1828 / 115 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Der Getreide⸗Ueberschuß in Holstein und Schleswig zu⸗ sammen betrug von 1820 bis 1826 inclusive: 530,531 Quar⸗ ters Weizen; 381, 569 Roggen; 524,658 Gerste ; 916,508 Ha⸗ fer; oder in jedem einzelnen Jahre im Durchschnitt: Wei⸗ zen 78,602; Roggen 54,707; Gerste 74,971; Hafer 130,729 Quarters. Die Haupt⸗Ausfuhr besteht aber in den Produc⸗ ten der Meiereien, besonders in Butter und Kaͤse. Der Werth der Butter scheint sich in jedem Jahre nach der Jah⸗ reszeit, in welcher sie gemacht wird, zu aͤndern. Die Be⸗ handlung der Meiereien in Holstein fand ich vortrefflich; sie schien mir mit derselben Reinlichkeit und, wo moͤglich, Hon noch groͤßerer Oekonomie vor sich zu gehen, als in olland.

Der Haupt⸗Hafen zur Verschiffung des Korns ist Kiel, aber wegen der Lage von Hamburg wird nach dem letzteren 8 —2 —. Das Ietrelg⸗ wel⸗

es von Kiel nach Großbritanien geht, wird hauptsaͤchlich nach Leith, Gains⸗Borough und Hull geschickt.

Hamburg ist uͤberhaupt in Ansehung des Getreide⸗ heäandels, ein wichtiger Ort, weil es eine große Niederlage⸗ Stelle und der Canal ist, durch welchen der Ueberschuß der

Pproduction von einem großen Theil Mecklenburgs, vom An⸗ altischen, vom Masgdeburgischen, von Sachsen, und, bei ohen Preisen, sogar von Boͤhmen nach den entfernten Ge⸗

genden gelangt. Es ist unter solchen Umstaͤnden interessant, die mit der Auflagerung verbundenen Kosten kennen zu ler⸗ nen. Die Kosten des Aufspeicherns selbst koͤnnen auf 9 Den. die der Verladung an 1 Shill. 8 Den. und die Speicher⸗ miethe monatlich auf 2 Den. pro Quarters angeschlagen wer⸗ den. Der Verlust im Maaße wechselt, je nachdem das Ge⸗ treide beim Auflagern trocken oder feucht war, zwischen 3 bis 4 pEt. im ersten, und zwischen 1⅞ bis 2 pEt in den nachfolgenden Jahren, wozu noch die Feuerversicherungs⸗ und Stempel⸗Kosten mit 4 pCt. gerechnet werden muͤssen.

In dem Zeitraume von 1. Januar 1818 bis zum 1 Octo⸗ ber 1827 wurden aus Hamburg ausgefuͤhrt, an Weizen: nach Großbritanien... .. 403,535 Quarters 2 Frankrrich 6,501 2 „Spanien . . 78,255 Bremen.. 13 1 385 3 den Niederlanden. 9,372 . 111““ 1,749 8 auf der Elbe u. zu Lande 174,482 1 —.—— 2 675,774 Quarters Deon waren nach Hamburg gekommen 1 voon der Unter⸗Elbe . 185785 ju Lande von Holstein 7 062

arters. Ueberschuß der Pro⸗

Diese letztere Summe lst also der duetion der oberhalb Hamburg an den öierscht

8 1 8 8 n Elb⸗Ufer

Tünden alse, 1 im Durchschnitt v u in n nicht berechnet⸗ 3 2

annoͤverischen Geßeurchresse einen großen Theil des

und Zelle und beinahe bis H mwärts, zwischen Haarburg

d

in liegenden 9 Quarters, wo⸗

1 annover ist i sc⸗— nij 2 Boden leicht, sandig und mager m Durchschnitt der deutend. von 8 g . uptsager Niehstand anbe⸗ bessetgabaf va⸗ kringen bis zur Hessischeire 88 voden Inie vos fruchebar. Da ich dies Lan 82 8z⸗ 25 zaf⸗ hinera wenne; ich einen Vergleich 85 1 8 dn 1c 2 Bodens ais in Ler Fcesruon, lowah. Eeeng.aang n, de dc. deaich eeesen ise giche 2tkenmen kaate s en nicht moͤglich g besen, eine genaue Nachweisung der Getreide⸗ Fin⸗ EE 18 Reihe von Jahren erhalten. Weizen⸗ und Roggen⸗Einfuhr dir 85 1828 hat aber d g. habe Ursache zu glauben, daß msfuhr eesiege „und gar keinen Ueberschuß, im Ganzen we⸗ E ucirt. In den Bergwerks, ist ins etwas an Hafer, einahe gar kein Getreide gebaut, rikten vom Harz wird aher * —— Andern damit versorgelese muͤssen Jaco 8 gt werden. stellt uͤber 1ne dste ich nun zu seinem Vaterlande, und Aus den von ihm angelegten roduetiom Betrachtungen an. nisse des Getreide⸗Baues See nungen uͤber die 8 Millonen 8 finden, daß die von 1n I11“*“ Betrag des in einem Jahre

* 84 ZI1“

Quarters beliefen. In

geerndteten Welzens sich in den Jahren 1817, 1818, 1821 1825 und 1827 wiederholt. Da aber die

stand abgenemmen. Dieser betrug naͤmlich in den Jahren 1817 bis 1820 durchschnittlich 3 bis 4 Mill. Auarters, ungeachtet er in den nachfolgenden Jahren stieg und sich 1823 sogar auf 7 ½ Mill. Quarters belief, so siel er dagegen

spaͤter allmaͤhlig und jetzt soll er auf die unerhoͤrt kleine Wenn nun,

Summe von 700,000 Quarters beschraͤnkt sein. was wohl zu erwarten steht, die Volkszahl und mit ihr die Consumtion von Weizen ununterbrochen waͤchst, so muͤssen wir, sagt Hr. Jacob, bald auf den Punkt kommen, wo, abgesehen von Jahren des Mißwachses, die Production mit

