1828 / 127 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Lord Palmerston wird, wie es heißt, Gouverneur von JIJamaica werden und Hr. Spring⸗Rice (fruͤher Unter⸗Staats⸗ 8 Secretair des Innern unter dem Marquis von Lansdowne, und jetzt zum Secretair des Gouverneurs von Ostindien er⸗ nannt) sein Nachfolger als Staats⸗Secretair des Krieges 2 sein. Es erglebt sich aus einer dem Parlamente vorgelegten MNachweisung, daß im Verlauf des Jahres 1827, 211,145 ECentner 112 Pfd.) Butter und 189,892 Centner Kaͤse in England eingefuͤhrt worden sind. Die Einfuhr⸗Abgabe der 8 utter betrug 209,430 und vom Kaͤse 98,668 Pfd. Sterl. gwei Drittheile der Butter und beinahe aller Kaͤse kamen von den Riederlanden, und ein Drittheil der Butter aus Deutschland und Dänemark. Das Linienschiff, der Regent von 100 Kanonen wird segelfertig gemacht, um den Herzog von Clarence, welcher Irland besuchen will, dahin zu bringen. . s ist merkwuͤrdig, daß die Assecuranz⸗Praͤmien auf, nach MWest⸗Indien, Brasilien und Buenos⸗Ayres fahrenden Ame⸗ rikanischen Schiffen 20 bis 30 pCt. wohlfeiler als auf Groß⸗ ritanischen Schiffen sind. Die Versicherer stuͤtzen sich dar⸗ auf, daß kein Corsar oder Pirat es wagt, ein Nord⸗Ameri⸗ kanisches Schiff anzugreifen, weil die Regierung der Verei⸗ nigten Staaten jede ihrer Flagge zugefuͤgte Beleidigung schnell und streng ruͤgt, waͤhrend die Englischen Kauffarthei⸗ schiffe verhaͤltnißmäßig einen geringern und unwirksamern Schutz genießen. or einigen Tagen erschien ein von der Gemeinde schon lange unterstuͤtzter Armer in Greenock vor den Gemeinde⸗ Vorstehern mit der Bitte, daß zwei von seinen Kindern auf die Armen⸗Liste gebracht werden moͤchten. „Wie viel Kinder habt Ihr?7 fragte einer der Vorsteher, „fuͤnf und zwanzig“, war die Antwort, „fuͤnf und zwanzig“, wiederholte der Ge⸗ meinde Beamte, „und alle von Einer Frau?“ „O nein“, entgegnete gelassen der Bittende, „ich habe nun schon die

vierte.“ Rußland. N. St. Petersburg, 6. Mai. Am z3ten d. wurde das amensfest Ihrer Maj. der regierenden Kaiserin und Ihrer Kaiserl. Hoh. der Großfürstin Alexandra, so wie das, Ge⸗ burtsfest Sr. Kaiserl. Hoheit des Großfuͤrsten Thronfolgers feierlich begangen. Abends war die Stadt erleuchtet. Am selbigen Füge 8. A von Larochejaque⸗ Ordonnanz⸗Hfficier Sr. Maj. des Koͤnigs von Frank⸗ Ehre, J. J. M. M. den Kaiserinnen vorgestellt zu

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reich die werden. 3 gern

Mittelst Rescripts vom 12 (24.) April haben Se. Maj. der Kaiser dem General der Insanterie, Grafen Tolstoy, in Ab⸗ wesenheit des Seen. Winingden⸗ Graf Diebitsch, die Direc⸗ tion des Genera der Militair⸗Colonieen und der unter diesem stehen 8 Dienstzweige uͤbertragen und ihm in diesem Benne gnseg. efugnisse des Chefs Hoͤchstihres Gene⸗ ral⸗Staabes beigen .

Unterm 12. (24) dess. Monats haben Se. Maj. der Kaiser an den dirigirenden Senat vier Ukasen folgenden Inhalts zu erlassen geruhet:

1) Dem e der zweiten Armee, Gene⸗ ral Feldmarschall 899 Wittgenstein werden alle Rechte, Gewalten und Vorzüge zuerkannt, die dem Ober⸗Befehls⸗ haber der aktiven Armee vorordnungsmäͤßig zukommen.

2) Da der Chef 32 Kalferiichen Generalstaabes aus Sr. Petersbucg zufer des Keins agehr,, so wird dessen College, der e zsch 92 „Ministeriums, General⸗ Adjutant Graf 2eefenn 6 mit der Verwaltung dee Ge⸗ neralstaabes Sr. Majest 6 dieselbst beauftragt⸗

2 Der Senator Aba ist zum Ober⸗Verwalter des Verpflegungs⸗Wesens 7 asserlichen Armee bestellt, welche die Bestimmung hat, die Tuͤrkischen Graͤnzen zu be⸗ schreiten, und es wird demselben jede Verbindlichkei

7 5ꝗ erbindlichkeit und erantwortlichkeit, so wie jedes Vorrecht zuerkannt, das dem General⸗Intendanten der groß . ordnungotrania an 4. hen aktiven Armee ver⸗ gemaͤßig zukoͤmmt. gegenwaͤrtige General⸗In⸗ tendant jener Armee, General⸗Majo 8 Verbleibung bei seinem Posten, Seeenee * tergegrdne 1-. 1. g. eas Frth- ur Verwaltung der Fuͤrstenthuü 8 lachef die unter dem Schue Lenth mer Moldau und Wal

2 Kaiserl. Majestaͤt stehen,

haben Allerhoͤchstdieselben besondere Vorschriften bestaͤtigt,

die sogleich mit der Besetzung jener Gegenden, durch die en Truppen in Wirksamkeit treten; alle dereien, welche ebenfalls von ihnen besetzt werden, gelangen unter die Aufsicht des Ober⸗Verwalters der Armee⸗Ver⸗ pflegung nach Vorschrift des Reglements fuͤr die Intendan⸗ ten⸗Verwaltung. g.

