1828 / 89 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

klaäͤrung

88

*

*

gs.

8 an der Spitze der Republik stehe, alles daselbst eine neue

großer Wichtigkeit, daß die Pforte endlich macht, ein

8 Europa's d

lande

882

hahen. Der Präsident hat Alles, was in dieser weisen Er⸗ Guͤnstiges enthalten ist, eingesehen; er fuͤhlt, wie nuͤtzlich es fuͤr das Interesse des Landes sei, keine neue Ver⸗ wickelungen entstehen zu lassen, er wird die unzeitige Hitze Derer unterdruͤcken, welche sich nicht vertheidigten, als man sie angriff, und jetzt angreifen wollen, da ihr Feind durch eine andere Macht als die ihrige gehemmt ist; er wird alles Unpassende erkennen, was in der Rolle einer falschen Tapfer⸗ keit liegt; und er wird mit Wuͤrde zu gleicher Zeit die Ab⸗ sichten der Vermittelung und das Andenken an Navarin ehren.

Aber moͤge er sich doch dabei nicht taͤuschen; es genuͤgt nicht, neue Angriffe zu bilden, man muß denen ein Ende

machen, die gegen das gegebene Wort und das ei⸗ gee Interesse der Griechen statt gefunden haben, die

Lypedition von Chlios, welche in einem Augenblick den Karakter der Vermittelung geaͤndert und den Abbruch der Unterhandlungen zu Konstantinopel herbeigefuͤhrt hat, indem sie einen Verdacht erregte, dessen sich die türkische Regierung unmöglich erwehren konnte, muß ohne Verzug widerrufen, Chios muß befreit werden. Diese erste Buͤrgschaft der Si⸗ cherheit scheint uns unentbehrlich, und man sage nicht, daß nien ban gelegen sei, ob die Pforte an die Redlichkeit 8 Permittelun glaube, oder ob sie sich auf die weiteren E-ö hten mit Vertrauen verlassen koͤnne; dies wuͤrde die Sprache der Unwissenheit und Leidenschaft sein. Nein, es den Zweck . welche man an sie sehe; bis jetzt ist diese Frage verwickelt und auf die dsten Weise entstellt gewesen, man muß sie zu ihrem

ertrages und die Forderungen,

befremden Füafe Ausdruck zuruͤckfuͤhren, und Thatsachen sind hie⸗

r mächtiger als alle

erste Buͤr Worte. Wir wiederholen es, diese

gschaft ist nnerlaͤßlich, vielleicht haͤngt der Friede avon ab; und man wuͤrde es wagen dagegen das e Interesse einer nur wenige Meilen vom Fest⸗ Der Pec s entfernten Insel in die Wagschale zu legen.

raͤsident wird selbst zuerst bemerken, wie unhaltbar

eine solche Forderung sein wuͤrde; er wird bedenken, daß das

geringfuͤgi⸗ 8 g

Mitleid welches f t zu große Opfer auferlegt, meist seinen Zweck verfehlt. Gestützt auf Grundsaͤtze der Ordnung 615 Ge⸗

rechtigkeit weiche die Vermittlung leiten müssen, wird der e ihr die Mittel empfangen, das Reich der Ge⸗ bef zu begruͤnden, und die Unabhängigkeit eines Landes zu efestigen, dessen Wiedergeburt sein Werk sein soll. Se merica. 88 Franzbsische Blätter melden aus Lima vom 20. Novem⸗ daß seit der kurzen Zeit, in welcher der General Lamar

Der

gewinne und auf eine fruͤhere Zukunft deute. bekommt wieder neues Leben, in den

Verne mche haͤ b die F C wird sehr thaͤtig gearbeitet und die Finanz⸗Com⸗ 2 bemüͤht 8 theils durch Tilgung der von dem der rüenfgenoemmenen Darlehne, theils durch Bezahlung aufs Renenbigen Zinsen den Credit der Republik in Europa D egruͤnden. war däfen Jntea. dessen man sich bisher bediente, den in jed eine sichere Rhede. Statt dessen hat man nun tet (im Sen Deziehung bessern vortheilhaft fe von Juilea und Lima liegend) welchen, so run dennscsene Lage von Natur schon war, die Regie⸗ Schon seit aufs Eifrigste zu vervollkommnen bemüht ist. eben so —2 Zeit hatte man die Arbeiten an einem naͤmlich den b en, als nuͤtzlichen, Plane aufgegeben, etröchtlchsten Theil des großen Thals von einem Canale zu durchschneiden und auf solche zu deßte lcation zu Wasser mit dem Innern des rdern. Der Mangel an Fonds 8 L2 Fe

urfs ins Stocken gebracht; aber das Ber⸗ 1enn,eenen 5.— der mit Beitraͤgen fuͤr diesen Seee⸗ v ervortrat, so wie sein Eifer, sind die eifern zung einer neuen Antegung geworden; und schon u brin 88 29. Eigenthuͤmer, eine Gesellschaft zu Stande d ein⸗ welche den Canal von Vincocgya, der fuͤr das

en —2 eine Quelle von Reichthuͤmern werden duͤrfte, und die ge. Dieser General ist wirklich jetzt der Stolz schenfre vorzüglichste Zierde unsers Frelstaats; seine Men⸗ 8- it kenit kein anderes. Interesse, als das ner Rechefe⸗ Vaterlandes und seiner Mirbuͤrger. Und sei⸗ Niemal⸗ schaffenhelt haͤlt seine Einsicht das Gleichgewicht. nun als hat er andere Grundsäͤtze, als die der ersoͤh⸗ dem und des Friedens zu den seinigen gemacht und in eden, die Unabhaäͤngigkeit der Hauptstadt sicher zu ch weder an 8. 8 an lratrischen Kenntnissen ihn uͤbertroffen⸗

