1828 / 162 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

4 * 4 8 sion an. (Unter dem Bittschriften befindet sich ebenfalls

e

eine worin die gerichtliche Verfolgung der Grafen von Villele, von Corbiere und von Peyronnet verlangt wird.)

Paris, 15. Juni. Die Bestattung des Marschalls Lauriston auf dem Kirchhofe des P. Lachaise hat vorgestern Morgens um 11 Uhr statt gefunden. Der Trauerwagen war mit 6 Pferden bespannt, und die Zipfel des Leichentuches trugen der Marquis von Semonville, Groß⸗Referendarius der Pairs⸗Kammer, der Marschall Jourdan, der Marschall Oudinot und der Jaͤgermeister Graf von Girardin. Der aälteste Sohn des Graf von Lauriston, befindet

ch gegenwaͤrtig in ottland.

86 —r Messager des Chambres enthaͤlt ausfuͤhrlich die Reden, welche die Minister der auswärtigen Angelegenheiten und der Finanzen in der Sibune der Pairs⸗Kammer vom vom 12ten bei Gelegenheit der Berathungen uͤber das An⸗ leihe⸗Projeet gehalten haben. Die letztere hat ein blos finan⸗ zielles Interesse. In der ersteren aäͤußerte sich der Graf von sa Ferronnays unter andern uͤber den Krieg in Spanien in folgender Art: „Fern von Ihnen sei die gewagte Voranssez⸗ zung, daß unsere Politik von dem Auslande abhaͤnge; indem wir erkläͤren, daß Frankreich keine andere Absicht hat, als den ihm gebuͤhrenden Rang zu behaupten, fuͤhlen wir vor⸗ züglich das Bedurfniß, Ihnen, edle Pairs, zu versichern, daß dasselbe so wenig heute dem Einflusse des Windes, der von der Newa oder der Themse her bläst, ausgesetzt ist, als es zu einer anderen Zeit genöthigt war, einen Krieg entweder am Rhelne oder an den Pyrenaen zu bestehen. Worte, die ohne Zweifel blos der Lebhaftigkeit der impro⸗ visirten Rede beizumessen und von der Mipgunst oder dem Parthei⸗Geiste falsch ausgelegt worden sind, konnten damals die aufgeklärtesten Maͤnner uͤber die wahre Lage Frankreichs zum Auslande taͤuschen und ungerechte Vorurtheile gegen die Bevollmächtigten des Koͤnigs bei dem Congresse zu Ve⸗ rona erwecken. Ich wuͤrde dieses Umstandes hier nicht er⸗ waͤhnen, wenn derselbe nicht noch jüngst unseren Gegnern dazu gedient hätte, zu behaupten, daß Frankreich nicht in der Lage sei, weder einen directen Autheil an den politischen Tages⸗ Begebenheittn zu nehmen, noch dem Einflusse, wo⸗ durch man dasselbe auf indirectem Wege Theilnahme zu bewegen suchen moͤchte, zu widerstehen. Nein, m. H., ver⸗ trauen Sie der Ehre der Krone und der Treue der Botschafter Sr. Majestaͤt, Frankreich hat sich im Jahre 1823 nicht in der Alternative befunden, einen Krieg im Norden oder im Suden zu bestehen. Niemals wird Frankreich sich dem gebieterischen Einflusse ärgend einer M wird sich seine Verhündete zu wäͤhlen wissen, und eben durch seine Unabhaͤngigkeit wird dasselbe es erlangen, daß man seine Allianz naͤchsuche. Ich wuͤnsche mir Gluͤck eine naruͤr⸗ liche Gelegenheit gefunden zu haben, in diefer Versammlung gegen die Auslegung einer Phrase zu protestiren, die ohne Z veifel falsch verstanden worden ist; ich spreche hier sowohl vor zwel Pairs, die meine Collegen bei dem Congresse zu Verona waren, als in Gegenwart der Minister, die damass im Rathe des Koͤnigs saßen, und berufe mich laut auf ihr Zeug⸗ niß, ob bei jener Gelegenheit die Repraͤsentanten Sr. Maj. sich ir⸗ end einer Schwachheit oder Nachgiebigkeit, die sie des Vertrauens hres Monarchen unwürdig gemacht, oder ihnen eine Mißbilli⸗ gung ihres Benehmens zugezogen haͤtte, schuldig gemacht haben. Was auch die Resultate des Krieges in Spanien gewesen sein moͤgen, Niemand, der es aufrichtig meint, wird die wahren Gründe dazu verkennen. Um den Koͤnig Ferdinand aus den ihn umgebenden Gefahren zu retten, seine Ketten zu brechen und ihn wieder auf den Thron seiner Ahnen zu setzen, bedurfre es fuͤr dessen Oheim weder eines fremden Einflusses, noch minder einer 3 Aber in dem Au⸗ genblicke, wo Frankreich den Krieg fuͤr nothwendig erkannte, war es den übrigen Maͤchten eine Erklärung daruüͤber schul⸗ dig; es mußte sich vergewissern (und dies hat man ohne Zweifel sagen wollen), daß, waͤhrend es im Suͤden handelte, es sich nicht genoͤthigt sähe, im Norden seine Grenzen zu pertheidigen; zugleich mußte es sich aber auch fuͤr die Rein⸗ heit seiner dfennungen und die Uneigennutzigkeit seiner Absichten verbürgen. Zu dieser Bürgschaft genüͤgte das ort des Königs, welches allein uns den moralischen Beistand und die Zustimmung des gesammten Europaͤlschen Continents sicherte, und uns noͤthigen Falls auch Verbündete

