1828 / 78 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

alle Muͤhe, um

sich, wie die Gazette de France behauptet,

ddie Wahl der Mitglieder dieser Commission auf Deputirte

vpon ihrer Parthei zu lenken. Zu diesem Behufe suchen sie in den sechs Buͤreaus, wo sie das Gegentheil zu befuͤrchten „haben, den Grundsatz geltend zu machen, daß in der gedach⸗ aten Commission die Meinungen gleichmäßig verthesit sein und daß mithin jedes Buͤreau einen royalistischen und einen lieralen Commissar wählen muͤsse. Hierbei huͤten sie sich inidessen wohl, in den drei andern Buͤreaus, wo sie die Ma⸗ joritaͤt fuͤr sich haben, die Commissions⸗Mitglieder zu ernen⸗ nen, um erst abzuwarten, wie die Wahlen in den uͤbrigen ssechs Buͤreaus ausfallen werden, und auf diese Weise der

Mazoritat in der Commission gewiß zu sein.

Der gestrige Moniteur enthaͤlt ausfuͤhrlich die Rede,

woorin der Vicomte von Conny, Deputirter des Allier, in

der geheimen Sitzung der Kammer vom 13ten d. M. die oben erwähnte dritte Proposition, die bekanntlich von ihm herruͤhrt, entwickelt hat. Diese Proposition lautet woͤrtlich, wwWie folgt: „Ein jeder Deputirter, dem ein, mit einem Ge⸗ halte verknüpftes Amt zu Theil wird, höoͤrt durch die An⸗ nahme desselben auf, Mitglied der Kammer zu sein; er kann jiedoch wieder gewaͤhlt werden. Von dieser Bestimmung sind ausgenommen: istens die Deputirten, welche zu Minister⸗

Staats⸗Secretairen ernannt werden; 2tens diejenigen, welche

zur Land⸗ oder Seemacht gehören und als solche einen hoͤ⸗

hen Rang erhalten. * 8. 1 .

Der Constitutionnel will mit Bestimmtheit wissen, daß ; die Auotidienne von der Congregation für die Summe von d2200,000 Franken gekauft worden ist. Dieses Blatt aͤußert

sich, seinem bisherigen Charakter gemaͤß, üͤber die neuesten

Ereignisse in Portugal (Vergl. den Artikel Lissabon) in fol⸗

ggender Art; „Seit dem Tode des vorigen Königs von Por⸗

tugal war dieses Land bestaͤndig allen möglichen Unordnun⸗ gen Preis gegeben. Man hatte dem Portugiesischen Volke ein politisches System und eine Regierungsform aufoͤringen wollen, die seinen Sitten, seinen Gewohnhei⸗ reen, ja sogar seinem Glauben voͤllig fremd waren. Ei⸗ nige ehrgeizige Neuerer hatten, waͤhrend sie bestaͤndig von Freiheit und Duldsamkeit sprachen, die Zahl der Verban⸗ nungen und Proscriptionen verdoppelt; durch dergleichen Ge⸗ waltthäͤtigkeiken und durch die Gegenwart eines fremden

Heeres waren nun zwar der Geist und der Wille der Menge

unnterdruͤckt, aber der Charakter eines Volkes, dem man

Energle und vorzuͤglich das innere Gefuͤhl dessenigen was

iihm gut und nuͤtzlich ist, nicht absprechen kann, in keiner

Art veraͤndert worden. Die Britische Regterung, welche den

8 Pererekeschen Neuerern mit ihren Truppen und ihrem

elde zu Huͤlfe gekommen war, hat selbst die Unmoͤglich⸗ keit eingesehen, eine Ordnung der Dinge aufrecht zu erhalten,

* welche von der großen Mehrheit der Nation verworfen wird;

e hat die Ruͤckkehr des Infanten Dom Miguel in sein Va⸗ terland beguͤnstigt, und seitdem dieser Prinz wieder an den

