1828 / 156 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sind, wuͤrdig ihrer Generale, so wie diese der ebenfalls schon ernannten Majore, Manoel Alves Chaves, eines der schaͤndlichen falschen Zeugen bei dem Verhoͤre der Pafrs, Diogo Massauo, eines zuruͤckgerehrten Rebellen des Marquis von Choves und fruͤheren Straßenraͤubers, und zweler andern von aͤhnlicher Art. Werden aber die Truppen von Porto einem sol⸗ chen Corps Zelt lassen, sich zu organisiren? Das ist die Frage, wenn gleich sie nicht sehr zweifelhaft sein kann, vielmehr be⸗ stimmt zu verneinend ist. Die erste Brigade aus Porto, bestehend aus dem 6ten Infanterie⸗, dem 16ten Jaͤger⸗ und dem 12ten Cavallerie⸗Regiment nebst 4 Kanonen ruͤckte am 23ten in Cojmbra ein, wo⸗Dom Pedro vor wenigen Tagen als einziger rechtmäßiger Koͤnig anerkannt worden war. Der Bischof⸗ der Rector, die Professoren der Universitaͤt und viele Priester und Moͤnche sind davongelaufen und meisten⸗ theils hier angekommen. Dort traf jene Brigade auf das 10te Infanterie⸗ und 10te Cavallerie⸗Regiment, die am 24ten Sankarem verlassen hatten. Am ersten Tage marschirten sie nach Thomar, fast 30 Englische Meilen, wo sie sich mit dem 2ren Jaͤger⸗Regimente vereinigten und mit demselben weiter zogen. Auf ihrer rechten Seite verließ das 20te Re⸗ giment in derselben Richtung Abrantes und auf der linken gingen das 13te von Penicho und das 22ste von Leiria ab. Dies sind also fuͤnf Infanterie⸗ und ein Cavallerie⸗Regiment welche zu der ersten Brigade von Porto stoßen; und diese Macht allein reicht hin, alle Koͤniglichen Freiwilligen, gesetzt naͤmlich den Fall, daß sie zusammenkaͤmen, aufzureiben. Um jenen wirklich begeisterten Truppen entgegenzugehen, zog am 25sten eine Brigade, mit 4 Kanonen versehen, von hier ab. Sie gehen dahin, um sich mit ihren Cameraden von Porto zu vereinigen, und gewiß nicht in der Absicht, gegen sie zu kaͤm⸗ pfen. Heut Abend soll eine andere Brigade aus dem 7ten und 19ten Infanterie⸗Regiment zusammengesetzt, und von dem Rebellen und Verräther, dem Marschall Poroas ange⸗ fuͤhrt, abmarschieren; und wenngleich dies die einzigen schlecht⸗ gesinnten Regimenter in der ganzen Armee sind, so werden sie es doch wie die uͤbrigen machen, wenn 8 den fuͤr den rechtmäͤßigen Herrscher kaͤmpfenden Truppen gegenuͤber stehen. Dom Miguel wird zuletzt nichts uͤbrig behalten, als seine seine Koͤniglichen Freiwilligen und zwei bis drei Mili en⸗Re⸗ gimenter, die nicht einen Schuß abfeuern werden. Das si⸗ cherste Commando wird fuͤr ihn das einer schoͤnen Fregatte sein, auf welche seine Kisten und Moͤbel seit mehreren Ta⸗ gen geladen werden, und die ihm gleichsam zum Reservecorps dient: denn man wird ihn nebst seiner Mutter in Ruhe wegziehen lassen. Zur Ehre der Portugiesischen Truppen sei es gesagt, daß den Soldaten des 8. Jägerbataillons von der Regierung, vordem es abging, Geld zum Geschenk angebo⸗

9

3 5

Lohn zu fordern hatten, hartnaͤckig anzunehmen verweigerten. Dem 10ten Infanterie⸗ und dem 10ten Cavallerie⸗Regimente wurde gleichfalls von den Bewohnern von Santarem Geld angeboten, aber mit dem Bemerken ausgeschlagen, sie brauch⸗ ten nicht bezahlt zu werden, um ihre Pflicht gegen ihren rechtmaͤßigen Koͤnig zu erfuͤllen. Sir Lamb hat, wie man sagt, einen neuen und sehr starken Protest gegen Dom Miguel's Verfahren eingereicht, und es fand heut in sei⸗ nem Haufe eine Versammlung des ganzen diplomatischen Corps statt. Spanien.

