1828 / 147 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Z Allgemeinen Preußischen Staats⸗Zeikung Nr. 147.

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mand daraus folgern kann, daß Cannings System, oder seine Politik A. sein Andenken mit dabei ins Spiel kom⸗ men muͤssen oder daß Hrn. Cannings Freunde sich durch ihre Anhaͤnglichkeit an ihn verpflichtet fuͤhlen, dem Beispiele des Hrn. Huskisson zu folgen. Es war kein Punkt, üͤbe r den Hr. Canning jemals eine Meinung geaͤußert oder eine Stimme abgegeben haͤtte. Es waͤre vielleicht eben so be⸗ stimmt gegen die East⸗Retforder Frage gewesen, als irgend ein Gegner derselben. Wir fuͤhren dies nur an, um den Vorwuͤrfen zu begegnen welche die sogenannten „Liberalen“ den Tories machen werden. Bis jetzt haben wir den Geist dir Mäßigung in dem diese ungluͤcklichen Mißverstaͤnd⸗ nisse besprochen wurden, bewundert und belobt; man scheint aber diesen Weg der Maͤßigung zu erlassen. Warum wird die Benennug „liberal“ so ausschließlich und absichtlich nur einem Theil des Kabinets beigelegt? Hat der andere Theil etwa gezeigt, daß er geneigt ist unliberale und unwuͤr⸗ dige Wege einzuschlagen. Es ist nur im Gegenstand von vorherschender Wichtigkeit uͤber den sie abweichender Meinung sind, und wir koͤnnen nicht glauben, daß da ein Theil deukt, der andere wuͤrde nicht von einer gewissenhaften Ueber⸗ teugung, sondern von den illiberalsten Gesinnungen geleitet. Aber wenn man den Namen eines Liberalen nur dadurch Zugestaͤndnisse macht, durch welche man die Staatskunst und die Institutionen unserer Vorfah⸗ ren opfert, so verzichten wir gern darauf. 2† Der Herzog von Wellington ist in diesem Punkt ein Illiberaler, und dessenungeachtet hat der Koͤnig, das Land und ganz Europa das groͤßte Zutrauen zu ihm. So Fees die Talente derer sein mögen, die sich zuruͤckziehen, und iemand ist geneigter, dieselben anzuerkennen und die Mißverstaͤndnisse, welche sie zur Resignirung bewogen haben, zu beklagen, als wir; so wir doch die Ueberzeugung, daß man diejenigen, welche bleiben, vollkommen tuͤchtig finden wird, die oͤffentlichen An⸗ gelegenheiten zu leiten. Und fraͤgt man uns: „wer und was sind denn die Herren Peel, Goulburn und Herries?“ 8 antworten wir, daß es Maͤnner sind, die gezeigt haben, sie den ihnen anvertrauten Aemtern mit Umsicht, Recht⸗ lichkeit und Eifer vorstehen, und dadurch sich selbst Ehre und dem Vaterlande Nutzen verschafft haben. z Die Quebec⸗Gazette bis zum 10. April meldet, daß in der Gesetzgebung von Ober⸗Canada eine Bill durchgegangen ist, welche zu einer Anleihe von der einheimischen Regierung von 90,000 Pfund Sterl. zur Unterstuͤtzung der Liquidation der Provinzial⸗Schulden erechtigt. Der Zinsfuß von 6 Proc.:, nach welchem jene Schuld bis jetzt verzinset worden ist, ist der gesetzmaͤßige in der Provinz, und da man in England Geld zu 3 Proc. bekommen kann, so wuͤrde dies, selbst bei verschiedenen Geld⸗Coursen, eine Ersparniß von 2 Procent oder von einem Drittel der jaͤhrlichen Zinsen, be⸗ wirken. 1 22 Man hoͤrt allgemein, daß die Besucher einer gewissen Anstalt in St. James Street jetzt vielweniger zahlreich sind als fruͤher, was man. wohl den klaren und unwider⸗ leglichen Schilderungen zuschreiben kann, welche in dem sonderbaren „Crockford oder das Leben im Westen“ beti⸗ eelten Geistesprodukte enthalten sind, dessen Urheber den großen Dank der menschlichen Gesellschaft verdient, weil er das gehäͤßige Laster des be in ein Licht stellt, wel⸗ ches zugleich unterrichtet und Das Werk wird ohne Zweifel fortfahren, die n blichsten Folgen zu haben. Iie Abnahme der Geschaͤfte mit Colonjal⸗Erzeugnissen ist in den letzten Jahren in Seb sehr bedeutend gewe⸗ sen. Im Jahre 1816 bvg8 (Handels⸗Etablissements zu Paris, weiche einen 8eenese 5 onial⸗Handel betrieben, jetzt findet man nur noch 8 . ist, deren Geschaͤfte nicht viel zu bedeuten haben. Dei egierung sind zur Abstellung dieses Uebels häͤufige Vorstellungen gemacht worden und oft sschon hat man sie gebeten, ein anderes Colonial⸗System ein⸗ zufuͤhren und andere Maaßregeln hinsichtlich des Transito⸗ HJandels, dessen Maͤngeln man jene Abnahme vorzuͤglich zu⸗ schreibt, zu ergreifen. Die Regierung scheint bis jetzt die Sache nicht fuͤr *ꝙ wichtig gehalten zu haben jedoch hofft man, daß der jetzige Handels⸗Minister, Hr. v. St. Crieg ae. e F 8 onnersta tend um r bra 1 Cootes seine kühne Wette: 1250 8naece der Fußgängen nach einander folgenden Stungen zu gehen, gluͤcklich zu Ende.

erlangen kann, daß man

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Die Gaͤrten zum gruͤnen Mann und die 8 waren mit Menschen angefuͤllt, welche in der groͤßten Span⸗ nung auf den Ausgang dieses in den Fußgaͤnger⸗Annalen unerhoͤrten Unternehmens warteten. Cootes legte die letzten fuͤnf viertel Meilen mit erstaunlicher Schnelle zuruͤck, und wurde als er ankam mit stuͤrmischen Beifall und wehenden

Taschentuͤchern begruͤßt. Dieser Gang stellt den fruͤhern, 8

des beruͤhmten Capitain Barclay ganz in Schatten Cootes ist 28 Pfund magerer geworden.

