1828 / 163 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Se. K. H. der Kronprinz werden morgen fruͤh nach

dem Lustlager in Schonen 888 von wo Hoͤchstdieselben

am 10ten naͤchsten Monats zuruͤckerwartet werden. Deutschland.

Darmstadt, 16. Jun. Gestern Nachmittags um 3 Uhr trafen Ihre Koͤnigl. Hoheiten der Prinz Wilhelm von Preußen nebst Gemahlin von Mainz kommend, hier ein, und stiegen im Gasthause sum Hessischen Hause ab. Die⸗ selben statteten bei den Allerhoͤchsten Herrschaften Ihren Besuch ab, und reisten Abends um 8 Uhr wieder nach Mainz zuruͤck. m 91

Frankfurt a. M., 17. Juni. Ihre Kaiserl. Hoheit die Frau Großfuͤrstin Helene von Rußland sind gestern Abend

mit Gefolge hier eingetroffen. Hoͤchstdieselben werden heute hier sich ausruhen und morgen fruͤh die Reise nach Bad Ems fortsetzen. E1“

Frankfurt a. M., 18. Juni. Die Zeitung der Frei⸗ Stadt Frankfurt enthält unterm heutigen Dato Folgendes:

Der unterzeichnete Verein bringt zuͤr oͤffentlichen Kennt⸗

niß, daß er, dem Sinne seiner Stiftung gemaͤß, beschlossen hat, zur Feier der Erinnerung an die Schlacht bei Belle⸗Al⸗ liance, deren Jahrestag heute wiederkehtt, eine Vertheilung von fuͤnfhundert sechzig Gulden oder 320 Rthlr. Pr. Cour. eintreten zu lassen. Sechszehn Invaliden, deren Namen un⸗ ten —— sind, erhalten jeder 20 Rthlr. als Unterstuͤz⸗ zun 1828. . -

3 2Der zur Unterstuͤtzung in der Schlacht bei Belle⸗Alliance

gewordener Deutscher Krieger dahter bestehende

erein.

Georg v. St. George, Praͤsident.

Ober⸗Hof⸗Prediger Breidenstein in Homburg.

8 Brentano⸗Laroche. n Dr. Kirchner Consistorialk⸗ Rath. DHaniel Köster. K;Fsh.

. Dr. Spieß, Pfarrer. 111“

8 A. Stein, Pfarrer. 1“ Vertheilung fuͤr 18k2é8Z3. An Wilhelm Christ, Joh. Fischer, Fr. Huͤske, Joh. Jan⸗

scheid, August Sattler, Fr. Schmidt, Georg Faßhauer, Fr. Neumaun, Heinr. Pagenkaͤmper, Ignatz Paͤzold, Chr. Pfaffenhaͤuser, Gottfried Pfennig, Karl Poland, Fr. Pusch, Chr. vnsg, Joh. -vs

est erreich.

Wien, 16. Juni. Bei der K. K. Armee haben sich unter anderen folgende Veraͤnderungen ergeben: Der Gene⸗ ral⸗Major und Brigadier, Franz v. Scharlach, wurde Fe⸗ stungs⸗Commandant zu Zara. ber Oberst, Freiherr von Wolden, vom General⸗Quartiermeisterstabe ist zum General⸗ Major; drei Oberst⸗Lieutenants sind zu Obersten und sieben Majors zu Oberst⸗Lieutenants befoͤrdert worden. 8

Nachrichten aus Griechenland.

Die Zeitung von Korfu vom 21. Mai enthaͤlt Fol⸗ gendes: „Die letzten Nachrichten aus Griechenland melden, daß die Griechische Regierung die ernsthaftesten Maaßregeln gegen die Pest ergriffen, daß sich der Praͤsident in Person nach den angesteckten Inseln Podre und Spezzia begeben, und den ganzen Staat (lutto lo stato) mit Ausnahme von Aegina und Poros, unter eine vierundzwanzigtaͤgige Qua⸗ rantaine gesetzt habe*) Reisende aus Modon und Zante versichern, daß die drei von Konstantinopel abgeschickten Bi⸗ schofe, die sich einige Zeit bei Jbrahim Pascha aufgehalten hatten, vor einigen Tagen, ohne alle Formalität, nach Nauplia zuruͤck geschickt worden seien. Man wußte noch nichts uͤber die Art und Weise, wie sie von der Griechischen Regierung aufgenommen worden. Die Albaneser beharr⸗ ten fortwaͤhrend im Aufstande zu Koron. Man versichert, daß sie zwei ihrer vornehmsten Chefs, von zwei Griechen be⸗

gleitet, zu Lande an den Präͤsidenten von Griechnland ihrer Sendung

I

abgefertiget haben; Zweck und Resultat waren jedoch unbekannt. Die Blokade der Festungen in Messenien wird mit jedem Tage strenger. Die verbuün⸗ deten Kriegsschiffe haben die Mannschaft der Ae yptischen Korvette, die mit Griechischen Gefangenen an DVord an gehalten worden war, ans Land gesetzt. Dleser Umstand giebt zur Vermuthung Anlaß, daß gedachte Corvette als gute Prise condemnirt worden sei. Die Belagerung von Anatolico wird fortgesetzt. Dieses Fort hat von den Brand⸗ Raketen, welche das Dampfschiff Karteria hineinschießt, viel zu leiden gehabt.“

*) In den letzthin aus dem Oesterreichischen Beobachter mitgetheilten Berichte aus Konstantinorel vom 27. Mai wurde bekanntlich die Nachricht vom Ausdruche der Pest auf Hydra fuͤr ungeg

