1828 / 36 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

theilhaft fuͤr⸗ die dasigen Gegenden an und versprach sich ei besonders gutes Jahr. Deutschland.

Schwerin, 6. Jan. Von Seiten der koͤnigl. preuß. Regierung ist die Verfuͤgung getroffen, daß hinfuͤro alle Landes⸗ Erzeugnisse des hiesigen Großherzogthums, von Suͤlz nach dem Maichiner See und umgekehrt, auf. den Fluͤssen Peene und Trebel, soweit sie die koͤnigl. preuß. Lande beruͤhren, eben so wie solches bisher nur fuͤr das Salz bestimmt ge⸗ wesen, abgabefrei sellen durchgefuͤhrt werden duͤrfen, voraus⸗ gesetzt, daß solches uno tractu und nur zur Tageszeit

geschiehe Schweiz.

Seit 1806 bis 1826 sind im reformirt n Theil des Kantons Bern 200 neue Schuthaͤuser erbaut. Der Staat gab zu den Baukosten 51,019 Franken. Dennoch bleiben noch 106 Schulen ohne eigene Gebaͤude. Dieser Schulen waren im Jahr 1806 nur 507, von 41516 Kindern besucht; im Jahre 1826 aber 701 Schulcn, von 65516 Kindern be⸗

ucht. 8 Tuͤrkei.

Briefe aus Constantinopel vom 27. Dezember, welche in London angekommen waren, enthalten eine Darstellung der Maaßregein, weiche die Pforte ergriffen hat, um den englischen, russischen und franzoͤsischen Einwohnern von Con⸗ stantinopel wirksamen Schuß angedeihen zu lassen: die An⸗ gelegenheit ist einer Commission, bestehend aus dem Testje⸗ rehdschi, dem Desterdar und dem Reis⸗Effendi anvertraut worden; letzterer soll jedoch nur in dem Fall hinzutreten, wenn gegen die beiden ersteren Beschwerde gefuͤhrt werden möchte. Um jedoch den Schutz nur Wuͤrdigen zu verleihen, sind die Behoͤrden mehrere Tage lang mit der Aufnahme der Listen der in Constantinopel befindlichen Unterthanen der drei Mäͤchte beschäftigt gewesen; ein englischer Kaufmann hat sich, auf den Wunsch der Pforte der Pruͤfung der An⸗ forderungen mehrerer angeblichen Jonier unterzogen, und ein italienischer Kaufmann hat das namliche Amt in Ansehung der Malteser uͤbernommen, bevor denselben gestattet wird, sich in die Register eintragen zu lassen und bevor sie die Er⸗ laubniß erhalten, in Constantinopel zu bleiben; denn die tuͤr⸗ kische Regierung wuͤnscht nicht, daß durch eine unbeschraͤnkte Schutzgewährung die Sicherheit des Ganzen gefaͤhrdet wer⸗ den moͤchte. Diese Purification wurde indessen (nach den in Londoner Bläͤttern enthaltenen Mittheilungen aus obgedachten Briefen) in den ersten Tagen mit einem etwas blinden Eifer betrieben; und die Folge davon war, daß 200 bis 300 In⸗ dividuen von zweideutigem Ruf in den Straßen oder in ihren Schlupfwinkeln ergriffen und auf Schiffe gebracht wurden, worauf sie anderwaͤrts hin transportirt werden soll⸗ ten. Da diese Methode indessen augenscheinlich der Willkuͤhr Thuͤr und Thor oͤffnete, so wurde sie bald aufgegeben. Es wandern aber viele Personen freiwillig aus. Die Ruhe ist keinen Augenblick gestoͤrt worden.

Vereinigte Staaten von Nordamerika.

Folgendes sind die ( letzthin erwähnten) Beschluͤsse, welche der Senat von Suͤd⸗Carolina am 12. Decbr. v. J. in Betreff der Vollmacht der General⸗Regierung gefaßt hat. 1) Daß die Constitution der Vereinigten Staaten ein Pact zwischen Voͤlkern verschiedener Staaten, als abgesonderte und e Souverainitaͤten sei, und daß, wenn der

abe oder der Geist dieses Pacts von dem Congresse der Vereinigten Staaten verletzt werde, es nicht allein dem Volke, sondern auch den selbiges vertretenden Gesetzgebern zustehe, sich gegen zu erheben; 2) daß gegangenen und unter dem Acten, Verletzungen des Geistes zuruͤckgenommen werden muͤssen; 3) daß der Congreß nicht die Macht habe, den Straßen⸗ und Canalbau in den Staa⸗ ten anzubefehlen, sondern daß seine Autoritaͤt sich einzig darauf beschränke, die noͤthigen Gesetze, nach den ihm uͤber⸗ tragenen Vollmachten, zu erlassen; 4) daß die americanische Colonisationegesellschaft Cur Verpflanzung der Neger nach Africa) kein Gegenstand von Narionat⸗Interesse sei, und der Congreß keine Art von Recht habe, diese oder eine andere Gesellschaft zu schüͤtzen oder Verfuͤgungen zu ihren Gunsten zu machen; 5) daß die Senatoren des Staates im Congresse beauftragt und die Repraͤsentanten ersucht werden sollen, sich der Eroöbung des Tarifs, die in der Absicht unsere Natic⸗ beschuͤtzen vorgeschlagen ist und allen zu

die im Jahre 1816, 20 und 24 durch⸗ Namen Tarist Laws bekannten der Verfassung seien und

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eine solche Verletzung des Foͤderalpactes

innern Verbesserungen in den Vereinigten Staaten oder zum Schutz der Colonisationsgesellschaft von der allgemeinen Re⸗ gierung, es sei nun directe oder indirecte gemachten Verfü⸗ vngen zu widersetzen. Am 20. Decbr. hat der Senat der

ereinigten Staaten angefangen, sich mit einer Bill zu be⸗ schaͤftigen, welche die Abschaffung der Einkerkerung der Schuldner zum Zweck hat. Die Debatten sind noch ausge⸗ setzt worden.

