1828 / 60 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

3 ren. Herr Spring⸗Rice sagte, er habe waͤhrend der Zeit, wo er unter dem Marquis von Landsdowne im Amt gewesen sei, vielfache Gelegenheit gehabt, sich von der Richtigkeit der Anfuͤhrungen des Hrn. Peel zu uͤberzeugen, insbesondere in sofern sie das aus der Verschiedenheit der Polizei⸗Juris⸗

iction entspringende Uebel betraͤfen. Dr. Lushington mmte diesem ebenfalls bei, und ließ sich bei dieser Gele⸗ enheit uͤber den schrecklichen Zustand der Gefaͤngnisse weitlaͤusig aus. Am Schlusse wurde der Antrag genehmigt und ein Co⸗ mité von 24 Personen ernannt. Das Haus bildete sich hier⸗ auf zu einem TComité, um dem, in einer fruͤhern Sitzung, von Lord J. Russel gemachten Antrage gemaͤß, die Test⸗ und Corporations⸗Acten in Ansehung der protestantischen Dissen⸗ ters, in Berathung zu ziehen. Lord J. Russel schlug dem⸗ nach dem Comité die Resolution vor: „diese Acten in so⸗ weit als sie sich auf die Dissenters bezoͤgen aufzuheben.“ Hr. Peel entgegnete, er sei in den letzten Tagen dergestalt mit der Angelegeuheit beschaͤftigt gewesen, welche er heute dem Hause vorgetragen habe, daß es ihm unmoͤglich gewe⸗ en sei, mit seinen Amtsgenossen uͤber die jetzt vorliegende ngelegenheit zu conferiren. Die Sache sei so wichtig, daß se wohl einer reiflichen Erwaͤgung beduͤrfe; zwar habe sich ine solche Stimmenmehrheit fuͤr den Antrag des edlen Lords ezeigt, daß ein weiterer Widerspruch dagegen unangemessen cheinen moͤchte; er muͤsse ihm aber bemerken, daß ein An⸗ rag auf Suspension dieser Acten vielmehr geeignet sein oͤchte, die Zustimmung aller verschiedenen Theile der Zesetz⸗ ebenden Gewalt herbeizufuͤhren: er wolle es ihm daher an⸗ eimstellen, ob er die Gefahr laufen wolle, die beiden Zweige er Gesetzgebung (Ober⸗ und Unterhaus) uͤber eine so wich⸗ iige, die religiösen Gefuͤhle und Meinungen so nahe beruͤh⸗

Sn Frage, in Conflict zu bringen. Er habe sich uͤbrigens,

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3 wie gesagt, mit seinen imtsgenossen hieruͤber noch nicht be⸗ 1n sprechen köͤnnen; er wuͤnsche daher, daß der Antrag auf drei 1 n vier Tage ausgesetzt werden moͤchte. Lord J. Russel

entgegnete, er koͤnne sich hierzu nicht entschließen, es werde

blos darum ein Aufschub gefordert um spaͤterhin die Suspen⸗ sion zu gestatten, da er sich nun hierzu nicht verstehen koͤnne, sondern auf die Aufhebung dringen muüͤsse, so muͤsse es bei seinem Antrage bleiben. Als hierauf der Vorsitzer des Co⸗ itées den Antrag zur Abstimmung brachte, verließ Hr. Peel die Versammlung. Mehrere Mitglieder sprachen sich uͤber dieses Benehmen in scharf tadelnden Ausdruͤcken aus, waͤh⸗ rend andere bemerkten, es sei ein laͤngst angenommener par⸗ llamentarischer Gebrauch, daß, wenn Jemand nicht mitstim⸗ men wollte, er das Haus verließe. Hr. Peel vertheldigte bei seiner Ruͤckkehr sein Benehmen aus denselben Gruͤnden. Der Antrag von Lord J. Russel wurde uͤbrigens ohne Thei⸗ lung genehmigt, worauf der Sprecher seinen Sitz wieder einnahm, der Bericht des Comité entgegen genommen und beschlossen wurde, die Sache am folgenden Dienstage in wei⸗ tere Berathung zu ziehen.

