1828 / 205 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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12 ,XIL 1 85 Preußischen Staats,⸗ Zeitung Nr. 205.

wurde von den Spanischen Behoͤrden aufgenommen und entwaffnet. Die große Masse derselben aber weigerte sich, die Waffen niederzulegen, und hat an der Granze Halt gemacht, wo sie sich nach den letzten Berichten des General⸗ Tapitains von Gallicten noch befinden. Dieser hat seiner⸗ seits zwei Regimenter Provinztal⸗Milizen und mehrere Ab⸗ theilungen ropalistischer Freiwilligen zusammengezogen, und ist entschlossen, die Portugiesischen Fluͤchtlinge mit Gewalt zurückzuwerfen, falls sie versuchen sollten, mit den Waffen in der Hand tiefer in Spanien einzudringen. Man versi⸗ chert, daß sie von allen Subsistenz⸗Mitteln entblößt sind. Mehrere dieser Fluͤchtlinge, welche die Waffen niederlegten und Aufnahme fanden, haben schon um Passe nach Vigo oder Corunna gebeten um sich in einem dieser Haͤfen nach England einzuschiffen. Portugal.

Die neuesten Pariser Blätter enthalten folgende Pri⸗

vat⸗Correspondenz⸗Mittheilungen aus Lissabon vom 12. Jult: . 8 Fast alle Truppen des Marquis Chaves, der sich nach Frankreich zurückgezogen hatte, sind auf verschiedenen We⸗ gen nach Portugal zuruͤckgekehrt und nach Briefen aus Braga sind daselbst am 3. d. M. 900 dieser Fluͤchtlinge un, ter dem Befehl des Generals Tellez⸗Jordao eingeruͤckt. Unsere Zeitung enthält folgendes Buͤlletin:

Generalstab. Ich halte es fuͤr meine Pflicht, Euerer Excellenz anzuzeigen, daß heute um 4 Uhr Nachmittags ein Mann aus Almeida in meinem Hauptquartier angekommen ist, der mir meldete, daß die constttutionelle Garnison die⸗ ses Platzes Mittags einen Kriegsrath gehalten und Dom Miguel als absoluten Koͤnig anerkannt habe. Um sechs Uhr hoͤrten wir Artillerie⸗Salven und ich schickte einen Officier in die Nähe des Platzes, um üͤber die dortigen Ereignisse Gewißheit zu erhalten. Es gelang ihm, einen Bauer in die Festung zu schicken, der bei seiner Ruͤckkehr versicherte, daß die Besatzung, unter den Waffen stehend, Dom Mi⸗ guel proclamirt habe, aber als sie in die Kasernen zuruͤck⸗ gekehrt, sey Zwiespalt und Streit unter ihnen entstanden

und sie darauf angewiesen worden, ihre Quartiere nicht zu verlassen.

Morgen mit Anbruch des Tages, werde ich mich dem Platze nähern, um die royalistische Parthet zu beschuͤtzen. Zugleich benachrichtige ich Euere Excellenz, daß noch gestern ein lebhaftes Gefecht mit den Rebellen am Ufer der Coa statt gefunden hat, in welchem vier Sergeanten und vier Sol⸗ daten derselben verwundet wurden.

Hauprquartier des Belagerungs⸗Corps von

Almeida, am 6. Juli 1828, um 9 Uhr Abends.

ez. Baron von Tondella. Durch ein vom sten d. x. aus dem Pallast Ajuda

datirtes Decret besiehlt Dom Miguel die Errichtun Depots in Serubal, wo alle Milltairs, Reihen der Freiwilligen verlassen haben, sich versammeln sollen, es sollen aus ihnen Regimenter gebildet werden, und der Ar⸗ mee einverleibt werden. Ein zweites Depot wird in Eas⸗ caes gebildet, und alle Gefangenen sollen in demselben ver⸗ einigt werden.

