1828 / 150 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nicht allein ausdruͤcklich verboten, ihn durch die Militair⸗ Musiker aufzufuͤhren, sondern auch inquisitionsmäaͤßig ausge⸗ spaͤht, wer ihn auch nur in seinem eignen Hause saͤnge, und ein solcher als Demagog und Republikaner belangt; ja was mehr ist, sogar unbedeutende Knaben, die ihn auf der Straße anstimmten, festgenommen und gezüͤchtigt! Friedliche Buͤrger⸗ Familien, die in wechselseitigen Freundschafts⸗Verhaͤltnissen zusammen schmauseten; wurden von ihren anstaͤndigen Mahl⸗ zeiten fortgerissen: wer des Abends nach 9 Uhr sich auf den Straßen blicken ließ, wurde fest genommen, geschlagen, ge⸗ mißhandelt, betastet... unter Schimpfreden, wie sie einer Po⸗ lizei⸗Bettelschaar eigen sind, angefuͤhrt, sogar von Chefs, die sie auf die unwuͤrdigste und schaamloseste Weise dazu anreitzten 24₰

„Endlich stellte sich auch das aͤrgerliche Bild, welches die Stadt Porto zeigte, mit scheußlicherem Schatten einer ausstudirten Verfolgung taͤglich uͤberladen, auf die gleiche Weise oder wenigstens mit ähnlicher Aufregung an verschie⸗ denen Orten des Koͤnigreichs dar.*

„Waͤhrend dieses erbitrernde Verfahren der Militair⸗ und buͤrgerlichen Behoͤrden das allgemeine Gefuͤhl verletzte, entwarfen die Stadtraͤthe, auf eigene Hand zu absoluten Repraͤsentanten der Orts⸗Bevoͤlkerungen sich aufwerfend, re⸗ bellische Acten, in welchen sie mit einem Federstriche den le⸗ gitimen Koͤnig, dem sie geschworen hatten, entthronten, und seinen Bruder ausriefen. Ein aus Dirnen, Knaben und dem schmutzigsten Gesindel bestehender Haufe folgt großmäu⸗ ligen Ausschreiern, die zum Lachen reizten, anstatt Aufmer⸗k samkeit zu erregen.“

„Noch ist die laͤcherliche Erinnerung der Ausrufungen in den hiesigen Straßen am letzten 29. April vorhanden. Ihr Andenken wird zum Spott dienen, so lange man sich die Personen vorstellen wird, welche die schmaͤhlichen Grup⸗ pen bildeten, die in der Stunde des Tages, bruͤllend, betrun⸗ ken und Wahnsinnigen gleich sich den Blicken uͤberall dar⸗ stellten!“

„Und was thaten die Truppen waͤhrend dieser Orgien? Sie hielten sich in ihren Quartieren, und uͤberließen die Be⸗ schuͤtzung solcher rebellischen Handlungen der dabei anwesen⸗ den Polizei, dieser einzigen, dem klaren Meineide gegen die Legitimitaͤt sich hingebenden Macht.“ „Der ehrfurcht gebietende Name des Herrn Dom Pe⸗ dro 1V., welcher in einigen, an das St. Oridio Militair⸗ Quartier anstoßenden Straßen am Abend und in der Nacht des 3osten Aprils gefeiert wurde, zog eine unermeßliche Volksmenge herbei, welche waffenlos und nur von freudigen Gefuͤhlen bei dem Wiederhalle Viva's fuͤr den legitimen Koͤ⸗ nig und die Charte trunken herbeilief, um die Grußesworte zu vermehren, welche sie stets fuͤr so theure und verehrte Gegenstaͤnde bereit hat. Ploͤtzlich sielen der General und die vperruchte Polizet uͤber sie her; Saͤbelhiebe, des VBVpolks und selbst ein hingeopfertes Leben: dieses die ehren⸗ v„pollen Thaten dieses Tages, die eben diese Polizei sich als 8 Anen Sieg anrechnet!“ 1 „Dieses ist ein kurzer Bericht von der heftigen Krisis, woelche seit der Ankunft der Militair⸗ und Gerichts⸗Statt⸗ unterstuͤtzt von der Belebung einer unterdruͤckenderen

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Polizei, diese Stadt in Unruhe versetzt hat.“ „Von Aveiro her ist das Verfahren des braven Jaͤger⸗ Bataillons 10. bekannt geworden, wie es die in seiner An⸗ wesenheit ergangene rebellische Ausrufungs⸗Acte aufgehalten und vernichtet hat!“ 8 „Von Braga her ist der Geist der muthvollen Fußre⸗ gimenter 3 und 2) zur Kunde genommen, die durch ihre Ge⸗ gernwart eine gleiche Rebellion am Ausbruche hinderten! Von allen Kantonirungen der Truppen in verschiedenen Ge⸗ genden des Koͤnigreichs her folgen die Nachrichten einander, von gleichem Widerwillen, von gleichem Verlangen, und gleichen Treuegefühlen gegen den legitimen Thron des Hru. D. Pedro IV. und die constitutionellen Institutionen.“ 8 „Kurz, die Truppen haben durch ihren Geist sDS„eaß sie nicht faͤhig sind, sich verleiten zu lassen und eidbruͤ⸗ . clhig zu werden.“

1“ Und waͤhrend diefes sich in den Provinzen zutrug, was E

erfolgte in der Hauptstadt des 8en egeage 8

„Der durchlauchtigste Herr Infant D. Miguel hatte

Sehorsam und Erkenntlichkeit gegen seinen erhabenen Bru⸗

13—— und legitimen Koͤnig, den Hrn. D. Pedro und die Charte am Hofe zu Wien in Oestreich geschworen; und wurde beim Antritt der Regentschaft als Stellvertreter Sr. Maj. aufs Neue in Gegenwart der Cortes vereldigt.“ .5 „Seine Hoheit singen bei Ernennung Ihres Ministe⸗ riums an, mit der vorgeschriebenen Formel und im „Namen des Koͤnigs“ zu decretiren und zu verordnen; nach einiger

