1828 / 198 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

des Herrn la Mennais durch Sapoyen, von seiner Zusammenkunft mit dem Oesterreichischen Gesandten und dem Bischof von Pignerol, endlich von dem kalten Empfange, den er bei dem Bischofe von Annecy, Thiollny, gefunden, dessen Bruder Präsident des Senats von Savoyen ist. Plötzlich wird unser Frieden gestoͤrt; eine Staffette von Tu⸗ rin hat den Befehl zur Verhaftung mehrerer als verdaͤchtig bezeichneter Personen uͤberbracht; zugleich küͤndigte ein Platz⸗ Adjutant an der Spitze einer Truppen⸗Abtheilung dem Ge⸗ neral Desaix, zweien seiner Adjutanten und dem Obersten Beauchaton Arrest an. Das Syndicat erhielt Befehl, sich der Person des gewesenen Hauptmanns im Regiment von Savoyen, nachmaligen Offiziers in der Franzoͤsischen Ehren⸗ Garde, Dechaseille, zu versichern. 2 Nan muß dem Syndi⸗ cus die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er diesen Be⸗ fehl mit aller möͤglichen Maͤßigung ausgefuͤhrt hat. Wir wissen nicht, ob dieselben strengen Maaßregeln in ganz Sa⸗ voyen statt finden. Unsere Stadt ist in Bestuͤrzung. Großbritanien und Irland.

London, 19. Juli. Der Herzog von Gloucester ist am 16ten zu Cheltenham angelangt. 9

Der Herzog von Cambridge besah SFehete Themse⸗ Tunnel und sprach seine Bewunderung uͤber die Groͤße des Werks aus.

Lord Granville ist aus Paris hier eingetroffen.

Auch die Morning⸗Chronicle widerlegt jetzt das Geruͤcht, als werde Hr. Brougham eine Stelle im gegenwaͤrtigen Ministerium annehmen.

Der Morning⸗Herald sagt: „Es ist häufig in der City von Personen, die mit Portugal in Verbindung stehen, ver⸗ sichert worden, daß unsere Regierung von jeher die Plaͤne Dom Miguel's im Geheimen beguͤnstigt habe. Diese Be⸗ hauptung scheint durch die Bemerkungen des Grafen Aber⸗ deen im Oberhause bestätigt zu werden. Er meinte: „er taͤusche sich sehr, wenn die Vertheidiger Dom Miguel's nicht Freunde Englands und wenn auf der andern Seite die Meisten der Gegenparthei nicht nur keine Freunde unseres Landes, sondern auch keine Freunde einer guten Regierung in jenem Lande wären.“ Der Globe bemerkt uͤber diese Aeußerungen des genannten Morgenblattes: „Wir messen der Beschuldigung keinen Glauben bei, das Betragen Sir 5. Lamb's zu Lissabon reicht hin, um sie zu widerlegen, jedoch ist die Sprache des Grafen von Aberdeen keine ge⸗ heime, sondern eine offenbare Entmuthigung der Constitutlo⸗ nellen. Auch das Ganze der Rede, verbunden mit den darin aufgestellten Versicherungen des Nicht⸗Einschreitens, enthält über die von Dom Pedro ausgegangene Constitution einen Tadel, welchen die Thatsachen nicht verbuͤrgt haben, und welcher, wenn er verbuͤrgt gewesen wäre, in der Rede eines Ministers haͤtte unberuͤhrt bleibensollen. Der Graf brauchte den Schritt nicht zu loben, aber warum ihn tadeln? Seine Stellung verpflichtete ihn zu solcher Erklärung nicht. Der Ton des Staats⸗Secretairs fuͤr die auswärtigen Angelegenheiten . jetzt nicht mehr wie fruͤher die Empfehlung, daß er darauf berechnet sei, zwischen uns und unsern Verbuͤndeten die innigste Verbindung zu knuͤpfen Die Nation, mit welcher unsere Verdindung die innigste seyn sollte Frankreich, wuͤrde durch die altmodischen Declama⸗ tionen gegen neue Constitutionen eher erbittert, als versoͤhnt werden.