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Briefen aus Zante vom 22. Mai zufolge, waren (wle der Oesterreichische Beobachter meldet) die 8 schoͤfe, welche den bekannten Aufruf des Griechischen Pa⸗ triarchen zu Konstantinopel nach Morea und dem Archipe⸗ lagus zu bringen den Auftrag hatten, nach einem kurzen Au⸗ fenthalt bei Ibrahim⸗Pascha zu Modon nach Napoli di Ro⸗

mania abgegangen, sollen aber unterwegs von dem Praͤfek⸗ ten der Distriete von Kalamata, Leondari und Imblakia, Hrn. Genoveli, da ihre Mittheilungen auf die Gemuͤther

der Bewohner jener Districte Eindruck zu machen schienen, verhaftet und dem Praͤsidenten von Griechenland zugeschickt worden sein. 1“

Nachrichten aus Prevesa vom 28. Mai, die man in Korfu am 30sten gedachten Monats erhalten hatte, zufolge, befand sich der Seraskier Reschid⸗Pascha fortwaͤhrend zu Arta. Einige am 20. Mai zu Prevesa eingetroffene Grie⸗ chische Reisende versicherten, daß die Griechen am 23sten ge⸗ dachten Monats einen neuen Angriff auf Anatoliko unter⸗ nommen, und bei der Bestuͤrzung und Muthlosigkeit der Tuͤrken sich dieses Platzes beinahe bemaͤchtigt haͤtten; jedoch eine svom General Church abgefeuerte Brand⸗Rakete sei in ein Griechisches, mit Pulver und Kugeln beladenes Boot ge⸗ fallen und habe gezuͤndet, wodurch das Boot mit allen dar⸗ auf befindlichen Griechen in die Luft geflogen sei. Dieses un⸗ gluͤckliche Ereigniß habe unter den Griechen eine solche Ver⸗ wirrung angerichtet, daß sie sich eiligst zuruͤckzogen. Der Ca⸗ pitain eines am 27. Malj von Modon zu Prevesa eingelau⸗ fenen Tuͤrkischen Fahrzeuges versichert, außerhalb Modon vier Russische Kriegsschiffe gesehen zu haben.

Die Gazette de Lausanne enthaͤlt folgendes Schrei⸗ in des Hrn. Lynord: Hen An die Wohlthaͤter der Griechen. 4

eaulieu, 12. Juni. Meine

errn!

Die letzten welche ich aus Griechenland er⸗ halten habe, gehen bis zum Ende April. Das Folgende sind Auszuͤge aus mehreren Briefen:

Mit jedem Tage floͤßt der Praͤsident mehr Vertrauen ein; er beglebt sich selbst an jeden Ort, wo es auf die Aus⸗ fuͤhrung wichtiger Befehle ankoͤmmt; er beschaͤftigt sich selbst mit den geringsten Einzelnheiten, und seine Gegenwart ist uͤberall von noͤthen, denn Alles muß wieder in Stand ge⸗ setzt werden. Er besucht mit Sorgfalt alle Städte; schon dreimal ist er in Napoli di Romania gewesen; man stellt die Straßen wieder her, man reinigt diese von Ungeziefer und Elend heimgesuchte Stadt; man kann jetzt daselbst um-, hergehn. Eine regelmäaͤßige Polizel beginnt sich dort bilden; Niemand ist in den Straßen bewaffnet, und das Osterfest wurde mit Ernst gefeiert, ohne rauschende Freuden-⸗ bezeigungen und ohne daß man einen einzigen Pistolene. fuͤr die Griechen, etwas seh

Schuß abgefeuert haͤtte, (was, Merkwuͤrdiges ist). Der Praͤsident hat Corinth besucht; er ist in Begriff, eine Reise durch den Peloponnes anzutre⸗ ten und sich nach Spezia, Hydra und Syra zu begeben. Ueberall wo er sich zeigt, lebt das Vertrauen wieder auf, fuͤr die Organlsation und Civilisation nuͤtzliche Ar⸗ eiten. 4 „Die von Sachturis befehligten Griechischen Kreuz⸗Schiffe erfüllen ihre Psticht mit Erfolg; Mlaulis schuͤtzt Samos mit einer kleinen Abtheilung; die Korsaren sind vernichtet, die meisten ihrer Misticks sind mit der National⸗Flotte ver⸗ einigt worden. 2 Die Pflanzung der Erdaͤpfel ist beendigt und erstreckt sich bis nach Poros. Wenn die Trockenheit ihr nicht schadet, so wird sie die Mittel zur Ernaͤhrung vyon wenigstens 12,000 Menschen waͤhrend eines Jahres darbieten. Man faͤhrt fort, Landstraßen zu bahnen. Bei der Wiederher⸗ 1 stellung der zerstoͤrten Stroh⸗Huͤtten sorgt man dafur, sie 1 in grader Linie zu erbauen, damit in gluͤcklicheren Zeiten regelmaͤßigere Straßen entstehen koͤnnen. Vielleicht ist der Augenblick nicht entfernt, wo Europaͤische Baumelster, von philhellenischen Eifer beseelt, Griechenland, der Wiege ihrer Kunst nuͤtzlich sein koͤnnen. Der Praͤsident hat den beruͤhmten Professor Decandoli um alle noͤthigen Angaben, Behufs der Stiftung einer bedeug tenden Baumschule gebeten. Die Erndten versprechen viel 8 in Peloponnes, aber Ibrahim bedroht die von Messenien, e mag ihn nun die Blokade zwingen, sie abzumaͤhen, um sich 1 eimge Tage laͤnger zu erhalten, oder mag er sich dafuͤr entt. scheiden, sich durch Rumelien zuruͤckzuziehen. Man versichert, daß die Albanier in seinem Heere im vollkommensten Empoö-⸗ rungs⸗Zustande sind.

Die National⸗Bank hat bis jetzt mehr als 90,000 starke 88 . 8 empfangen, aber diese Summen sollen durch