1828 / 159 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

5 2v. 8. 18 2 2 dem Hafen von Toulon hatte den New „Times zu der Bemerkung Anlaß gegeben, daß der Ehrgeiz Frankreichs sich nunmehr offenbare, und daß Letzteres sofort Morea be⸗ setzen werde. In Beziehung hierauf erklaͤrt der Messager ¹des Chambres, daß es hinreichend sei, auf eine folche Be⸗ hauptung hinzuweisen, um die ganze Abgeschmacktheit der⸗ selben fuͤhlen zu lassen; Frankrelch werde nie anders, als im Einverstaͤndnisse mit seinen Verbundeten handeln, und sein hochherziger Ehrgeiz werde in keiner Art von der Linie ab⸗ weichen, die ihm in dem Vertrage vom 6. Juli vorgezeichnet worden sei. 8

Zum Beweise, daß der Namenszug I. H. S. den Je⸗ sniten angehöre, fuͤhrt ein öͤffentliches Blatt ein Deecret der Königs von Spansen vom 2. April 1767 an, wodurch die⸗ ser Monarch damals die Gesellschaft Jesu aufhob, und worin es ausdruͤcklich heißt: „Und verordnen wir, daß das Mono⸗ gramm der Gesellschaft Jesu I. H. S. an dem Vordertheile aller Klöͤster, Kirchen, Profeß⸗Haͤuser und sonstiger Depen⸗ denzen der gedachten Gesellschaft, fortgenommen werde.“

Der Graf v. la Ferronnays, Sohn des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, ist zum Adjutanten des Her⸗ ogs v. Mortemart ernannt worden und in dieser Eigen⸗ chaft vorgestern von hier nach dem Haupt⸗Qmartiere der Russischen Armee abgegangen.

Lord Cochrane ist vorgestern in Havre angekommen und hat sich sogleich auf den Weg hieher gemacht.

Das Schiff Laura, welches kürzlich aus England ange⸗ langt ist, bringt die Nachricht, daß Bahia sich in völligem Insurrections⸗Zustande besinde, und daß 2000 bewaffnete Reger auf die Stadt marschieren.

Aus Lorient meldet man unter dem 4ten d. M. daß in dem dortigen Hafen die größte Thaͤtigkeit herrscht; es wer⸗ den daselbst in Eile das Linienschiff Algesiras von 80 Kano⸗ nen, und 4 Fregatten, worunter 3 vom ersten Range, aus⸗ erüͤstet; sie sollen, wie es heißt, zu der Division in Brest

en.

L Mlle. Mars wird in diesen Tagen ihre Kunstreise nach England antreten. Großbritanien und Irland.

Parlamenrs⸗Verhandlungen. Im Oberhause wurde am 10. Junk die Amendments⸗Acte der Pensions⸗ Bill für Cannings⸗Familie zum dritten Mal verlesen. Demnaͤchst wurden die Verhandlungen uͤber die katholische Angelegenheit fortgesetzt. Unter den Rednern welche daruͤ⸗ ber sprachen, war der erste, Lord Colchester, gegen die Resolution. Wenn man, meinte er, zur Vertheidigung der⸗ selben Preußen und Hannover als Beispiele ezenr, so müsse bemerkt werden, daß die Verhältnisse dieser Laͤnder denen Englands keinesweges gleich seien. Der in Rede stehende widerspreche der geistlichen und weltlichen Wohlfahrt des Koͤnigreichs. Er sei einte Verletzung des Kroö⸗ nungs⸗ Eides, durch welchen sich der Herrscher verpflichtet habe, die Verfassung, so wie sie jetzt durch das Gesetz festge⸗ stellt sei, aufercht zu erhalten. Endlich müsse er sich der Motion deshalb widersetzen, weil er, so wie jeder andere Unterthan Sr. Maj. geschworen häͤtte: „daß kein fremder Fuürst, Prälat, Staat oder Potentat irgend eine Jurisdie⸗ tion, Macht oder Gewalt in diesem Köͤnigreiche haben sollte.“ Die vorliegende Maaßregel wuͤrde aber, indem sie Maͤnner, welche eine fremde Oberherrschaft anerkennten, zu politischer Macht beföͤrderte, einem fremden Praͤlaten gesetzliches An⸗ sehn in Großbritanien verleihen. Der Marquis von Bute dagegen unterstützte den 121: Er wisse, sagte er, daß Dr. Doyle in seinen an Lord Farnham gerschteten Briefe erklärt habe, man hege die Absicht, durch eine feste Begruͤn⸗ dung der kathollschen Kirche in Irland die allgemeine Aus⸗ breitung derselben zu bewirken, und daß die Verfechter der Melnungen des Doctors mit ihm dieselben Ansichten theil⸗ ten. Was thue dies aber zu der vorliegenden Angelegenheit? Er füͤr seine Person wolle jene Frage nicht aus seiner Kennt⸗ usß Irlands, sondern aus dem Gesichts⸗Punkte seiner