8 Volkszahl und mit ihr der Verbrauch des Getreides sich vermehrt hat, so hat von Jahr zu Jahr der vor der Erndte uͤbrig bleibende Be⸗

EE“

ööööööööööööxacgäöß m lpp po

dem Bedarf nicht mehr gleichen Schritt halten wird. Es

ergiebt sich uͤbrigens aus den oben erwaͤhnten Berechnungen,

in welchem geringen Verhaͤltniß die Einfuhr zur Auantitäat

des im Lande producirten Weizens steht; denn waͤhrend der

Betrag der Production sich, wie schon erwaͤhnt, im Durchea.

schnitt auf 12 bis 13 Mill. Quarters belaͤuft, so hat die ge⸗

sammte Einfuhr von Weizen aus allen Läͤndern, mit Ein-⸗—

schluß von Irland, in 12 Jahren nur 6,780,000 Quarters oder jaͤhrlich 565,000 Quarters betragen. 19 besorgten Ausfall in der Masse des noͤthigen Getreides zu decken, weisen Manche theils auf die schon vorhandene, theils auf die moͤgliche Vermehrung des Kar⸗ toffelbaues hin. Wir duͤrfen aber hierbei zweierlei nicht ver⸗ gessen: Erstens, daß ein großer Theil der Bevoͤlkerung Weizen gewoͤhnt ist, und es gar nicht wuͤnschenswerth er⸗

scheint, ihn zu noͤthigen, sich mit einem weniger guten Nahe rungsmittel zu begnuͤgen, und Zweitens, daß nicht Alles,

was an Kartoffeln mehr gewonnen wird, Gewinn ist, da der Getreidebau nothwendig in dem Maaße abnehmen muß, wie der Kartoffelbau zunimmt. Uebrigens ist und bleibt die eigene Produktion immer [die wichtigste Quelle, denn die Zufuhr vom Auslande kann nur zu sehr hohen Preisen be⸗ schafft werden, und die Quantitaͤt des von dort zu beziehen⸗ den Getreides ist, im Verhaältniß zu unserem Bedarf, stets ering.

Has Land, was am meisten Getreide ausfuͤhrt, ist Preu⸗ ßen. Der in den Rhein⸗Provinzen erzeugte Ueberfluß an Weizen geht auf dem Rheine nach den Niederlanden, und wird meistens dort verbraucht. Aus Westphalen geht, wie schon bemerkt, wenig die Weser und Ems hinunter, und was aus dem Magdeburgischen und aus den an der Elbe belegenen uͤbrigen Gegenden ausgefuͤhrt wird, ist bei der Ausfuhr von Hamburg bereits veranschlagt; es bleiben mit⸗ hin nur noch die Provinzen Pommern, Ost⸗ und West⸗Preu⸗ ßen zu beruͤcksichtigen. Von dorther sind in dem Zeitraume von 1819 1827 im Durchschnitt jaͤhrlich 219,000 Quarters ausgefuͤhrt worden. Rechnet man die durchschnittliche Aus⸗

fuhr von Mecklenburg, Daͤnemark, Hamburg und Bremen

hinzu, so ergiebt sich immer nur eine jaͤhrliche Ausfuhr von 436,000 Quarters (S. Nr. 111 der Staats⸗Zeitung), wo⸗ von sich bei Weitem nicht Alles fuͤr den Englischen Markt eignet; auch habe ich selbst in Luͤbeck Weizen nach den Fran⸗ zoͤsischen Haͤfen des Mittellaͤndischen Meeres verladen gesehen.

Die Getreide⸗Bestaͤnde in den Ausfuhr⸗Plaͤtzen haben in Folge der Zunahme der Bevöͤlkerung und des innern Ver⸗ brauchs bedeutend abgenommen. Nach mir vorliegenden, bis zu Anfang Januars d. J. reichenden Uebersichten be⸗ schraͤnken sie sich in saͤmmtlichen Preußischen Ost⸗See⸗Haͤfen auf 453,800 und, mit von Rostock, Wismar, Luͤbeck, Kiel, Hamburg, Bremen und Kopenhagen auf 578,700 Quarters, waͤhrend sie sich vor zwei Jahren auf 741,000 ngland betrugen zu letztgenannter Zeit die in den Entrepoͤts befindlichen Vorraͤthe 25 ¼,000 QAuarters, und jetzt nur 176,000; sie haben also durchgaͤn⸗ gig abgenommen; welches mir auch an allen von mir be⸗ ruͤhrten Plaͤtzen, sowohl des Auslandes als in England und Schottland, von den am besten unterrichteten Personen be⸗ staͤtigt worden ist. Die Roggen⸗Vorraͤthe haben uͤbrigens in einem noch groͤßern Verhaͤltniß wie die Weizen⸗Vorraͤthe abgenommen. Sie betrugen Anfangs Januar in saͤmmtli⸗ chen obengenannten Stapel⸗Plaͤtzen nicht mehr als 90,000 Ouarters, was kaum hinreichend ist, um die Einwohner der⸗ selben, deren Zahl auf 500,000 angeschlagen werden kann, einen einzigen Monat zu ernähren. Der Preis des Rog⸗ gens ist auch beinahe allgemein gestiegen, waͤhrend der des Weizens stillgestanden ist, und der fruͤhere Unterschied der Preise dieser beiden Frucht⸗Arten hat sich ungemein ver⸗ ringert, und ist an einigen Orten beinahe ganz verschwunden.

(Schluß folgt.)

2

ee