1828 / 83 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

im Durchschnitt um 9 pCt., in den fabrikreichen Graf⸗

scschaften aber in einem viel gröͤßern Verhäaͤltniß, in der Graf⸗ schaft Lancaster sogar um 47 pCt. gestiegen. Nur in drei Grafschaften hat eine Verminderung von 2 bis 5 pCt. statt⸗

„heerrgehenden nach sich zog, fuͤr die Fabrik⸗Districte besonders unguͤnstig gewesen; erwaͤgt man aber, daß der Friede nun⸗ mehr 13 Jahre dauert, und daß die ganze Staatseinnahme

waäͤrtig allein zur Unterstuͤtzung der Armen und fuͤr die Kosten dder Armenpflege verausgabt werden, so schaudert man vor dder Zukunft. 1 Vorige Woche hatte eine Deputation, bestehend aus dem Marquis von Sligo und 30 der bedeutendsten Plan⸗ tagen⸗Besitzer in Westindien, eine Conferenz mit dem Her⸗ zoge von Wellington. Hr. Peel, Hr. und der Kanzler der Schatzkammer wohnten der Conferenz bei. Der Marquis von Sligo fuͤhrte das Wort und sagte, die Plan⸗ äagenbesitzer sähen mit Besorgniß auf den gegenwaͤrtigen Zustand der Westindischen Colonieen; in Westindien selbst, wie auch in England herrsche die Meinung, daß die Regie⸗ rung auf die Verbindung des Mutterlandes mit diesen Co⸗ ü. lonieen gegenwaͤrtig einen zu geringen Werth lege, wodurch deas Band zwischen denselben immer loser werde; die Depu⸗ 8 * tation muͤsse daher eine Erklaͤrung des Herzogs in —. laauf die Absichten der Regierung nachsuchen, namentlich . wuͤnsche sie zu erfahren, ob es die Absicht der Regierung sei, von der Einmischung in die Rechte und Privilegien der Colonleen, dadieselbe die Verbesserung des Zustandes der Sclaven nur hem⸗ me, abzustehen. Der Herzog von Wellington erwiderte, daß die Dcoeputation in Ansehung des Werths, welchen die Regierung laauf diese Colonieen lege, im Irrthum sei; was das Weitere 8 betreffe, so sei bekanntlich in England ein tiefes Mitgefuͤhl 55 in Betreff des Zustandes der Sclaven vorherrschend, er hoffe daher, daß die so einflußreichen Mitglieder der Deputation Regierung ihre Mitwirkung zur Verbesserung desselben um so weniger versagen wuͤrden, als ihr eigner Vortheil es erheische. r. Huskisson bemerkte, daß, wenn man thn teetwa zu denjenigen Personen rechne, denen der Werth der Weestindischen Colonieen gering scheine, so sei es ihm erwuͤnscht, eine Gelegenheit zu haben, um auf eine unzweideutige Weise u erklären, daß er sowohl in Ansehung des Handels, der Schifffahrt, als auch des Interesse so vieler Britischen Un⸗

