1828 / 108 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

.“

me 2b2272 5

zu verhindern ist, in groͤßerem Maaßstabe auf andere Laͤnder waͤlzen, denen es die Korneinfuhr verbietet, wenn sie ihnen nuͤtzlich, und erlaubt wenn sie ihnen nachtheilig ist, und es wird dieses auch erreichen, wenn diese nicht zu geeigneten Vertheidigungsmaaßregeln schreiten.“ .

„Als Deutscher habe ich oft mit tiefem Ingrimme be⸗ trachtet, wie England das Interresse eines so bedeutenden Abnehmers, wie Deutschland ist, das den dritten Theil, sei⸗ ner Ausfuhr an sich zieht, so gaͤnzlich mißachtet. Freilich ist nicht dem, der dem Andern den Ellenbogen in die Seite setzt die Schuld beizumessen; sondern dem, der ihn sich in die Seite setzen laͤßt. Schlimmer aber ist noch, daß die Repressalien, welche England gegen sich weckt, obendrein Deutschland mittref⸗ fen, und moͤchte wenigstens das verhindert werden! Es ist diesen Augenblick in Amerika eine Bill vor dem Congreß, welche den Zweck hat, als Gegenmaaßregel gegen England zu dienen und auf mehrere Artikel Verbots ähnliche Zoͤlle zu le⸗ gen, die saͤmmtlich Deutschland sehr empfindlich treffen, naͤm⸗ lich auf Wolle, Wollenwaaren, Eisen und Eisenwaaren, und aus Hanf verfertigtes Leinen. Baumwollenwaaren sind nicht zur Rede gekommen, wahrscheinlich weil die Amerikaner fuͤrchten, auf diesen wichtigen Ausfuhr⸗Artikel eine nachtheilige Re⸗ pressalie zu provociren.

Kornbill in Amerika an, woraus die Amerikaner ersehen, daß von Seiten Englands keine Milderung zu erwarten ist, so

wird sie wahrscheinlich die Annahme des neuen Tarifs verur⸗

sachen, wenn diese vorher auch noch zweifelhaft gewesen sein moͤchte. Sie koͤnnen diese Maaßregeln nicht gegen England allein in Anwendung bringen; der Zoll den sie legen muß, ese der von England zuerst in allen Clausel, mit der beguͤnstigsten Nation auf glei⸗ Len zu werden, alle andern mittreffen.“.

lich 4 ugland glaubt jetzt durch diese Stipulation sich kluͤg⸗ b. 11 zu haben, daß auf seine Erzeugnisse auswaͤrts ein herer Zoll gelegt werden kann, als auf die gleichen anderer Nationen. Es fraͤgt sich asso nur, ob nicht ein Loch darin zn finden waͤre, um diese Bedingung nichtig zu ma⸗ chen. Ist es denn durchaus nothwendig, daß ein Zoll auf eine gewisse Waare unbedingt gelegt wird, koͤnnte ds nicht eben so gut unter gewissen Restrictionen geschehen? Koͤnnte man nicht mit vollem Rechte z. B. fuͤr diejenigen Nationen einen niedrigern Einfuhrzoll auf eine Waare legen, die ent⸗ Zelhagebende eha bei sich 21an⸗ zu niedrigern zulassen er haͤtte in di in roͤße⸗

