1828 / 70 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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zur Allgemeinen

Preußischen

Staats⸗Zeitung Nr. 70.

18ten zum 19ten v. M. auch die dasige Bay heimgesucht und vielen Schaden in derselben verursacht. Unter den stark beschaͤdigten und an die Kuͤste geworfenen Schiffen üͤhit man hauptsächlich sogenhe. Das Koͤnigl. Englische Pater Schisß Queensbury, Capitain Hannah welches Tages aus angelangt war; die Brigg Griffin; die Seereaenss- Vr Treaty, Capitain Singer aus Phila⸗ die stte Two Friends, Capitain Giannini,

in derselben Nacht aus Vigo angekommen war und

von drei Ankertanen losgerissen wurde, die Schwedische Resolution, Capitain Thus; die Englische Brigg

aus Whitehaven Capitain Carlett aus Para kom⸗ mend und nach Genua mt; die Marokkanische Brigg Meshouda: der Toskanische Mistik Leon aus Livorno; eine Goelette; die Urca Nr. 2; eine Bombarde; 3 Spanische und

resische e; die Englische Goelette Ambrook aus Li⸗ ; die oelette Spartan; die Amerikanische Brigg Volant und die g Union. Viele andere Schiffe haben ihre

Anker und Taue verloren und sind ebenfalls sehr stark be⸗ indem der Sturm eines gegen das andere geworfen 20. Februar dauerten die staͤrksten Windstoͤße un⸗ unterbrochen fort. Der Finanz⸗Minister hat der General⸗ Direction der Renten am 3. v. M., einen an den Spani⸗ schen General⸗Consul zu Lissabon erlassenen Befehl mitge⸗ theilt; „Inhalts dessen Se. Majestat der Koͤnig die An⸗ age: ob in der am 1. März 1827. erlassenen Koͤniglichen eror nach welcher es untersagt wird, fuͤr die nach fremden Haäfen zu versendenden Effecten (efectos) Certifi⸗ caten zu ertheilen, auch die in Spanien gemuͤnzten edlen Metalle mit inbegriffen seien, dahin zu entscheiden geruhet: daß diese stüälls igend in dem Ausdrucke Effecten (efectos) enthalten waären, und daß folglich keine Certificate zu erthellen seien, wenn solche zur Versendung nach fremden Häfen besimmt sind.“ Unterm 6ten desselben Monats hat der gedachte Minister den Befehl erlassen, daß die unter der Benennung Handels⸗Subsidien, bekannte Abgabe in Gold oder Silber entrichtet werden solle, ohne daß es erlanbt sei, Kupfergeld an 8& Statt zu geben. vortugral. Folgendes ist die Rede, welche die Infantin⸗Regentin in der königlichen Sitzung vom 26. Febr. bei Gelegenheit

der Uebergade der R t an Ihren erhabnen Bruder den Infanten Dom Mgn „vor den vereinigten Kammern gehalten hat:

„Wuͤrdige Pairs der Koͤnigreiche und Herren Deputirte der Portugiesischen Nation! Ein außerordentliches Ereigniß, welches in diesem Augenblicke die Aufmerksamkeit des gesamm⸗ ten Europa auf sich zieht, die Wuͤnsche aller Reglerungen erfuͤllt und dem v aller Portugiesen vollständig ge⸗ nügen muß, vereinigt Sie heute in diesen erhabenen Mau⸗ ern. ö und vielgeliehter Bruder, der In⸗ fant Dom Miguel, welcher ———2 ist die Regentschaft in diesen Koöͤnigreichen zu uͤberne men, ist endlich angelangt, und koͤmmt um heute in der Mitte der Nation durch den eierlichsten Act den 12 bestäͤtigen, welchen er schon, ent⸗ ernt von hier, so freiwillig geleistet hatte. Unter biesen der Infant Dom 7— ohen mmung rechtmaͤßig berufen, von den hschem der gesammten Nation in 2 Mitte . und von dem igen Verlangen aller Maͤchte, eine aufgekläͤrte durch das heilige Band des

samen ees von ganz Europa gewissenhaft an ein⸗ Ba, eitet, sich zum Gluͤcke des Vaterlandes in Sehin leder günstigen Lage befinden, um die Weisheit

die ungen, die Festigkeit Seines Charakters und sätze, vom ner Grundsaätze zu beweisen, Grund⸗ Seinem denen die Nation bereits das sicherste Pfand aus Curopälscht ven Munde erhalten hat. Es sst dies eine eaber. welche in den Nahrbüchern der

oche wird für ewige Zeiten eine denkwuͤrdige hn und die Liebe 5*½ befriedigt vollkommen das Verlan⸗ ren Beduͤrfnissen vn Belker, und entspricht unmittelbar

betr Me bren Wuͤnschen. Was Mich an⸗ ea.; 1n, Haren, de Ich von 88 Buͤrde

werde, welche w Meine Kra 1 * 25½ 88** ergedung 9 denn aue⸗ 2 üe 2 sam und mit Ver

