1828 / 200 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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sagt, ein, von Hussein Pascha, der das Lager von Schumla’

befehligt, an den Pascha von Widdin mit Depeschen abge, fertigter Tarar, sey von den Kosaken aufgefangen, unb nach dem Hauptquartier gebracht worden, und diese Depeschen hätten von jolcher Wichtigkeit geschienen, daß der General⸗ Quartiermeister Diebitsch mit dem Kaiser mehrere Stunden gearbeitet und gleich darauf Couriere’ an die verschiede⸗ nen Armeecorps abgefertigt habe. Man glaubte, Hussein Pascha habe den Pascha von Widdin Instruktionen uͤber sein Benehmen und Mittheilungen über Servien zugeschickt, da die in der kleinen Wallachei unter dem General Gortza⸗ koff bis jetzt nur zur Beobachtung des Türkischen Lagers zu Calafat gebrauchte Infanterte⸗Diviston bedeutende Verstaͤr⸗ kungen erhalten har, und unverzüglich gegen Servien vor⸗

ruͤcken soll, wo die Tuͤrken Truppen aus Bosnien an sich⸗

ziehen, und eine beträchtliche Streitmacht an der Morava aufstellen wollen. Die Sexrvier sollen sich gegen den Ein⸗ marsch der Truppen aus Bosnien erklärt und gedroht haben, insgesammt aufzustehen, wenn man gegen die Vertraͤge zu handeln gedenke; es scheint aber, daß man von Tuͤrkischer Seite diesen Vorstellungen kein Gehoͤr giebt, und daß die Servier sich veranlaßt sehen werden, zur Vertheidigung ihrer Rechte zu den Waffen zu greifen. Die Russischen Truppen haben daher vermuthlich Befehl erhalten, den Serviern zu Hülfe zu kommen. )

Ein anderes Schreiben aus Bukarest vom 10. Juli (in der genannten Zeitung) enthalt unter Anderem: Es verbrei⸗ tet sich hier das Gerücht, daß Abdurahman⸗Pascha von Bos⸗ nien auf der Reise zu dem von ihm, zufolge des Großherr⸗ lichen Bewaffnungs Fermans, gesammelten Truppen⸗Corps, durch Meuchelmöoͤrder getödtet worden sey. Bestaͤtigte sich dieses Geruͤcht, so duͤrfte es leicht innere Unruhen in Bos⸗ nien zur Folge haben, und die Stellung Vosniens gegen Servien wesentlich verndern. Uebrigens beharren die Ser⸗ vier fortwährend in ihrer Stellung und scheinen nichts Feind⸗ liches gegen die Pferte unternehmen, aber auch kein Ein⸗ dringen einer bewaffneten Tuͤrkischen Macht in ihr Land ge⸗ statten zu wollen.

Nachrichten aus Bistritz vom 12. Juli zufolge (in derselben Zeitung) ist die Russische Garnison zu Bucharest wegen der daselbst ausgebrochenen Pest ausgezogen und bivouacquirt vor der Stadt.

In einem Schreiben aus —☛ 9. Juli (in demselben Blatte) heißt es: Die Belagerungs⸗Arbelten der Russen vor Silistria werden mit groͤßter Thätigkeit berrie⸗ ben, und Trotz der hartnäckigen Gegenwehr der Tuͤrken zwelfelt man nicht an der daldigen Uebergabe. General Geismar ist zu Crasova angekommen, und uͤbernimmt den Oderbefehl über die Russischen Truppen in jener Gegend. Die Hoffnungen, welche man für die Ruhe Serviens hegte, sind verschwunden. Der Bosnia⸗Valisi Abduraman Vel ist mit den Vosnischen Strestkrͤften im Anzuge, um sich einen Durchzug mit gewaffneter Hand zu erz vingen, und Fuͤrst Milosch ist auf den Punkt gekommen, Parthei nehmen zu müssen. Der Kampf, der sich hier entspinnt, duͤrfte einen desondern Abschnitt in der Geschichte dieses Kriegs, und eine Episode bilden, bie unabhängig von den Bewegungen der Russischen Armeen, bald einen volksthuͤrlichen Charakter entwickeln wird. Die christlichen Servier und muselmaͤnni⸗ schen Bosnier gelten fuͤr die zwei am meisten kriegerischen Stämme der Tuürkischen Bepölkerung, und sind sie einmal aneinander gerathen, so dürften sich die blutigen Scenen der fruͤheren Servischen Kaͤmpfe unter Czerny George leicht er⸗ neuern. Wir stehen daher auch von dieser Seite am Vor⸗ abende von Ereignissen, die, mit den üͤbrigen Verhältnissen im Zusammenhange betrachtet, zwar wohl nicht so lange als die Griechische Insurrertion dauern dürften, doch aber auch keinesweges in einigen Wochen zu einem Resultate fuͤhren werden.

