1828 / 126 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Gesetze sich nicht auf die Jusel Man ausdehnen, so wird der auslaͤndische Weizen aus den Lwerpooler Entrepoͤts zoll⸗ frei genommen, auf der Insel Man ebenfalls ohne Abgabe zugelassen und das von dieser Insel nach dem Festlande von Großbritanien kommende Mehl auch nicht versteuert; so daß wirklich an 25,000 Quarters fremdes Getreide unverzollt in ngland eingeführt werden. Berechnet man die Abgabe die⸗ er Masse Getreide zu 34 Shill. pro Quarter, so ergiebt sich hierdurch fuͤr den Fiscus ein Verlust von 43,000 Pfd. Sterl. Bekanntlich hat der Praͤsident des Handels⸗Buͤreaus, Hr. C. Grant, ein Gesetz zur Abstellung dieses Uebelstandes in Vorschlag gebracht. . ESs ist zu Sheffield eine sinnreiche, den Gebrauch der Scchleusen in den Canaͤlen ersetzende Erfindung gemacht wor⸗ den, vermoͤge welcher Fahrzeuge von einer asserflaͤche bis zur andern 30, 40 ja selbst 50 Yards erhoben werden koͤnnen. 8 Maschinerie ist sehr einfach. Der Erfinder glaubt durch die Anwendung dieses Mittels die Kosten des projektirten Canals, zwischen Sheffield und Manchester, um eine bedeu⸗ teende Summe zu verringern. 1 3 IIbu6““ Teppichweber von Kidderminster wollen noch nicht wieder arbeiten, da ihre Herren ihnen keinen hoͤhern Lohn zu bewilligen scheinen. Viele haben ihre Weiber und Kinder Iim unglüͤcklichsten Zustande verlassen und irren nun bettelnd iin der Nachbarschaft umher. Niederlande. Bruͤssel, 10. Mat. Dem Vernehmen nach haben Se. Maj. sich fuͤr Ihre Person bei der Gesellschaft zu Luyxemburg auf 400 Actien, mithin mit 2 Mill. Fl. unter⸗ zeichnet. Gestern war wegen des Geburts⸗Festes J. K. H. der Prinzessin Marianne große Parade. u1 Arnheimer Zeitung vom 6ten erklaͤrt das (letzthin rrwaͤhnte) Geruͤcht von Zuruͤcknahme des Gesetzes uͤber Ein⸗ ktheilung der Gerichts⸗Bezirke fuͤr ungereimt. Welche von beiden Meinungen nun die richtige sei, muß die Zeit lehren. Madame Belzoni, Gattin des beruͤhmten Forschers uͤber deas alte Aegypten, befindet sich gegenwärtig hier; es heißt habe eine betruͤchtliche Zahl von Gegenstaͤnden bei sich, die von ihrem verstorbenen Manne dessen Gefaͤhrtin sie in

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ber⸗Rubeln 81 ¾; Norwegische 105 ⅜; Portugiesische 53 pCt.

Gefahren und Anstrengungen war, 225 wurden. Im Luxemburgischen hat die Wuth der Auswanderun⸗

8* en nachgelassen. Dazu haben die Erzaͤhlungen einiger von Bremen zuruͤckgekommener ungluͤcklichen Colonisten vorzuͤg⸗

beigetragen. 8 Amsterdam, 10. Mai. Die gestern hier eingetroffe⸗ 6. enthalten keine politische

nen Briefe aus London vom Neuigkeiten, noch erhebliche Veraͤnderungen im Waaren⸗ waren etwas weniger ange⸗

handel. Bloß Staatspapiere nehm. Obgleich man waͤhrend der ganzen Woche taͤglich der Nachricht vom Einruͤcken der Russen ins Türkische Ge⸗ biet entgegen sah, so schien man uͤber die Einigkeit der vyerbundenen Maͤchte so vollkommen beruhigt, daß die

Staatspapiere an der hiesigen Boͤrse eher hoͤher im Preise, als flauer wurden. Mit der gestrigen Hamburger Post erhielt man indeß die Kriegserklarung Rußlands an die