schaft mit England und mit dem ganzen Men⸗ schen⸗Geschlechte beantworten und behaupten, daß solche von einzeinen Indtviduen ausgesprochenen Meinungen nicht

die eimer ganzen Nation seien. Wer im ganzen Parlamente oder Kan * wärde von den Gesinnungen der Engläͤn⸗ der nach eiatzelnen Flugschriften oder nach einlgen in öffent⸗ lichem Ver mmlungen auftretenden Schwaͤtzern urtheilen?

Ert, hört!) Dergleichen Leute wuͤrden sich nicht einmal reuen, wenn die gegenwärrige Maaßregel⸗ durchginge. Wenn ste etwas thun könnten, um ble kegkslatur des vereinigten Königreiches aufzubringen und diese schöͤnen Zugestandnisse

verhindern, so würden sie großen Gewinn dadurch ein⸗ K. 2 (Hoct!) Der Graf von Haddington be⸗

friedlich und gluͤcklich machen. (Hort, hoͤrt, hört!) Auch die Aufhebung des Statutes Praemunire und bie Zulassung des paͤpstlichen Concordats bei der Anordnung der geistlichen An⸗ gelegenheiten Irlands muͤsse vom Parlamente festgesetzt wer⸗ den. Dann wuͤrde man den Papst in Haͤnden haben (Ge⸗ laͤchter) und Einigkeit und Liebe bewirken. Es uͤbersteige das Maaß aller menschlichen Geduld, den Zustand laͤnger zu ertragen, in welchem sich der groͤßeste Theil von Irlands Bevoͤlkerung befäände. (Hoͤrt, hoͤrt, hoͤrt!) Die Irländer koͤnnten, ja sie wuͤrden ihn nicht laͤnger mehr dulden. (Hoͤrt, hoͤrt, hoͤrt) Was Dr. Doyle’s Aeußerungen betraͤfe, die man so häufig als Beweismittel gegen die Ka⸗ tholiken anfuͤhre, so wolle er diese zwar nicht ver⸗ theidigen, aber er frage, ob jener das einzige Mitglied einer Kirche gewesen sei, welches sich durch Religionsstreitig⸗ keiren hätte erbittern lassen? (Hoͤrt, höͤrt!) Wenn man ihm

den Ausspruch vorgelegt habe: „es gebe eine Religion ohne

Herzen und Gesinnungen der Irländer gewinnen und beide 8

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Kirche, aber es gebe auch eine Kirche ohne Religion,“ (wo,“

mit die katholische bezeichnet wurde) so sei es sehr nartürlich

gewesen, daß er sich niedergesetzt habe, um sich durch sein

Schreiben zu röͤchen. Alles dies rühre von dem jetzt in Ir⸗ land bestehenden System her. (Hört, hört!) Wenn man dies verbessere, so naͤhme man dem Dr. Doyle seinen Stachel.