Mericco. Privatbriefe aus Kvannah (in Londoner Blättern) stellen, in Uebereinstimmung mit den (gestern erwaͤhnten)

Nachrichten aus Vera⸗Cruz, die Lage von Mexico als sehr be⸗ draͤngt und schwankend dar. Die Regierung ist nach In⸗ halt derselben in großer Geldnoth; uͤberall zeigt sich der heftigste Parteigeist. Ein alter Priester, welcher gezwungen worden ist, Mexico zu verlassen, hat in Havannah ausge⸗ sagt, es wuͤrde unfehlbar binnen Kurzem zu blutigen Auf⸗ tritten kommen. Brasilien.

Nachstehendes ist die (letzthin bereits kuͤrzlich erwaͤhnte) Rede, womit Se. Maj. der Kaiser am 16. Nov. zu Rio Janeiro die Kammern geschlossen hat:

„Erhabene und sehr wuͤrdige Repraͤsentanten des brasi⸗ lischen Votts! Voller Freude und Zufriedenheit, womit ich auf die weisen Arbeiten der Versammlung waͤhrend der Dauer der jetzigen Sitzungszeit blicke, und betrachte, wie nuͤtzlich sie die beiden Prorogationen angewendet hat, welche zu verordnen mir angemessen schien, kann ich nicht umhin, mir zu den gesegneten Resultaten dieser Arbeiten und Ge⸗ setze Guͤck zu wuͤnschen, welche im Laufe der Session voll⸗ endet sind. Die Liebe, welche ich fuͤr Brasilien hege, die politischen Zeitumstande, worin wir uns befinden, und das Nationalinteresse zwingen mich, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß es uͤberaus zutraͤglich sein wuͤrde, wenn der groͤßte Theil der Mitglieder der beiden Kammern in der Hauptstadt bliebe; denn in Betracht des Kriegszustandes, in weichem wir uns besinden, und bei der Hoffnung, einen Friedensvertrag abschließen zu koͤnnen, koͤnnte es sich treffen, daß irgend ein Artikel uͤber die Graͤnzbestimmung gesetge⸗ bende Maaßregeln erforderlich machte, ohne welche der Trac⸗ tat nicht abgeschlossen werden koͤnnte. Ich uͤberlasse es der Klugheit eines jeden Mitgliedes dieser Versammlung, uͤber das Gesagte nachzudenken, und es scheinen mir mehr als hinreichende Gruͤnde vorhanden zu sein, um einen Ausgang zu hoffen, welcher Brasilien zeigen wird, wie großen An⸗ theil wir an seinem Gluͤcke nehmen.“

Die in Rio erscheinende franzoͤsische Zeitung, Echo de DAmeérique du Sud, fuͤgt diesem Actenstuͤcke Folgendes hinzu: „Es fehlt uns an Zeit, um die Rede Sr. Maj. mit einigen Reflexionen zu begleiten, zu welcher sie Stoff giebt; jedoch koͤnnen wir es uns unmoöͤglich versagen, auf den Ausdruck der Zufriedenheit des Kaisers mit den Arbei⸗ ten der Versammlung, auf sein edles Vertrauen in die con⸗ stitutionelle Regierung, das Geschenk seiner Freigebigkeit an die Ie⸗ und vor allen auf die Hoffnungen eines so ersehnten Friedens aufmerksam zu 8

uns jetzt zu fassen erlaubt ist. -Shn . Se 7

Columbien.

Der Congreß hat ein Gesetz genehmigt, vermoͤge dessen eine Anzahl fruͤher bestrittener Forderungen an den Staat anerkannt worden sind. Die auswaͤrtigen Anleihen sollen mit b, die inlaͤndischen aber mit 3 und 5 pC. verzinset wer⸗ den. Zur Sicherstellung der Zinsen sind angewiesen 1) der Gesammthetrag der Tabacks⸗Taxe; 2) ein Achtel der Zoll⸗ einnahme; 3) der ganze Betrag der noch vacanten Laͤndereien, welche verkauft oder verpachtet werden moͤchten; 4) der ge⸗ sammte Ertrag vom Verkauf oder von der Verpachtung der Bergwerke; endlich 5) eine nicht unbedeutende Anzahl von geistlichen Einkuͤnften.

1t art. Feenceeh 9 8 5pv

Breslau. Die oͤkonomische Sektion der Gesellschaft fuͤr vaterlaͤndische Kultur zeigt an, S Verein praktischer Landwirthe in Schlesien fuͤr Aecclimatisi⸗ rung fremder nutzbarer Naturalien, und besonders ausländi⸗ scher Gewaͤchse, durch den unermuͤdeten Eifer des Stifters Baron von Kottwitz zu Nimptsch, bereits 22 Theilnehmer sich gefunden, und uͤber die Uebernahme der speziellen Ge⸗