Tuͤrkei, worauf die Fonds um ¼ à l Proc. —5b sich aber gegen Ende der Boͤrse schon wieder etwas hiel⸗ ten. Es stellte sich bald auch mehr Frage fuͤr Geld ein,

unnd es wurde einiges zu 3 Proc. Zinsen genommen. Deutschland. Munchen, 10. Mal. Se. Maj. haben dem Verneh⸗

mmen nach, den Koͤnigl. Hofmaler Stieler nach Weimar ge⸗

sendet, um daselbst Göͤthe's Bildniß zu verfertigen.

4* Frankfurt a. M. 10. Mai. Ein in diesen Tagen iinn unserer Nachbarschaft ausgebrochenes Fallissement macht hiier viel Aufsehen. Der Mann, den dieses Ungluüͤck traf, hatte den Verschleiß aller Mineralwasser des Herzogthums Nassau. Viel Guͤterhandel ging durch seine Hand und 5 8s er selbst kaufte viel Geundbesit. Außer andern nennt man hiiesige Handlungshaͤuser, als dabei stark interessirt. 11“

amburg, 13. Mal. Nachdem gestern die Staats⸗ Hehiese sehr begehrt waren und die Preise zu hohen Cour⸗ sen fest standen, indem Actien von Wien 1017 und von Ber⸗ in zu 700 auf 708 Geld ankamen, erhielten dieselben hier ploͤtzlich eine Gegenwirkung. Zugleich war eine große Nach⸗ frage fuͤr Englisch⸗Portug. Obligationen 59 à 59 ⁄⅞, da die skungen gemeldet hatten, daß der Kaiser Dom Pedro fuͤr die Zinsen garantiren werde. Das Hollaͤndische Dampfboot kam zeitig mit niedrigen Coursen auf das Russische Manifest an; brachte zugleich die Rente aus Paris vom 7. Mal zu 270 20 und Englische Nachrichten, daß Vortmgiefsch Fonds in London bis 59 pEt. von 63 gewichen seien. Das Engli⸗

ssche Dampfboot langte noch woͤhrend der Boͤrse mit Vriefen pem 10. Mai Morgens an: Consols waren von 85 bis 85 ⁄;

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Englisch⸗Russische von 89 bis 88 ¾ gewichen. Daͤnische stan⸗ den 59 ½3. Der Geld⸗Cours war 13 Shill. 11 Den. Die Minister sollen, wie auch Rothschild, etwas vom Manifest erfahren haben, doch sprechen die Zeitungen und der Stand der Course nichts davon.

Sollte Portugal seine Zinsen, den 1. Juni d. J. zahl⸗ bar, nicht berichtigen, so wuͤrde, wie der Englische Sun sagt, in England eine Abscheu vor allen fremden Fonds eintreten; 25 Millionen Pfd. Sterl. buͤßt Englands Handelsstand durch verunglückte Anleihen seit 1820 ein.

Fonds per comptant sind noch einigermaaßen zu lassen, auf spaͤtere Termine jetzt doch nur zu niedrigern Preisen zu begeben.

essterr. Melall. 89 per Cassa; Partial⸗Obligat. 117; Bank⸗Actien 1014; Preußisch⸗Englische von 1818 96 ¾; Däaä⸗ nische 57 ½; Russisch⸗Englische in Pfd. Sterl. 85 ¾; in Sll⸗

Geld; Hannoͤv. Loose 123 ½.

In Wechseln war, gegen vorige Post, fast keine Ver⸗ anderung in den Notirungen. London war offerirt wie Pa⸗ ris; Petersburg Geld; Amsterdam gefragt und Deutsche Valuten zu lassen; Spanische zu lassen; Disconto 1 ½¾ pCt.

Portugal.

