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„Einstuß der Aristokrarie und deren wohlthoͤrigen Zwecken amtgegen ist. Ich bedaure, daß die katholische Association noch besteht; allein der Freiheitsbrief ihrer forthauernden Existenz ist das Ausschließungs⸗Gesetz: so lange dieses noch 8 mn Ausuͤbung ist, wird sie sich, wie durch einen Zanber, die AKiebe des Landes zuzuwenden wissen. Nur ein Mittel giebt * es, uns ihrer zu entledigen; keine Vernichtung, keine Her⸗ ausforderung, nur ein versoͤhnendes System kann dies be⸗ wirben. Man zertruͤmmere die Association; eine andere steigt empor; man daͤmme einen Kanal zu: der Strom er⸗ öffnet sich einen neuen. Gewöhulich stellt man bei dieser Gelegenheit zwei Fragen auf: erstens, ob, wenn die gesetze ichen Maͤngel der Rechte Irlands gehoben sind, Ruhe zu seuem Volke zuruͤckkehren wird; zweitens, welche Sicherheit ngeboten und angenommen werden koͤnnte. Was die erste dieser Fragen anbetrifft, so habe ich nie behauptet und werde 8 behaupten, daß nach Entfernung jener theitweisen Recht⸗
losigkeit in Irtand sogleich Ruhe und Gluͤck Eingang fin⸗ den werden. Aber das kann und will ich behaupten, daß die einzige Art, jene Ruhe und jenes Gluͤck zu bewirken, die Hinwegnahme der Hindernisse gegen beide ist. Die Quelle der — weiche auf Irland lasten, kann nicht auf einmal ausgetrocknet werden, aber man oͤffne ihr einen Ausweg, und der Strom der Gluͤckseligkeit wird Irlands Ebenen durch⸗ fiüczen. Dann wird eine Ruckkehr der Geldmittel, ein. Vevlangen nach Arbeit statt finden, welche nur in einem durch Religions⸗Streitigkeiten beunruhigten Lande mangeln köoͤnnen. Was die zweite Frage anbelangt, so weiß ich keinen Grund, warum man eine Sicherheit verlangen könnte. Diese Angelegenheit mag zuerst von Denjenigen erläͤutert wenden, welche Ursachen zu haben gtauben, die Zulassung der Katholiken zu einer billigen Theilnahme an den buürger⸗ lichen Rechten zu fuͤrchten. Sollte man indessen Sicherhei⸗ ten aussindig machen koͤnnen, melche dem Wesen der katho⸗ lischen Kirche nicht geradezu widersprochen, so wird man die Kathollken bereit sinden, dieselben zu gewäͤhren. Alles zwingt uns zu der Ueberzeugung, daß nur rsöhnung und Ver⸗ soͤhnung allein moͤgliche Gefahren abzuwenden im Stande ist. Wenm Sie, Mylords, wuͤnschen ungluͤckliche Leidenschaften
in einem bedruͤckten Lande auszuloͤschen; wenn Sie nicht laäͤnger durch jede Bewegung unruhiger Köpfe in Schrecken
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fpondert wird.