Der Bischof von Bath und Wells sagte, die Uebel unter und welche gewöhnlich dem Mangel

welchen Irland leide,

der Emancipation zugeschrieben wuüͤrden, ruͤhrten aus ganz

andern Auellen her. Die Haupt⸗Ursache derselben sei die Abwesenheit der Irischen Gutsbesitzer von ihren Landsitzen. Solchem Absentisten wuͤrde er, wenn ihn derselbe uͤber die Ursach der Leiden jenes Landes Schrift antworten: der Mann!!!“ Lord Falmouth bemerkte, er muͤsse der Resolution widersprechen, weil sie der der vorzüͤglichsten aller Sraaten Europa’s, entgegen sei. Wenn man einen protestantischen Koͤni eine protestantische Thronfolge habe, so müuͤsse man ein protestantisches Oberhaus so wie ein protestantisches Unterhaus besitzen. Die katholische Emancipation wuͤrde alle Gefahren des Landes vermehren ohne dessen Lelden zu lindern. Näͤchstdem er⸗ hob sich Se. Königl. Hoheit der Herzog von Susser und sprach folgendermaßen: Wenn gleich ich mit den so eben von’ dem edlen Lord ausgesprochenen Grundsätzen uͤberein⸗ stimme, so weicht meine Ansicht doch in den von ihm daraus gezogenen Schlußfolgen ab. Die Bill der Rechte und die dem Prinzen von Oranien vor eelegte Erklaͤrung der Rechte, diese wichtigen Grundlagen 22 Verfassung, schließen mit folgenden merkwuͤrdigen Worten: „Sie verlangen und be⸗ gehren alle diese Befugnisse als ihre unbezweifelten Rechte.“ Die hieruͤber abgefaßte Parlaments⸗Acte bestaͤtigt somit alle in jener Erklaͤrung verlangten, unbezweifelten Rechte. Es kann Gruͤnde geben, weshalb Unterthanen, ja sogar ganze Klassen derselben, in der Ausuͤbung jener Rechte beschraͤnkt werden. Allein ich muß behaupten, daß solche Proscrip⸗ tionen ganzer Corporationen der Gesellschaft von sehr schadenbringender Natur sind. Sie koͤnnen nur voruüͤber⸗ gehend statt finden, und die Grundsaͤhe unserer Verfassung wollen, daß sie zugleich mit ihren Ursachen aufhören. (Hört, hoͤrt!) Daß aber jene Beschraänkungs⸗Gruͤnde wirk⸗ lich nicht mehr vorhanden sind, dafuͤr, Mylords, buͤrgt uns der Geist des Zestalters, in welchem wir leben. Warum wollen wir bei Maaßregeln beharren, welche nur für die dunklen Perioden der Froͤmmelei und Unwissenheit passen konnten? (Hort, höͤrt, hoͤrt!) Etwas muß jetzt gethan wer⸗ den. Schon diese Verhandlung wird viel Gutes bewirken. Mit Ausnahme eines einzigen Falles, in welchem ein sehr zu verehrender Prälat (der Bischof von Tuam in seinen An⸗ fuͤhrungen von Bibelstellen) Moses, Josua und Jesalas au⸗ rief, um gegen die Jungfrau Maria zu kaͤmpfen, (Gelaͤchter) ist die Frage mit vieler Mäßigung behandelt worden. Be⸗ sonders fuͤhle ich mich verpflichtet, den sehr zu verehrenden Herren zu danken, welche in einem Tone gesprochen haben, der van⸗ der Wuͤrde ihrer Stellung angemessen war. (Hoͤrt, hoͤrt, hoͤrt!) Darauf verlleß der Lord⸗Kanzler den Wollsack und sprach wie folgt: Mylords, wenn dies das erste Mal waͤre, wo diese Maaßregel Ihrer Entscheidung vorgelegt wird, so möchte sch mich vlellescht geneigt fuͤhlen dem Vorschlage des edlen Marquls beizutreten. Wenn ich aber bedenke, daß diese Frage in den letzten 25 Jahren von Zeit zu Zeit im Parlamente besprochen worden; wenn ich g 8 geoße 22 8* derselben verkustpft ist wenn ich bedenke, wie sehr sie die Aufmerksamkeir der foͤhig⸗ sten Maͤnner fesselte, deren fich unser je ruͤhmen

befragte, in der Sprache der „Und Nathan sagte zu David, du bist *

Englischen Verfassung,