London, 29. Febr. Wir h is j 1 , 29. 1 haben bis jetzt (sagt der gestrige Courier) von den Geruͤchten, welche den ungünstigen Gesundheitszustand Se. Maj. verbreitet hat⸗ 2 ces gemeldet, weil wir diese hinreichend durch die Nachricht widerlegt meinten, daß Se. Maj. bei den Cabi⸗ 2 Rsgeß ammlungfn, wesche zu Windsor gehalten werden, 11 pen ee. as 25 E D hen, he von den verschiedenen Ver⸗ . 84 en. e diese Verrich sind j mie ernstem Uebelbefinden unvertr g1sch. en 8 8 der Sache ist, daß S j. ei dchahe as 8 4 daß Se. Maj. einen leichten Gichtanfall ab⸗ 22 S,ne Genusse vollkommenen Wohlseins befinden. . a erweilte Iüür 5 e 81ö12 zus und verweilten auf ihrem Phaeton ((Eine Pariser Zeitschrift h es E a ösischen Labine efe 1 22₰ gesagt daß England dem e. 1,29 ehme ffietell seinen Entschluß angekuͤndigt rei —₰ dasselbe

nach Morea zu senden und daß es

8 eidung Frankreichs nicht bekannt. Die 10,000 Engli⸗ 3 e 4 ’. . sc 8 benehpen sollten aus den 6000 Mann der Portugiesischen Ar⸗ und den jonisch die übrigen 4000 sollten von Gibraltar, Malta spricht 8emgchen Insein kommen. Der Courier wider⸗ keinesweges ei sistg.At er, der Franzoͤsischen Regierung zeigt sich jedoch solcher Vorschlag gemacht worden. Es 8 üns zu X. reren der Franzoͤsischen Blaͤtter eine siichten 1 die digen, als ob wir Ansichten und Ab⸗ * Rußlands abweichen Demn unsrer Verbuͤndeten, besonders vom Anbeginn niederschlersleichen Versuche muß man gleich Art 822— wir haben keine Politik von EB 9 nd mit Rußland und Frankreich

