1828 / 62 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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z-ur Allgemeienen Preußischen Staats⸗Zeitung Nr. 62

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Verbrecher, durch Noth getrieben, die oͤffentliche Ruhe stoͤren sollen. Es ist wichtig 58 heilsam, daß die öͤffentliche Auf⸗ merkfamkeit auf diesen Gegenstand, von welchem das Wohl und die Sicherheit des Landes abhaͤngt, sich ernstlich richte. Wer follte sich wohl verstellen, daß die gesammte Bevölkerung der Ga⸗ leeren noch gegenwaͤrtig nach den Festsetzungen der Koͤnigin Bianche, ihrer Gruͤndetin, beaufsichtigt und geleitet wird, daß noch, wie vormals, Ketten von ungeheurem Gewicht die Ungluͤck⸗

lichen belasten, daß sie mit Stoͤcken getrieben, und tief unter dem Stande der Menschen⸗Natur gehalten werden? Hr. Appert erregt einen Wunsch, welchen jeder Freund der Menschheit

bald erfuͤllt zu sehen hoffen muß, daß, bis der große Tag der Gerechtigkeit erscheine und die Abschaffung aller Strafen er⸗ e, die Verurtheilten nach der Dauer ihrer Strafen, nach Wesen ihres Verbrechens, nach ihrem Alter unt dem Stande ihrer Moralität, in Abthetlungen gebracht werden, die Verurtheilten der einen Abtheilung, besonders wenn ense Leute sind, nie mit denen der uübrigen in Verkehr treten koͤnnen, und daß das gute und die ——— einen Anspruch auf die Gnade des Königs gewähren be, um aus derjenigen Abtheilung, welche der strengsten Behandlung unterworsen ist, in diese⸗ überzugehen, denen solches in geringerm Grade wider⸗ und um den Verurtheilten eine Hoffnung auf Been⸗

ing ihrer schrecklichen 2a. zu lassen und ihr Schicksal

9 8 von ihnen selbst abhaͤngig zu machen. Vieles ist in dieser Schrift wichtig und besonders die Geschichte eines Verurtheilten, der allein die Herstellung seines ganzen mo⸗ ralschen Werths den peinigenden Vorwürfen des Grwissens verbankte. Wahrlich, diese Zaitschrift ist mehr, als ein pe⸗ riodisches Blatt; sie ist ein Werk der Uramnacgtale und der Christenliebe.

Das Journal des Debats enthaͤlt die Anzeige elner kürzlich erschienenen Reisebeschreibung von Hrn. Taylor uͤber sene in Spanten und Portugal, so wie auf der africani⸗ schen Kuͤste von Tanger nach Tetuan, . Reise. Wir IIn] ahr. le Senaeg

rend, nicht weniger a riechenland, die Augen des ligen Europa auf sich. Dlie belden Länder, welche sie bil⸗ den, sind 2 ves e. genaß. de⸗. Künstl und riftstellern off zu Untersuchungen un Sene darzureichen. Gern werden die Bewunderer des Lope de Vega, des Calderon und des Cervantes in diese Behauptung dnss. bur g. Geschichte kann üͤllen, welche den Fortschritt der schoͤnen Ln ge, jene Laͤnder begriffen 8.e auf⸗ lten vermochten. Die Pallaͤste, die Schloͤsser und reli⸗ 2 Gebzude der Halbinsel haben sich auch unsern Ma⸗ als dieselben Gegenstaͤnde dargestellt, welche wir auf den egr. 8 Velasquez und des Mu⸗ rillo erblicken. Und wenn wir auf die Denkmaͤler der Baukunst. in sofern auch sie einen Theil der Oberflaͤche des Bodens aus⸗ machen, neebchhen, so 88 es nach Italien kein Land, welches groͤßern Reichthum an Werken dieser Art, als dasjenige, besäße, in welchem die Wunder Sevilla’s und Cordova’s, die Wasserleitung Segovia's, die Bruͤcke bei Menda, das Theater Murviedro's, die Alhambra und das Generalife Granada’'s öö,ö selbst, sofern wir auf ruchtbarkeit und Schoͤnheit desselben deuten bietet, be⸗ sonders 1ö2 und Alicante, Maerzeere Schaͤtze dar. Ein Zauber, den man nur fuͤr ein igenthum de Bcrenpbancase salern möchte, die lenland des Mittelmeers, und weilt unter dem Schat⸗ ten der waͤlder von Elche. Wie unzaͤhlig sind, mit R die Annehmlichkeiten fuͤr den Wandrer, der sen daeraar ire, nach 4 Fi eeuss 119 2. die⸗ rinern k als nach einem Eden sehnt, und welche nur Cadir Befaca Bebauung sich erfreuen sollten, um von 9. den Pprenaͤen die Sagen ihres einstigen Flors aufs dane erwirklschen. Die 5,⸗ Bemerkungen des l 3 beziehen sich auf die, selner pittoresken Reise eerhastng de desas ae sheahen sir ane auefahelche 2 rift nicht geeign

