1828 / 129 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

der Cavallerie, General⸗Adjutant Graf Tschernischew, ist zum Mitgliede des Reichsraths ernannt worden.

Durch einen an den dirigirenden Senat gerichteten Ukas vom 4. d. haben Se. Masestaͤt geruht, die wirklichen

Staatsraͤthe Beck im Collegium der auswartigen Angele⸗

genheiten, Ruschkowsky, Postdirektor zu Moskau, Thom⸗ sen, Dirigent der Hofkanzlei Sr. K. H. des Großfuͤrsten Cesarewitsch, ferner den Kaiserlichen Leibarzt Lindenstroͤm und den Staatssecretair Longuinost zu Geheimen Raͤthen zu ernennen.

Ein kaiserlicher Ukas vom 6ten d. an den dirigirenden Senat enthaͤlt Folgendes: Unter andern Schaͤtzen der Berg⸗ kette des Ural ist auch die Platina entdeckt worden, die man bisher fast nur ausschließlich in Suͤd⸗Amerika fand. Zum bequemeren Umsatze dieses kostbaren Metalls, ist es wuͤnschenswerth, dasselbe als Muͤnze einzufuͤhren; da aber diese Maßregel neu ist, so bedarf sie eines vorlaͤufigen Ver⸗ suches. Demnach ist Allerhoͤchst befohlen worden: 1. Die neue Muͤnze aus Platina nach einer gegebenen Zeichnung, zu einem Perthe von drei Silberrubeln zu praͤgen, und zu einem Gewichte von zwei Solotnik 41 Theilen reiner Pla⸗ tina. 2. Von dieser Muͤnze, fuͤr den ersten Anfang, eine maͤßige Quantitaͤt, aus Platina die der Krone gehoͤrt, ab⸗ zulassen; den Besitzern von Bergwerken aber zu erlauben aus ihrer eigenen Platina, im Muͤnzhofe, mit Abzug der Einbuße bei der Laͤuterung und Verfertigung, Muͤnzen praͤ⸗ gen zu lassen. 3. Diese Dreirubel⸗Muͤnzen sollen bis auf weitere Verfuͤgung, im Reiche, nach gutwilliger Ueberein⸗ kunft, coursiren; niemand aber wider seinen Willen zu ih⸗ rer Annahme gezwungen werden. Hieraus folgt, daß die Ausfuhr dieser Scheide⸗Muͤnze außer der Graͤnze und der Verbrauch derselben zu verschiedenen Arbeiten unverwehrt ist; ihre Verfälschung aber eben so wie die der uͤbrigen Muͤnzen des Reiches die gesetzliche Strafe nach sich zieht.

Der wirkliche Geheime⸗Rath Prinz Serge Saltikof, Mitglied des Reichs⸗Raths, ist den 7ten in dieser Hauptstadt in Folge einer langen Krankheit gestorben.

Den 5ten d. M. ist die Rhede von Kronstadt vom Eise frei geworden. Schifffahrt anzeigende Fahne auf der Festung Kronstadt auf⸗ gepflanzt und mit einem Kanonenschusse begruͤßt.

Bis zum 3ten d. M. sind in den Rigaer Hafen 195 Fahrzeuge eingelaufen und 23 ausgesegerr.

b Danemark.

Kopenhagen, 10. Mai. Der General⸗Adjudant und Schwedische Minister, Graf Bjornstjerna ist nebst Suite von Stockholm hieselbst eingetroffen. Bekanntlich geht der Graf auf seinen Posten nach London.

Unsre heutige Staats⸗Zeitung enthaͤlt ein sehr begei⸗ stertes, dem Kalser von Rußland wegen der Kriegs⸗Erkla⸗ rung gegen die Tuͤrkey gewidmetes, schoͤnes Gedicht des Pro⸗ fessors Hoͤgh⸗Guldberg. 8 Die nach Stettin zu Hause gehoͤrige und mit einer La⸗ dung Oelkuchen von Stettin nach Lynn in England be⸗ stimmte Slup die Hoffnung genannt, ist am 27sten v. M. an der Juͤtlaͤndischen Westkuͤste, bei Klittmölle, verungluͤckt. Der Capitain Namens Schultz und die Mannschaft sind

gerettet. 8 Deutschland.

Badensche Staͤnde⸗Versammlung. Sitzung der Ersten Kammer vom 9. Mai. Die Discusston uͤber den Gesetz⸗Vorschlag wegen Bestreitung der Gemeinde⸗ Beduͤürfnisse wurde fortgesetzt, und nach einer laͤngern Eroͤr⸗ terung wurden die einzelnen Paragraphen mit mehrern Modificationen angenommen, die desinitive Abstimmung uͤber den ganzen Gesetzentwurf aber dis zur naͤchsten Si⸗ tzung, in welcher die neue Redaction desselben vorgelegt werden soll, ausgesetzt. In der Nachmittags statt gefun⸗ denen Sitzung wurde die Discussion uͤber das Budget des Ministeriums des Innern eroͤffnet, und nach einer ausfuͤhr⸗ lichen Eroͤrterung der in Ansatz gebrachten Positionen ein⸗ stimmig genehmigt.

