1828 / 67 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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. Graf von Montlosier aufs Neue zum Praͤsidenten der Aca⸗

8 orgestern gehalten ha⸗ S —2 versce mäsen waren gegenwaͤrtig. Sir Christopher Ro⸗

und heimenrathtsSitzung erstattete, wie schon erwaͤhnt worden,

Häusern von einem Werth von

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mit jedem Tage fuͤhlbarer; sie ruͤhrt das Herz, erhebt das Gemuͤth, laͤutert den Ehrgeiz und klärt das Volk auf. So, nach 12jähriger Erfahrung und ungeachtet des abgeschmack⸗ ten Systems und der Tyrannei des vorigen Ministeriums, sieht Frankreich sich endlich auf eine wuͤrdige Weise repraͤsen⸗ tirt. Unsere Deputirte haben auf die Stimme des Koͤnigs, welcher die Wahrheit verlangte, dadurch geantwortet, daß sie dieselbe an den Fuͤßen seines Throns niederlegten. Doch hat diese Wahrheit noch einige obscure Widersacher in der Kammer selbst gefunden. Die Unverbesserlichen haben gesprochen, aber ihre traurige Lobrede auf den Vandalismus der vorigen Minister hat Niemanden irre fhren koͤnnen.

Die Gazerte de France findet ihrerseits auch einigen Trost in dem Resultate der Abstimmung uͤber die, wie sie sich ausdruͤckt, bedauernswerthe Adresse, insofern naäͤm⸗ lich 164 wahrhafte Royalisten dieselbe verworfen und mithin nur noch 18 Stimmen bedurft haͤtten, um die Ma⸗ joritaͤt suͤr sich zu haben. Bringt man die Thorhelten mit in Anschlag, meint jenes Blatt, auf welche man von Seiten der liberalen Parthei sicherlich rechnen kann, so darf man annehmen, daß es jener imposanten Masse treuer Deputirten gelingen werde, dem Strome neuer Ideen einen Damm entgegenzusetzen und dem Koͤnige und Frankreich eine bessere

ereiten. VW’— 8 Constitutionnel enthält in fuͤnf Spalten die lange Rede, welche Herr Carl Dupin in der geheimen Sitzung der Deputirten⸗Kammer vom 7ten d. M. impro⸗ isirt hat. 1 De ehemalige liberale Deputirte Herr Harlé, welcher neuerdings wieder von den Bezirks⸗Wahl⸗Collegien zu Bou⸗ logne und Arras (Pas de Calais) gewäͤhlt worden ist, hat sich fuͤr das Letztere entschieden. Da Herr Laisné de Ville⸗ véque, welcher in Orleans und Pithivlers (Loiret) gewaͤhlt worden ist, so wie der im Gironde⸗ und Meuse⸗Devparte⸗ ment als Deputirter ernannte Graf v. Saint,Aulaire ihre Wahl bis jetzt noch nicht bekannt gemacht haben, so wird das Loos daruͤber entscheiden muͤssen.

Man spricht davon, daß nach dem Schlusse der dies⸗ jährigen Sitzungen der Deputirten⸗ Kammer, auf derselben Stelle, wo dieselbe gegenwaärtig ihre Versammlungen hält, ein neuer Sitzungs⸗Saal erbaut werden wird.

Das Journal du Commerce theilt seinen Lesern fol⸗

gende unverbuͤrgte und sehr unwahrscheinliche Geruͤchte mit; es sei von einer neuen Veraͤnderung im Ministerlum die

onach Herr von Chateaubriand Präaäͤstdent des Mi⸗ Fasr Maehes ohne Portefeuille werden, Hr. von la Ferro nays aber nach St. Petersburg zuruͤckkehren, und in seiner gegenwaͤrtigen Stellung durch Hrn. Pasquter ersetzt werden würde; das Ministerium des oͤffentlichen Unterrichts werde Hr. Delalot, und das Kriegs⸗Ministerium, nach Einigen, der General Guilleminot, nach Andern, ein sehr beredtes Mitglied der Deputirten⸗Kammer (der General Sebastiani?) erhalten; auch spreche man davon, daß Hr. Agier General⸗ ost⸗Director werden, und das Handels⸗Ministerium eben⸗ alls in andere Hände uͤbergehen wuͤrde; fuͤr Letzteres be⸗ zeichne man die Herren Casimir Pérser oder Gautier. Man versichert, daß die Frnüfäsche Besatzung von Ca⸗ dix diesen Platz am 4ten d. M. in der Art raͤumen werde, daß die Infanterie nach Havre und Rochefort eingeschifft wird, die Cavallerie 82 Artillerie aber uͤber Madrid na⸗ er Heimath zuruͤckkehren. 1 1 Seheeehen Collet, welcher die diesseitige Sta⸗ tion vor Algier befehligt, ist zum Contre⸗Admiral erhoben orden. 1 8 Ungeachtet der Bemuͤhungen der Congregation ist der

demie zu Clermont ernannt worden. Großbritanien und Irland. London, den 7. er. Die Cour, welche Se. Ma⸗ war zͤußerst glänzend, bei⸗

binson wurde als neuernannter n. des obersten Admira⸗ llratsgericht und als Mitglied des Geheimen Raths vereidigt zum Handkuß gelassen. In der darauf folgenden Ge⸗

der Recorder von London seinen Bericht üͤber die bei den letzten December, und Januar⸗Assisen in Justice⸗Hall und Oid⸗Bailey zum Tode verurtheilten Verbrecher; davon wa⸗ ren 3 wegen Straßenraubs, 9 wegen Diebstahls aus bewohnten 5 Pf. St. und darüͤber; 20 wegen Diebstahls mit Linbruch; 1 wegen Verwundung mit eiheem schneidenden Instrument; 6 wegen Pferdediebstahls; 1 wegen Ruͤckkehr aus der Deportation; 1 wegen slenichuns von Do⸗

