1828 / 158 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8 5 82

Staate gehöͤrigen Kanonen genommen werben. Die auf 48,000 Fl. berechneten Fesben gedenken Se. Maj. aus

Allerhöchstihrer Kabinetskasse bestreiten zu lassen. Oesterrei ch.

Die Allgemeine Zeitung giebt im neuesten Blatte fol⸗ gendes Schreiben aus Wien, vom 6. Juni: Ihre K. K. Hoheit die Erzherzogin Sophie geht bei dem regelmäßigen, und von keinem gefährlichen Symptome begleiteten Verlaufe der Masern, Ihrer Genesung entkgegen. Auch scheint der dem Hrn. Oberst⸗Kämmerer, Grafen Czernin, begegnete Un⸗ fall weniger gefährlich, als man Anfangs besorgte. Ein Französischer Courier hat nunmehr officlelle Anzeige von der Abberufung des Marquis v. Caraman und Ernennung des Herzogs von Laval⸗Montmorency zum Franzoͤsischen Bot⸗ schafter am hiesigen Hofe uͤberbracht. Man bedauert den Abgang des Hrn. v. Caraman ungemein. Der Zeitpunkt, auf welchen die Zusammenziehung eines Lustlagers bei Traskirchen unweit Laxenburg bestimmt war, duͤrfte, einem Gerüuͤchte zufolge, eine Abänderung erleiden.

Tuͤrkei.

Tuͤrkische Grenze, Der Seraskier soll Befehl er⸗ halten haben mit einem Theile der bei Adrianopel versam⸗ melten Truppen abzumarschieren und die Donauellebergaͤnge zu vertheidigen. Der Sultan wollte selbst nach Adrlanopel abgehen. Bei Schumla sollen nur 2000 Mann stehen.

Die Kriegsmacht des Sultans soll aus folgenden Trup⸗ pen bestehen:

40,000 Massouris (regnlaire Infanterie);

10,000 Spahis (regulaire Cavallerie);

20,000 Topschi, Cumburadcht, Cugoumchi und Trubachi (Kanoniere, Bombardiere, Mineurs und Train⸗

oldaten); . 10,000 den Dienst in den Pläͤtzen und Schloͤssern des Bos⸗

phorus und der Dardanellen versehende Kanonlere;

80,000 Mann auf Europaͤtsche Weise organisirt.

20,000 Albaneser; 274. 10,000 Bosntaken;

““ 20,000 Rumelioten und Bulgaren; ,8 EE 15,000 Astaten; EEW

65,000 Mann, nach dem alten Systeme gebildet, und von den Pascha's zusammengebracht. Von diesen 145,500 Mann bleiben, nach Abzug der fuͤr die Garnisonen der Hauptstadt, der Schloͤsser und zur Beman⸗ nung der Batterien des Bosphorus und der Dardanellen er⸗ forderlichen 55,000, so wie der 10,500 Mann, welche die Griechen in Zaum halten sollten, nur 80,000 Mann uͤbrig, um der Russischen Armee an der Donau die Stirn zu bieten. Hierunter sind indessen die Truppen des Rechid⸗Pascha, brahims, die des Ghalip, Pascha von Erzerum, und die lliz von 5 vsacischen Faschaue, nicht begriffen. on jenen 80,000 Mann gehen aber auch noch 10,900 bis 15,00 f für die Garnisonen in den Donau Plätzen ab. Am 23sten Mal ist Chalil⸗Pascha, an der Spitze seiner Massouris, nach einem oͤffentlichen Gebete, welchem der Groß⸗ herr mit sämmtlichen Hofchargen beiwohnte, von Konstanti⸗ nopel abgegangen. 8 8 m Zeughause daselbst wird steißig gearbeitet, einige Schiffe sind bewaffnet, einige andere zu Brandern umgeschaf⸗ sen worden; auch hat die Tuͤrkische Regiexung ein Dampf⸗ Schiff, das erste, welches im Bosphorus erschienen, fuͤr J0. Tausend Miaster (etwa 65,000 Rthlr. Pr. Cour.) ge⸗ kauft, F82 zum Bugsiren der Kriegs⸗Schiffe gebraucht werden soll. Der HOestreichsche Beobachter (vom 13. Juni) ent⸗ ült Folgendes: b e 27. Mat. Am 19. d. M. ist der Ceraskier Hussein Pascha, nachdem er sich bei dem Sul⸗ tan beurlaubr, und der Großwesir und die uͤbrigen hier auwesenden Pascha's ihm ihre Abichieds⸗Besuche gemacht hatten, von hier aufgebrochen, um sich vorerst nach Schumna und von da au die Donau zu begeben, und den Oberbefehl üͤber die Müliz⸗Aufgebote aus den europöͤtschen Provinzen zu uͤbernehmen. Da er Befehl hat, seinen Marsch so viel als möͤalich, zu beschleunigen, so war er bei seinem Auf⸗ bruche nur von wenigen Divisionen regulaäͤrer Kavallerle begleitet. Der bei Daud⸗Pascha in der nähe von Kon⸗ stantinopel) aufgestellte Artillerie- Park von 40 Kanonen hat sich zuü gleicher Zeit nach dem Balkan in Bewegung gesetzt. Eine bedeutendere Zahl von Feld⸗ und schwerem