8 rerxrichtete, eine gelehrte, eine schriftstellerische Bevoöͤlkerung wird Macht besitzen, unbegraͤnzte Macht, Boͤses oder Gutes nach ihrer Willkuͤhr anzurichten. Wie ein Alpenstrom wird
8 Macht verwuͤstend auf uns herabstuͤrzen, wenn wir
jene sie nicht durch unsere Zugestaͤndnisse zu einem friedlichen und ilden Flusse umschaffen. (Lauter Beifall) — Auf allgemei⸗ nes Verlangen stand der Erzbischof von Canterbury auf uund bemerkte, jede Regierung; habe das Recht der Selbstvertheidigung und das Recht die ihr Gesährli⸗ chen von Aemtern und Wuͤrden auszuschließen. Wollte “ dasselbe unvorsichtig ausuͤben, so wuͤrde man unklug heandeln, wenn man es jedoch um den Staat zu beschuͤtzen an⸗ wendetr, so erschiene es gerechtfertigt, aus diesem Gesichtspunkte — die katholische Frage betrachten. Man haͤtte die Ka⸗ tholiken von den Fesseln, die fruͤher ihre innere religibse Ueberzeu⸗ 1 gung bedruͤckten, befreit, und das sei genug. — Der Erzbi⸗ schof von Tunm widersetzte sich ebenfalls dem Antrage, in⸗ dem er zur Unterstuͤtzung seiner Behauptungen mit vieler
sei, meinte er, der Emaneipation in dem gewoͤhnlichen Sinne ddes Worts entgegen, allein er wünsche von Herzen, den Ir⸗ lͤaͤndern eine geistige Emancipation zu gewähren, welche sie aus den Fesseln des Aberglaubens und Bllderdienstes be⸗
a — Der Graf von Winchelsea sagte, er wüͤrde mit
. daß die Englische Kirche dadurch nicht beeinträchtigt würde, da ein solcher Beweis jedoch, seines Dafürhaltens, unmög⸗ lich sel, so widersetze er sich dem Antrage. Der Marquis
von Salisbury meinte, die Zeit sei noch nicht gekommen,
in welcher man die katholische Frage in genauere Erwaͤgung ziehen muͤsse. — Graf Bathurst füͤrchtete, die evangelische E Kirche Englands wuͤrde nicht die Hauptkirche dieses Landes
8 bleiben, wenn man der katholischen gröͤßere Freiheiten ge⸗ stattete. (Hoͤrt!) Die protestantische Kirche aber sei mit den Staats⸗Interessen eng verbunden, beide muͤßten zusammen stehen und fallen. (Hört, hört!) Er wouͤnsche von Herzen, daß diese Angelegenheit zu einem befriedigenden Ende gefuͤhrt wuͤrde, allein die Moͤglichkeit dazu werde noch lange nicht vorhanden sein. Deshald bitte er das Haus, sich nicht zur
gesetzt werden wollen, so geben Sie zu, was von uns ge’ Die katholische Bevölkerung Irlands hat Macht; ich sage, eine Bevoͤlkerung von sieben Millionen wird trotz aller unserer Maaßregeln Macht besihen, eine un⸗
zelehrsamkeit Stellen aus der heiligen Schrift anführte. Er
er Motion einverstanden sein, wenn man beweisen koͤnnte,
Unpet zu einem Schritte zu verpflichten, welcher —,— gereuen koͤnne. Es waͤre mehr als unnütz eine V ng geben, bewor man die Aussicht habe sie zu erfuͤllen. (Hoͤrt, ben.) — Graf Darnley kam auf die Union Irlands und Großbretaniens zuruück, bei welcher, wie er meinte, Verspre⸗ chungen gemacht worden seten, die man jetzt erfuͤllen muͤsse. Es haͤtte sich ferner, unter dem Vorwande, Herrn Pitts Geburtsrag in feiern, eine Gesellschaft gebildet, welche Grund⸗ saͤtze verbveitet habe, die mit denen jenes so verdienstvollen Mannes gaͤnzlich im Widerspruche staͤnden. (Hoöͤrt, hoͤrt!) Nicht Pitt⸗Cinb, sondern Eldon⸗Club muͤßte man jene Ver⸗ sammlung nennen, da sich der edle Lord dabei so sehr aus⸗ jeichne. (Gelaͤchter.) Der Name Pitt⸗Club sei eine Schmaͤh⸗ schrift gegen Herrn Pitts Andenken. (Beifall.) Im Uebri⸗ een koͤnne der edle Herzog an der Spitze der Regierung keine errlicheren Lorbreren erlangen, als wenn er bei der gegen⸗ waͤrtigen Gelegenheit dem Reiche und Irland Ruhe gaͤbe. (Hoͤrt, hoͤrt!) — Der Graf von Guilsord widersetzte sich dem Antrage, da sie den