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e“ in Bekanntmachungen, welche die Vernichtung der egitimitaͤt des Koͤnigs und der Charte aussprachen. Eine neue Benummerung in den gesetzgebenden Kundmachungen zeigte einen eingeschlagenen neuen Weg der Regierung.“ „Plöͤtzlich wird zu der Benennung: „Regent“ ohne den Beisatz des „Namens des Koͤnigs“ uͤbersprungen und dann wieder aufs Neue die Formel: „Infant Regent im Namen des Koͤnigs“ gebraucht.“ 2 „Und was bedeutet dieses, Ihr Portugiesen? Bewei⸗ set es nicht, daß Se. Hoheit unter dem Zwange eines ver⸗ raͤtherischen Ministeriums stehen, welches, da es durch die Charte mit seiner Macht bekleidet worden, deshalb verant⸗ wortlich ist, und welches Documente in so verschiedenartiger diplomatischer Sprache vorlegt und ausfertigt?“ +½σ „Se. Hoheit sind nicht Koͤnig und daher kommt Ihnen nicht: „Koͤniglicher Schriftzug“ zu; Sr. Hoheit als Rege ten im Namen des Koͤnigs geziemt nicht die einfache Unter⸗ schrift als „Infant Regent“ als Andeutung unbeschroͤnkter Macht⸗Gewalt.“ 8 1— 1 „Es ist hierdurch die Meinung bewiesen, welche Ihnen Ihr Ministerium anraͤth; es ist der Bewe ungsgrund offen⸗ dar, warum Se. Hoheit sich von der Bahn entfernen, die ihnen durch den Koͤnig und die constitutionnelle Charte be⸗ zeichnet worden.” 5 „Nicht sprechen wir von den, bis zum 25. April d. J. geschehenen Erlassen Sr. Hoheit, wo Sie in Kraft der Macht als Regent im Namen des Koͤnigs decretirt haben; aber von diesem Tage an, wo die Eingriffe vermittelst der, von der Regierung ausgegangenen, Erlasse angesangen, muͤssen alle als null und nichtig angesehen werden, als mit widerspre⸗ chenden Ausgangsworten befleckt, und muͤssen Se. Hoheit als im Zwangs⸗Zustande, getaͤuscht und verblendet durch eine Fackion betrachtet werden, die Sie in den Augen der Nation und der Welt als einen Meineidigen darstellt.“ „Dies ist der Grund, auf welchem der v„im Namen der legitimen Autoritaͤt des Herrn Dom Pedro IV. zusam⸗ men getretene Militair⸗Rath“““ in seiner Proclamation er⸗ klärt hat, daß Se. Hoh. unterm Zwange und unvermoͤgend in Ihrem regierenden Willen als Regent Stellvertreter des Köoͤnigs sind.“ „Die Umstaͤn zu bestimmen, gebuͤͦ⸗ ter, Gott fuͤrchtender, treuer und das allgeme „Es ist dieses der auszuerlesen, die mit so⸗ hen sind.“ 8 „Noch ist es nicht moͤglich gewesen, diese Auswahl zu vollenden; sie ist der Gegenstand der Erwäaͤgungen des Ra⸗ thes, welcher fortfährt, militairische Vorsichts⸗Maaßregeln fuͤr die oͤffentliche Ruhe zu treffen, waͤhrend die geistlichen und buͤrgerlichen Behoͤrden ihren ordentlichen Verrichtungen nachgehen.“ „Es sin unserm edlen Entschlusse, die wuͤrdigen Befehlshaber und daher wird der „Im - des Herrn Dom Pedro IV.“ zusammengetret Rath nicht saͤumen, seinen unumgaͤnglichen Pflichten Genuͤge zu thun. Porto, in der Sitzung am 18. Mai 1828. S. G. Ferreri, Oberst der Artillerie 4. 2* * J. Ferzues, Oberst der Infanterie 6. 1 S8. da Silva da Fonseca, Oderst der Infauterie 18. F. da Gama Lobo Botelho, Oberst der Cavalle⸗ 8 rie 12. J. J. de Carvalho, grabuirter Oberst der Jaäͤger 410. J. de Barros e Abreu, Oberst⸗Lieuten Ca⸗ vallerie 12. J. B. da Silva Lopes, Oberste⸗

- tillerie 4. . A. M. de Majo de Prito, Oberst⸗Lieutenant der

Infauterie 6. . 1 Fonleea Lobo, Oberst⸗Lieutenant der Jä⸗

er 11.

M. A. Pereira da Silva, Major der Infanterie 18.

* 188 A. da Fests e Silva, Major der Artillerie 4. AX. Cerrea Leitäo, Major der Infanterie 18. FFm. Corrra de Mesqulta, Masor der Jaͤger 11-

8 8 A. Reböcho, Major der Jäͤger 10.

3 . de Souza, Hauptmann, Commandant der

ger 6. 1G

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de der Beendigung des Zwangs⸗Zustandes hrt indessen der reifen Ueberlegung gelehr⸗ den Koͤnig ehrender, der Charte ge⸗ ine Vertrauen besitzender Personen.“ Zweck des Militair⸗Raths, Personen ichen auszeichnenden Vorzuͤgen verse⸗

d Corps in dieser Stadt angekommen, welche die Treue zu behaupten, beitreten; derselben sind angehoͤrt worden, Namen der legitimen Autoritäͤt etretene Militair⸗

Lieutenant der Ar⸗

Zeit erschien eine neue Phrase von „Koͤniglichem Schesse

e Beilage

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