Geschüͤtz ist bereits vor einigen Tagen von hier nach Ro⸗ dosto eingeschifft worden, um von da zu Lande 2e9 L2-

Adrianopel einzuschlagen.

Am 21. zum Ordu⸗Kadißi oder Kadiasker (Ober⸗Richter des La⸗ gers) fuͤr die Donau ⸗Armee ernannt worden, in welcher Eigenschaft er sich in das Hauptquartier begeben wird.

Am 25. hielt der Sultan, nachdem er sein Gebet in der Moschee von Ejub verrichtet hatte, Musterung uͤber die im Lager von Dand ⸗Pascha versammelten 5000 Mann regulaͤrer Infanterie, welche am folgenden Morgen, unter Anfuͤhrung des zweiten Seraskiers, Halil⸗Pascha, ihren Marsch zur Armee antraten. Halil ist ein Adoptiv⸗ Sohn des vormaligen Kapudan⸗Pascha, Chosrew⸗Pascha; ein junger Mann von 25 Jahren, von welchem man sich viel verspricht, der in kurzer Zeit eine glanzende Laufbahn zu⸗, ruͤckgelegt hat, und jetzt bereits zum Pascha von drei Roß⸗ schwelfen ernannt worden ist. „2.

Dle Flotte, bestehend aus drei Linienschiffen und sieben Fregatten und Korvetten, hat sich, unter dem Befehle des

Kapudan⸗Pascha vor einigen Tagen von Beschickrasch nach

der Bai von Bujukdere, der Muͤndung des Bosphorus ge⸗ genuͤber, in Bewegung gesetzt, wo sie noch durch einige Brander und kleinere Fahrzeuge verstaͤrkt werden soll.

Die vor einiger Feit hier verbreiteten Geruͤchte vom Ausbruche der Pest in Salonik, Hydra und Poros sind durch neuere offizielle Anzeigen gluͤcklicher Weise nicht be⸗ staͤtiget worden.

Unter den fuͤr die Bewohner dieser Hauptstadt auffal⸗ lenden Erscheinungen verdient das am 21. d. M. erfolgte Emlaufen des Englischen Dampfschiffes Swift, Capitaͤn Kellie in den hiesigen Hafen bemerkt zu werden. Dieses Dampfboot lief, nach vorlaͤufig hierzu bei der Pforte nach⸗ gesuchter Erlaubniß, aus Smyrna mit vollkommen widri⸗ gem Winde hier ein, und erregte in hohem Grade die Auf⸗ merksamkeit nicht nur des Publikums, sondern selbst des Großherrn und seiner Minister. Der Eigenthuͤmer hat sel⸗ bes der Regierung angeboten, und, wie verlautet, ist der Kauf bereits geschlossen.