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wieder abgebe, so werde Ich die Schicksale einer Nation, deren wahrhaftes Interesse Mir immer am Herzen liegen wird, und welches regiert zu haben, stets Mein köstlichster Ehrentitel sein wird, ohne Unterlaß mit Meinen heißesten Seegenswuͤnschen begleiten.“ 4 5 Nach Beendigung dieser Rede, bei welcher der Infant Dom Miguel seiner erhabenen Schwester 2 Seite standä, verließ dieselbe ihren Platz, und nahm ihren Sitz neben ihrer Schwester der Infantin Maria Therese ein, worauf der Infant den uͤblichen Eid auf die Verfassung ablegte, welcher Act dem versammelten Volke durch drei Artillerisez— Salven verkuͤndigt wurde. IMüs& Die allgemein als Mitglieder des neuen Ministeriunkhks bezeichneten Herren, als: der Herzog von Cahaval als Präa sident des Minister⸗Raths; der Graf von Villa⸗Real als Kriegsminister und interimistisch auch als Minister der ause⸗ waͤrtsgen Angelegenheiten, da Herr Guerreiro diese Stele abgelehnt hat; der Marquis von Viana für die Marine; det Graf von Louzan fuͤr die Finanzen; Don Luiz de Fur⸗ 8 tado y Mendoza fuüͤr die Justiz; und Herr Leite für die innern Angelegenheiten, hatten am 27. Februar Abends s s ihre Ernennungs⸗Deecrete nicht erhalten, und auch die Lissaboner Zeitung vom 28. beobachtet daruüͤber das tiefste

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5 „.vö . März. 8 Nacht vom 19ten auf den 20ten v. an dem

Sievert zu Groß⸗Wulkow, in dessen Wohnung ee Raubmords . amtlichen Nachrichten 88 entbeckt, und drei derselben, ein Colonist aus Neu⸗Buchholtz nebst seis nem Sohn und ein Schneider aus Dreetz, auch bereits ver⸗ haftet; des Vierten aber, eines erst vor etlichen Wochen aus dem hiesigen Inquisitoriats⸗Gefängnisse entsprungenen be⸗

rüͤchtigten Diebes, Namens Gericke (Colonist, aus Neu-⸗ 3 hat man noch nicht habhaft werden können. I 2 8 heil des geraubten Geldes ist wieder herhei- geschafft.

Literarische Nachrichten. i Paris ist bei Ambroise Dupont von dem Marquis von V.ane eine Schrift unter dem Titel: Politische dins istorische Commmentarien uͤber die Abhandlung, „Der uͤrst von Macchlapel erschlenen. Das Journal des Bebats [agt darüͤber unter andern: „dieses Buch ist keine foͤrmliche Widerlegung Macchlavels oder Friedrichs II., es enthält b nichts, als erklaͤrende Bemerkungen des Verfassers, der g.. ohne von der Absicht Alles zu tadeln oder Alles zu loben 8— auszugehen, nur die Gedanken des Publicisten von Florenz und 2 Koͤnigs von Preußen zu entwickeln sucht; mit an⸗ dern Worten, es ist die Frucht der aufmerksamen und durchdachten Lecture eines gelstvollen und verständigen Man⸗ nes, welcher mit Scharfsinn und ohne Ruͤckhalt prüͤft, ohne den ruhlgen 8% seines Urtheils entweder durch Vorure;,; 8₰ oder durch Bewunderung zu unterbrechen. Was die K chrift in einem hohen Grade anziehend macht, ist, daß ir von Bouillé eine Vergleichung zwischen den politischen rundsaͤten Macchiavels und Friedrichs von der einen, Und denen unsers Jahrhunderts von der anhern Seite, austellt. Bisweilen stehen diese Grundsätze mit Ereignisfen sener Zeit in einer leicht aufzufindenden Verbindungt, ein ahder, mal zeigt eben diese Zusammenstellung die Unrichtigkeit der⸗ selben. Und wahrlich glebt es nicht leicht etwas gn iehen⸗ r. deres, als die Prüͤfung der Meinungen unserer Borsoheme mit Hülfe neu aufgefüͤndener Gesichtspunkte, welche uns die unaufhoͤrlich sich erzeugenden Ereignisse unserer Tage in so reicher Menge darbleen. Es verhält sich mit den Vorstellungen 5- der Menschen, wie mit Landschaften; schnell fangen diese an, E far uns einförmig und reizlos zu werden, wenn wir derkz eeee. von welchem aus wir sie betrachten, niemals Indern. So 8 wir aber diesen wechseln, erscheint ugns Alles wieder frisch und neu. Gewiß, nur aus diesem Gruhbte können auch Polttik und Philosophie nie veralten. Mag die Summe der eigentlichen Grundwahrheiten, auf denen 8