Der Oesterreichische Veobachter meldet: Den neue⸗ sten Berichten aus Bukarest vom 7ten und 11ten d. M.

folge, greift daselbst, trotz allen Bemühungen und strengen

Maaßregeln der Sanitaͤts⸗Behoͤrden, das Pest⸗Uebel taͤglich weiter um sich, und verdreitet sich in den Döorfern der naͤchst⸗ gelegenen Districte. Ueder dreihundert Famillen sind bis jetzt nach den verschiedenen Lazarethen gebracht, und eben so viele in der Stadt seldst unter Aufsicht gestellt worden. Auf ausdraͤcklichen Befehl Sr. Mazestaͤt des Kaisers von Ruß⸗ land sind nicht nur alle Gerichtshöfe in Bukarest geschlossen, sondern sogar die Divans⸗Versammlungen und jede Feiler⸗ lichkeit oder Ceremonle, die eine Volksversammlung, folglich irgend eine aufs strengste untersagt worden.

ug mit Angesteckten, veranlassen koͤnnte,

geme⸗ Col 7. b 2 ie Jamaica⸗Zeitung (deren Blaͤtter bis zum 17. in London eingegangen) enthaͤlt die Rachricht, daß 82— ten Berathungen des Tolumbischen Ceugresses den Vor⸗ schlag betrafen: „man solle Bolivar bitten, seine Plaͤne wegen der kuͤnftigen Regierung der Republik der Versamm⸗ lung vorzulegen.“ Vollvar war besonders mit Fmnanz Maaß⸗ regeln beschaͤftigt. Unter dem neuen System hatten die Zoll⸗Abgaben einen Ausfall gegeben und der Libertador hat ein Decret erlassen, wodurch der ganze Tarif veraͤndert wird. Die neuesten Nachrichten aus Columbien (heißt es in Londoner Blaͤttern) berichten, daß der General, Congreß seine Berathungen zu Ocana in großer Eintracht fortsetzte; seine Aufmerksamkeit richtete sich vorzuͤglich auf gewesse Aen⸗ derungen in der Columbischen Regierung, und unter an⸗ dern auf die Betrachtung der Frage, ob es dienlich seyn moͤchte, dem Befreier das wichtige Amt eines Dictators zuzuerkennen, da es neuere Ereignisse noͤthig machten, daß er mit einer groͤßeren Gewalt bekleidet werde, als er jetzt geniehe, indem er durch einen solchen Posten fähig werden würde, mit mehr Wirksamkelt im Falle von Uuruhen die oͤffentliche Sicherheit der Republik wieder herzustellen.

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Meyiko Snss- Londoner Blätter enthalten folgende Privat⸗Nachrichten aus Mexico vom 26. Mai: Hier sowohl wie in Vera⸗Cruz herrscht die groͤßte Ruhe. Die reichen Kaufleute, sogar Spanier, sind zu ihrem fruͤheren Geschäͤft zuruͤckgekehrt, da sie durch die von der Reglerung genommenen Maaßregeln üͤberzeugt worden sind, daß die Gesetze nur solche Menschen treffen koͤnnen, die ihre Hoffnungen und Erwartungen in Umwaͤlzungen, Raͤubereien und Unordnungen aller Art setzen. Diese Maaßrtgeln sollten in London keine Unruhe, sondern im Gegentheil Freude erregen. Die Mexicanischen Papiere werden sicherlich bald auf ihren wahren Werth kommen. Die von der Regierung getroffenen Verfügungen müssen England beweisen, daß sie Treue und Glauben und Huͤlfsquellen be⸗ sitzt; um ihren peeuniaͤren Verpflichtungen zu genuͤgen, hat sie vor Schluß der Sitzung ein Decret erlassen, wodurch die neuen Zöͤlle von 7 pCt. auf alles ausgeführte Gold und Silber, sowohl in Baaren! oder gemuͤnzt, und ¼ aller Ein⸗ fuhrzoͤlle der Republik, zum Besten der Dividend⸗Zahlungen und zur Verringerung der Natlonal⸗Schuld bestimmt wer

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Urh Hl . 4

Carlsruhe in Schlesten, 21. Jull. G bend

um 7 Uhr wurde die Gemahlin Sr. Köͤnigl. Hoh. des Her⸗

zogs Eugen von Wuͤrtemberg, geborne Prinzessin von Ho⸗

beeeentans⸗ von einem Prinzen sehr glücklich ent⸗ unden.

Vermischte Nachrichten.

Auszüge aus einem Schreiben des Dr. Mertens, an den Kalserl. Russischen Staatsrath von Fuß. b (Schluß.) 8

Am 10. August erreichten wir die Bucht von Illuluk auf Unalaschka. Wir duͤrften hier nur auf einen Aufenthalt von einem Tage rechnen, widrige Winde waren aber Ursache, daß wir hier fuͤnf Tage verweilten. Da ich aber auf meie nen Exeursionen nach dem ersten Tage nie unser Schiff aus dem Gesicht verlieren duͤrfte, so konnte ich dieselben nicht nach Belieben ansdehnen. Ich sammelte indeß doch etwas uͤber 200 Landpflanzen. Die Menge der Seepflanzen ist sehr bedeutend und die Anzahl merkwuͤrdiger Arten unter densel⸗ ben nicht gering. An Pceen war der Strand arm, doch erbielt ich eine interessante noch unbeschriebene Gattung von Rothwuͤrmern, die sich durch ihre Groͤße und die besondere Vertheilung ihres Gefäß⸗Systems auszeichnet. Aus einer Höhle, einem alten Begraäbniß⸗Orte der urspruͤnglichen Be. wohner dieser Insel, holte ich mir sechs Aleuten⸗Schaͤdel. Nachdem wir Unalaschka verlassen hatten, bekamen wir die Inseln St. Georg, St. Matwei und die Behrings⸗Inseln zu Gesicht; allein, so gern auch unser vortrefflicher Capitain es gesehen haͤtte, daß wir, wenn auch nur auf wenige Stun⸗ den, diese interessanten Punkte des Kamtschatkischen Meeres besucht hätten, so erlanbten die heftigen und durchaus wi⸗ drigen Winde solches doch nicht, und erst am 12. Sꝛp ember traten wir zum erstenmale wieder an's Land.