. Ufern des Tajo angelangt ist, kuͤndigt auch Alles wieder bie

Ru ckkehr der Ordnung und des Friedens an. Man mußte

ddie Gewalt der Wasfen anwenden, um in Portagal neue

Gesetze einzufuͤhren, und heute sehen wir, wie die alte Ord⸗

nung ohne irgend eine heftige Bewegung wieder herge⸗ stellt wird. Binnen Kurzem werden wir. ohne Zweifel er⸗ fahren, 8, der zweite Sohn und rechtmaͤßige Nachfolger

Johanns VI. zum Köͤnige von Portugal ausgerufen worden

ist; schon dringt das Folk von Lissabon in den Infanten, daß er den Thron besteige, und die Provinzen haben das

Beispiel der Hauptstadt nicht abgewartet, um in der Person

Dom Miguels ihren Souverain anzuerkennen. Wir glau⸗

daß diese 8 Sei⸗ ecen der Europaͤlschen Machte nicht das mindeste Hinderniß wird. Alle Cabinette haben schon längst die Gefahr

Frkannt, die damit verknuͤpft sein wuͤrde, wenn man das

Portuglesische Volk zwingen wollte, sich einem Gesetze zu unterwerfen, das ihm nicht zusagt, und die Ordnung der

Thronfolge in dem Hause Braganza zu veraͤndern.“ Der Minister des Innern hat, wie bereits fruͤher er⸗ wahnt, die Prafekten zur Ausfertigung von Pässen nach dem Auslande otne vorherige Anfrage bei ihm unter der Bedin⸗ gung ermaͤchtigt, daß sie, unmittelbar nach der Ausfertigung, dem Minister Nwamen, Vornamen, Alter, Wohnort und Profession des Reisenden, so wie den Ort, wohin er sich be⸗

geben will, meiden. Minorenne muͤssen uͤberdies die Ein⸗

S2Ig. ibrer Eltern oder Vormuünder, verheirathete Frauen

die Zustimmung ihres Gatten, Rechnungs“ und Cassen⸗Be⸗ gn. die Erlaubniß shrer Bergesegren, aecttve oder disponible Mlilitairs einen Urlaub des Kriegs⸗Ministers oder des Com⸗

mandeurs der Division, in deren Bereiche sie sich aufhalten,

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ben, weissagen zu koͤnnen,

I.“

Man sagt, daß 8 8 err von Rayneval den Herzog von Mortemart nach Rußland begleiten werde. Großbritanien und Irland. London, 18. Maͤrz. Der gestrige Tourier wider nochmals der in Franzoͤsischen Blaͤttern enthaltenen richt von der Sendung des Lord Stuart nach St. Peters⸗ burg, und eben so der Behauptung, als hege England die Absicht von dem Buͤndnisse mit Frankreich und Rußland ab⸗ r. Das fruͤhere Benehmen Rußlands (so faͤhrt er