Hrn. Ward'’s Werk uͤber den jetzigen Zustand Mexico's hat viel Interesse erweckt. Es giebt nicht nur einen authen⸗ tischen Vericht von der Bevoͤlkerung, dem Ackerbau, den Erzeugnissen, der Regierungs⸗Form, der Land⸗ und See⸗ Macht, der Religion, den Einkuͤnften und der vermuthlich in spaͤteren Zeiten sich noch um Vieles vergroͤßernden Wich⸗ tigkeit dieses Landes, sondern es gewaͤhrt auch einen um⸗ fassenden Ueberblick uͤber die Bergwerke, in welchen Bri⸗ tisches Capital in so großem Maße angelegt worden ist, und uͤber den Nutzen, welchen die Avanturiers davon ziehen werden.

Ein in die Edinburgh⸗Chronicle aufgenommener anony⸗ mer Brief enthaͤlt Folgendes: „Nach den Berichten des treuen Begleiters Clapperton's halte ich dafuͤr, daß der Niger in die Bucht von Biafra oder in den Meerbusen von Guinea ausfließt. Schon fruͤher fuͤhrte mich die große Zahl der in den letztgenannten Meerbusen von Accra bis Cameroons sich Ieede Fluͤsse, von denen der Cameroons⸗Strom allein 50 Meilen aufwaͤrts fuͤr Fahrzeuge von 400 bis 500 Tonnen schiffbar ist, auf diese Vermuthung. Die Entfernung zwi⸗ schen Rio⸗Volta und Cameroons betraͤgt mehr als 200, die von Cap⸗Formosa bis Cameroons 150 Meilen. Dieser ganze Landstrich ist angeschwemmter Boden, wovon ich abnahm, daß dies der Bereich des Laufes eines sehr großen Flusses sein müßte. Die Koͤnige der Kuͤste erzaͤhlten mir viel von einem großen, zwei Meilen breiten, im Innern des Landes befindlichen Strome, dessen Richtung sie aber nicht anzuge⸗ ben vermochten.“

Niederlande.

Bruͤssel, 1. Jun. Se. Maj. hat am 29. v. M. die Residenz Haag verlassen, und ist nach dem Loo zuruͤckgekehrt.

Der Courrier des Pays⸗Bas meldete in einem seiner letzten Blaͤtter: daß man in Haag glaubt, es werde von Rom aus mit der Ankuüͤndigung der Ernennung zweier Bi⸗ schoͤfe nicht laͤnger gezoͤgert werden, und dieser bald die der uͤbrigen folgen. Diesen Artikel nimmt der Courier von der Maaß auf und bemerkt daruͤber Folgendes: „Wir wissen nicht, ob man dieser Nachricht Glauben bei⸗ messen darf; nur dies wollen wir sagen, daß, ehe von Er⸗ nennungen die Rede sein kann, man uͤberzeugt sein muͤßte, ob auch wirklich die, fuͤr diesen Zweck noͤthigen Erkundigun⸗ gen eingezogen sind. In diesem Augenblick verbreitet man viele Geruͤchte, die sich auf die Religions⸗Angelegenheiten unseres Landes beziehen. So hat man uns z. B. gesagt, daß unter sechs bei dem H. Stuhl zu Bisthuͤmern geschehe⸗ nen Praͤsentationen der Papst nur Eine angenommen habe, und daß die Ausschließung der andern fuͤnf praͤsentirten von Sr. Maj. genehmigt worden sei.

Zu Dalen (Provinz Drenthe) brannten am 19. v. M. sechszehn Gebaͤude, unter denen fuͤnf Wohngebaͤude, ab. Eine Frau kehrte, nachdem sie schon ihr Kind aus den Flam⸗ men * hatte, noch einmal in das brennende Gebaͤude furn . In diesem Augenblicke stuͤrzte aber das Dach zu⸗ ammen, und sie ward lebensgefaͤhrlich beschaͤdigt aus dem Feuer hervorgezogen.

Der Staatscourant vom gestrigen Datum enthaͤlt in ollaͤndischer und Spanischer Sprache den zwischen unserem önigreiche und den Vereinigten Staaten von Mexico am

15. Juni 1827 geschlossenen und von der Mexikanischen Re⸗ gierung am 24. Deembr. 1827, von Seiten der unsrigen aber den 15. Maͤrz d. J. ratistzirten Freundschafts⸗Schif⸗ fahrts⸗ und Handels⸗Tractat, von welchem die gegenseitige Auswechselung der Ratificationen zu London am 21. April und f. T. Statt fand. Der Tractat ist durch Hrn. Falk, außerordentlichen Gesandten und bevollmaͤchtigten Minister Sr. Maj. des Koͤnigs der Niederlande bei Sr. Britischen Majestaͤt von der einen Seite und Hr. Sebastian Lamacho, ersten Staats⸗Sekretair, außerordentlichen Gesandten und bevollmoͤchtigten Minister der Vereinigten Staaten von Me⸗

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