigends dazu geschla⸗ gene Denkmuͤnzen) und endlich von dem edlen Stolz und von dem begluͤckenden Gefuͤhle, welcher seine letzte Stunde nooch verschoͤnern wird. Meine Freundel der Mann, dessen sterolicher Huͤlle wir die letzte Ehre erweisen, und der sich so unvergänglichen Ruhm erwarb, war unter uns geboren und erzogen; er war der Sohn eines einfachen Landmannes;

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seine Erzichung eine solche, wie jeder Sohn eines Buͤrgers dieses Landes sie erhalten kann; er war, wie Ihr alle seid.

Er zeigt Euch was jeder von Euch sein kann und muß, wenn die Stunde der Gefahr da ist, und das Vaterland den Pa⸗ triotismus aufruft. Praͤgt es tief in Euer Gemuͤth und in das Eurer Kinder ein; auf das Ihr, wenn Ihr wie John

aulding berufen sein solltet, Eurem Vaterlande solche Dienste hnemweisen, wie er handeln moget, und wie er einerndten

Eurer Mitbuͤrger! sh. Suͤdamerika. 1

Otosn-ie einem Schreiben aus Guatimala vom 18 Haupcauartier gischen Blaͤttern) hatte man daselbst aus dem ertier in Jsalco erfreuliche Nachrichten erhalten; die

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B— —, 8 Revolutionairs waren in der Naͤhe der Stadt San Miguel

durch eine Division von den Truppen der Foͤderal⸗Regierung angegriffen, und mit Verlust aller ihrer Bagage, Waffen und Munition in die Flucht geschlagen. In Folge dieses gluͤcklichen Ereignisses hatte Don Jasto Milla, Befehlshaber dieser Division, von jener Stadt (Dan Miguel) Besitz ge⸗ nommen. Auf diese Art haben die Revolutionaixe nur noch San Salvador inne, und die andern Staaten sind von den Schrecknissen eines Buͤrgerkrieges befreit., Die An⸗ fuͤhrer der Revolutionäre, welche fruͤher gegen die Stimme der Versöhnung taub waren, haben nun, da sie ihre Huͤlfsquellen fuͤr nicht zulaͤnglich halten, der Regierun Friedensvorschlaͤge gemacht. Der Präaͤsident der Republik, Manuel J. Arce, der den Befehl uͤber die Armee dem Bri⸗ gade⸗General Don Francisco Cascaras uͤbergeben hat, wur den taͤglich in Guatimala erwartet. b

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Berlin. In mehreren Regierungs⸗Amtsblaͤttern wer⸗ den die Superintendenten und Schul⸗Inspektoren aufgefordert, nach Moͤglichkeit fuͤr die Einrichtung von Klein⸗Kinder⸗ schulen zu wirken, in welchen Kinder vom vollendeten zweiten bis zum zuruͤckgelegten sechsten Lebensjahre aufgenom⸗ men und erzogen werden and welche schon in England und in manchen Städten des Festlandes in einer nicht geringen Vollkommenheit bestehen. Diese Schu en bezwecken, jener Aufforderung zufolge, keineswegs schon einen Unterricht, wie er in den Schulen fuͤr herangewachsene Kinder und nament⸗ lich Behufs der Erlangung bestimmter Kenntnisse und Ge⸗ schick ichkeiten ertheilt wird; sie wollen aber auch nicht ihre kleinen Schuͤler bloß zum Stillsitzen gewoͤhnen, und sie nur einige mechanische Beschaͤftigungen oder sinnliche Spiele vor⸗ nehmen lassen, und unterscheiden sich somit eben so weit von den an allen Orten bestehenden Lehrschulen, wie von den hier und da schon bestehenden sogenannten Warteschulen. Ihr Zweck ist vielmehr, Kinder der obengedachten Art auf eine, ihrem zarten Alter, ihren Kraͤften und Neigungen angemessene Weise durch Vorfuͤhrung und Anschauung sinnlicher Gegenstände der mannigfaltigsten Art, durch Erzaͤhlungen, Uebungen des Gedaͤchtnisses, durch religioͤse und sittliche Ein⸗ wirkungen, durch Uebung der Sprachfertigkeit, durch das Zu⸗ sammenleben mit einer Menge anderer Kinder, durch freundliche Verbindung mit kinderliebenden verstaͤndigen Erziehern, end⸗ lich durch zweckmaͤßiges geordnetes Spiel, durch koͤrperliche Bewegung und Uebung u. s. w. angenehm und lehrreich zu beschäͤftigen, ihre Kraͤfte zu entwickeln, ihnen Untugenden abzugewohnen und sie fruͤh mit Sinn und Lust zu allimn Gten zu erfuͤllen, so daß also die Klein⸗Kinderschulen uͤber.. all mehr die Bewahrung und Versittlichung, als die eigent:a;— liche Belehrung ihrer kleinen Schuͤler sich zum Ziele sezen. Vornehmlich gewaͤhren diese Schulen noch den Vortheil, daß Eltern, welche ihrem Erwerbe nachgehen muͤssen, dies ungehindert durch ihre kleinen Kinder, und unbesorgt um diese, thun koͤnnen. Endlich wird vorzuͤglich der Wunsch ausgesprochen, daß thaͤtige und denkende Lehrer auf dem Lande und in kleinen Städten, mit Bemitzung der Schullo⸗ kalien, Klein⸗Kinderschulen einzurichten versuchen. Als beste Anleitung zu letzterm wird die Schrift anempfohlen: Ueber die fruͤhzeitige Erziebung der Kinder und die englischen Klein-Kinderschulen von Wilderspie. Aus dem Englischen von Wertheimer.

Stettin, 25. Januar. ein seltenes und schoͤnes Fest in der, neten Straf⸗ und Besserungs⸗Anstalt begangen.

rei Straͤflinge, welche

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Am gestrigen Tage S⸗ 2 1820 eroͤff⸗ zu Naugardt wuͤrdig wegen Subordinations⸗Ver gehen im Jahre 1818 zu uv8— Gefängniß. strafe verurtheilt, und zwei weibliche Straͤflinge, welche

noch auf mehrere Jahre der Freiheit beraubt waren, sind mittelst Allerhoͤchster Kabinetsordre vom 11. d. Mts.

begnadigt, und wurden buͤrgerlichen Gesell

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