erworben haben würde. Hierin, edle Pairs, bestand der Auftrag der Bevollmaͤchtigten des Koͤnigs; dies ist das ganze Geheimniß Wenn die Resul⸗

des Congresses zu Verona. tate unserer —— Iazwischenkunft den Hoffnungen, 1 denen sie uns berechtigte, nicht vollständig entsprochen aben, so knuͤpft sich wenigstens ein glaͤnzender und flecken⸗ loser Ruhm an den Namen des erhadenen Heerfuͤhr

gefochrenen Ruhm des Generals Kellermann zu retten sucht. 8

acht unterwerfen; es

ers, in

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welchem Spanten einen Enkel Hutwigs XIV. erkannt hat:; einem jeden Krieger gebuͤhrt ein Theil dieses Ruhmes, und‧, seiner alten Bestimmung treu, hat das weiße Paniet aufs 8 Neue unseren Waffen den Weg des Sieges und der Ehte gezeigt. Waͤre aber auch dies, meine Herren, der einzilge Lohn fuͤr unsere Opfer, fuͤr Franzosen duͤrfte derselbe nicht ohne Werth sein.“

Der Constitutionnel meldet als ein Geruüͤcht, daß der Graf von la Bourdonnaye den Grafen Roy im Finanz⸗ Ministertum, der Graf Alexis von Roaillles den Grafen von la Ferronnays im Ministerium der auswaͤrtigen Ange⸗ legenheiten, und Herr Ravez den Herrn Hyde de Neuville im Marine⸗Ministerium ersetzen werden. (2) 4

„Wir bringen in sichere Erfahrung”“, sagt dasselbe Blatt, „daß ein Minister an alle auf Urlaub abwesende Deputirte der rechten Seite geschrieben, und sie zur schleu⸗ nigen Ruͤckkehr nach Paris aufgefordert hat. Wir haben nicht noͤthig eine gleiche Einladung an alle abwesende De⸗ putirte der linken Seite ergehen zu lassen.”%

Die liberalen Blaͤtter melden, daß die Citadelle von Ur⸗ gel den Spanischen Truppen eingeräumt worden ist, und Franzoͤsische Besatzung sich nach Mont Louis bege⸗

en hat.

