1828 / 158 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

gemachten

schwäaͤtzigen und kichtfertigen Art des Morning Chroniecle Jan die Stelle der alten constitutionnellen Ausdruͤcke setzen

Beierkungen uͤber „die heilige Allianz“ hervor⸗ 1 Was soll man in der That von dem wie wir hoffen, nur momentanen widersprechenden Benehmen eines Whig oder Radikalen denken, wenn ein Britischer Staatsmann, der waͤhrend des größten Theil des Krieges, welcher nur durch den Mangel einer solchen Alllanz sich verlaͤngerte, im Amt war, es uͤber sich gewinnen kann, auch nur mit dem geringsten Anschein von Nichtachtung von die⸗ sem Buͤndniß zu sprechen! Sollte er es vergessen haben, daß in den Jahrhunderten, welche dieser Alltanz vorangingen, jeder Minister eines jeden Monarchen bemüht war, den Zeitpunkt seines Ansehens dadurch auszuzeichnen, daß er seinen Herrn ermunterte irgend einen Angriff auf seinen Nachbar zu thun, oder demselben, wenn er von andern an⸗ gegriffen wurde, wenigstens einigen Nachtheil zuzufuͤgen. Es war in dieser Bezliehung ein beständiger Widerspruch zwischen dem wirklichen Vortheil der Monarchen, und dem, welchen die Mintster fuͤr ihren eigenen hielten. Fuͤr die Sache dieser verdammlichen 1 2 Millionen menschlicher Wesen mußten sich unter einander aufreiben, und Europa's Civilisatkon wurde aufgehalten. Diese VBerschlagenheit erreichte ihren hoͤchsten Grad, als der Krieg des revolutionirten Frankreichs gegen die Welt aus⸗ brach. Die gegenseitigen Verraͤthereien und das angewöhnte Mißtrauen, welches einen Koͤnig nach dem andern, dem allgemeinen Feinde zum Opfer fallen ließ, gab doch am Ende solche eindringliche Lehren, daß die Monarchen recht⸗ schaffener und kluͤger als ihre Minister, und diese selbst ehrlicher als ihre Vorgaänger wurden. Man kam dahin uͤber⸗ ein, daß die wichtige Frage uͤber Krieg und Frieden, fuͤr diese Generation wenkgstens, nicht mehr von schriftlichen Un⸗ terhandlungen abhängen solle. Die Koͤnige näherten sich ein⸗ ander mit Vertrauen, und erkannten die verderbliche Thorheit einer Rivalität, bel der ihre Unterthanen nur leiden konn⸗ ten. Nachdem sie den Allerhoͤchsten angerufen hatten, ihr Unternehmen zu segnen, und ihr Buündniß zu befestigen, nannten sie dasselbe „ein hetliges.“ Durch diese Benen⸗ nung haben sie sich nicht allein ein Denkmal fuͤr alle Zei⸗ ten errichtet, sondern auch der Mit, und Nachwelt einen Beweis gegeben von welcher Art die Grundsäͤtze sind, deren sie jetzt huldigen. Es ist beklagenswerth und wunderbar, daß ein Politiker, der in der vergangenen Woche noch Mi⸗ nister war, sich verleiten läßt in den Ton der Liberalen ein⸗ zustimmen, die ihre guten Ursachen haben das obige Buͤnd⸗ niß und den allgemeinen Frieden läͤcherlich und verhaßt zu machen. Wir moͤgen nicht untersuchen, wer Hr. Hus⸗ kisson veranlaßt hat, solche zweideutige Grundsätze an den Tag zu legen; es wuͤrde zu peinlich fuͤr uns sein. Wenn wir sagen, daß wir sein Venehmen mehr als seine Abdan⸗ kung bedaueren, so sagen wir dadurch nur, daß uns eine allgemeine Sache mehr am Herzen liegt, als ein einzelner Fall. Auf den ersten Anblick koͤnnte es allerdings schei⸗ nen, als ob durch letzteren die Fortschritte, welche in einer sehr wichtigen Sache, nemlich der Untereruͤckung des Skla⸗ venhandels gemacht sind, aufgehalten werden wuͤrden. Wir hoffen aber, daß sein Nachfolger, in Bezug auf diese unsere

heiligste National⸗ Pflicht, dem Lande nichts zu wünschen

uͤbrig lassen wird.