Mehrere in der letzten Zeit Statt gefundene Versamm⸗ lungen der hoͤheren Armentschen Geistlichkelt und der vor⸗ nehmsten Bankters dieser Nation, und einige in den Maaß⸗ regeln gegen die katholischen Armenier eingelretene Milde⸗ rung haben zu der Vermuthung Anlaß gegeben, daß die Pforte sich der Bellegung dieser Angelegenheit geneigter zeige; doch hat hteruͤber noch nichts Gewisses verlautet.

China.

Nachrichten aus Canton vom 12. Februar zufolge, hat der Kaiser seinen juͤngsten Bruder, mit der oͤffentlichen Be⸗ kanntmachung, derselbe set ein unthaͤtiger, liederlicher und verderblicher Mensch, aller seiner hohen Aemter entsetzt, und ihm den Eintritt in die Vorhoͤfe des Kaiserlichen Pallastes verboten; dies hatte, wie natuͤrlich, am Hofe von Peking großes Aufsehen erregt. w

Vereinigte Staaten von Nordamerika. Neu,Yorker Blaͤtter bis zum 16. Mat enthalten Nach⸗ richten uͤber die Verhandlungen im Senat uͤber die Tarif⸗ Bill. Das Amendment des Herrn Benton, welches die Verhinderung der Einsuhr von Wollenzeugen zum Zweck hatre, ward verworfen. Dasselbe Schicksal traf auch mehrere minder wichtige Vorschlaͤge, unter andern auch den des Hrn. Johnson aus Kentucky wegen zollfreier Zulassung von sol⸗ chen Bibeln und Verichten von Bibel⸗Gesellschaften, welche zu kostenfreier Vertheilung bestimmt waͤren. Die Haupt⸗ frage wurde sodann noch einmal mit allen genehmigten Amend⸗ ments vorgetragen und die dritte Lesung derselben mit einer Majoritaͤt von 5 Seee (26 gegen 21) angeordnet.

Merieco.

Londoner Blätter enthalten nachstehende Nachrichten aus Mexico vom 26. Mai: In der Deputirten⸗Kammer des General⸗Congresses wird gegenwaͤrtig uͤber eine Bill de⸗ battirt, die im Senat durchgegangen ist und einen Ge⸗ genstand betrifft, welcher seit dem Jahre 1826 unentschleden war, naͤmlich: die Naturalisirung der Fremden. Wir bemer⸗ ken dabei mit Vergnügen, daß die Deputirten Kammer, welche schon so viel zur Wohlfahrt der Nation beigetragen hat, jetzt einen Weg einschlaͤgt, der durchaus mit den allge⸗ meinen Wuͤnschen üͤbereinstimmt. Wir haben wiederholent⸗ lich behauptet, daß es seit den Unruhen, die unser Land im Jahre 1827 bewegten, eine Pflicht geworden ist, nichts un⸗ versucht zu lassen, um das Zutrauen, welches durch⸗die ein⸗ getretenen Umstäͤnde erschuͤttert wurde, wieder zu befestigen; und daß zur Erreichung dieses Zweckes ein Gesetz uͤber die Natu⸗ ralisirung wesentlich beitragen wuͤrde, indem durch Gewaäͤhrung der von den Fremden gewünschten Garantleen, das Ver⸗ trauen derselben von Neuem erwachen wuͤrde. Die Verhand⸗

lungen sird schon sehr vorgeschritten, Uund ehe eine Woche

8

n2*

Mai ist ein gewisser Tscherkeßi⸗Ahmed⸗Bel⸗ :

4*

I“ F ve.— 2.* 7 8 Ih 8 . 8 111“

NW 8 EIEEb6“ g. gn

8

.

F

16 , 8 9.