1828 / 191 p. 8 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Auge nur eine späͤsliche Vegetat on, welches den an cultirir⸗ tes Land gewoͤhnten Franken besonders auffallend ist. Nachrichten aus Griechenland.

Die Allgemeine Zeitung Griechenlands vom 24. Mai (neuen Styls) enthaͤlt Folgendes:

Am 6. Mai segelte das Mitglied der General⸗Intendanz fuͤr die Truppen des festen Landes, Hr. Viaro Capodistrias auf dem Karaiskaki, einem Psariorischen Kriegsschiffe, com⸗ mandirt von dem Capitain Georg Mitara, von Aegina ab, und lief gegen Mitternacht desselben Tages in dem Hafen von Megara ein. Am 7ten ward er von dem Armee⸗Com⸗ mandanten benachrichtigt, daß den folgenden Tag die Trup⸗ pen zur Musterung bereit sein würden. Am 8ten ging das Intendanz⸗Mitglied fuͤr die Truppen des Festlandes, mit all⸗ seitiger Beachtung der Sanltaͤts⸗Vorsichten, ans Land, und es wurden die Truppen, die unter dem Stratarchen (Deme⸗ trius Ypsilanti) stehen in der Ebene von Megara, in seiner (Viaro Capodistrias) und des Stratarchen Gegenwart von dem, müuͤndlich diesem Dienste beauftragten Capitain Georg Kitzo gemustert. An jenem. Tage aber wurden die Regimen⸗ ter der Obersten Kitzo Tzavella, Hadsi Pedro, Johann Strato, Dyovunioti, das Corps der Olympier, des Tapitaln Kosta, der Minenmeisters, und die Leibwache des Stratarchen ge⸗ mustert. Nach der Musterung desilirten die Truppen vor dem Intendanz⸗Mitgliede, der ihnen die gebuͤhrenden Ehren bezeigte. Und da beinahe der ganze Tag vorüͤber war, so ward die Musterung der Truppen in Eleusis auf den folgen⸗ den Tag verschoben. Am gten Abends leistete das Regiment des Dyovunioti an der Kuͤste von Megara den Eid. Den darauf folgenden Tag (10. Mai) richtete das Intendanz⸗ Mitglied folgendes Schreiben an den Stratarchen: *

Griechischer Staat. Die General⸗Intendanz. *

Die Intendanz ladet dem Herrn Stratarchen ein, in dem schriftlichen Tages⸗Befehl von Seite der Intendanz Folgendes allen Commandanten unter seinen Befehlen be⸗ kannt zu machen:

Zusolge den Befehlen der Regierung befand ich mich in Euerer Mitte, um die erhaltenen Aufträge zu vollziehen und Eure Tapferkeit und Bereitwilligkeit berechtigen die Regie⸗ rung zu den schoöͤnsten eeeaen. Ihr muͤsset in der ge⸗ genwaͤrtigen Lage auf Vieles sehen und denken, näͤmlich auf Euren eignen Zustand, auf den der Nation, und auf den unserer Regierung; aber auf alles dieses werdet Ihr reiflich gedacht haben, und jede Eurer Pflichten erfuͤllen, wenn Ihr nach den Militair⸗Regeln Eurem patriotischen und tugend⸗ haften Stratarchen genau gehorcht. Euer Stratarch weiß, und auch Ihr wisset, daß Euer Geburtsland Euch auffor⸗ dert, es wieder zu erobern. Dieses Land war frei, und einst beruühmt; nun ist es das, was Ihr selbst wisset. Das hei⸗ lige Athen ist vor Euren Augen, und Athen ist der Sitz des alten Nationalruhms. Hoffet nicht, das Griechische Fest⸗ land frei zu sehen, so lange in den Akropolis von Athen der Halbmond herrscht. Euer Stratarch weiß, und auch Ihr wisset, das die gegenwaͤrtige Regierung alle Griechen fuͤr Ihre Kinder ansicht, und nicht der Insel⸗ Bewohner von dem Continental⸗Griechen, noch diese von den Peloponne⸗ siern unterscheidet; alle sieht sie fuͤr ihre aͤchten Kinder an und theilt die Fruͤchte ihrer Muttersorge unter alle, aber

leicherweise muͤßt auch Ihr alle, als eine zärtliche Mutter,

ie ehren, und ihr gehorchen, damit Eure Ehrfurcht und Euer Gehorsam nach Moͤglichkeit die Groͤße der Schwierlgkeiten vermindern, die die Vollzlehung ihrer Pflichten umringen. Wenn der Stratarch Euch beordert, so ist es die Stimme des Vaterlandes, die Euch beordert, und indem Ihr seine Befehle ehrt und ihnen folgt, ehrt Ihr und folget der Stimme des Vaterlandes. Das westliche Griechenland hat seine Widererstehung begonnen und den Ruf jener unserer Bruͤder wird Eure Stimme von der Spitze der Akrepolis erwledern, und dies, hoffe ich, bald. Am 10. Mai 1828, im Hafen von Megara.