Grundsaͤtzen der Verfassung zuwi⸗ der sei. — Der Bischof von Durham meinte, die Katho⸗ liken koͤnnten deshalb ihrem Herrscher nie treu werden, weil sie eine geistige Unterthäͤnigkeit gegen den Papst zulleßen. Dagegen vertheidigte Viscdunt Goderich die Resolution mit Geist und Waͤrme. Ich glaube nicht, sagte er, daß es ein Grundsatz der Verfassung sein koͤnne, irgend Jemand von einer gerechten Theilnahme an den Befugnissen der Staatsbuͤrger wegen seiner religioͤsen Ueberzeugungen auszu⸗ schließen. Welchen Grund kann man fuͤr die Ansschließung der kathollschen Pairs von den Sitzen dieses Hauses anfuͤh⸗ ren? Welches Verbrechen, welche absichtliche schadliche Hand⸗ lung haben sie begangen? (Höͤrt, hört!) Sie hatten ein eben so gutes Recht auf diese Sitze, als irgend Je⸗ mand unter uns. Warum haben wir sie daraus ver⸗
drängt, wenn man die Nothwendigkeit eines solchen Verfahrens nicht beweisen kann? Ich kann ihre Ver⸗ bindung mit dem Roͤmischen Stuhl nicht fuͤr so gefaͤhr⸗ lich ansehn, als der sehr zu verehrende Praͤlat (der Bischof
von Durham) sie darstellt. Jetzt ist der Papst nicht mehr jene gefuürchtete Gottheit, von welcher man wie vom Jupiter sagen koͤnnte: „Ipse pater medià nimborum in nocte corusea 8 Fulmina molitur dextraàa. Quo maxima mota 2 Terra tremit: Fugere ferac; et mortalia corda 2 Per gentes humilis stravit pavor." Noch sitzt er auf demselben Thron, noch bewohnt er densel⸗ ben Vatican, aber er hat nicht mehr dieselbe Macht. Sollte auch die vorgeschlagene Maaßregel diesmal nicht durchgehen, so ist dies gewiß das letzte widerwaͤrtige Urtheil, welches uͤber die Katholiken ausgesprochen wird. (Hoͤrt, hoͤrt!) Ich sehe schon den Triumph voraus, den wir davon tragen werden, wenn wir in diesem Punkte nachgeben und dadurch den fremden Nationen das Schauspiel eines freien, einigen und ere Volkes darbieten. (Lauter Beifall.) — Der Geh St. Vincent aͤußerte, eine milltairische Regierung stimmte eben so wenig mit den Grundsaͤtzen der Verfassung uͤberein, als die sogenannte Oberherrschaft des Papstes. Der Herzog von Glonrester vertheidigte den Antrag, wogegen die Bischoͤfe von Lincoln und Llandaff ihn verwarfen. Auch der Herzog von Cumberland widersetzte sich demselben. Zugeständnisse, meinte er, wuͤrden nur Beunruhigungen in Irland erwecken. (Hoͤrt, hoͤrt!) Man habe ihn angeklagt, er sei bigott, aber selbst wenn er diese Beschuldigung durch sein jetziges Verfahren noch verstaͤrken sollte, so müsse er doch der Resolutton aus vollem Herzen widersprechen. Der Marquis v. Londonderry bemerkte, er koͤnne, trotz der Trene, welche er dem edlen Herzoge an der Spitze der Regterung schuldig fei, (Gelaͤchter) seine ftuͤher zu Gunsten der Katho⸗ liken ausgesprochene Meinung nicht aͤndern. — Der Graf
von Earnarvon aͤußerte, je älter er würde, destv mehr be⸗
stärkten sich seine Ansichten von dem vorliegenden Gegen⸗
stande; täglich bemerke er nene und mehr Gruͤnde, welche
das Haus bewegen muüͤßten, Irland zu beruhigen, und den Einklang aller Unterthanen des Reiches zu bewirken. (Hört,
hoͤrt¹) — Um ein Viertel auf Zwei vertagte sich das Haus
bis auf den folgenden Tag. .
Im Unterhause verkuͤndete Herr Tennyson, daß er seine weiteren Antraͤge in Hinsicht der Bill wegen des Wahlrechts von East⸗Rerford bis auf den Freitag über 14 Tage verschteben wuͤrde. — Hr. Brougham reichte eine
Aiition der Anti⸗Selaverei⸗Gefellschaft ein, in welcher um Abschaffung des Selaven⸗Handets in West⸗ Indien gebe⸗ ten wurde. Er bemerkte, er wuͤrde eine Bill uͤber diesen
Eeämmb S I ee nedenemns t. Eh. Lor Mliae a
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