Der Moniteur aͤußert sich uͤber das von dem Herrn —2 herausgegebene, seine Reise in Africa betreffende in einem ausfuͤhrlichen Berichte dahin: Herr Pacho hat den Erwartungen der gelehrten Welt vollkommen entsprochen. Der Verfasser war durch gruͤndliche Studien auf sein Un⸗ ternehmen vorbereitet, war geschickter Zeichner, Kenner der Naturwissenschaften, vermoͤge seiner fruͤhern in Aegypten gemachten Nachforschungen an Clima gewoͤhnt und mit den Entbehrungen und Beschwerden der Wuͤste durch Muth und Beha it 7— Herr Pacho beschloß, im Vertrauen auf die Wahrheit der Aussage der Araber der Oase des Jupiter Ammon, in Betreff der Merkwürdigkeiten von Deibal⸗Akhdar, bis zu diesem Orte vorzudringen, um in ihm das alte Pentapolis von Cyrenalca aufzufinden. Fuͤr dies⸗ mal trafen die historischen Traditionen mit den pomphaften Aussagen der Araber zusammen. Herr Pacho wurde dur die General⸗Consuls von Frankreich und sehr huͤlf⸗ reich unterstuͤtzt, und nahm selbst Herrn Muͤller, einen jun⸗ gen Orientallsten, dessen Theilnahme an seinen Reisen und Schicksalen ihm sehr ersprießlich wurde, als Begleiter und Reisegehuͤlfen mit. Herr Pacho fuͤhlte sich durch den gerin⸗ gen Leag, welchen die Unternehmungen seiner Vorganger gehabt hatten, um so mehr zu eifriger Durchführung der sei⸗ nigen aufgemuntert. Er e Abusir, das That Ma⸗ reotis, das Innere der Landstriche von umnah, und ge⸗ langte bis zu den 300 Fuß über die Meeresflaͤche sich 2 benden Hüͤgeln des Ptolemäͤus, von denen der zweite nach der Meinung elniger alten Geographen Aepypten von Mar⸗ marsca trennte. Einst kam der Ressende an einen Fluß, wo eine große Menge Araber das Fruͤhlingsfest feierten. Hier fand er die gastfreundilchen Sitten der Zeiten Abrahams

wieder. Die Nomaden nahmen ihn mit derzlicher —7

willigkeit auf, und ihre Freude uüber die von der Vorsehung empfangene Wohlthat ließ sie vergessen, daß sie einen Chri⸗ sten bewirtheten. „Aber dleses Gluͤck,“ sagt er, „begleitete mich nicht uͤberall. Doch reiste ich oft mehrere Tage hinter einander mit Arabern aus der dasigen Gegend welche neue Niederlassungen aufsuchten. Gern ergriff ich stets diese Gelegenheit, mich an sie anzuschließen; ich stieg alsdann von meinem Dromedar, verbot meinen eignen Leu⸗ ten mir zu folgen, und ging zugleich mit jenen vor unsern schwer beladenen Kameelen her. Durch huvorkommenheit und Offenheit bemuͤhte ich mich, ihr Vertrallen zu erlangen. Nicht selten war ich auch gluͤcklich genug, meinen Wunsch er⸗ fuͤllt zu sehen; denn diese einfachen Leute, die im Augenbllck weder meiner Pläne, noch meiner Religion, gedachten, setzten mir die Verhoͤltnisse ihrer Tribus auseinander und erzählten viel von ihren Heerden und ihren Erndten. Am Abende aber, wenn wir stik hielten, rief das Gebet Mogrebs sie zu ihren Religions⸗Gebraͤuchen und Gewohnheiten zuruͤck, sie schlugen alsdann ihr Lager weit von dem meinigen auf; wie wir am Tage zusammen gelebt hatten, so waren wir die Nacht hin⸗ durch getrennt, und wenn ich während eines Zustandes von Nichtbewußtsein, mit dem sie mich betrachtet hatten, und bei den Ergießungen ihres Herzens einige Augenblicke, ganz so wie sie, Hirt und Nomade gewesen war, so ward sch doch sehr bald in ihren Augen wieder Christ und Europäer.* Den 15. Nov. trennte sich Hr. Pacho ungern von seinen Begleltern. Den t6ten kam er nach Berck, dem alten Pa⸗ raetonium, einem in der alten Geschichte sehr bekannten Hafen, welchen aber die Politik des Pascha’'s von Aegypten vernichten will, um v von nach jen zu z terr Pacho setzte

Reise v- fort, 8 mach und nach alle Orte, welche auf dieser Kuͤste des mitrellaͤndischen Meeres liegen, und unter andern auch Bun Adsulah, in dem er den alten Flecken Apis erkannte, der ehemals einer der Gren Aegyptens auf dieser Sete war. Hierauf gelangte er nach Hammes, wo Regen 2. 22 a uebersgeem⸗ mungen entstanden und nes eges

Maͤller ward hier gefährlich krank. ,— daßen rief empfundener Widerwaͤrtigkeiten kamen unsere Ressenden zu Müabah el Solum an, dem Orte, bel welchem der Plan des Generals Minutoli gescheitert war. Auch Hr. Pacho mußte mit dieser neuen Republit in Unterhandlungen treren. Da er aber ohne Bedeckung kam und deshalb kein Bedenken irgend einer Art veranlaßte, so ward ihm

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