1828 / 126 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

s“ 443* 3 2. Die Scenen, welche in diesen Perioden vorfielen, sind denen hnlich, welche der große Geschichtschreiber darstellt: „Nobi- Üitas, opes, omissi, gestique honores pro crimine, et ob S virtutes certissimum exitium. Nec minus praemia delato- rum invisa quam scelera; cum alli sacerdotia et consula- 4 * tus ut spolia adepti, procurationes, alii et interiorem po- tentiam, agerent ferrent cuncta. Odio et terrore corrupti in dominos servi, in patronos liberti; et quibus deerat inimicus, per amicos oppressi. Non tamen adeo virtutum gterile sacculum, ut non et bona exempla prodiderit.“ (Beifall.) Doch wenden wir uns ab von diesem opprobrium welches uͤns wegen der Art trifft, mit welcher Irland wäͤh⸗ rend eines so langen Zeitraums behandelt wurde, und gehen weir zu der Periode uͤber, in welcher den Katholiken ein noch strengeres Pfand gegeben wurde, als der Vertrag von Li⸗ neerick, ich meine die Union jenes Landes mit dem unsrigen. Höͤrt, hoͤrt! Hrn Pitt'’s Zeugniß uͤber diesen Punkt wird fuüͤr Riemand verdaͤchtig sein; und ich bitte alle die ehren⸗ werthen Herrn, welche Ehrfurcht vor seinem Namen haben, mich in der Behauptuag zu unterstuͤtzen, daß bis auf diesen ELag jener Name verdunkelt ist, nicht wegen eines Mangels an Willen, das zu thun, wozu er sich verpflichtet wußte, son⸗ seines Mangels an Macht, jenes Versprechen zZu erfuͤllen, welches er gegeben hatte ein Versprechen, welches noch jetzt als unerfuͤllt vor beiden Laͤndern, vor England ünd Irland dasteht. Eine Flugschrift von einem der bitter⸗ sten Feinde der Emancipation der Katholiken, Dr. Duigenan, dessen Zeugniß den Gegnern derselben gewiß unverdächtig ist, sagte zu jener Zeit, daß „wenn Irland mit England verelnigt waͤre, kein Grund vorhanden sein koͤnne, weshalb man die Eman⸗ ripation laͤnger vorenthalten wollte.“ In einer andern j. J. 1798 erschienenen Flugschrift des damaligen Staats⸗Secretairs Cooke kommt folgende Stelle vor: „Nach der Vollendung der Union wird kein Grund mehr vorhanden sein, das Ver⸗ langen der Katholiken unerfuͤllt zu lassen, weil jener Körper, der jetzt so maͤchtig ist, es nicht mehr sein wird, sobald er sich mit der Bevölkerung von ganz Britanien vermischt.“ JIch kann mich hierbei auf die Rede beziehen, welche Herr Pitt 180t im Unterhause hielt: „Was den Grund anbe⸗ langt“, sagte er, „weshalb ich mein Amt niederlege, so will ich ihn dem Hause angeben; ich und einige meinet Amts⸗ genossen fuͤhlten, daß es unsere Pflicht sei, eine Maaßregel in Vorschlag zu bringen, ohne welche die Union dieses Lan⸗ des mit Irland nothwendig unvollständig sein muß; als ich sah, daß es unmoͤglich war, jene Maaßregel durchzusetzen, so fuͤhlte ich, daß ich ohne Verletzung meiner Pflicht und Ehre nicht länger Mitglied der Regierung bleiben konnte. Welche Meinungen Andere hierüͤber haben, weiß ich micht. Aber ich bitte, daß man mich recht verstehe, wenn ich erkläͤre, daß wenn ich es geblieben wäre, ich alle meine Kraͤfte angestrengt heaben wuͤrde, um jene Maaßregel ins Lehen treten zu lassen.“ Aehnliche Gesinnungen druͤckte Se. Majestaͤt Georg III. in seiner Thronrede aus, als er das erste vereinigte Parlament prorogirte: „Ich betrachte die Union mit Irland als eins der gluͤcklichsten Ereignisse meiner Regierung, da es mir eine Gelegen⸗ heit giebt, uͤber alle meine Irischen Unterthanen die vollen Seg⸗ nungen der Britischen Verfassung zu verbreiten.“ (Hört, hoͤrt, hoͤrt¹) Die Anspruͤche der Kathollken sind daher mit vollem Recht durch die hoͤchsten Zeugnisse begruͤndet, allein auch durch an⸗ dere Gründe können sie vertbeidigt werden. Einige änßer⸗ ten fruͤher in Bezug auf den Kroͤnungs⸗Eid, er sei die Ur⸗ sach, weshalb man die katholische Emancipation nicht wuͤrde bewilligen koͤnnen, jedoch giaube ich, daß Niemand in diesem Hause sich noch auf ein solches Bewelsmittel berufen wird. o habe ich denn, wie ich hoffe, hinlaͤnglich gezeigt: erstens, daß das Volk von Irland durch den Vertrag von Limerick zu voller Theilnahme an der Britischen Verfassung berechtigt wurde, und daß zweltens die Regierung sich durch die Union bei jenem Lande von Neuem dafur verbuͤrgte, daß es alle Vortheile der Britischen Verfassung genießen solle. Blicken wir auf jene Theile des Festlandes, in welchen in fruͤheren Zeiten so heftige Religions Verfolgungen stattfanden, blicken wir auf Frankreich, auf Deutschland, auf Hannover, die Niederlande, Holland, Preußen, auf die andere Hemisphäre, mit einem Worte, betrachten wir die ganze alte und neue Welt, uͤberall werden wir finden, daß da, wo das große Erngeceset des Christenthums, Religlons⸗Freiheit, besteht, Einigkeit, Friede und Ruhe herrschen. (Lauter Beifall.) Frei⸗ lich hat der sehr ehrenwerthe Herr (Hr. Peel) einmal, bei Beantwortung einer Rede des tiefbetrauerten Canning, ge⸗ außert, in Deurschland und Frankreich moͤchte die herkschende katholische Kirche woh! den Protestanten zu allen oͤffentli⸗ cchen und Privat⸗ Rechten Zutritt vergoͤnnen, weil diese Minderzahl ausmachten, und also keine Gefahr von