Das Mitglied der General⸗Intendanz der Con⸗

tinental⸗Trupen. V. A. Capodistrias.

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Am loten fruͤh segelte Hr. Viaro Capodistrlas aus dem afen von Megara ab, und kam nach zwei Stunden im afen von Eleusis an, wo von demselben Capitain Georg

Kitzo, in seiner und des Stratarchen Gegenwart, das Regi⸗

ment des N. Grisioti und andere irregulalre Corps gemustert

wurden, deren Officiere nach der Musterung den erforderli⸗ chen Eid leisteten. Den Tag darauf, am 11ten desselben Mo⸗ nats, beauftragte er durch ein Schreiben den Intendanten,

Hrn. Anastasius Papaluka, als eine nothwendige Sanitäts⸗

Vorkehrung, einen besondern Ort, in der Gegend des Klo⸗

sters von Phaneromene, abzustecken, um darin, wie in einem

Lazareth, die von Athen desertirenden Türken unterzubringen,

und ihnen erst nach 14 Tagen die Communication zu gestat⸗

ten. Auch an den Stratarchen schrieb er, dem Obersten

Grisioti, der die Stellung von Eleusis bewacht aufzutragen,

die Ueberläufer mit den erforderlichen Vorsichts⸗Maaßregeln

aufzunehmen und ins Lazareth zu schicken. Gleicherweise schrieb er an denselben Stratarchen, daß er die Knaben, die noch keine Waffen tragen koͤnnen, nach dem Kloster von

Phaneromene schicken solle.“

Zufolge Nachrichten aus Korfu vom 25. Juni (in der

Florentiner Zeitung) sollen die Griechischen Truppen, unter

HYpsilanti's Befehl neuerdings die Tuͤrken aus Athen vertrie⸗

den und genoͤthigt haben, sich in die Citadelle einzuschließen,

deren Belagerung demnäͤchst von den Griechen begonnen worden. 4 .

Der Praͤsident Capodistrias hatte mittelst einer Procla⸗ mation der Griechischen Nation die Russische Kriegs⸗Erkläͤ⸗ rung gegen die Pforte bekannt gemacht, mit dem Faügen, daß der Kaiser Nicolaus eine Geldsumme zu seiner (des Praͤsidenten) Disposition gestellt habe, um die oͤff entlichen Beduͤrfnisse zu bestreiten, und daß er auch noch von anderen Regierungen Huͤlfe erwarte.

Die in Modon ausgebrochene Pest hat sich durch das ganze Lager bwahimn⸗ Paschs⸗ verbreitet, so daß letzterer sich auf ein Schiff im Hafen von Navarin zuruͤckzuziehen

genoͤthigt sah.

1 Koöͤnigliche Schauspiele.

Montag, 21. Juli. Im Opernhause: 1. Arie von Mo⸗ zart, gesungen von Herrn Sedlmayer, erster Bassist des Kö⸗ nigl. Hof⸗Theaters zu Hannover. 2. Duett aus der Oper: Camilla, gesungen von Fraͤulein v. Schaͤtzel und Hrn. Sedl⸗ mayer. 3. Arie aus der Oper: Calypso, von Winter, ge⸗ sungen von Hrn. Sedlmayer. Hierauf; Die schone Muͤl⸗ lerin, Oper in 2 Abtheil. Musik von Paesiello.)

Die resp. Abonnenten werden ersucht, ihre, zu diesem Tage bereits erhaltenen Schaupielhaus⸗Billets, gegen Opern⸗ haus⸗Billets gefälligst umtauschen zu wollen.

ns ue.

Konigsstaͤdtsches Theater.

NKontag, 21. Juli. Lenore.

Auswartige Börsen.

& 8 Amsterdam, 15. Juli. emerr. 5pCt. Menellig. 2. Dank- Aexen 1296. Pert. Obligat. 368. Russ. Engl. Anl. 85 ½. Ruzs. Anl. Hamb. Certific. 85 -

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Hamburg, 18. Juli. 2 Oesterr. 5pCt Metalliques 931. Huss. Engl. Anl. 893.

St. Petersburg, 11. Juli. Hamburg, 3 Mon. 9 1i. Silberrubel 372 %½. Kop-

Wien, 14. Juli. 5proc. Metall. 94. Bank-Actien 10807¼.

Berichtigung. Im gestrigen Blatte, Artikel; Nachrichten aus Griechen⸗ and, (S. 4, Sp. 2, 3. 22 9. n.) hinter den Worten: seche Departements des, ist einzuschalten; Archipelagus. 1uX“*“

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8s Redacteur John⸗