o vortheilhaft und einladend unsere Staatsverh ltnisse

Hafen von Pslay —;,2

legenheit, ob wir denn die unnacha

von dieser Seite sind, so sind doch auch von der andern nicht alle Veranlassungen zu Besorgnissen euntfernt. Denn obgleich Bolivar indem er das Mültair in eine moͤglichst gute Verfassung zu setzen sucht, nur die Absicht hat, der Wuͤrde und der Stellung unsers Staates angemessen hu handeln, so giebt es doch nicht Wenige, denen dergleichen Maaßregeln nichts weiter, als Vorboten naher Kriege sind, und welchein dem Praͤsidenten nur den Ehrgeizigen sehen, der die Nationen gern unter sein Joch bringen wollte. Wer aber Bolivar genauer kennt, weiß, theils daß er viel zu bedeutende Geschaͤfte in Columbien hat, als daß er sein Gluͤck in einer so fernen Gegend versuchen wollte, theils daß er auf den gerechten Titel des Befreiers, welchen ganz America ihm giebt, zu verzichten gewiß nie eine Absicht hegen wird.

Begreeeehen 1 San⸗h

ean.

Stettin, 5. April. Durch die Orkane, die in diesem Jahre so bäͤufig, besonders aber am 20. —— 26. Maͤrz d. J. und zwar an jedem dieser Tage 12 V7 2 den anhaltend aus N. O. und O. N. O. gewuͤthet 8 ist die Steindecke der Ostmoole des Swinemuͤnder stellenweise beschaͤdigt; große Steinmaffen sind auf und uͤber die Moolen geschleudert und die Steine der unter Wasser

besindlichen Versetzung zusammen geschoben worden. Letzte⸗ x8 ist jedoch benchaßeanverken selbst nicht nachtheilig gewor⸗ den, und der ganze Schaden nicht von. solchem bedeutenden Umfange, als das Geruͤcht es fuͤrchten ließ, daß die Repara⸗ tur große Kosten fordern wuͤrde.

In Hinsicht des Hafens selbst ist nicht die geringste

gefährliche Besorgniß entstanden; vielmehr hat sich die dies⸗ mal von den Stuͤrmen betroffene Stärke der Moolen noch mehr bewährt, da sie diesen drei kurz hinter einander einge⸗ tretenen Orkanen und dem Eisgange ohne bedeutende Beschäͤdigungen kraͤftig widerstanden hat.

Nach den eingegangenen Rapporten der Schifffahrts⸗ Commisston ist der Wasserstand des Hafens im 16 bis 19 ½ Fuß uUnd nach dem letzten Orkane 17 ¾ und 18 Fuß gewesen. ballastete und 12

März d. J. 88 8 Im Maͤrz sind bereits 26 beladene und 2 . Schiffe in den Swinemuüͤnder Hafen eingelaufen beladene und 17 geballastete Schliffe ausgegangen, was vor dem jetzigen Bau des Hafens nicht, und nicht o

fruͤhzeitig geschehen konnte.

Literarische Nachrichten. In einer Englischen Zeitschrift findet sich ein Urtheil Walter Scotts uͤber Shakespeare und eine Vergleichung dierw. ses von allen Natlonen so hoch geachteten Dramatikers, hin sichtlich seines komischen Talents, mit Moliere, worin dem Letztern bei weitem der Vorzug vor dem Erstern gegeben 4⸗1

„Wir wollen hier,“ heißt es in dieser Kritik, „von dem Privat⸗Leben Moliere’'s schweigen und nur uͤber sein Ver⸗ dienst als Dichter ein Urtheil abgeben. Mit Vergnuüͤgen un⸗, terziehen wir uns diesem Geschäft, und unbedenklich setzen wir ihn uͤber Alle, welche sch durch wissenschaftliches Talent Ruhm erworhen haben. Eine gluͤckliche Natur⸗Anlage, die Beschaͤftigung, der er sich gewidmet hatte, seine echt Fran⸗ zoͤsische Lebhaftigkeit, seine tiefe Kenntniß des mensch Herzens, die ihm eigne Fertigkeit, mit seiner Sprache um⸗ zugehen, einer Sprache, welche mehr, als alle andern, Leich⸗ tigkeit besitzt, zur Einbildungskraft zu sprechen und Gedan⸗ ken auf gefaͤllige Weise auszudruͤcken: alles dies hat Mo⸗ liere'n nicht bloß unter den chriftstellern seines Landes und seines Fachs den höchsten Rang angewiesen, sondern ist selbst vermoͤgend, ihn uͤber die gesammten Schriftsteller an⸗

derer Natlonen zu erheben.“ „Vielleicht he. aber unsere Landsleute bei dieser Ge⸗ mliche komische Starke

unseres Shakespeares so ganz mit Stillschweigen zu uͤber⸗ gehen gesonnen sind? Ist nicht, werden sie sagen, der Hu⸗ mor, welchen dieser unnachahmliche Dichter in seinen Wer⸗ ken entwickelt, eben so bewundernswerth, als die Kraft, mit welcher er alsdann aus den menschlichen Seelen schoͤpft, wenn er ernstere und tiefere Gefühle zu erregen sucht? Wenn aber Johnson das Lustspiel richtig „„als eine dra⸗ matische Dakstellung der leichtesten Fehler der Menschen⸗ Natur, durch welche man zur Absicht habe, die Thorheit oder das Laster lacherlich zu machen,““ karakterisitt, so kann man nicht umhin, die Vehauptung als wahr an —— daß Shakespeare fuͤr diesen Zweck nichts weiter eNlefert habe, als einzelne Scenen und Steslen, welche sich bald hier, bald da, in seinen zahlreichen Werken finden.“ 8

.