82 8⸗2. 8c h in dieser Hinsicht ein groͤße

als die˖Hanseestädte, wo alle ameritanis⸗ . mngelassen werden?, Es ist dner efcen ö kaͤme es nur auf einen Versuch, sich fuͤr die mrapel⸗Artikel eine solche Verguͤnstigung zu erwir⸗ nicht ist, feind ena ͤffiren, da es Amerika's Absicht gewiß vielmehr geneigt 4 gegen Deutschland zu handeln, man es Kunden zu favorisuenüben darf, dieses als einen seiner besten terung gegen Englannd . Der jetzige Zeitpunkt der Erbit⸗ Se etwas chte dazu guͤnstig sein, wenn nicht rde man sich in dior - die Verschansahgen diesem Falle üͤber den ersten Einbruch in sein gegen andere düͤrfen, hinter welchen England de fortzusetzen edenengerichtetes feindliches Handels⸗ ondon, 19. Aprif 2 will aus guter Das hiesige Blatt „der Sphyny“ ton habe gezͤußert daß wissen, der Herzog von Welling⸗ die in Frankrelch stattander Füͤrst von Polignac ihm uͤber gende Auskunft ertheil ndenden Kriegs, genuͤ⸗ kreffe, so seien Feantchahe wasaber die Griechische Sache be⸗ Weise, se auenuglechen, d.and England uͤber die Art und ie Morning⸗ anz einer Meinung. aus, um die Seens Chroniele drüͤckt sich auf 88g.n0, Weise zustellen: „Unsere Lgen 8 England gegen Frankreich dar⸗ Auszuͤgen aus den Franzssira gt sie, „werden aus unsern vorsge Franzoͤsische Mini sischen Zeitungen sehen, daß das bigkeit En sand assterium dort wegen seiner Nachgie⸗ Ministerium darf Popularitzt verlor, und daß kein E ein solches S sich in rankreich beliebt zu machen, stem verfolgt Der Umstand, daß der

t in den Vereinigten Staaten soll A. nücht gan; unwahrscheinlich. Nach ine 2 ss vuverneur Woodberry, Praͤstdent ue ige reß dem Senate am 9. Jan. mit den vereinigten Amerit vorgelegt haben: „Es solle allen Nationen vorgeschlagen nrkanisch Staaten Handel treibenden oder Waaren ge F werden, alle Arten von Erzeugnissen sich auch auf den Tonzangleiche Abgaben, welche Gleichbeit

wechselseitig zuzulassen“ engehalt der Schiffe erstrecken solle,

1u1“ ““ v“ 11ö1u“*“;; —0

Kommt die Nachricht von der neuen

eine Beguͤnstigung bei Amerika anzuhalten,

eine hingeworfene Idee,

Art geschehen ist, und wohl

Herzog von Wellington an der Spitze unsers Ministeriums steht, wird mit großer Bitterkeit getadelt. Wir, fuͤr unsern Theil, bedauern sehr, daß zwei Nationen, wie die Englaͤnder und Franzosen, immer einen Groll gegen einander hegen sollten, und zwar uͤber vormalige Beleidigungen oder einge⸗ bildete Kraͤnkungen. Beide koͤnnen durch Vereinigung und Uebereinstimmung gewinnen, und Beide muͤssen verlieren, wenn sie sich bestreben, das gegenseitige Gluͤck zu stoͤren.“

Es ist, wie die Times behauptet, unzweifelhaft, daß sich Frankreich gegen Algier ruͤste. Nach Aussage einer hier aus Algier angekommenen Person, welche zu einem der vor⸗ tigen Consulate gehoͤrte, erwartet auch der Dey einen An⸗ griff von Seiten Frankreichs. Er soll in der Umgegend von Algier 60 bis 70,000 Mann Cavallerie zusammengezogen ha⸗ ben, und wenn auch diese Truppen den Europaͤischen in An⸗ sehung der Disciplin und Uebung weit nachstehen, so bilden sie doch eine, zu einem bedeutenden Widerstande genuͤgende

acht. 8. . erhellt aus Briefen von Toulon und andern Fran⸗ zoͤsischen Arsenalen, daß die Vorbereitungen zu einer See⸗ Expedition eifrigst betrieben und daß mit einer von anzosen erfundenen Art Dampf⸗Kanonen, welche vie maͤchtiger, als die Perkins'schen sein sollen, viele Versuche angestellt werden. b 4 8

Gestern wurde durch einen Anschlag im Jamaica⸗Caffee⸗ hause bekannt gemacht, daß das, aus Jamaica hier ange⸗ kommene Kauffahrtei⸗Schiff Waterloo auf der Hoͤhe des Cap Finisterrae einen Algierischen Corsar gesehen, daß dieser auch auf jenes Schiff gefeuert habe, dasselbe aber, wegen des schlechten Wetters, ohne Schaden entkommen sei.