Ein Schreiben (in den Times) aus Lissabon vom 19. r. *

i dieser Woche ist in Beziehung auf die Verhaältnisse

Dom Miguels nichts von Fern 48 denn was die fortdauernde Entlassung der Feeeen Offi⸗ ziere in der Armee, unter denen sich junge Leute aus den desten Familien befinden, so wie die anderweitige Besetzung lh⸗ rer Posten betrifft, so wundert sich Niemand mehr dargbe. Wäre der Kriegs⸗Minister und sein assistirender Minister, der Marquis von Viana, nicht in letzterer Hinsicht so gar umstaͤndlich, so waͤre gewiß die Umgestaltung der ganzen Ar mee schon beendigt. Indessen Bastos hat auf das Polizei⸗ Paschalik resignirt; und dies hat einiges Befremden veran⸗ laßt, da Niemand mehr als er fuͤr das gegenwärtige System zu passen schien. Die Sache soll aber eigentlich die sein, daß die Könlgin schon lange zuvor seinen Posten dem be⸗ kannten Cazal⸗Ribeiro, der bei dem schrecklichen Auto da f von 1817 eines der thaͤtigsten Werkzeuge war, versprochen hatte. Bastos sollte nun diesem Platz machen, er

uͤberdies wohl gekommen sein mag, da Ruͤcksicht der Prokiamtrung Dom Migueis nicht dienst⸗

eifrig genug erschien. Man weiß uͤbrigens, daß, als er seine Abdankung einschickte, der erste Minister, Herzog von Cadaval, sich der Anstellung des Cazal⸗Ribeiro widersetzt hat. Der Herzog schlug einen guten ehrlichen apostolischen Dezembargador fuͤr das erledigte Amt in der Person des Barrata de Lima vor, und es ist ihm gelungen uͤber die Kö⸗ nigin den Sieg davon zu 86— behauptete sich dieser, so wuüͤrden wir einen leidlichen General⸗Intendanten der Poli⸗ zei haben; ungluͤcklicher Weise aber traut man ihm nicht Energie und Karakter genug zu, um den Forderungen der 5 sich mit Erfolg zu widersetzen. Da uͤbrigens die onigin von ihrem Sohne nicht 5⸗ so unbedingte 8s. samkeit, als fruͤher erfährt, so hat sie, wie es heißt, schon zestern den Pallast von Ajuda verlassen; wahrscheinlich aber st auch wohl dahinter wieder irgend etwas verborgen, und man sieht daher den 25sten d. M. naͤmlich ihrem Geburts⸗ tage, mit einiger Unruhe entgegen. Besonders gespannt ist man auf die dabei statt findenden Festlichkeiten, indem man sich erinnert, daß an dem Geburtstage der jungen Koͤnigin gar keine dergleichen statt fanden. Allerdings siel derselbe auf den Charfreitag; da aber die Reglerung in solchen Fällen die Feier zu verlegen pflegt, so erwartete auch jetzt Jedermann ein Gleiches. Seit dieser Zeit sind jedoch nunmehr 14 Tage verflossen, ohne daß irgend etwas zu Ehren der p Kö⸗ nigin geschehen waͤre. Selbst die Nachricht von hrer letzten Krankheit soll in der Familie keine besondere Theilnahme er⸗ regt, wohl aber wollen gut unterrichtere Personen seit der vorigen * wo ein Schiff die Kunde ihrer Genesung und ihrer nahe bevorstehenden Abreise nach Europa hierher gebracht hat, eime auffallende Düsterheit auf allen Gesichtern in Ajuda wahr genommen haben. Was nun das Volk beerg so ist ungeachtet der hier und da Statt gefundenen unru gen Auftritte der oͤffentliche Geist an sich gut. Denn der Gedanke, einem gesetzmaͤßigen Koͤnige anzugehoͤren und an egebene Institutionen geknuͤpft zu 89 giüt selbst bei einem gecnen und abgestumpften Volke viel. Besonders erklärt dies der gute Sinn des Heeres, ungeachtet aller eingeschobenen Officiere und der von diesen ausgehenden Anreizungen. Von diesem Sinne gab unter andern das 4te Bataillon, welches zu La⸗ mego in Garnison stand, einen schoͤnen Beweis. Da die

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