ddern wegen

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vvö * ihnen zu befuͤrchten sei; Herr Canning müsse daher, wenn er den Katholiken gleiche Rechte verstatten wolle, darthun, daß dieselben Grundsaͤtze auch auf Irland anwend⸗ bar seien, wo die Katholiken die Mehrzahl ausmachten. Zu⸗ gleich aber erklaͤrte der sehr achtbare Herr, und es gereicht ihm sehr zur Ehre, daß er es fuüͤr seiner unwuͤrdig halte, sich der Mittel zu bedienen, mit welchen man sich wenige Jahre vorher gegen die Anspruͤche der Katholiken aufgelehnt habe, indem man gerufen: „Kein Papstthum!“ (Lauter Beifall). Herr Canning fragte ihn darauf: „Sie fuͤrchten kein Papst⸗ thum?% „Nein“, antworte der sehr ehrenwerthe Herr, „aber da, meiner Ansicht nach, die angefuͤhrten Beispiele für Ir⸗ land nicht passen, so koͤnnen sie auf meine Ansicht von der vorliegenden Sache keinen Einfluß haben“. Aber es ist schon viel gewonnen, wenn der sehr ehrenwerthe Herr kein Papst⸗ thum fuͤrchtet (Gelaͤchter), da er dann ehenfalls den Papst, seine Religion und die von ihr herruͤhrenden Gefahren nicht zu fuͤrchten braucht, und, wenn er die Furcht vor dem Papst⸗ thum aufgiebt, auch auf alle Gruͤnde Verzicht leisten muß, mit denen er jetzt die Maaßregeln, welche zum Schutz gegen dasselbe dienen sollen, vertheidigt (Hoͤrt, öͤrt!). Woher stammt die Gefahr, welche man fuͤrchtet? Von der Kirche⸗ von Irland! Wie kann man aber von der Kirche von Ir⸗ land jprechen, da diese auch die Kirche des vereinigten Koͤnig⸗ reichs ist? Denn wenn es wirklich eine Kirche von Irland giebt, so hat es nie eine Union gegeben. Ich sol⸗ daß der Her⸗ zog von Wellington die große Ansicht von diesem Gegenstande auffassen wird, deren sein heller, männlicher Geist fähig ist, daß er, der nie auf der Bahn des Sieges eine wirkliche Ge⸗ fahr fand, sich nicht durch die Phantome einer eingebildeten davon abschrecken lassen wird, das Gluͤck einer Nation zu begruͤnden (Beifall.) Es wird behauptet, die Katholiken seien zu den Rechten, welche sie gegenwärtig verlangen, nicht uzulassen. Fragt man aber Diejenigen, welche dergleichen