Keiner unserer Leser (aäußert ebenfalls der Courler) er⸗ innert sich vielleicht einer Ministerial⸗Veränderung, welche weniger Schaden gethan, oder welche fruͤher aufgehoͤrt haͤtte, Erstaunen oder Bedauern zu erregen, als die egenwaͤr⸗ tige. Koͤmmt es nun daher, daß dieselbe dem Publikum nicht mißfällt, oder daß dasselbe seine Zeit nicht mit Klagen üͤber die Veränderungen verschwenden will? wir wissen es nicht, und moͤgen auch unsere und die Muße unserer Leser nicht dazu verwenden, eine dieser Fragen gruͤndlich zu unter⸗ suchen. Vielleicht glaubt das Publikum, sich dazu gratuliren u muͤssen, daß kein zusammengesetztes und zusammengewuͤr⸗ elres Cabinet mehr besteht, daß eine Meinungs⸗Einigkeit herrscht, welche die beste Gewähr fuͤr eine Handlungs⸗Einig⸗ keit leistet. Das System eines halben Gouvernements halb Whig und halb Tory war unhaltbar und ist geschei⸗ tert. Es bonnte nicht lange mit Kraft handeln; denn man kann keine vollkommene Uebereinstimmung zwischen zwei Ar⸗ ten von Mäaäͤnnern erwarten, die außer ihrem Amte sich be⸗ ständig und spstematisch entgegen stehen. Das Cabinet —82 entweder Whig oder Tory sein. Es ist ein Tory⸗

misterium geworden, und, wir sagen es im Voraus, das Land wird sich immer 2— und mehr freuen, daß es ein fvlces, eeeben sst. So sagen wir denn diesem gefallsuͤch⸗ tigen System, welches dei der einen Parthei allzu sehr Mode d t tenden Phrasen, welche man

die von ihm wäͤhrend

in Muͤnchen errichtet, und

wollte, ein herzliches Lebewohl. 8

Wir haben Briefe und Zeitungen aus New⸗York bis zum 17. Mai. Die Tarif⸗Bill ist auch im Senate durch⸗ gegangen. (S. Artikel Nord⸗Amerika.) Von Suüͤd⸗Ame⸗ rika bringen sie nichts Neues.

Der Courier erklärt nun auch seinen Lesern, daß das von ihm mitgetheilte Russische Buͤllerin falsch sei; freut sich aber daruͤber, daß wenigstens die Verfertiger desselben, wenn sie die Absicht gehabt, auf die Course der Staatspapiere zu influiren, ihren Zweck verfehlt hätten; indem dieselben auf diese Nachricht in der ganzen Welt weder gestiegen noch ge⸗ fallen seien.

Der Courier druͤckt aufs Neue seine Verwunderung über die Nachrichten aus, welche, den Pariser Blättern zufolge, die Augsburger Allgemeine Zeitung aus Konstantinopel mit⸗ theilt. Man koͤnne, meint der Courier, den Angaben uber die große Ruhe und Schläfrigkeit, mit welcher die Türken

dem Herannahen der sie bedrohenden Gefahr entgegenblicken Politik wurden Länder zerstoört, 2 f geg

sollen, nicht mehr trauen.

