1828 / 141 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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eba— zur Allgemeinen Preußischen Staats⸗Zeitung Nr. 141.

welchen die Minist es Krieges und der Marine fuͤr ihr Tölcenn heteanäses nedeachten eserts zur Last falenden, Unkosten zu entrichten haben) 12,900,900, Realen und end⸗ lich ist, außer einigen Summen zu Bestreitung der Buͤreau⸗ Kosten im Finanz⸗Ministerium und im Tresor, die Summe von 35,274,575 zu Bezahlung der Zinsen ꝛc. des unter dem Namen die Guebhardtische Anleihe bekannten Franzoͤ⸗ sischen Darlehns (Bmprunt royal) ausgesetzt.

Ein anderes Deeret in der naͤmlichen Zeitung enthaͤlt den Nachweis uͤber die Verkheilung der Summe von 65,102,772 Realen 20 Maravedis, welche als Administrations⸗, Erhe⸗ bungs⸗Kosten und zu Bezahlung des Douaniers⸗Corps auf⸗ gefüͤhrt, jedoch nicht im begriffen sind.

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Die Allgemeine Zeitung enthält folgende Correspondenz⸗ Mittheilungen:

Alexandrien, 17. April. (Aus einem Handelsschrei⸗ ben.) Am 30sten vorigen Monats ist der Englische Abgeord⸗ nete, Oberst Crawdock, von hier abgereist, und hat ohne Zwei⸗ fel die Ueberzeugung mitgenommen, daß unser Pascha nicht an Unabhaͤngigkeit denkt, wie es ihm die Europaͤischen Blaͤt⸗ ter andichteten. Er hat vielmehr, sogleich nach Erscheinung dieses Abgeordneten, die Vertheldigungs⸗Anstalten verdop⸗ pelt. Unser Sene. allein ist mit 300 Kanonen umgeben, die auf den Wällen der Stadt ungerechnet; die Batterieen dehnen sich bis nach El⸗Arisch aus. Es hatte sich das Geruͤcht verbreitet, die hier liegenden zwei Algierischen Kriegs⸗ schiffe wollten auslaufen, um gegen die Franzoͤsische Flagge zu kreuzen; da sich nur eine K. Franzoͤsische Gabarre und eine Brigg hier befinden, so wuͤrden diese einen harten Stand gehabt haben, wenn sie sich mit der großen Algieri⸗ schen Fregatte und Corvette haͤtten schlagen wollen. Man weiß aber nun bestimmt, daß die Algierischen Schiffe nicht

auslaufen werden. Da uͤbrigens nun die Haͤfen und Kuͤsten des Kriegsschauplatzes von den Englischen und Franzoͤsischen

Geschwadern blokirt, und die mit Lebens⸗ und Kriegs⸗Be⸗

duͤrfnisten dahin bestimmten Schiffe zuruͤckgewiesen werden

aame so hHoffen wir hier von einer Blokade befreit zu bleiben.

onstantinopel, 25. April. (Aus einem Handels⸗

Schreiben.) Die Unterhandlungen mit der Tuͤrkischen Ne⸗

gierung wegen freier Durchfahrt der hier befindlichen 22 Oes⸗ terreichischen Schiffe mit Getreide führten noch zu keinem Resultate, da die Regierung die Ablieferung von 60,000 Kilos in ihre Magazine verlangt, so daß die Schiffe nur mit zwei Drittheilen ihrer Ladung wuͤrden weiter fahren koͤnnen. Unter den Tuͤrken sad zwe⸗ Partheien, eine fuͤr den Krieg, die andere fuͤr den zu der letztern gehoͤrt beinahe das ganze Tuͤrkische e mit Einschluß des Seras⸗ kier⸗Pascha, des Haupt⸗Urhebers der Vernichtung der Ja⸗ nitscharen, welcher zur Donau⸗Armee abgehen sollte, aber unter allerlei jetzt noch hier blieb. Man laubt, daß auf die⸗ achricht von dem Einmarsche der Rus⸗ en in die Fuͤrstenthuͤmer es zu einem gewaltsamen Ausbruche zwischen den Partheien kommen und die stäͤrkere, fuͤr den Frieden gestimmte, ohne Blutvergießen die Oberhand behal⸗ ten werde, weshalb man auch hofft, daß die Franken hier keine Gefahr laufen. Die Tuͤrkischen Minister halten 980 dag vicsammlungen, zu welchen auch iswe ebliebenen faͤis. Gesandte⸗ ee wda. Eureopuͤischen Gesandten

1 san der Donau.

Obgleich wir den Lesern dieser Zeitung hereits 1 Nachschrift zum gestrigen Blatte gemeldet öee uns so eben zugekommenen neuesten, bis zum 21 Mai ge⸗ henden Blättern der Lemberger Zeitung keine Spur von⸗ dem, in der Baireuther Zeitung vom 23. d. M. enthaltenen, angeblich aus ersterer Zeitung entlehnten Cin Nr. 138. der Staats⸗Zeitung mitgetheilten) sogenannten Kriegs⸗Berichte aus dem Feldlager vor Silistria vom 13, aufzufinden sei: so glauben wir uns dennoch verpflichtet, die treffenden Be⸗ merkungen, welche das Militair Wochenblatt vom 31. Mal in einem die 11 Ueberschrift fuͤhrenden Anfsatze s LMe hung auf jenen Gegenstand enthalt, nachstehend zur Kenntniß ünserer Leser zu bringen:

Der Bericht enthaͤlt eine Relation von einer, am Rach⸗ mittage des 13ten gelieferten Schlacht. Angenommen, der