den sieben Thürmen dis zum Serail und selbst bis zum

zu thun aufgefordert habe. Noch sel die

verbuͤundet, und saͤmmtliche drei Maͤchte verfahren in dem genauesten Vernehmen und dem herzlichsten Einverstaͤndniß. Die Zweifel, zu welchen sich einige unserer Blaͤtter Ruͤck⸗ sichts der Aechtheit des aus dem Monitenr zu uns heruͤber gekommenen „Manifestes“ der Pforte veranlaßt gefunden haben, suchen die New⸗Times durch solgende Vemerkungen zu zerstreuen. Einige unserer Mitbruͤder haben die Aecht-⸗ heit des Documents, welches wir aus dem Monitenr entlehnt hatten, in Zweifel zu ziehen sich bemuͤht. „Wir hatten es, der heutigen Ausdrucksweise gemäß, das Tuͤrkische Manifest uͤberschrieben. Der jener Piece allerdings eigene Anschein, daß es von einer andern Hand, als der eines Tuͤrken herruͤhre, hat zu diesen Bedenklichkeiten leicht Veranlassung geben koͤnnen. Aber ein moralischer Beweis ist nicht stets ein guͤltiger Be⸗ weis, und kann solches in dem gegenwartigen Falle um fo weniger sein, da die Schrift immerhin von einem Griechen verfaßt sein kann, ohne etwas von ihrer Glaubwuͤrdigkeit zu verlieren. Der jetzige Tuͤrkische Kaiser ist ein groter⸗ eformator; und wie diese Tendenz seines Geistes ihn auf Umgestaltungen im Kriegeswesen fuͤhrte, so konnte sie auch auf Styl und Ausdrucksweise beim Ab⸗ fassen seiner Manifeste wirken. Außerdem ist es sehr schwer, ein voͤllig sicheres Urthell uͤber ein Document zu faͤllen, wel⸗ ches schon, ehe es zu uns kam, durch die Haͤnde von zwei⸗ vielleicht sogar von drei Uebersetzern gegangen ist, und das auch dann wieder eine abermatige Umaͤnderung bei seinem Uebergange aus der Franzoͤsischen Sprache in die Englische erfahren mußte. Betrachtet man es nach seinem Ganzen 3 und nach der Art und Weise seiner Argumente, so giebt es immer noch viel Orientalismus darin, um unserer Meinung, daß es die Arbeit eines Tuͤrken sei, Wahrscheinlichkeit zu geben. Allen aus dem Styl gegen dasselbe herzulei⸗ tenden Beweisgruͤnden zum Trotz steht aber dasselbe im Mo⸗ niteur, der officiellen Franzoͤsischen Zeitung. Diese bloße. Thatsache ist ein, durch keine Suppositionen zu entkraͤftender, Beweis fuͤr dasselbe *). Das Wichtigste in der Angelegenheit, wie wir auch schon gestern sagten, bleibt immer die Frage, ob die Tuͤrkei, nachdem sie den Donner dieses drohen⸗ den Manifests hat ertoͤnen lassen, da stehen bleiben, oder ob sie noch weiter gehen wird, und wie dann die Ver⸗ buͤndeten in einem und dem andern Falle handeln werden. Wir haben stets die Ansicht gehegt, daß im Falle der Un⸗ vermeidlichkeit des Krieges mit der Pforte kraͤftige Maaß⸗ regeln eintreten wuͤrden; denn ein rascher und beeilter Krieg wuͤrde in kurzer Zeit die Feindseligkeiten beendigen, und die Vortheile eines obwohl erzwungenen, doch dauernden, Frie dens herbeifuͤhren, ein Erfolg, der auf keinem andern Wege erreichhar scheint. Was die Streitkraͤfte der Pforte und alle uͤbrigen zum Bestehen eines Krieges dieser Art dienen⸗ den Huͤlfsmittel anbelangt, so wuͤrde sie (die Pforte) eben keinen besondern Beweis ihrer Klugheit ablegen, wenn sie, auf diese vertrauend, sich dem Kriege aussetzen wollte. Ein Blick auf die Charte überzeugt uns schon, daß Konstantinopel von der Seeseite einem Angriffe offen liegt. Das Ufer ist schoͤn, und von afen im Westen des Serails giebt es nahe bei der Stadt dreiche Ankerplaͤtze. Wenn dann die vereinigte Flotte mit einer hin⸗ 2 reichenden Anzahl von Dampfschiffen, von denen sie zu rech. ter Zeit unterstuͤtzt wuͤrde, im Meere von Marmora ihre Stellung naͤhme, und der Angriff der Russen von der Landseite zu einer und derselben Zeit mit den Operationen zur See erfolgte, so koͤnnte es keinem Zweifel unterliegen, daß die alte Hauptstadt des morgenlaͤndischen Kaiserthuns binnen wenigen Stunden capituliren muͤßte. Die Verbün⸗ deten wuͤrden dann der Pforte nach ihrem Gutduͤnken Bee- dingungen stellen. Uebrigens ist die Einfahrt der Flotten ins Meer von Marmora nicht eben ein Unternehmen der Art, welches unausfuͤhrbar scheinen koͤnnte und was das Gelin⸗ gen der Unternehmungen der Russen von der Landseite an⸗ langt, so fühlen wir uns nicht berufen, hier unser Urtheil uͤber diesen Gegeustand festzustellen. So viel leuchtet indeß ein, daß das Manifest vorsüec gegen Rußland gerichtet ist. Das erst kuͤrzlich eingeweihte Braunschweiger Theater

ist nicht mehr; gestern Mittag, gerade waͤhrend einer Probe, stuͤrzte das eiserne Dach zusammen und zerschmetterte das Innere des Gebaͤudes; leider hat eine nicht geringe An⸗ 8 zahl von Menschen dabei das Leben verloren. Rußland.

St. Petersburg, 28. Febr. Se. Kais, Hoheit der Großfuͤrst Thronfolger Alexander Nicolajewitsch haben an

Der Moniteur hat die fragliche Piege nur in dem nicht⸗ amtlichen Theile seines Blatts (der partie non officielle) mitge- theilt. Vergl. ubrigens den Artikel Wien im gestrigen Blatte

der Staats⸗Zeitung. ““