„F ort) ist uns, wir wiederholen diese, vollkommen Glauben verdienenden Worte, eine sichere Bürgschaft gegen das Entstehen von Mißverstaͤndnissen unter den Europzlschen Mächten; und zwischen Frankreich und England bestehr das beste Einverstaͤndniß.”“ Im heutigen Blatte heißt es:; „Ge⸗ wisse Personen glauben, die Tuͤrkei habe es noch in ihrer Macht, dem Kriege vorzubeugen, wenn sie sich bereitwillig finden ließe, sich in die ihr, in Ansehung Griechenlands ge⸗ machten Bedingungen zu fuͤgen. Wir glauben indessen nicht daß Rußland das Schwerdt jetzt einstecken wuͤrde. Der Krieg ist erklaͤrt und vermuthlich schon begonnen. Wie verwickelt die Verhaͤltnisse sind, ist augenscheinlich. Waährend Rußland fruͤher Vermittler war, ist es jetzt selbst kriegfuͤhrende Parthei geworden. Die Bedingungen des Vertrags vom 6. Jull, wodurch sich diese Macht verbunden hatte, an den Feindse⸗ ligkeiten zwischen den streitenden Partheien keinen Theil zu nehmen, keiner Gebletsvergroͤßerung oder ausschließlichen Handelsvortheilen nachzustreben, sind fuͤr sie null und nich⸗ tig, und wiewohl sie noch immer 8,,2nn. Befrei⸗ ung wuͤnschen mag, so kann sie doch nicht länger als Theilnehmer des Vertrages vom 6. Juli angesehen werden; sie ist es wenigstens nur noch in ihren Wuͤnschen. Die Pforte aber ist die Ursache des Krieges mit Rußland. Kön⸗ nen unter solchen Umstaͤnden Frankrelch und England fort⸗ fahren in eben der Art zu vermitteln als wie Rußland es mit ihnen that? Frankreich und England sind verpflichtet Griechen⸗ land zur Unabhaͤngigkeit mit einigen Beschraͤnkungen zu ver⸗ helfen. Waffen, Leute, Schiffe muͤssen abgeschickt werden; Lund die Tuͤrkei kann dieses fuͤr eine Kriegserklärung ansehen, wenn sie nicht etwa, um uns von Ruß⸗ land zu trennen, den Bedingungen sepfcgclich Griechen⸗ lands nunmehr genuͤgt. Die Schwierigkeit der Umstände ist ein hinreichender Grund, um Zoͤgerungen in den zu fassen⸗ den Beschluͤssen zu rechtfertigen, ohne sie der Eiferfucht öder dem Mißtrauen in die Redlichkeit anderer Maͤchte Se Ses- ben. Solche Eifersucht wird von einigen Französischen Bläͤt⸗ tern angefacht, weil sie das Bündniß zwischen England und⸗ Frankreich gern erschuͤttern und eine engere Allianz zwischen Frankreich und Rußzland herbeiführen möͤchten. ir aber wissen, daß die Franzoͤsische Regierung von einem ganz andern Geiste beseelt ist; wir wissen, daß sie mit der unsrigen innig verbunden ist, und daß sie eben so wenig ge⸗ gen das Englische Cabinet, als dieses gegen sie, ein

trauen hegt. Ein anderes, eben so unverantwortliches Sy⸗ stem, ist das der Beschimpfung einer Macht, die unter allen Umständen eine hohe Stellung und einen großen Einfluß haben muß. Ist es nicht albern, zu denken, daß Oesterreich⸗ von jeder Einwirkung in die Angelegenheiten des Orients ausgeschlossen werden solle? Unseres Erachtens verdient dessen Polltik in Ansehung des jetzt begonnenen Kampfes nicht nas 8 —₰ Aufmerksamkeit, sondern auch einen wesent⸗ ichen Einfluß.

Auch in den letzten Tagen fanden häufige Cabinets⸗Ver⸗ sammlungen statt; gestern war Cabinets⸗Rath von 3 bis 5 Uhr, und um 10 Uhr kamen die Minnster abermals zusammen.

Die Fregatte Briton ist aus Lissabon in Portsmouth angekommen. Am Bord derselben befanden sich an der Srelle des Marauis Palmella der neuernannte Portugie⸗ sische Botschafter am biesigen Hofe, der Franzoͤsische Bot⸗ schafter zu Lissabon, der auf einer Urlaubsreise begriffen ist, der Furt S berg und Lord Hepteshury Ti⸗ tel von Sir Court) bisheriger Gesandter in Madrid, der bekanntlich zum Posten in St. Petersdurg bestimmt ist.

Das Dampfboot Georg IV., sagt der Conrier, brachte heute Morgen Depeschen von Sir W. Clünton und Briefe aus Lissabon vom 12ten. Es geht daraus leider hervor, daß die Königin und die Parthel, der Fanatiker großen Einstuß auf ihn ausüben. (S. den Art. Portugal). Wenn er bet diesem e beharren sollte, so wuͤrde ihm wahrscheinlich bald keine Parthei mehr trauen.

ee birsige Brasilische Bergbau⸗Compagnie soll mit dem Packetboote aus Rio⸗Janeiro füͤr 40,900 Pfs. Sterl. ö erhalten haben.

Die Verhandlungen der beiden

bieten wenig Interesse fuüͤr das Aus

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