Madrid, 29. Mal. Die National⸗Vank von San Catlos hat kuͤrzlich unter die Actien⸗Inhaber eine Divl⸗ dende von 100 reales in Vales consolidados“*) fuͤr jede Aktie vertheilt, welches, da jede derselben auf Ein Hundert Piaster ausgepraͤgt ist, 23 Procent betraͤgt. Es ist jedoch zu bemer⸗ ken, daß, da die Bank seit Anfang des 1484 1821 weder

ünsen noch Dividenden fuͤr irgend einen Belauf bezahlt at, die Aktien⸗Inhaber durch jene Vertheilung fuͤr beide Gegenstaände seit dem Jahre 1821 nicht mehr als 28½ Pro⸗ eenk von ihrem Kapital jährlich erhalten haben. Außer diesem Institute, welchem die Koͤniglich⸗Spanische Regierung mehrere Hundert Millionen Realen de Vellon schuldig ist, bestehen -noch zwei andere, obschon eigentlich nur dem Na⸗ men nach, naͤmlich die Philippinische Handels⸗Gesellschaft und die Cinco Gremios mayores (die fuͤnf großen Zuͤnfte) —. Letztere fingen vor 150 Jahren ihre Geschaͤfte mit einem baaren Fonds von 36 Millionen Spanischen Pia⸗ ster an, errichteten auf allen Punkten des Koͤnigreichs Ma⸗ nufakturen und Fabriken aller Art, unterhielten Factoreien in Buenos⸗Ayres, Mexico, Lima, Chile, Carracas und Ha⸗ vana, gruͤndeten Handelshaͤuser in London, Hamburg, 8 sterdam und in den vornehmsten Häͤfen Spantens, schlossen n. 2 in NVales consolidados sind à 19 ½ S Ct. 19 Res-

. 8

ten wurde, daß sie es aber, obgleich sie noch ruͤckständigen

bedeutende Contra

8 †¼9 cte

*

deten

I1“

die Trup-.

8 Regierung, klei pen, die Marine, und bezahlten das Spanische diplomatische

mit der

Corps im Auslande eine lange Zeit hindurch; sie uͤbernahmwen den Transport der Ramplazos (Truppen, welche zu Erx-x. gaͤnzung der Amerikanischen Armee jaͤhrlich nach den Spa-⸗ 81c Amerikanlschen Besitzungen gesandt wurden) und ließen sich in eine außerordentlich große Anzahl Geschäfte ein, welche dem urspruͤnglichen Zweck der Stiftung jener großen Handelsgesellschaft gaͤnzlich zuwider waren, und der selben haͤtten fremd bleiben sollen. Außer diesen, fuͤr die Cinco Gremios mayores hoͤchst verderblichen Operationen, well die Regierung die von Zeit zu Zeit eingereichten Liqui⸗ dationen unker allerlei nichtigen Vorwaͤnden nie untersuchen ließ und um die Gremios fuͤr ihre, viele Millionen betragenn: den, Vorschuͤsse nie zu decken, jene Liquldationen auch 28 8 anerkannte, obschon mehrere Commissionen hierzu von n“] zu Zeit niedergesetzt wurden, noͤthigte die Koͤniglich Spanische Krone diese Handelsgefellschaft sehr haͤufig zu baaren Geld; Vorschuͤssen, zu gezwungenen Anleihen, und zu Ankauf von Actien anderer oͤffentlichen Anstalten, dergestalt, daß wenn die Regierung, oder (z. B. waͤhrend der Regierungs⸗Epoche

