2 1
der Kammer die Rede; erst, wenn diese statt gesunden, töͤnne man sich mit den eingegangenen Bittschriften beschäf⸗ tigen. Der Marquis von Chauvelin unterstuͤtzte den Antrag des Herrn C. Périer, den er weise und gemaͤßigt nannte; weise, weil er sich auf die, dem Petitions⸗Rechte gebuͤhrende Achtung gründe; gemaͤßigt, weil die Kammer sich der ihr bei Pruüfung der Vollmachten rechtmäßig zustehenden Befug⸗ niße mit größerer Strenge haͤtte bedienen koͤnnen, wenn sie nicht von dem Wunsche beseelt gewesen waͤre, ihre desinitive Zusammenstellung so schnell als möͤglich zu bewirken. „Das Interesse Aller,“ schloß der Redner, „erheischt, daß die Be⸗ trüͤgereien bei den Wahlen dergestalt bestraft werden, daß sie nie wieder zum Vorschein kommen. Zeigen wir den Mini⸗ stern, daß es kuͤnftig keinem unter ihnen mehr moͤglich sei, sich, auf seine Macht gestuͤtzt, zum Anfuͤhrer einer Bande von Verfaͤlschern und Missethaͤtern aufzuwerfen. Dies wuͤrde aber unfehlbar geschehen, wenn wir nicht auf die groͤßte Drdnung und Regelmäaͤßigkeit bei dem Wahlgeschäfte hielten und dem Ministerium die eingegangeenen Beschwerden dar⸗ üüber mittheilten. Der Augendlick dazu ist guͤnstig und ich stimme daher dafuͤr, daß diese Mittheilung ungesaͤumt ge⸗ sschehe.“ — Herr Ravez sprach in dem Sinne des Herrn Pardessus; der Antrag sei unnuͤtz und nicht an seinem Plaatze, da noch keine schriften: Commission ernannt sei und die Kammer eine solche auch nicht ernennen koͤnne, be⸗ (vor sie sich nicht definitiv constituirt habe. Er verlange daher, daß man daruͤber zur Tages⸗Ordnung schreite, und Herr Dupin der Aeltere unterstuͤtzte diesen Antrag. Auch Herr Mchin schloß sich demselben an, jedoch unter der Bedin⸗ gung, daß die mehrerwähnten Bittschriften dem Präͤsidenten uruͤckgestellt und spaͤter der desfallsigen Commission uͤber⸗ wiesen werden. Herr C. Périer trat endlich, nachdem noch die Herren von Noailles, von la Bourdonnaye und Mar⸗ Jquis Doria die Rednerbuͤhne bestiegen, jenem Antrage eben⸗ fäalls bei. Hr. Creuzé, der zu der ganzen Discussion Anlaß
8 12. gegeben, wurde schließlich einstimmig aufgenommen, ebenso
die Deputirten der obern Vienne, obg’eich auch hier dreißig Waäͤhler gegen die g der Herren von Montbron aäund Moumenier⸗Buisson in Limoges pretestirt hatten. Hin⸗ scchtlich des Letztern, der nur vorläufig aufgenommen wor⸗ sden ist, erwartet man noch nähere Auskunft von dem Mi⸗ ster des Iunern. Am Schlusse der Sitzung, die von 2 des halb 6 Uyr dauerte, wurden noch die Wahlen der fuͤnf Deputirten des Departements der Penne bestätigt. In der naͤchsten Sitzung erwartete man den Beschluß der Ve⸗ richte uͤber die Verificatien der Vollmachten.
Das Departements⸗Wahl ⸗Collegium zu Lons le Saulnier (Jura) hat an die Stelle des mit Tode abgegangenen Hrn. Nieod de Ronchaud, den roya’tstischen Candidaten Hrn. Ba⸗ ey, Rach am Köoͤnigl. Gerichtshofe zu Besangon, zum De⸗ putirten b — r die geistlichen Schulcn in Frankreich, — ein Ge⸗
7 9
aber durch die Ernennung einer Commission zur Pruüfung des derselben Wichtigkeit erhäͤlt, — giebt
ein Privatschreiben solgende Aufschlüsse: Die Heuser zur Er⸗ 1 zichung der Geistlichen sind in Frankreich in zwei baosn getheilt. In den 5 der ersten Klasse, welche großr Seminarien heißen, wird bloß Theologie geiehrt und
I
*. diese werden daher autschtießlich voen Geistlichen besucht. In
den Häusern der zweiten Klasse, welche unter dem Namen “ Seminarien oder geistlichen Secon⸗ 164;-Schulen bekannt sind, umfaßt hingegen der Unterricht üue Gegenstäͤnde, weiche gewöhneich in den öͤffentlichen Schu⸗ - vorgetragen werden. Viele Eitern halten es daher für zuträglich, ihre Kinder, wenn selbige auch nicht zum geistlt⸗ 1“ 2 n, dh dee Hüueget be Saac weshalb denn wentgstens die Hälfte der Studt⸗ . aus Laien besteht. Die Directoren und Secondar⸗Schulen sind jedoch inmgn Geist iche, deie von dem DBischefe angestellt ter dessen Auffcht stehen. borigen Schulen
82
3 genstand, der im Aus ande weniger allgemein bekannt ist, jetzt
negocürt; der Bevollmächtiate der haitischen Regi
5 *
urt