4) Mit Ruͤcksicht auf die gegenwaͤrtigen Verhaͤltnisse sind die Gouvernements: Podolien, Cherson und die Pro⸗ vinz Bessarabten, nach Grundlage der Verordnung zur Verwaltung der großen aktiven Armee und des Ukases aus dem dirigtrenden Senat vom 13. Maͤrz 1812, in den Kriegs⸗ stand erklaͤrt und sollen dem Kriegs⸗Bezirke der zweiten Armee zugezaͤhlt werden. 1 1

Mittelst Tages⸗Befehls vom 21. April (3. Mai) haben

e. Maj. dem General⸗Major Baron Osten⸗Sacken, Be⸗ fchlohaber der zweiten Brigade der zweiten Uhlanen⸗Divi⸗ sion, die Functionen als Chef des General⸗Staabes des ab⸗ gesonderten Kaukasischen Armee⸗Corps uͤbertragen.

Der Ober⸗Ceremonien⸗Meister Graf Potocki, ist mit dem Hof⸗Dienst bei Sr. Kalserl. Maj. waͤhrend des Feld⸗ zugs beauftragt worden.

Mittelst Tages⸗Befehls vom 4ten d. haben Se. Maj. den General der Infanterie, Grafen Tolstoy, zum Ches⸗Com⸗ mandanten von St. Petersburg und Kronstadt waͤhrend Hoͤchstihrer Abwesenheit ernannt.

ieder lande.

Haag, 10. Mai. Der bisherige Verweser des Zoll⸗ wesens, der directen Steuern, Accisen u. s. w., Staats⸗Rath van der Fosse, ist mittelst heute publicirtes Decret Sr. Maj. des Koͤnigs zum Gouverneur von Suͤd⸗Brabant (welches Gouvernement Bruͤssel und Umgebungen in sich schließt) ernannt. An dessen Stelle tritt der bisherige General⸗In⸗ spector der Staats⸗Einkuͤnfte, L. Visser. Zugleich ist der Vicomte du Bus de Gisignier, Gouverneur von Indien und sonstiger Statthalter von Suͤd⸗Brabant zum Staats⸗

Kinister ernannt worden. Die Ernennung des Hrn. van der Fosse scheint somit anzudeuten, daß Hr. du Bus de Gi⸗ signier, der anfaͤnglich nur auf 3 Jahre, und mit dem aus⸗ druͤcklichen Vorbehalt seiner Stelle im Mutterlande, nach Batavia gegangen, dorten noch laͤnger verweilen wird.

Der Prinz Gustav, Sohn des vormaligen Koͤnigs von Schweden traf vorgestern hier ein, und wohnte gestern der Feier des Geburtstages der Prinzessin Marianne bei. Heute ist abermals großes Diner bei Hofe.

Bruͤssel, 11. Mai. Unsere heutigen Bläͤtter enthal⸗ ten die Nachricht, daß (wie bereits letzthin aus Elberfeld gemeldet worden) Se. Maj. der Koͤnig auf eine bedeutende Anzahl Actien der Rheinisch⸗Westindischen Compagnie zu Elberfeld unterzeichnet hat, um einer Anstalt, die zeither zur Belebung der Schiffahrt und anderer Handels⸗ und Gewerbs⸗ zweige der Niedertande beigetragen, Sein besonderes Wohl⸗ wollen zu bezeigen.

Die Zeitung aus Batavia vom 22. December meldet, daß die zu Radjakwessie ausgebrochenen Unruhen weniger beunruhigend sind, als es anfaͤnglich hieß. Sie bestaͤtigen, daß weder der Pangerang von Kadieri noch seine Soͤhne daran Theil genommen haben. Zu Kadieri war Alles ru⸗ hig und der Fuͤrst, wie die Seinigen, gaben Beweise von Ergebenheit fuͤr unsere Regierung. Die Unruhen wurden nur durch Dipo⸗Negoro erregt. Man hatte Nachrichten von Toeban, denen zufolge die Rebellen sich in bedeutender Menge nach diesem Platze begeben und man fuͤrchtete selbst, daß sie die Haupt⸗Niederlassung (Hoofd⸗Negory) anfallen wuͤrden. Den 17ten war der General⸗Major Holsmann zu Rembang angekommen und man erwartete deshalb bald weitere Nach⸗ richten. Bisher haben unsere Truppen die Aufruͤhrer, die ich nicht uͤber 500 auf einmal uns gegenuͤber gezeigt haben, stets zuruͤckgeworfen. 8

Amsterdam, 10. Mai. Am gestrigen Getreidemarkte war es wegen der allmaͤhlig eintreffenden Zufuhren aus den Ostseehaͤfen stille, und der Umsatz geschah bloß fuͤr den Consum. Polnischer Weizen wurde niedriger abgegeben; brauner Roggen fand Abnehmer; Preußischer war weniger begehrt. Gerste und Hafer flau. 130 pfündiger weiß⸗bun⸗ ter Poln. Weizen Fl. 235; 128 bis 130pfuͤndiger bun. ter diro Fl. 250: 129 pfüͤndiger Rostocker Fl. 198; 120 pfñ̃ndiger Preuß. Roggen Fl. 142;3 Gerste Fl 102; 90 pfünd. feiner Hafer Fl. 90; Ruͤboͤl wurde Anfangs zu