Die Times äußert üͤber die vorerwähnten Worte des Grafen von Aberdeen im Oberhause: Diese Sprache geziemt keinem Minister eines Britischen Herrschers. Wenn der Graf mit dem Vertheidiger Dom Miguel's seinen Freund Lord B., meinte, so kann er vielleicht Recht haben; glaubt er aber, dle alte Koͤnigin, oder der Herzog von Cadaval wahrscheinlich die ersten Aufreitzer Miguel’s zu verraͤtheri⸗ schen und anmaßenden Handlungen, seyen Freunde von England? O, wie sehr stehen seine Andeutungen mit den Thatfachen in Widerspruch!

Dasselbe Blatt meint, der Koͤnig von Spanien werde sich nicht weigern, die Forderungen der Britischen Untertha⸗ nen zu bezahlen, damit ihn England nicht in seinen Ver⸗ suchen, Vera⸗Cruz zu blokiren, hindere.

A. Valentine Blake zu Menlough⸗Lastle hat sich an die Wäͤhler von Galway gewendet, und sie um ihre Stim⸗ men gebeten, da ihr disheriger Repraͤsentant, Hr. James

v, iu einer Pairs⸗Stelle erhoben worden ist. Er sagt, er werde die gewöhnlichen Eide nicht ablegen, und in einem Schreiben an Hrn. O Tonell sucht er zu beweisen, daß, den Gesetzen zufolge, die Irländer nicht noͤthig haͤtten, dieselben zu schwoͤren, um in Fas Parlament einzutreten.

eulich reiste Hr. nach Dundalk, um bei ünem 1— des In ten⸗Clubs zu praͤsidiren. Der Weg dls dorthin war mit Menschen, welche herbei⸗

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stroͤmten, um ihn zu sehen, wie besäet. Ein Jeder trug Lor⸗ beer⸗Zweige oder irgend ein anderes gruͤnes Sinnbild. Jede Huͤtte, jeder Wagen, sogar die Postkutschen waren auf gleiche Weise verziert. Zwischen Walshestown und Dundalt 8 waren in bestimmten Zwischenraͤumen Triumphbogen errich⸗ 25 4 tet und vor der letzteren Stadt empfingen Hrn. O'Connell 1000 Pachter zu Pferde, uͤber 30,000 Menschen zu Fuß und ein Zug Wagen, der wenigstens eine Meile lang war. Hr. O'Connell redete das Volk zu verschiedenen Malen an, und auf seine Ermahnung zerstreute es sich, als er am Orte sei⸗ ner Bestimmung angekommen war, ohne Unordnung und Stöoͤrung. Der erste Toast, den er während des Diners auss brachte, war: Das Volk, die Quelle aller gesetzlichen Macht. 1.

Die Times ist hoͤchst unzufrieden mit der Heftigkeit der Irischen Katholiken. Namentlich tadelt sie Herrn O'Connell, weil dieser vor Kurzem äußerte: „Ich werde keinen Abend Ina im Unterhause zubringen, wo ich mich nicht bemuͤhen werde, 99 8 die abscheulichen Bestechungen zu eroͤrtern, durch welche man nl dem Volke seine Parlaments⸗Repraͤsentanten entreißt’“ Wir— koͤnnen, bemerkt das genannte Blatt, der niederen Bevölke⸗ he. rung jenes Koͤnigreiches den letzten Opfern aller Aufre⸗ gungen versichern, daß, sobald ihre Anfuͤhrer sie zur Em- poͤrung eutflammt haben, dieselben Anfuͤhrer sie der Rache der beleidigten Gesetze uͤberlassen werden. 82

Am letzten Freitag bot einer der Fabrik⸗Herren zu Kid⸗ desminster den Webern 11 Den. Arbeitslohn an, und ließ ihnen einen Tag Bedenkzeit; aber dies Anerbieten wurde einmuͤthig verworfen. Dies Betragen hat Viele vermocht, ihre Beitraͤge zum Unterhalte der Arbeiter einzustellen. Die Herren sind jetzt bemuͤht, sich aus Lancashire andere Arbei⸗ ter zu verschaffen.