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Courier, der denselben gebracht haben koͤnnte, waͤre gleich nach der Schlacht abgefertigt worden, er soll den 13. um Mitternacht die Donau passirt haben, und gerade an den Zeitungsschreiber von Lemberg abgegangen sein. Da Lem⸗ derg von dem angegebenen Donau⸗ Uebergange Turtukay uͤber 100 Meilen entfernt ist, so soll angenommen werden, daß der Courier diesen Wes in 100 Stunden zuruͤckgelegt habe, daß er den 18. Mal früͤh 4 Uhr in Lemberg einge⸗ troffen sei, und daß der Zeitungs⸗Schreiber bis zum Mittag⸗ die Sieges⸗Nachricht gedruckt und durch einen eigenen Cou⸗ rier an den Baireuther Zeitungs⸗Schreiber abgesendet haͤtte.

Bei der Entfernung von 130 Meilen zwischen Lemberg und Batreuth konnte dieser Courier nicht vor dem 23. Abends 10 Uhr in Baireuth eintreffen. Da nun Zeitungen nicht an dem Tage, an welchem sie erscheinen, gedruckt zu werden pflegen, auch das Baireuther Zeitungs⸗Blatt nicht mehr am 23. Mai vollendet sein konnte, so duͤrfte eine solche Zeitbe⸗ sehnna⸗ den ganzen Bericht aus dem Feldlager von Sili⸗

ria schon etwas verdaͤchtig machen. 2

Untersucht man jedach den Inhalt dieses Berichts aus dem Gesichts⸗Punkt der militasrischen Moͤglichkeit, so er⸗ giebt sich Folgendes. 1 2 1 Im Eingaͤnge desselben heißt es: der Russische Feldmar⸗ schall habe von Jassy aus 2 Dirvistonen Infanterie und meh⸗ rere Divisionen Cavallerie gegen die Donau vorruͤcken lassen, welche am 11. Mal sich Turtukay gegenuͤber an der Donau eingefunden. Es ist bekannt, daß die Russische Avantgarde den 7. Mai in Jassy eintraf. Angenommen, daß die In⸗ fanterie⸗ und Cavallerie⸗Divistonen, welche der Feldmarschall zu diesem Eil⸗Marsch an die Donau bestimmte, an demselben Tage in Jassy eingetroffen, und daß sie am 8. Mai ihren Marsch an die Donau fortsetzten, so fraͤgt es sich, welchen Tag konnten sie vor Turtukay eintreffen, wenn sie mit der hoͤchsten Anstrengung marschirten? Von Jassy bis Turtu⸗ kay sind in gerader Linie 51 deutsche Meilen; wenn sie am 11. daselbst angekommen sind (wie der Bericht es besagt), so haͤtten sie in 4 Tagen 51 deutsche Meilen, taͤglich uͤber 12 deutsche Meilen zuruͤckgelegt.

Wenn Infanterie in einem Lande, wie die Wallachei, 51 deutsche Meilen in 12 Tagen zuruͤcklegt, so wuͤrde dies schon als eine große Anstrengung betrachtet werden müssen, und schwerlich mehr zu leisten sein. An die Unmoͤglichkeit, daß das Corps vom 8. bis 11. bei Turtukay sein konnte, schließen sich aber noch viele andere an.

Der Bericht⸗Etstatter laͤßt in der Nacht vom 11. bis 12. Mai die Russische Armee gleich nach ihrer Ankunft an der Donau bei Turtukay uͤbergehen. Der dort aufgestellte Pa⸗ scha flieht nach Rustschuk. Rustschuk liegt 8 deutsche Mei⸗ len von Turtukay.

Den 13. unternimmt der Pascha mit 15,000 Mann einen Ausfall von Rustschuk nach Turtukay; dort wird er an demselben Nachmittage geschlagen, waͤhrend der Reisef⸗ fendi“) mit 5 Paschas und 65,000 Mann auf der anderen Seite bei Silistria geschlagen wird, Kanonen und große und kleine Moͤrser verliert. Daß große Moͤrser mit ins Feld genommen werden, ist etwas ganz neues. Es ist kaum moͤg⸗ lich, mehr Unsinn in einem engen Raume zusammen zu haͤu⸗ fen, und deshalb sehr zu beklagen, daß eine Zeitung solches elendes Machwerk aufgenommen hat, wodurch andere verlei⸗ tet werden, ihr nachzufolgen. Was fuͤr Absichten der Ver⸗ fertiger des Berichts gehaͤbt haben kann, laͤßt sich schwer er⸗ rathen. Indeß sei es, daß er in den Fonds spielen, sei es, daß er einen schlechten Spaß treiben wollte, immer bleibt die Sache unwuͤrdig, um so mehr, als die Relation bekannte Russische Namen von Gebliebenen und Verwundeten ent⸗ haͤlt; wenn es gleich moͤglich ist, daß die Officiere, wie sie hier bezeichnet werden, bei der Armee gar nicht bestehen.

Nord⸗Amerika.

Blaͤtter aus New⸗York vom 18ten und aus Philadel⸗ phia vom 19ten April haben folgende Nachrichten nach Lon⸗ don gebracht: Das Haus der Repraͤsentanten war noch mit der Tarif⸗Bill beschaͤftigt, aber zu keinem Beschlusse daruͤber gekommen, obgleich man allgemein der Meinung ist, daß sie verworfen werden wird. 1

*) Der Minister der Auswaͤrtigen Angelegenheiten.