Carls IV.) wenn Godoy, dessen Golddurst nie zu stil⸗ . len war, Geld noͤthig hatte, er sich unter irgend einem Vorwande von den Gremios Geld geben ließ und die Bank

San Carlos z. B. noͤthigte fuͤr die gleiche Summe Actien

der Gremios von der General⸗Direction der Letzteren zu kau- fen. Auf solche Weise verschwand das Aequivalent neu ause⸗ gepräͤgter Actien im Augenblick deren Creation und da durch dergleichen Manoeuvres der Spanischen Minister, den drei obge⸗ nannten groͤßten Etablissements der Nation alles baare Geld recht geflissentlich entrissen wurde, so war deren Untergang so weniger zu vermeiden, als die Haupt⸗Aetiva in de Bilanz jeder derselben sich auf Forderungen (unliquidirte an die Regierung und an ganz ruinirte Etablissements be schraͤnkten, welche auf die vorstehend angedeutete Weise ge genseitig Glaͤubiger und Schuldner geworden waren.

Da es in Spanien sehr leicht ist durch hoͤhere Verwen⸗ dung Moratorien zu erhalten, ohne daß man auf die Guͤl⸗ tigkeit der Motive Ruͤcksicht nimmt, so wurde es den Cinco Gremios mayores im Jahre 1814 bei der Ruͤckkehr des Koö⸗ nigs um so leichter ein Moratorium auf unbestimmte Zeit von der Koͤnigl. Spanischen Reglerung zu erhalten, inde die durch den Krieg der Unabhaͤngigkelt zerruͤtteten Finan Verhaͤltnisse Spaniens es ohnehin unmöglich machten die Cremios, selbst auch nur fuͤr einen geringen Theil ihrer, auf mehr denn Fuͤnfhundert Millionen Realen de Vellon angewachsenen Capital⸗Forderung an die Regierung zu decken. Die Direktoren und zahlreichen Beamten zehren nach und nach die wenigen Activa auf, die sich noch vorfinden und tausende von Familien in und außer Madrid sind durch diese Handlungs⸗Gesellschaft zu Grunde gerichtet, welche gewiß nicht weniger als Eintausend Millionen Realen Schulla den auf sich lasten hat. 8

Die Actien und Forderungen an die vorstehend genann⸗ ten Etablissements sind auf hiesigem Platze wie nachstehend

notirt: Aectien und Forderungen an die Bank San Carlos 92 Pro⸗ cent Verlust.

an die Cinco Gremios mayores 95 Procent Verlust. . der Philippinischen Handels⸗Gesell) 1“ schaft (Comparüa de Filipina.) Zgeelten nur drei Plaster fuͤr jede Aktie von Eöö“ J 175 Piaster. Nur die Bank⸗Actien sind an hiesiger Boͤrse notirt, der andern beiden erwähnt man schon seit langer Zeit gar nicht

nehs Taärkei.

Der Oesterreichische Brobachter, vom 9. Juni giebt in einem Schrelben aus Konstantinopel vom 19. Mai, die (von uns bereits mitgetheilte) Nachricht, daß am 12. dessel⸗ den Monats das Russische Kriegs⸗Manifest gegen die Pforte, nebst dem Schreiben des Kalserlich Russischen Vice⸗Kanzlers Grafen von Nesselrode an den Großwesir daselbst angelangt ist. Am folgenden Morgen wurde großes Consell beim Mufti, welchem saͤmmtliche Minister der Pforte und die vornehmsten Ulemas beiwohnten, gehalten, und darin ein⸗ muüthig beschlossen, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben, und alle Kraͤfte zur Vertheidigung des Islams aufzubieten. Die erste Maaßregel, welche die Pforte in Folge der Russs⸗ schen Kriegs⸗Erklaͤrung ergriffen hat, war die Schließung des schwarzen Meeres. In sämmtliche Provinzen des Reichs wurden sogleich Tatarn an die Statthalter und Ayans der⸗

psdeergleichen 8 dergleichen

8 3

selben mit dem Befehle abgesertigt, alle streitbare Mann⸗