London, 11. Juni. In der gestrigen Sitzung des Ober⸗ hauses wurde die kathollsche Angelegenheit von Neuem ver⸗ handelt. Zu denen, welche uͤber diesen Gegenstand sprachen, gehoͤren unter andern Lord Colchester, Lord Bute, der Graf von Haddington, der Bischof von Bath und Wells, Lord Falmouth, der Herzog von Sussex, der Lord⸗Kanzler, Lord Plunkelt, Graf Eldon, der Marquis Wellesley, und der Herzog von Wellington bemerkenswerrh. Die Motion des Marquls von Lansdown wurde mit einer Majorität von 44 Stimmen verworfen. Im Unterhause wurde ein Antrag des Herrn Hume hinsichtlich der Civil Liste mit 85 gegen 13 Stimmen verworfen. Das Naͤhere uüber die Verhandlun⸗ gen selbst behalten wir uns auf morgen vor.

Der Herzog von Clarence gab gestern einer groß en Ge⸗ sellschaft von See⸗Officieren ein praͤchtiges Mittagsmahl.

Die Herzoginnen von Clarence und von Sachsen⸗Mei⸗ ningen speisten am Sonntag bei der Prinzessin Auguste zu⸗ Mittag.

Prinz Georg von Cumberland ging am Montage nach Kew ab.

Fuͤrst Esterhazy, der Oesterreichische, und Graf d'Ofalia, der Spanische Gesandte, verrichteren gestern Geschäͤfte im auswaͤrtigem Amte.

Eine Deputation der Kauflente von Westindien, mit Lord Seaford, dem Vorsteher derselben, an der Spitze, hatte ge⸗ stern eine lange Conferenz mit dem Kanzler der Schatztammer.

Niederlande.

Brüssel, 12. Jun. Se. Maj. haben den bisherigem Legations⸗Rath bei Hoͤchstihrer Gesandtschaft am Würtem⸗ bergischen Hofe, Herrn von Eck, zum Geschäͤftstraͤger an demselben Hofe ernannt. Desgleichen den bisherigen Ge⸗ neral⸗Consul in den Vereinigten Staaten von Mexiko, Hrn. Grothe, zum Geschäftstraͤger mit Belbehaltung der Funktion eines General⸗Consuls.

Aus dem Naas wird gemeldet, daß die mit der Abfas⸗ sung der Gesetzbuͤcher beauftragte Commisston sich am 9ten d. M. versammelt habe, und die Dauer ihrer Berathungen eine zweimonatliche sein werde.

Deutschland.

Batersche Staͤnde⸗ Versammlung. In der am 10. Junl gehaltenen 78. Sitzung der Kammer der Abgeord⸗ neten, bei welcher die König! Regierungs⸗Kommissaire Staatsrath von Stuͤrmer und Ministerlalräͤthe vom Schmiedlein, v. Spies und v. Wirschinger anwe⸗ send waren, legte der Präsident die Fragen zur Abstimmung über das Zollgesetz vor, welche von der Kammer mit eini⸗ gen Aenderungen angenommen wurden. Bei der 28. Frage erinnerte Frhr. v. stellt werden, ob die Kammer nicht von dem K. Kommissa

der Debatte verweigerten Aufschlü⸗ (über den Vertrag mit erhosen wolle, worauf der Prästdent erklärte, er werde diese Frage nie stellen, dies hieße dem Kommissair Daumschrauben anlegen, nach⸗ dem er bereits erklärt habe, es mangle ihm zu jenen Auf⸗ schluͤffen die Vollmacht. Der Abg. Kiliani erstattete so⸗ dann Namens des ersten Ausschlusses Vortrag über den Gesetzentwurf, die Kompetenz⸗Konflikte betressend, eigentlich üͤber die von der Kammer der Reichsräthe angenommenen oder vorgeschlagenen Modlsikationen. Sie wurden na kurzer B rarhung saͤmmtlich genehmigt.

Muünchen, 11. Juni. Nach einem Allerhöchsten Be⸗ schluß vom 21. Mai soll als Denkmal fuͤr die im letzten Russischen Feldzuge gebllebenen Batern ein cherner Obelisk das

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losen, es solle dahin eine Frage ge⸗

Metall aus alten, dem 1

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