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rterthanen die hoͤchste Meinung von dem Werthe dieser Co⸗ lonieen hege, und daß er sich kein von Außen kommendes ———— Ungluͤck denken koͤnnte, als wenn die Bande zwi⸗ schen Großbritanien und Westindien zerrissen werden sollten. 5 Der Verbrauch von Steinkohlen hat sich in der Haupt⸗ n seit dem Jahre 1802 beinahe verdoppelt; in diesem Jahre belief er sich naͤmlich auf 832,000 Chaldrons (1,005,200 Wispel); gegenwäaͤrtig betraͤgt er aber 1,558,800 Chaldrons (1,884,000 Wispel.) Niederlande. * Zweite Kammer der General⸗Staaten. Si⸗ 8* tzung vom 24. März. Nach Vorlesung des Protokolls der letzten Sitzung ward uber eine Koͤnigliche Botschaft, ver⸗ mzge welcher der Staatsrath van der Fosse beauftragt wird, bei der Krankheit des Finanz⸗Ministers den auf die öͤffent⸗ llichen Waarenniederlagen 84 beziehenden Gesetzes⸗Entwurf zu veerrtheidigen und demnäͤchst über ein Schreiben des Ministers des Innern, worin derselbe die Beschaffenhat der Schulen im Köntgreiche schildert, Bericht erstattet. Herr Byleveld rrat mit einem Vortrage in Holländischer Sprache gegen 8 Gesetz⸗Entwurf auf und machte sich onheischig, die Unzu⸗ läͤssigkeit desselben gegen Jedermann darzuthun. Herr Demoor * Piage een meinte, deß aus dem Vorschlage die bedeutendsten ortheile fuͤr Handel und Schifffabrt erwachsen wuͤrden; derselbe sei eine neue, zu den vielen bereits gegebenen Be⸗ weisen der Koͤniglichen Huld hinzutretende öͤffentliche Wohl⸗ that. Weit entfernt, daß eine Einrichtung dieser Art die Freiheit des Handels gefährde, bezwecke sie im Gegentheil die Erweiterung desselben, da sie anstatt mäßiger Zölle die allerdings auch vordem erhoben worden, nun durchaus keine fordere und also von der Entrichtung solcher Abgaben, die bisher nicht ganz angemessen erhoben worden (in sofern man naͤmlich die mit der Einfuhr unmittelbar verbundene Ausfuhr zur See dem Transito gleich stellte) befreis. Der Redner ging in dieser Art den Entwurf weiter durch, zeigte die Vortheile der in Vorschlag gebrachten Festsetzung und erklaärte seinen Beitritt dazu. Hegfabe Ansicht hegten Herr Serruys und Herr Clifford, Herr Collo d'Escury aber war dagegen. Der sodann auftretende Herr Fabri⸗Longrée sprach sich in einer gehaltvollen und wohlverfaßtens Rede zu

gefunden. Das Jahr 1826 ist nun zwar, in Folge der Han⸗ ddels⸗Crisis, welche die uͤbermäßigen Speculationen des vor⸗

vor 50 Jahren die Summe nicht erreichte, welche gegen⸗

Errichtung einer vollstaäͤndigen Kuͤsten⸗Bewachungs⸗

von Closen, und zwar fuͤr Annahme des Entwurfes.

8 Gunsten des Vorschlags aus. (Wir behalten uns davon die weitere Mittheilung vor). ]

Bruͤssel, 27 März. Zu Middelharuls hat man die betruͤbende Nachricht erhalten, daß ein Fischerkahn aus diesem Orte bei dem heftigen Sturme vom 5ten d. auf der Höhe von Calantstoog untergegangen, und daß die ganze Schiffs⸗ mannschaft, aus 12 Personen, von denen 11 noch nicht das 37ste Jahr erreicht hatten, bestehend, umgekommen ist. F.

Schon standen in der Nähe von Dornik die Baͤume groͤßtentheils in Bluͤthe, als den 2osten d. ein so heftiger Hagel siel, daß dadurch der bedeutendste Schade angerich⸗ tet ward.

Zu Gent stuͤrzte den 24sten ein Theil von dem Circus des Herrn Blondin ein, wodurch verschiedene Personen mehr oder weniger gefaͤhrlich beschaͤdigt wurden.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 22. März. Unsern Bläͤttern zufolge waͤre nunmehr der 12te April zum Tag der beabsichtigten 3 Abreise Sr. Maj. des Königs nach Norwegen bestimmt.

Seit etlichen Tagen geht hier das Geruͤcht von der Zusammenberufung eines außerordentlichen Reichstages, was ledoch von dem Conversationsblatte in Zweifel gezogen wird. b Die Angaben von der Verlegung des Reichstages nach Oee. rebro haͤlt genanntes Blatt fuͤr ungereimt.