Die Insel Madeira soll fuͤr Dom Pedro gesinnt seyn.

Ein Blatt von Montreal vom 14ten v. M. enthält die Angabe, daß seit 1815 aus dem Vereinigten Koͤnigreiche nach den Britischen Provinzen Nord⸗Amerika’'s 350,000 Personen ausgewandert sind.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 18. Juli. In Carlshamn (Blekingen) hat sich ein Unfall zugetragen, wodurch vier Menschen, un⸗ ter andern der Russische Vice⸗Konsul Smitt, das Leben ein⸗ gebuͤßt haben. Es war naͤmlich eine bedeutende Menge Hum⸗ mer auf dem Markte verkauft worden. Alle Personen, welche davon aßen, erkrankten ploͤtzlich, und zwar mit Symp⸗ tomen, die sich bei Metall⸗Vergiftungen zu zeigen pflegen. 74 Menschen lagen krank darnieder, von denen jedoch nur vier starben, bei deren Obduection es sich auswies, daß die Hummer vergiftet gewesen. Es soll naͤmlich unter den Hum⸗ merhaͤndlern Sitte seyn, die Hummer zur bessern Erhaltung mit etwas Quecksilber zu bestreuen. Der Verkäufer soll ge⸗ richtlich belangt werden. Se. K. H. der Kronprinz von Schweden, der sich damals zu Beekaskog unweit Christian⸗ stad befand, hat befohlen, die genauesten Untersuchungen an⸗

zuͤstellen. Deutschland.

Frankfurt a. M., 29. Juli Se. K. H. der Kur⸗ prinz von Hessen sind gestern Abend unter dem Namen eines Grafen von Schaumburg, vom Schloß Altenstein kommend, hier eingetroffen, und im Gasthause zum „Roͤmischen Kai⸗

ser“ abgestiegen. b Karlsruhe, 20. Juli. Gestern haben sich Ihre Hoh. die Frau Markgraͤfin Friedrich, in Begleitung Höchst IZhrer— Schwester, der Prinzessin Auguste von Nassau Durchlaucht, 882 mit Suite, zum Sommer⸗Aufenthalt nach Baden begeben. Schwerin, 21. Juli. Unterm 23sten v. M. 8 eis .. landesherrliche Patent⸗Verordnung in 18 Paragraphen, we⸗-— gen der, bet Erhebung der, im §. 44. des Landes⸗Vergleichs sestgesetzten „Steuer nach der Norm““, anzuwendenden Grunde«. sätze, erlassen. Es sind die, am Convocations⸗Tage zu Rostock 1827 festgestellten Grundsaͤtze, durch welche die daruͤber zwi⸗ schen dem Landesherrn und den Staͤnden bisher bestandenen Differenzen beigelegt worden. Nach den beiden ersten Pa⸗ ragraphen ist die Steuer nach der Norm eine reine Kopf⸗ und Personal, Steuer, mithin von mehrern, in einer und derselben Person verbundenen, erbvergleichsmäaͤßig zulässigen laͤndlichen Gewerben immer nur einmal zu entrichten; Paͤch, ter adlichen Standes sind aber von derselben frei. 8 Se. Königl. Hoheit haben den bisherigen Unterschiedd der Venennungen der Prediger in der Stadt Wismar: Dia⸗ 81— konus und Archi⸗Dlakonus, als nicht mehr zeitgemäß aufzu⸗ beben und den saͤmmtlichen Predigern den Namen: Pasto. ren, beizulegen geruhet. 4 s . Sien, 22. Juli. r. K. K. Majestaͤt haben dem Koͤnigl. Sächsischen geheimen Rathe von Carlowitz das Groß⸗

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