Der Courrier frangais macht die Bemerkung, daß es gegenwaͤrtig in Paris drei verschiedene Repraͤsentanten von Portugal giebt, naͤmlich: 1) den Grafen da Ponte, der von Dom Miguel geschickt, aber von der Franzoͤsischen Re⸗ gierung bis jetzt noch nicht anerkannt worden ist; 2) den Ritter von Varbosa, bisherigen Geschaͤftstraͤger, der sich fͤr den einzigen Repraͤsentanten Dom Pedro'’s, des rechtmaͤßigen Koͤnigs von Portugal, erklaͤrt hat; und 3) der Ritter Al⸗ puim de Menezes, der, ohne von Dom Pedro oder Dom Miguel bevollmaͤchtigt zu sein, aus eigener Machtvollkom⸗ menheit den Ritter von Varbosa abgesetzt, und an die Por⸗ tugiesischen Consuls in Frankreich Befehle ertheilt hat.

Paris, 14. Juni. Heute feiert ein glaͤnzendes Mahl, welches der Herzog von Valmy alle Jahre seinen Freunden 8 giebt, das Andenken der Schlacht von Marengo. Bei die⸗ A. ser Gelegenheit erscheint eine Brochuͤre, die den, in dieser Schlacht erworbenen, von Savary in seinen Memoiren an⸗ F.

Oft und wohl mit Recht wird üͤber schlechte Kuhpocken geklagt. Den Geimpften faͤllt es sehr beschwerlich, in ihren 3 Blartern wuͤhlen zu lassen, um Materie abzugeben. Diese Umstände haben einen hiesigen Arzt auf den gluͤcklichen Vund wohlthaͤtigen Einfall gebracht, einen Kuhstall anzu⸗ legen, in welcher die Kuhpocken an den Eitern der Thiere unterhalten werden. Das Pockengift wurde zu diesem Be hufe eigends aus England geholt. Es ist dafuͤr gesorgt, daß bestaͤndig reife Pocken vorhanden sind. Die gebrauchten Rinder werden Fleischern uͤberliefert. Nicht leicht hat eine Anstalt mehr Beifall gefunden bei Aerzten, Geburtshelfern und dem Publikum.

Eintraͤglicher als diese duͤrfte jedoch die der tra gren Dampfbaͤder sein. Sie erfordert eigentlich gar keine Ausla⸗ gen. Die Unternehmer liefern weiter nichts als die Vorrich⸗ tung, welche in zwei eisernen kubikfoͤrmigen Gefaͤßen besteht mit einem Schlauche. Der Kranke reicht die Kohlen und das zu verdampfende Wasser. Man nimmt die Baͤder sitzend oder liegend. Auf eine Matratze gestreckt, läßt der 8acc. 8 ger einen Korb von Weidenruthen uͤber sich woͤlben, und mit einem dichten Umschlage von Tuch und einem Mantel vor Wachstaffent decken. Den Daͤmpfen wird jeder beliebige Grad von Hitze ertheilt. Mit Aromaten versetzt, kosten sechs Franken; einfach drei, nebst zehn Sous für die Bedie⸗ nung. Hoͤchst verstaͤndig haben die Unternehmer das aus⸗ uͤbende Geschaͤft stattlichen, jungen und gewandten Personen anvertraut. Seit den wenigen Monaten, daß die tragbaren Dampfkbaͤder eingerichtet sind, ist ihre Kundschaft schon sehr . bedeutend. Einige Glieder der Deputirten⸗Kammer halten fuͤr zutraͤglich, daß die Majorate von dem Territortal, Bestz auf das große Buch uͤbergehen. Die Staas⸗ Papiere koͤnnten dabet gewinnen. Die Mazorate selbst, die viele sehr entschie⸗ dene Antagonisten haben, wuͤrden vielleicht schlecht fahren. Irgend eine Finanz⸗Operation, eine Ruͤckzahlung koͤnnte sehr nachtheilig auf sie wirken. Die Villslesche Promotion at ihnen und der Palrs⸗Kammer unsaͤglichen Schaden zuge.. hünge. Noch eine Promotion von Villèeleschem Umfa e, und man kann, was die öͤffentliche Erfolg nicht einstehen. 8

Mit dem Preß⸗Gesetze will sich das Publikum im All⸗

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Meinung betrifft, fuͤr 11““

gemeinen noch nicht sehr befreunden. Es siehet im u. tergrunde desselben tausend Chikanen 2 b ;. Das Haus Epries in Hapre de Grace, hat die traun 8

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