In der Sitzung der Ersten Kammer vom 10. Mai wurde der nunmehr nach den Beschluͤssen der Kam⸗ mer redigirte Gesetz⸗Vorschlag, wegen Bestreitung der Ge⸗ meinde Beduͤrfnisse, verlesen und bei der Abstimmung ein⸗ stimmig verworfen. Der Staatsrath Frhr. v. Tuͤrkheim verlas nun den Commissions⸗Bericht uͤber den Einnahme⸗ Etat, auf dessen Annahme angetragen ward. Auf den Vor⸗ schlag des hohen Praͤsidiums wurde die Discussion daruͤber sofort in abgekuͤrzter Form eroͤffnet und derselbe einstimmig angenommen. Die Tagesordnung fuͤhrte alsbald zur Dis⸗ cussion üͤber den Etat des Kriegsministeriums; nach einer

gehabt erun 8 je⸗ * z gebhra . stattgehabten Erörterung wurden die in Ansatz brachten 8 1

Darauf wurde die den Wieder⸗Eintritt der

freien Stuͤcken

Positionen einstimmig genehmigt. Hierauf wurde das ganz Finanzgesetz sammt Budget fuͤr die Jahre 1828 bis 18 zur Abstimmung gebracht, und dasselbe einstimmig ang nommen. 1 Dresden, 12. Mai. Im Koͤnigreiche Sachsen haben vo 1 April bis 30 Sept. des vorigen Jahres, 151 einzel Braͤnde statt gefunden. Der zu verguͤtende Schaden b laͤuft sich auf 238,880 Rthlr. die Summe saäͤmmtlich Brandversicherungskataster belaͤuft sich auf 86,923,200 Rthl Schweiz. 2 Zuͤrich, 10. Mai. In der Sitzung des großen R. thes vom Kanton Lucern am 4. Mai ist das Bisthumskor kordat, jedoch mit allen fruͤhern Vorbehalten mit 77 g. gen 2 Stimmen ratificirt worden. Ungeachtet die Regierung von Schwyz der eidgenöst schen Militaͤraufsichtsbehoͤrde die Zusicherung gegeben hatt daß der Kanton Schwyz zwei dieses Jahr na dem schon erwaͤhnten Uebungslager zu Wohlen abschicken woll wurde in der, in Schwyz versammelten Kantonsgemein vom 4. Mai angetragen, keinen Mann dahin abzusende und nach mehrern Debatten wurde beschlossen, wenn e Freiwillige gebe, die das Uebungslager zu Wohlen besu⸗ chen wollten, so moͤge es geschehen; aber keiner soll g zwungen werden, dahin zu gehen. Italiien. Florenz, 30. April. Man erwartet binnen Kurzem die Ruͤckkunft des Herrn v. Ribeaupierre, der hieselbst eine Wohnung gemiethet hat, um bei der bevorstehenden Ni derkunft seiner Gemahlinn, elnige Zeit hier zu verweile Gestern ist in unserer Hauptstadt ein russischer Courier v Malta uͤber Ancona angekommen und hat nach einem Au enthalte von wenig Stunden seinen Weg nach St. Peter burg fortgesetzt. Nachrichten aus Griechenland. 8⁸ Die Allgemeine Zeitung Griechenlands enthält in ihren 15 bis 16. (vom 12. bis 26. Maͤrz) folgende riikel: (Aus Nr. 15. der 1 Griechenlands vom 12. Maͤrz. 1 Circular Nr. 364. Griechischer Staat. Der Präsident von Griechenland. Unter den uͤbrigen großen Uebeln, die der ungluͤcklicher Welse Statt gefundene Zustand der Dinge

dem Vaterlande nr hat, ist keines der geringsten der

Nachtheik, den die erschweren Zinsen der Dar⸗

lehen (unter Privaten in Griechenland) sowohl dem Na⸗ tional⸗Credit, als den individuellen Interessen der Buͤrger, verursachte. Auch kann nie ein Volk, das so verfaͤhrt, den gebuͤhrenden Platz unter den cultivirten Voͤlkern einnehmen; ja nicht einmal kann uͤberhaupt eine menschliche Gesellschaft anf solchen Grundlagen bestehen. Weit entfernt, dieses eingerissene Uebel der absichtlichen Berechnung oder den Grundsätzen der Buͤrger Griechenlands zuzuschrelben, ist die Regierung im Gegentheile uͤberzeugt, daß diese Buͤrger selbst, von freien Stuͤcken, dieses Uebel heute heilen werden, wo das polizirte Europa sich Griechenlands angenommen hat. So stark ist die der Regierung von dieser Hei⸗ lung, daß sie es nicht einmal nothwendig sindet, von Amts⸗ wegen das Erforderliche zu verordnen; die Stimme des na⸗ tionalen und individnellen Interesse selbst, aufgemuntert von der Regierung, ist schon allein hinreichend, die Zinsnehmer auf den rechten Weg zu bringen, von dem sie abgebracht worden. Sollte jedoch wider alle Erwartung der Regierung, dieses System fortgesetzt werden, so erklaͤrt die Regierung im Voraus, daß ihr gerechter Zorn, und die Indignation der Gerechtigkeit uͤber die Haͤupter derjenigen kommen wer⸗ den, die mit solchen natlonalverderblichen Contracren speci⸗

lireu. Poro, den 19. Februar 1828. Der Praͤsident J. A. Capodistrias. Der Staats⸗Seeretait Sp⸗ Trikupis. .

Poros, 29. Februr 1828. Gestern um 9 Uhr fruͤh bestieg der Praͤsident die Scha⸗ luppe der Fregatte Hellas, in Begleitung des General Colocotroni und des Admiral Miauli, um nach Troezen uͤberzusetzen, wo seit einigen Tagen sich ein Corps von Con⸗ tinental⸗Griechen versammelt hatte. Als er bei den im Ha⸗ fen von Poros geankerten Kriegsschiffen vorbeifuhr, kamen die Capitains dieser Schlffe, und einige der Officiere von an den Ort der Landung. Von da begab sich der Praͤsident und alle diese Fremden zu Pferde nach dem de p Damala, das in der Näͤhe der Ruinen des alten Troezen liegt. Auf dem Wege dahin, etwa eine Stunde weit, waren die verschiedenen Continental⸗Griechtschen Corps

Beilage * 8