1828 / 44 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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lt, was den Redner, zu wenig duͤnkt: außerdem is 8 dieser ichter Sporteln, 2 sich im Kriege im Durch⸗ schnitt auf 7500 Pf. belaufen mögen, und die in Friedens⸗ gar keinen Ertrag bieten. Dieses sagt Hr. Br., scheint aäußerst bedenklich. Laͤcherlich und unangemessen ist ein anderer Umstand, der nämlich, daß der Richter, welcher alle Ches und Ehescheidungssachen zu verhandeln, und in den so wichtigen Testamentssachen zu entscheiden hat, nicht

von der Krone, sondern, sollte man es wohl glauben, vom Erzbischof von Canterbuty und vom Bischof von London er⸗ naunt wird;z eden so verhält es sich mit dem Consisto⸗ rialgerichtshofe von York, wozu die Besetzung dem Erzbi⸗ schof von York zusteht. Noch groöͤßer sind die Uebelstande, welche die ungeheure Ausdehnung der Competenz des Ge⸗ heimenraths, weicher als Appelhof fuͤr alle unsere Besitzungen in Amerika Ost⸗ und West⸗Indien spricht. Wie ist es mög⸗ lich, daß die Mitglieder desselben die so verschiedenartige Ge⸗ vom Vorgebirge der guten Hoffnung, von Ceylon,

von Madras, von Nord⸗America, die sämmtlich hier zur ung kommen, kennen sollen. Hierzu kommt, daß dieser Gerichtshof, nach einem Durchschultt von zwoͤlf Jah⸗ ren, jährlich nur neun Tage gesessen hat. In diesen f Jahren sind ihm 511 Rechtsfaͤlle zur Entscheidung vorgelegt worden, 129 sind entschieden worden, alle uͤbrigen sind entweder ganz liegen geblieben, oder die Partheien ha⸗ verglichen, weil sie wohl einsahen, daß sie sonst ih⸗

een Ruin entgegen gingen. Hierbei muß ich einen und daß ich in diesem Gerichtshofe gewoͤhnlich nur

höͤchstens zwei Rechtskundige gesehen habe. Wie genheiten dort behandelt werden, brauche ich hier⸗ nach kaum zu sagen. Einen Fall will ich nur unter vielen erwähnen. Im Jahre 1809 starb die Königin von Mue⸗ naud, welches beiläufig gesagt, ein Land von 400,000 Ein⸗ wohner ist. Unter ihren Erden entstand Streit; die ostindi⸗ sche Compagnie setzte sich einstweilen in Besitz des Nachlasses damit den Rechten der Miterben ja nicht Eintrag geschehe. Es versteht sich, daß sie die Einkuͤnfte des Nachlasses eben⸗ falls bezog; und ich brauche kanm zu erwahnen, daß diese Sache noch unentschieden ist. Herr Brougham ging nun einer Betrachtung uͤber die Anstellung von Friedensrichtern

. Er tadelte es namentlich, daß dergleichen Stellen mit Geistlichen besetzt wuͤrden. Ferner seien ihre Befugnisse viet zu ausgedehnt, z. B. seie sie in Ansehung von Wilddtevereien ganz grenzt; denn sie koͤnnten auf beinah endlose Gefängniß strafe und auf 7 und 14 Jahren Transportation erkennen. Man wende nicht ein, sagte er, daß diese Aem⸗ ter verwaltet werden, und daß die Beamten 87 Verantwortung unterworfen sein koͤnnen; ac. Defe⸗ ist gut, aber gute Justiz ist noch besser; sehr 3 te jenen Mangel an Verantwortlichkelt fuͤr ein ö den vielen Ficitionen welche unser

berratt t aufzuweisen hat, ist, sagte er weuer, vor die, wonach die die Pri⸗ die Krone hat keine 8* auf gleichem Fuße stehen; denn ß vertüert, waͤhrend der wenn sie den Pro⸗ Iber auch zwischen den Prwatleuten n ,2ö25ö— weiter Unterschied in Ansechung ihrer vor Gericht zu verfolgen. Bei den

t sich ein himmel⸗ igkeit ihre Rechte

ungeheuren K. lche

jeder Prozeß nach 5 seche, steht der Reiche hen Vorthei s

828 ßmäßig heil gegen den Armen, und oft sund

rein verschwendet; denn sie koͤnnten bei einer richtsverfassung ganz gespart werden.” r z. B. einmal in einer Lc löfache. der Ich wa 8 Parthei. Es handelte sich um 20 Pfd. Sterl. die Kosten beliefen sich auf 75 Pf. und als der Spruch In =2* vor, und gewann natuͤrlich den Prozeß. 2 1— so etwas nicht stattfinden koͤnnen, deun vor die S eklagte die Quittung vorzeigen muüssen, be⸗ ache vor die Richter kam, wodurch denn alle 55 1 ö Unter den vielen Gegenständen, 8 er. im Verlauf seiner Rede dehandelte, sagte 8 sogenannten Pasquill, Sachen. Meines wenn dem Li wuͤrd’ es eine große Verbesserung sein, was er gesagt dab. Meattet würde, die Wahrheit dessen, hierauf öE— beweisen. Moͤgen die Geschwornen diesen Bew legen welchen sie wollen, aber man lasse Libellist eben

cis zu, denn wie das Gesetz jetzt steht, wird ein so straft, wenn er Wahrheit ge⸗