Die General, Zoll⸗Direction hat von der Regierung Be⸗ fehl erhalten, noch vor Ende dieses Jahres Vorschläͤge wegen 88s und oll⸗Behör⸗ 8

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einer veraͤnderten Organisation der inlaͤndischen den einzureichen.

In der Gegend von Halmstadt hat man neulich ein in 1 unserm Norden baas engen hslcbe⸗ starkes Erdheben verspuͤrt.

eutschland

Baierische Kammer der Abgeordneten. 42ste Sitzung. Nach Verlesung des Protocolls der geheimen Sitzung, in welcher der Gesetz⸗Entwurf über das Indigenat, mit den vom Freiherrn v. Leonrod beantragten Modificationen angenommen wurde, ward die Discussion uͤber das Con⸗ seriptions⸗Gesetz fortgesetzt. Es sprachen vom Platze aus, der zweite Praͤsident Haͤcker, die Abgeordneten Abt, 54

ur vollen Befreiung vom Militairdienste wurden empfohlen: diejenigen, denen sich waͤhrend der Dienstzeit eine anschnliche Versorgung darbietet, die mit den gehoͤrigen Vorbedingne b in die Ehe Tretenden, ebenso Jene, welche wegen der in ihre Familte eingetretenen schweren Ungluüͤcksfalle dieser unent⸗ behrlich nothwendig werden. Auch wurde eine Abkürzung der Militair⸗Dienstzeit, in sofern Balern nicht ein bloßer militairischer Staat, sondern eine rein⸗militairische Nation sein sollte, beantragt, und dieser Antrag mit mehrfachen Gruͤnden unterstuͤtzt, namentlich mit Beispielen aus den und selbst aus der vaterländischen Geschichte. Als Anfangspunkt fuͤr die Militairpflichtigkeit wurde statt des 21sten das 20ste Lebensjahr beantragt, weil es sonst bet sechsjaähriger Dienstzeit fuͤr den Staatsbuͤrger beinahe schon zu spät waͤre, sich nun nach einem Nahrungszweige umzu⸗ sehen, und gerade dies wenigstens in Etwas erlelchtert wer⸗ den sollte. Hinsichtlich der der Theologen wurde andrerseits beantragt, diese Befreiung moͤchte erst vom Zeit⸗ punkte des Empfangs der Tonsur, dann aber auch ganz, nicht als bloße —,— eintreten; ferner erst von den Cyvil⸗Behoͤrden uͤber den dolus der Desertion entschieden, und auf Confiscation nach Umständen erkannt werden.

Muͤnchen, 24. März. Der Legations⸗Rath Koch, General⸗Procurator im Rheinkreise, ist zum lebenslaͤnglichen Reichsrathe ernannt worden.

Wuͤrtembergische Kammer der Abgeordneten. 48ste Sitzung. Der Anfang derselben war geheim. ei Oeffnung der Gallerieen wurde zur weitern Verathung des Königl. Rescripts auf die Beschlüsse der Kammer in Betreff der allgemeinen Gewerbe, Ordnung geschritten. Hinsichtlich des 44sten Artikels derselben soll das Gesetz nach der Köͤnigl. Entschließung bestimmen: daß dersenige, bei einer Zunft das Meisterrecht erlangen will, seine oͤnliche Befä⸗ higung entweder durch eine förmliche Meisterprobe oder durch beglaubigte Zeugnisse uͤber ununterbrochene Vorbereitung in mindestens sieben Lehrsahre nachweisen muͤsse. Die na Bestimmungen, so wie die Bezeichnung der Gewerbe, wo nur die eine oder die andere Nachweisung ssig sei, sollte ei⸗

ner desfallsigen Verordnung vorbehalten bleiben. Die Kam⸗

mer hatte beschlossen, allein bei den erken der Mau⸗ rer, Steinhauer und Zimmerleute eine Pruͤfung vorangehen zu lassen, bel allen uͤbrigen Handwerken aber es jedem zu en,

Nachweisung er wäͤhlen wolle. Nach einigen Dehatten, die Gegner daß die Pehsba des