Die Times will die, wohl sehr der Bestaͤtigung beduͤr⸗ fende, Nachricht erhalten haben, daß der Groß⸗Sultan dem Griechischen Patriarchen den Befehl ertheilt habe, den Gra⸗ fen Capodistrias, als den Anstifter des Ungehorsams der Griechen, zu excommuniciren, und daß dieses mit großer Feierlichkeit oͤffentlich in KonfFanemoyet geschehen sei.

Der bekannte eifrige Verfechter der Angelegenhelten der Irischen Katholiken, Herr O' Connel, hielt neulich bei einer Versammlung des katholischen Vereins dem Bischof von Neu⸗York eine weitläufige Lobrede. Der Mayor von jener Stadt hatte naͤmlich den protestantischen Bischof eingeladen, bei dem Leichenbegaͤngnisse des beruͤhmten de Witt⸗Clinton zugegen zu sein. Der Bischof erklarte sich in einem Briefe an den Mayor sehr bereitwillig, Alles auf⸗ zuͤbleten, um dem Andenken eines so warmen und großen Vaterlandsfreundes zu huldigen, allein nur als Amerikanischer Buͤrger und nicht als Bischof, in welcher Eigenschaft er alle Verbindung mit jedem Staatsdtener ablehnen muͤsse, weil der Grundsatz der Revolution darin bestehe, die Kirche und den Staat gaͤnzlich von einander getrennt zu erhalten und daß er von diesem Grundsatze selbst bei einer so wichtigen Gelegenheit nicht abweichen koͤnne. Herr O Connel schlug vor, den Brief des Bischofs von Neu⸗York, zum Andenken an das lobenswerthe Verfahren desselben, in dem Versamm⸗ lungs⸗Orte des Vereins unter Glas und Rahmen zu bringen.

Vor einigen Tagen stand ein Arbeitsmann, Namens Harson wegen Todtschlages vor Gericht. Es 82 sich, daß er mit dem Verstorbenen in einen Streit gerathen sei, und Boperei statt gefunden habe, an deren Folgen sein Gegner verschieden nnl Die Geschworenen sprachen das „Schuldig“ aus, empfahlen den Thaͤter, dessen guten und milden Karakter mehrere Zeugen ⸗⸗ hatten, der Gnade des Richters, der ihn zu achttagiger Gefaͤng⸗ nißstrafe verurtheilte. Unmittelbar darauf wurde ein vierzehnjaͤhriger Knabe, der einige Kämme aus einem Laden gestohlen hatte, zu einer siebenjährigen Deportation verurtheilt.

Die wahrscheinlichen Fortschritte und die Wichtigkeit der von H. Gall in Edinburg vervollkommneten Erfindung, um die Blinden in den Stand zu setzen, zu lesen und zu schrei⸗ ben, faͤngt an allgemeine Theilnahme in Denjenigen zu erre⸗ gen, die das Wohl dieser ungluͤcklichen Klasse von Menschen am Herzen haben; und die Kunst des Lesens und Schreibens wird aller Wahrscheinlichkeit nach unter den Blinden sehr allgemein werden, wenn Herr Gall gehoͤrig aufgemuntert

wird, Ein Comité der Professoren von der Edinbuürger Uni⸗

versitaͤt it mehreren anderen angesehenen Maännern Senas n Gan!s Lefebuch fuͤr Blinde und seine Vorrich⸗ tung zum Briefschreiben, genau untersucht, und einen sehr guͤnstigen Vericht daruͤber erstattet, woraus wir Folgendes ausheben; „Wir haben uns“, heißt es darin, „uͤberzeugt, daß die Briefe der Blinden sehr leicht von ihnen gelesen werden koͤnnen. Die Knaben, welche wir pruͤften, waren nach einer Uebung von wenigen Wochen, und selbst ohne re⸗