Schulen, in einigen sogar drei. Die Anzahl derselden mag sich im Ganzen genommen auf 120, die der Studirenden anf 45 bis 50,000 belaufen. Acht von diesen Secondär⸗Schulen b stehen unter der Leitung der Iesuiten; sie besinden sich zu Saint⸗ Acheul bei Amiens; zu Sainte⸗Anne dei Auray in der Bretagne;
zu Dole im Dept. des Jura; zu Montmorillon im Dept. der Vienne; zu Bordeaur, Air, Forralquter und Billem ([Puyde: Dome). Die Anzahl der Studirenden in diesen 8 Schulen wechselt zwischen 3000 und 3500. — Durch die Ernennung der Eingangs erwahnten Commission will man nun, wie die best⸗ unterrichtetsten Personen glauben, irgend eine Maaßre⸗ gel vurchsetzen, welche scheinbar alle geistlichen Secondär⸗ Schulen umfassen soll, eigentlich aber nur darauf berechnet ist, diejenigen Bischoͤfe, welche Jesuiten angestellt haben, zu zwingen, daß sie deren Entlassung bewirken, und, wenn die⸗ ses geschehen, zu verhindern, daß selbige wieder von einem andern Bischofe angestellt werden. Andere — in⸗ zwischen, daß die Regierung blos zu hatben Maaßregein schreiten und sich damit begnuͤgen werde, von den Bischöfen zu verlangen, daß sie sich gewissen Anordnungen unterwer⸗ fen, die zwar die Bischoͤfe nicht verhindern wuͤrden, Jesui⸗ ten anzustellen, werche indessen schon dadurch, daß uͤbe haupt eine Maaßregel ergriffen, die Narion uͤberzeugen sollen, daß die Nesutten nicht allmächtig sind, wie von den Gegnern des vorigen Ministeriums behauptet worden ist. In dem Schreiben, aus dem wir diese Mittheilung entlehnen, wird 22 uͤbrigens als eine unzweifelhafte, amtlich dekannte Thatsache angefuͤhrt, daß die Zahl der gegenwärtig in Frankreich be⸗ find ichen Jesuiten (d. h. der Männer, die sich
dafuͤr bekennen) nicht mehr als 450 beträgt, wovon keiner — kirchliche Wuͤrde bekleidet oder bei Hofe angestellt ist noch war. Pearis, 11. Febr. Das Journal des Debats erkeart in seinem neuesten Blatte, daß es zwar dem jetzigen Mint⸗ sterium Verdienst und Faͤhigkeiten nicht abspreche, meint je⸗ doch daß dasselbe sich nur halten koͤnne, wenn es sich Män⸗ ner zugeselle, die ihm die Majeritäͤt in der zweiten Kammer verschafften, nämlich (seiner Ansicht nach) Mitglieder dee linken Centrums und der linken Seite; unmöglich füͤgt jenez Blatt hinzu, koͤnnen die Minister sich ihre Un ichkei verbergen; ihr erstes Auftreten in der Deputirten: Kammer muß ihnen hieruͤber völlig die Augen geöffnet haben. — Di. Gazette de France ist dagegen mit der der Kammer sehr zufrieden und behauptet, die rechte 8 fest und einig, eine bedeutende Majerität gebildet habe, wo gegen das linke Centrum und die linke Seite, unter sich un⸗ einig und unsicher, augenscheinlich die Minorität ausgemach
haͤtten. Der C ionnel will wissen, daß als in der Pairs Kammer die glieder der Cemmissien für die Dankadresse
gewäͤhlt wurden, der Bischef ven Hermopolis mit den Fein⸗ den des vasa. ee 82 habe. Wie kann man, frägt die Gazette, den Inhalt eines geschlossenen Waßbsgektes kennen; vorauegesetzt aber, das Fattum waͤre gegründet, wie kommt der Co dazu, cinem Aht⸗ nister ein Verbrechen daraus zu machen, daß er nach selner Ueberzeugung gestimmt hat?
Die haitische Regierung hat bet den hiesigen Banguiers
ée et Guillot und Gisquet und Cemp. eine neue Anlcihe von 37 ½ Million Fr eröffnet. Sie wird in 5 Ct. ir Obligationen von 500, 1000, 20 0, 2500 und — Hendrickg, wid die Obligarzenen unterzeichnen. der ganzen Summe werden sogleich 15 pCt. adgezegen und hiet . Zum zur Bezahlung der ersten e zu dienen. Sämmtliche Einkünfte der Repudlik sind zum Uln⸗ terpfande saͤr Capital und Zinsen eingesctk. Dee — dieser Anleihe findet in der Art starr, daß bie 2 5
en der
bis zum A von 30 Jahren, bei sämmlichen Republik auf eines Drurheilse aller Steuern, sirohe inläͤndischer, als Ein: und Auesuhr Abgaben, für vell ange 8 nommen werden sollen. Bon dlesen dergestalt 72— werden die Nummarn alle 6 Monate ich bekannt gemacht werden. Alle Oöngatienen, welche nach den in Paris baar werden. (Die im Mevenaber 1825 FEA bprocenrige haitische Anleihe steht aus 2 1ae 21,Jn T.m erscheint hier cin neues
Blatt, le messager du soir; es verspricht vor *