Amtliche Nachrichten.
78
88
8 Kronik des Tages. Se Majestuͤt der Koͤnig haben dem Kreisboten Franz
dem Landraths⸗Amte des Reichenbachschen Krei⸗ Srasegegiebungs Beüie Breslau, das Allgemeine Ehren⸗
zeichen zweiter Kasse zu verleihen geruhet.
mmen: Der General⸗Major und Comman⸗
deur Aen Eerten⸗Anstalten, von Brause, von Culm in Prer, . ere Der Oberst und General⸗Adjutant Sr. Majestaͤt des Linng⸗ von Schweden und Norwegen, außer⸗ ordentliche Gesandte öeg Minister am Kai⸗ serl. Oesterreichischen Hofe, Kammerherr, Graf von Loͤ⸗
wenhjelm, nach Wien.
8 E 56 899. 8 8 — Zeitungs⸗Nachrichten.
Ausland.
Deputirten⸗Kammer. Sen der Sitzung vom 16. Nai wurden die allgemeinen Berathungen über das An⸗ leihe⸗Projekt fortgesetzt und beendigt. Der Gen eral An⸗ dreossi stimmte, wie der groͤßere Theil der vor ihm aufge⸗ tretenen Redner, fuͤr die Aussetzung des betreffenden Gesetz⸗ Entwurfes. „Dieser Entwurf,“ aͤußerte derse be, „beabsich⸗ eine bewaffnete Dazwischenkunft in die Angelegenheiten Um aber die Folgen einer solchen Dazwischen⸗ kunft richtig zu wuͤrdigen, scheint es mir nothwendig, einen den innern Zustand eines Landes zu werfen, in
durch den Einfluß seines jetzigen Souverains, wel⸗ er sich als ein Fuͤrst Fg hat, der seinen Vorgaͤngern, eDder gesammten Nation, an Geisteskräften weit uͤber⸗
so wie in neuerer Zeit All ist ist, sich in neuerer Zeit Alles veraͤndert hat. Es ist 8 lesn That kein gewoͤhnlicher Mensch, der, dem Kriege von
12 kaum entgangen, die Ordnung in allen Theilen seines 12 4898 wiederherzustellen und sie rebellischen PHhehn, 88
den aͤußersten Theil des Kaspischen Meeres, und Erivan, fast im Königreichs Persien.“ Nach einer weitlaͤuftigen Darlegung seiner Ansichten uͤber die Lage der Dinge im Oriente zog der Redner daraus den Schluß, daß eine bewaffnete Dazwi⸗ schenkunft von Seiten Frankrelchs nicht den mindesten Einfluß auf die Begebenheiten, die sich in diesem Augenblicke in je⸗ nem Theile Europa's schnell entwickeln, haben koͤnne; um mit Erfolg als Vermittler aufzutreten, meinte er, muͤsse nan eine imponirende Kriegsmacht, nicht aber ein unvollstaͤndiges Heer auf dem Friedenssuße haben. Der Kriegs⸗Minister gab einige Aufschluͤsse uͤber den effectiven Stand der I] dieser belief sich im Jahre 1818 auf 1
18,000 Mann und 31,000 Pferde; im Jahre 1820 auf 197,000 Mann und 37,000 Pferde; in dem laufenden Jahre beträgt er 232,000 Mann und 48,000 Pferde; nach der Verordnnung vom 27.. ebruar 1825 soll er aber aus 286,000 Mann Und 54,000 ferden bestehen; es fehlen mithin noch, um diesen Stand u erreichen, 54,000 Mann und 6000 Pferde, welche mit⸗ telst der in dem Budget ausgeworfenen Summen unmoͤglich . herbeizuschaffen sind. Der Minister gab daher die Absicht zu erkennen, von den verlangten 80 Millionen, fuͤr das zweiie Semester des laufenden Jahres eine Summe von 18 Mil⸗
. 8 8 . 7 .
lionen Fr., zu der Bekleidung der noch fehlenden Mann⸗ 85 schaft und zu dem Ankaufe der denoͤthigten Pferde — zu verwenden. Nach ihm trat Hr. Petou gegen den Ge⸗ .
set⸗Entwuͤrf auf er erklarte, daß die unverzelhlichen Vee. in dem Kriege mit Spanien und die Ungestraft.. eit derer, die sie veranlaßt haͤtten, die Ursache waͤren, dasßs er nicht die kleinste Auflage bewilligen wuͤrde, bevor er nicht die Ueberzeugung erlangt hätte, da sie zum Besten des Lan-⸗ des verwendet werden wuͤrde. Der Redner war der Mei⸗ nung, daß Rußland und die Tuͤrkei sich ohne irgend eine Gefahr fuͤr Frankreich bekriegen koͤnnten; wollte man gleich⸗ wohl bei den gegenwaͤrtigen milltairischen Operationen jener beiden Maͤchte keinen durchaus muͤßigen Zuschauer abgeben, so waͤre es voͤllig hinreichend, wenn man 10 vhen.