Anwald der kla⸗,

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3 2,1 sprochen, als wenn er gelogen hat. Auch gegen die ZI1“ Ausschließung des Zeugnisses von Personen gewister Glaubensbekenntnisse in Criminal⸗achen muß ich protestireen. 4 Ich sehe keinen Grund das Zeugniß eines Menschen in jeder moͤglichen Rechtssache zu verwerfen, sofern er nur an Gott und an eine kuͤnftige Belohnung oder Strafe glaubt und nicht offenbar infam oder ganz unglaubwürdig ist. Hr. Brouge, ham schloß seinen gehaltvollen Vortrag, indem er die Hoff. nung aussprach, daß die Zeit worbei sei wo man sich jeder Verbesserung durch das Geschrei gegen Neuerungen widersetzen. Ich behaupte dreist, sagte er, daß es keinen aͤrgeren Neuerer giebt, als denjenigen, welcher wenn die Zeit so vieles änderet in den Gesetzen und Formen, nichts ändern will, an dem Hergebrachten klebt, alle Verbesserungen durch das Angstge, schrei: „andert nichts!“ hintertreibt, und nicht merkth, daß hierin die unglücklichste, die verderblichste aller Neuerungen llegt. (Lauter Beifall.) Wir haben es in unserer Gewalt wohlthaͤtige Veraͤnderungen zu bewirken, eine große, eine glorreiche Bahn steht uns offen, mögen wir sie betreten; und das gegenwaͤrtige Parlament wird bei der Nachwelt in größerer Ehre stehen als irgend einer seiner Vorgänger. Au⸗ gustus sagte dereinst er habe Rom von Lehm gebaut gefuna, den und habe es von Marmor hinterlassen. Wieviel böde 8 8 und schöner wuͤrde es nicht sein wenn unser Köuig einmal sagen tönnte: er habe die Justiz theuer vorgefunden, und habe sie wohlfeil himterlassen. (Beifall.) Er habe sie als ein geschlossenes Buch gefunden und habe sie als einen offenen Brief hinterlassen; er habe sie als das Erogut der Reichen gefunden und habe sie als die Sicher⸗ heit des Armen hinterlassen; er habe sie als ein zweischnei⸗ diges Schwert in der Hand des Maͤchtigen gefunden und er habe sie hinterlassen als ein Stab zum Schutz und Schein des Volkes! (lauter und fortdauernder Beifall.) Der General⸗Anwald und Hr. Peel spendeten dem gelehrten Red⸗ ner das ihm 22,—f Lob wegen seiner hochherzigen Be⸗ strebungen. r. Peel ließ sich auch auf einige von ihm be⸗ handelten Gegenstande kurz ein, er trug aber wegen der Wichtigkeit des Gegenstandes darauf an, ihn erst in 14 Ta⸗

geu in Verathung zu zichen, welches auch beschlossen 21 Dd. g.æbe—

Bestschland. Frankfurt a. M., 10. Zebe. gen unsers heutigen lattes sind rein als nominell zu detrachten; indem in Staats⸗Effecten schlechterdings kein nmnen war. Als Ursache dieser plötzlichen St n wird die diesen Vormittag erfolgte Ankunft eines Couriers

von Wien angegeben, welcher die neuesten dortigen Course

mit hierher gebracht haben soll. Wie diese lauten, haruͤber hat man jedoch sribst an der Boͤrse nichts Näheres in Er⸗ fahrung bringen koͤnnen. Allein dieses Geheimhalten der Wiener⸗Course in Verbindung mit den in der Allgemeinen Zeitung enthaltenen neuesten Nachrichten aus Constantinopel ist es eben was zu Besorgnissen Anlaß gab, in Folge deren man cs vorzog für heute keinerlei Fondsgeschäfte au der Boͤrse zu machen. Wechsel auf fremde Pläͤtze in langer Sicht biieben anhaltend in Frage.

Tärkei. Der Oesterreichische Beobachter enthält folgenden Aus⸗ zug eines Schreibens aus Jassy vom 4. Februar⸗

Einem so eben aus Gallatz eintreffenden Verichte zu⸗ folge, ist in amimntlichen tuͤrkischen Donau⸗Festungen ein gropherrlicher verlesen worden, kraft dessen allen tüͤr⸗ kischen Soldaten das eigenmachtige Betreten des Gehtetes der beiden Furstenthuͤmer (Moldau und Wallachel), unter was immer fuͤr einem Vorwande, bei Todesstrafe untersagt wird.

9 4 8 Auszug eines Handeleschreibens aus Odessa vom 24. Jan. (65. Febr.) 4 ungewisse Zustand der polttis Dinge sindet

doch hat es im Ganzen mehr das Snen zum Krieg als zum Frieden. Zu den mancherlei Präparativen, welche vorzuͤglich eine, in der kanntmachung des Czerwert

auf Krieg zu deuten ö