ehauptungen aufstellen, nach ihrem Grunde, so erwidern sie, wie der Baner auf dem Theater, sie haͤtten wohl eine Antwort, allein sie hätten sie vergessen (Geläͤchter.) Ich habe gehört, wie geaͤußert wurde: „Was hat das Volk von Irland mit der Emancipation zu schaffen?“ Aber man be⸗ denke, daß es einem Volke unmoͤglich ist, den Druck nicht zu fuͤhlen, unter welchem es seufzt. Wir haben so über die

Irlaͤnder geherrscht, daß sie sich gegen uns zu einer Art von 5 aeeß Opposition vereinigt haben. Unsere Kirche

ympathetischer O

eraͤth daher in einen Haß, welchen zu verscheuchen unsere Pfüicht ist. Sie wird viel fester stehen, wenn sie von dem erbäͤrmlichen Schutze frei ist, den man jetzt fuͤr sie nöͤthig glaubt. Was ist verwerflicher, alz von einem Stuͤck beschrie⸗ denen Papiers wle von einer beschüͤtzenden Macht zu spre⸗ chen? Solche schwache Stuͤtzen der Kirche haben freidenkende Geistliche im andern Hause in ihr rechtes Licht gestellt und ihre Aeußerungen so wie ihr Betragen⸗ gereichte der Kirche, welcher sie angehoͤren, zur hoͤchsten Ehre. (Belfall.) Sie sind bessere Bollwerke der Ksrche, als alle jene eingebildeten Slcher⸗ heits⸗Maaßregeln. (Hoͤrt! hoͤrt!) Der Testeld kann nie ein großer Schutz fuͤr die Kirche sein. Entfernen wir jene alten, ver⸗ brauchten Schutzwerkzeuge gegen lange vergangene Gefahren. Legen wir die verrosteten Ruͤstungen ab, welche uns gegen Waffen schuͤtzen soll, die Niemand mehr gebraucht. Beim Entstehen neuer Gefahren können wir ja neue Schutzwaffen erfinden. Waͤre ich in einem Gerichtshofe, so brauchte ich hier nur den Satz anzufuͤhren: „Cessante ratione cessat et ipsa lex;“ denn Niemand kann laͤngnen, daß die Gründe uͤr diese Formen und Gesetze laͤngst aufgehört haben. (Bei⸗ 8 Glelche Gesetze mögen die Irlaͤnder beherrschen, und das Volk wird glücklich sein: „id enim est sirmissimum im- eerium quo et obedientes gaudent.“ Ich wuͤnsche, daß sch die Irländer über unsere Verbindung mit ihnen freuen und nicht betruͤben, wie es bis jetzt geschehen st⸗ (Beifall. Meine Motive ist daher: daß sich das Päus⸗ in einen Aus schuß verwandele, um den Zustand der, die katholischen 2 terthanen Sr. Majestaͤt in Großbritanlen und Irland betref fenden Gesetze zu untersuchen, und zuglelch auf solche ver soͤhnende Ausgleichungen zu sinnen, als noͤthig sind, um den Frieden und die Kraft des vereinigten Koͤnigreichs, die Sicher heit der Protestanten und die allgemeine Zufriedenheit und LEin tracht aller Klassen der Unterthanen Sr. Maj. zu bewirken. Hierauf erhob sich der General⸗Anwald und stimmte ge gen den Antrag, indem er zu bewelsen suchte, daß der Ver⸗ trag von Limerick, seinen Worten und seinem Sinnt nach, in gaͤnzlichem Widerspruche mit den Folgerungen Seenen

ir F. Burdett daraus gezogen habe. Gegen dasß ner Kee fuhr er folgendermaßen fort: Ich muß bemerken 1 EE8ZE8E 11u“²“ 1 1 ee2 eeeee ELE31“*“