1828 / 156 p. 8 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

88 3

gen einander gestanden zu haben, da der Verlust der Foͤde⸗ ralisten nur in 1 Officier und 3 Mann bestanden haben soll.

8 IgSlLe n d. *

*

Stettin. Bei Aufdeckung des Grundes unter der, Behufs des Neubaues abgerissenen, Hauptwache hieselbst, haben sich bedeutende Rulnen eines alten Gebaͤudes gefun⸗ den, welche, wenn man die geschichtlichen Ueberlieferungen damit vergleicht, zu merkwuͤrdigen Resultaten fuͤhren duͤrften.

Stettin lag, als Bischof Otto von Bamberg hieherkam, auf 3 Huͤgeln am Ufer der Oder. Der mittelste und hoͤchste dieser

Sage bezeichnet die Gegend des heutigen Schweizer⸗Hofes als den Ort, wo der Triglaff⸗Tempel gestanden; nach ur⸗ kundlichen Nachrichten laͤßt sich daruͤber nichts Gewisses bestimmen. 4

Bei Otto's erster Anwesenheit in Stettin, i. J. 1124 wurden nun die heidnischen Tempel zerstoͤrt und dagegen christliche Kirchen gebaut. Solcher werden uns 2 ausdruͤck⸗ lich genannt, die Adalberts⸗ und Petri⸗Kirche; aber ob das die einzigen waren, ist nicht ausgemittelt. Im 13ten Jahr⸗ hundert erwaͤhnen Urkunden in Stettin zweier anderer Got⸗ teshäͤuser, der Marien⸗ und der Nikolai⸗Kapelle, deren Ur⸗ sprung ganz unbekannt ist. Moͤglich, daß auch sie schon von Bischof Otto erbaut wurden und daß so in die Stelle der 4 heidnischen Tempel gleich eben so viel christliche Kirchen traten.

Die Petri⸗Kirche lag wohl auf dem Platze, wo sie noch jetzt steht. Die Adalberts⸗Kirche wurde an dem Orte aufge⸗ fuͤhrt, wo der Triglaff⸗Tempel gestanden hatte. Die Lage der beiden andern Kapellen ist nirgend genauer angegeben, als daß sie innerhalb der Ringmauer der Stadt standen.

Ob diese Kirchen und Kapellen zu Anfang aus Holz⸗ oder aus Steinen aufgefuͤhrt wurden, ist ungewiß. Das Erstere moͤchte glaubhaft werden, durch die Eile, in der sie, waͤhrend Otto's Anwesenheit, in wenigen Monaten aufge⸗ baut wurden und durch die uns ausdrücklich aufbehaltene Nachricht, daß in Julin und in andern Pommerschen Städ⸗ ten die ersten christlichen Kirchen hoͤlzern waren. Für das Letztere scheint wenigstens in Beziehung auf die Adalberts⸗ Kirche, die als in die Stelle des Haupt⸗Tempels getreten, auch wohl zuerst die Haupt⸗Kirche war, ein Umstand zu —2 dessen bei ihrer ersten Zerstoͤrung gedacht wird. Die

tettiner fielen naͤmlich zum Theil wieder zum Heidenthum zuruͤck, und von einem heidnischen Priester aufgewiegelt, stuͤrmten sie die Adalberts⸗Kirche. Dabei wird eines Mau⸗ rer⸗Hammers erwaäͤhnt, den der Priester zur Zerstörung des Heiligthums geschwungen habe; auch gelang die Zerstoͤrung nur halb, woraus man auf groͤßere Festigkeit des Gebaͤudes schließen moͤchte. Bei Otto's zweiter Anwesenheit in Stet⸗ tin, im Jahre 1128, wurde diese Adalberts Kirche wieder⸗ hergestellt und seitdem findet sich keine weitere Kunde von ihr.

Wenn nach diesen geschichtlichen Momenten auch nicht mit Gewißheit behauptet werden kann, das jetzt aufgedeckte, ast unmittelbar mit dem oben gedachten Schweizerhofe in

eruͤhrung stehende Gebaͤude seien Truͤmmern der Adalberts⸗ Kirche; wenn ferner von der andern Seite der Gedanke nicht fern liegt, das Mauerwerk koͤnnten Ueberreste einer der vor⸗ hin genannten Kapellen sein, vielleicht der Nicolai⸗Kapelle statt deren hernach im 14een e die gröͤßere, waͤh⸗ rend der Französischen Occupaclon abgebrannte Nicolai⸗Kirche auf dem gegenuͤberliegenden Nenen Markt erbaut worden, und wenn endlich die Annahme, das aufgegrabene Gemaͤuer seien Truͤmmer einer Kirche, nicht mit seiner Lage zwischen Norden und Suͤden zu stimmen scheint und man geneigt sein moͤchte, es zu einem anderen Zwecke bestimmt zu glauben; so 8 doch theils die Construction dieser, zum Theil auf einer

ohe von 10 Fuß und daruͤüber aufgestellten Ruinen unzwei⸗ fethaft eine solche, wie dieselbe bei Kirchen vorkommt das