cumenten; 1 wegen lebensgefäͤhrlichen Angri mit einer Pisiole,

Handels

und 1 wegen Viehdiebstahls verurtheilkt. Die Mehrzahl ½ ser Verbrecher sind noch ganz junge Leute; 14 haben das Alter von 20 Jahren nicht uͤberschritten (einer ist nur 15, zwei 16 und zwei 17 Jahr alt); 15 sind zwischen 20 und 30 Jahr alt; und nur zwei sind aͤlter als 40 Jahr. (Es ist bereits erwähnt worden, daß von der Gesammtzahl nur an 5 die Todesstrafe vollstreckt werden wird). Diese Zunahme der Verbrechen bei juͤngern Personen hat schon oͤfters die Aufmerk⸗ samkeit der Behöͤrden und des Parlaments auf sich gezogen. Noch vorgestern wurde im Unterhause eine Bittschrift der Frie⸗ densrichter der Grafschaft Warwick eingebracht, welche darauf antrugen, daß die Sache in ernstliche Berathung gezogen werden moͤchte. Dle Bittschrift besagt, daß von den 152 Personen, welche während der letzten Assisensitzung in der Grafschaft vor Gericht gestellt wurden 70 bis 80 noch in den Knabenjahren waren. Es wurde bei dieser Gelegenheit von mehreren Mitgliedern behauptet, daß die Ursache der Verderbtheit der juͤngern Classe hauptsaͤchlich darin liege, daß eine Anzahl von Knaben (mitunter 10 12 Jahre alt) wegen der unbedentendsten Vergehen in der Zwischen⸗ Zeit der Assisensitzungen ins Gefaͤngniß geschickt, und dort durch den Umgang mit älteren verstockten Verbrechern ihre Sitten vollends verderbt wuͤrden. . Durch eine ungewoͤhnlich hohe Springfluth trat die Themse vorgestern Nachmittag aus ihren Ufern und drohte viel Unheil anzurichten. Die meisten Werften waren gaͤnz⸗ lich uͤberschwemmt. „Unfern Brighton ist in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch ein ungeheures Felsenstuͤck von mehreren tausend Tonnen mit einem Krachen, welches man in Brigthon fuͤr ein Erdbeben hielt, in die See gestuͤrzt. Glücklicherweise ist niemand dabei um's Leben gekommen. Ein Liperpooler Blatt bemerkt in Beziehung auf den Ungluͤcksfall, der sich zu Manchester zugetragen, daß es uͤber⸗ aus gefährlich sei, eine so große Auzahl von Menschen an dem Verdeck eines ablaufenden Schiffes zu dulden, zum wenn die Masten schon staͤnden, weil es gar zu leicht das Uebergewicht bekommen könne. Man erlaube aus diesem Grunde im dasigen Hafen nie mehr als 40 Personen den Zutrict auf das Verdeck selbst großer Schiffe ohne Masten, und in Manchester wäͤre das um eschlagene Schiff mit nahe an 300 Menschen angefüllt gewesen. Es sind Briefe und Zeitungen aus Van⸗Diemengtand bis zum 23. eingegangen. Die Eingebornen waren no immer nicht zur Ruhe gebracht worden, es war jed nichts von Bedeutung vorgekommen. In Hobart Tower (Hauptstadt dieser Colonie) waren bedeutende Verbesse⸗ rungen, Theils unternommen, Theils ausgefuͤhrt worden. Zu den Letztern gehoͤrt die Errichtung einer Anstalt zur Ans⸗ bildung von Handmwerkern, nach dem Muster der vom Doctor Birkbeck in London egruͤndeten Stiftung. Sowohl in Van⸗Diemensland als in Neu⸗Suͤd, Wales werden, zu-““ folge eingegan ener Verfügungen des Colonlal⸗Amts, alle Gesuche um dewilligung von Kronländereien unberücksich⸗ sten se 2 von neuen Stat 1t niger Zeit stark betriebene Fabrleation des ern. hat guten beezen, es ist davon eine ziemlich e ves eher ne China ausgefuͤhrt worden, wo es 8 an Guͤte befunden Tirkischen Opiam gleich Niederlande. 2 Kammer der Generalstaaten. 8. Maͤrz. Der Justizminister war anwesend. Nach Vorlesung des Protocdils der letzten Sitzung in beiden Sprachen und erfolgter Segehmigun desselben, zeigte der Praͤsident an, daß er eine kön orschaft zugleich mit einer neuen Abfassung des zweiten Tirels Zten Buchs des Civilcodex dessen Titel: „von den auf die Erbfolge bezugli⸗ chen, Proceduren“ empfangen habe, und schlug vor, diese an die betreffenden Sectionen zur ruͤfung zu verweisen. Zugleich erklaͤrte er die Berathung den 4ten Titel des isten Buchs der Civilgerichtsordnung „über die Procedur in kaufmaͤnnischen Angelegenheiten, eröͤffnet. Herr Do⸗ trenge verlangte das Wort: Was die Neuerung anbe⸗, langt, 85 er) daß von nun an die Competenz, in achen Jemanden gerichtlich anzuklagen elazig von dem Orte, wo der Contract geschlossen wurd: ngig sein soll, so kann ich diesem esegla⸗, als einer fuͤr den andel vortheilhaften Bestimmung meinen Beitritt ern 2 Ort der Contract⸗Abschli zung ist in b uͤbler Veranlassungsgrund des Verichtlichen bemerke ich, daß es nach den Vorschriften Ungewoͤhnliches ist, daß jenes Verfahren einzig und allein sich gruͤnde.

Sitzung