2
dem See⸗Minister und eben so viel dem Kriegs⸗Minister zur Bestreitung der ersten Ausgaben bewilligte, und diese zwanzig Millionen koͤnnten alsdann auf die Ersparnisse des Budgets fuͤr 1829, durch Einziehung der großen Ge halte, der Sinecuren und Kloͤster wieder gewonnen werden.
Herr Petou meinte: daß auch die Wiederherstellung der Na-
rührerischen Miliz, welche bisher die Sultane auf — Throne zittern machte, sie nach Willkuͤhr ab⸗ setzte, und ihnen Gesetze vorschrieb, gleichsam abzugewinnen üs. Nach keanaes Berechnung, Arbeit und Muͤhe 16te Juni 1826 endlich Zeuge des Triumphes der Autorität des Monarchen uͤber diese militairische Anar⸗ 21* ie, die, eine eigene Gewolt im Staate, bis dahin den b. . Gewalten die Waage hielt, und das Reich je mehr 8 und mehr seinem Untergange zufuͤhrte. Schon im ahre 14 1s scheieb Montesquien, ⸗ das Osmanische 8, 2 sich nur durch die Eifersucht der dandeltreibenden Maͤchte, oder ihnen bestehende Gleichgewicht auf⸗
vielmehr durch das unter ihn echt hielte. Jetzt scheint der Augenblick gekommen zu sein,
wo dieses Glaschgewicht gestoͤret ist. Seit Peter de o⸗ len hat Rußtand immer nur zwel Gegenstznde im abt: Polen und Konstantinopel; Polen hat es Konstanti⸗
nopel will es haben. Diese Politik hat das Cabinet zu St
Petersburg seitdem stets mit Veharrlichkeit verfolgt; alle
Kriege mit der Türkei sind in dieser Absicht unternommen
worden; mit jedem Kriege ist Rußland einen Schritt weiter
vea. es bleibt ihm jetzt nur noch einer; ist dieser zu⸗
rüͤckgelegt, so faͤllt es üͤber Indien her. Zur Erreichung di fes Zweckes hat Rußland schon zwei ver giccn Steuungen 1
tional⸗Garde ein vortreffliches Mittel waͤre, um dem Staate große Ausgaben fuͤr die Aushebung der jungen Mannschaft zu ersparen; er klagte, daß die Minister zum Theil noch immer das beklagenswerthe System der vorigen Verwaltung be⸗ folgten, daß man die Erziehung der Jugend der Geistlichkeit gebe, und daß man durch die Majoritaͤt einer einzigen
timme dem Lande eine Gesellschaft aufbuͤrden wollte, wesche die Ruhe desselben stoͤre, Unduldsamkeit predige, und von 8n9 Frankreich als die Quelle aller seiner gegenwaͤrtigen und kuͤnf⸗ tigen Uebel, mit Abscheu zuruͤckgewiesen werde. „Und un⸗ ter solchen Umstaͤnden,“ schloß der Redner, „verlangt man von uns, daß wir ohne Weiteres eine Anleihe von 80 Mil⸗ lionen bewilltgen? Was wuͤrde aus diesem Gelde werden, wenn nach Beendigung der Sitzungen dieser Kammer ein zwei⸗ ter Villele ins Ministerlum eintraͤte? Wozu wuͤrde man dasselbe nerst verwenden? Zur Vertheidigung der absoluten Regierung in Spanien, oder zur Unterstuͤtzung der Usurpation Dom Miguels? So lange die Priester⸗Parthei noch ihren gefaͤhrlichen Ein⸗ uß im Lande ausuübt, werde ich nie hinlängliche Buͤrgschaft füͤr die Aufrechthaltung unserer Verfassung zu haben glau⸗ ben, und ich stimme sonach fuͤr die Aussetzung des Anleihe⸗ Projekts.“ Hr. Syrieys de Mayrinhac sprach zu