Ganze bildete nemlich 3, auf 2 Reihen Pfeilern und auf den beiden langen Seitenwaͤnden 129 Bogengaͤnge theils spricht auch das augenscheinlich hohe Alter fuͤr diese Vermu⸗ thung. Wie hoch aber dies Alter sein muͤsse, laͤßt sich am besten daraus abnehmen, daß auf den aͤltesten Ruinen späͤ⸗ teren Zeiten angehoͤrendes Manerwerk aufgesetzt, darauf wiederum ein drittes Gebaͤude, wahrscheineich der alte Kaak⸗ oder Scharfrichterthurm aufgerichtet gewesen ist, und daß endlich die alte, jetzt abgebrochene Hauptwache uͤber 80 Jahre auf demselben Platze gestanden hat. Welche Zeitraͤume muüͤß⸗ ten vergehen, ehe die alten Gebaͤude in ihr nichts versanken

Huͤgel war dem Triglaff geheiligt; auf oder an ihm lag der Tempel des Triglaff, das Henpe, Heiligtham der Stadt, außer welchem es noch 3 Neben⸗Tempel gab. Die

und den folgenden Platz machten!

Bei der Ausgrabung sind bereits mehrere interressante Gegenstände, unter andern; Ein metallenes Rauchgefäß mit Zierrathen, ein metallenes, wahrscheinlich bronzenes, aus zwei, durch eine zierliche Schraube verbundene, Stücken be⸗ stehendes Instrument, ein eisernes Instrument in Form eines vom Kopfe nach der Spitze zu ausgehöhlten Nagels und einige Silber⸗ und Kupfer⸗Muͤnzen aufgefunden worden, welche jedoch uͤber das Alter des Gebaͤudes noch keinen be⸗ friedigenden Aufschluß geben, da sie offenbar einer neueren Zeit angehoͤren, wie dies z. B. die Muünzen bezeugen, un⸗ ter welchen sich ein kupfernes Schmwedtsches Oer, anscheinend aus dem 17ten Jahrhuͤndert und eine Silber⸗Muünze befin⸗ den, auf welcher letzteren man den Greif unterscheidet und welche man nur fuͤr einen Pommerschen Schilling ungefäͤhr aus derselben Zeit halten kann, zumal die Inschriften und Zahlen nicht mehr kennbar sind.

Da das Gebaͤude zum Zwecke des Baues der neuen Wache, nur etwa halb aufgedeckt ist; so wird beabsichtigt, spaterhin und sobald es jener Bau gestattet, mit der Auf⸗ grabung weiter fortzufahren, um wo moͤglich einen Grund⸗ und Aufriß des ganzen Gebäudes zu erhalten, und es ist zu hoffen, daß hierbei noch manches, interessante, vielleicht naͤhern Aufschluß gebende Denkmal der Vorzeit zu Tage ger.. söͤrdert werden duͤrfte. . 9*

2* Koönigliche Schauspiele. 8

Meontag, 10. Juni. Im Schauspielhause: Dienstpflicht

Schauspiel in 5 Abtheilungen, 2 W. Sleaseüc. 8 *.

Lemm: Dallner.) e.

In Potsdam: Die Zerstreuten, Posse in 1 Aufzug. Hierauf: Nummer 777, Posse in 1 Aufzug. Dann: So⸗ lotanz. Und: Die Mäntel, oder: Der Schneider in Lissaa

bon, Lustspiel in 1 Aufzug, frei nach Seribe, von C. Blum.

* Koönigsstaädtisches Theater. Montag, 16. Juni. Zum Erstenmale wiederholt: nore. Melodrama mit Gesang, in 3 Abtheilungen, von C. v. Holtei. Musik von C. Eberwein.

Dienstag, 17. Juni. Zum Beuesiz fuͤr Hrn. und Mad. Haizinger: Der Schnee. Komische Oper in 4 Acten; Musit von Auüber. (Herr Hatzinger Graf von Wellan, als letzte Gastrolle. Mad. Hahhinger⸗Neumann Prinzessin Lydia, als vorletzte Gastrolle.)

v.2 82

r 2 8 Auswaͤrtige Döͤrse n. 8 Amsterdam, 10. Juni. Ocsterr. 5p Ct. Metalliq. 89 ½. Dank-Actien 1285. J.o0⁴⁵ g.. 100 Fl. 180. P'art. Obligat. 360. Rugss. Engl. Anl. 84. Num. Aul. IIamb. Certisac. 80 ¾ 3

Hamburg, 13. Juni-

Oeuecrr. 55 Metalli 92. Unass. Engl. Anleibe 88 ½. . Anl. Hamburg Cebne bo .

St. Petersburg, 6. Juni. 8 Hamburg, 3 Mon. 9 ¼. I. Silberrabel 373. Koep 2

1824 ½*

4 8— 8 Wien, 10, Juni. 2 H * öproe. Metall. 911. Banl-Acüien 1055 1. 3 2

Gedruckt bei Hayn.