Ein zweites B die

örden auf, bei denen sich die zum Genusse der

8 Decrets vom 18. Junt berechtigten Shen, bthar wuͤrden, an den General Adsudanten der Armee einen Be⸗ richt zu senden, welcher die Namen derselden, des Corps, bei dem sie gedient, der Ort, wo sie die constitutionellen Fah⸗ nen verließen, und den Tag ihrer Meldung euthalten 88 Die Sache der Milltairs, welche bekauntlich nach der Entlassung des General Saldanha als Kriegsminister die Infantin Regentin in einer Eingabe um Beibehaltung die⸗ ses Ministers baten, ist jetzt entschieben. Dom Franeisco de Paula Briquer, Oberst im 7ten Infanterze⸗Regimente, der Hauptmann Varbuda, der Lieutenant Taborca und der Unter⸗Lientenant Rodriguez Carvalho sind zum Verlust ih⸗ rer Grahe und Würden und einer mehr oder weniger lan⸗ gen Gefänguißstrafe verdammt. Oberst Briquer wird ein Jahe in einer Festung des Königreichs zubringen.

Den emngegangenen Berichten nach haben sich bis zum 10ten d. M. 13 bis 1600 Constitutionelle Soldaten gemel⸗ det, die Zahl der auf mehr als 400.

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und Militair⸗Be⸗

nach Spanien Gegangenen schaͤtzt man

2 Londoner Blätter geben folgende, manche 22 Details enthaltende Privat⸗Correspondenz⸗Nachrichten gus Lissabon vom 15. Juli: Wir erwarten, daß in wenigen Ta⸗

gen kein einziges Britisches Kauffartheischiff mehr im Tajo

seyn wird. Man kann sich daher einen Begriff machen, wo⸗

hin es mit dem Handel gekommen ist. Das Anerbieten u7u6* Britischen Regierung, deren Unterthanen mit ihrem Eigen.⸗. thume aus diesem Lande zu entfernen, hat natuͤrlich alle hier befindlichen Englaͤnder in Angst und Verwirrung gesetzt, da 8 keine Beweggruͤnde dafuͤr angegeben wurden. In ihrer Ant⸗ G wort haben sie der Regierung uͤberlassen, die Nothwendig⸗ keit eines solchen Schrittes zu ermessen und Schiffe herzu⸗ senden, wenn sie ihren Abgang aus Portugal fuͤr gut finde ** sollte. Sie sind jetzt in der schrecklichsten Lage, da es un⸗ * moͤglich ist, die Absichten der fremden Maͤchte in Betreff dieses Köͤnigreiches vorauszusehn. Eine Franzoͤsische Fre-. gatte ist vor einigen Tagen aus Brest gekommen und wird 2 im Tajo bleiben, um das Eigenthum und die Personen der Franzoͤsischen Kaufleute, im Fall ein Krieg ausbrechen sollte, zu beschuͤtzen. Sie ging aus, um die Blokade von Porto u uͤberwaͤltigen. Hienach zu urtheilen scheint es, als wenn Fansrech groͤßere Pläne vor haͤtte. Fremde aͤußerten hier, 1 es sey wohl moͤglich, daß Frankreich eine Macht . 1—

Wum Dom Miguel abzusetzen. Ein hinreichendes Truppen⸗ Corps ist ganz in der Nähe, in Cadix; es ist fast 8000 Mann stark. Die Transportschiffe warten dort auf Befehle, und, wenn John Bull nicht üͤber die Bewegung murrt, so wird der Franzoͤsische Minister der auswartigen Angelegenheiten in Herrn Cannings Plane eingehn, die Constitukion hleselbst unterstuͤtzen und alle die Vortheile einäͤrndren, welche asbeʒe Britische Staatsmann England zusichern wollte. Während . dessen sind die Engländer fortwaͤhrend der Gegenstand des Abscheus bei der fanatischen Moͤnchs⸗Parthei. vI der letzten Naͤchte wurde das Haus des Englischen Geistlichen hieselbst ausgepluͤndert und Alles, was nur einigen Werh hatte, daraus weggenommen. Selbst in den geringsten Klei’- nigkeiten sucht die Regierung die Britten zu belaͤstigen und sich an ihnen zu reiben. Arretirungen und Geldforderungen dauern noch immer fort. Vor drei Tagen starb ein höchst achtbarer Kaufmann im Gefaͤngniß; er hatte ganz ruhig gelebt, und ward nur um deshalb seiner Familie entrissen, 1 weil seine Soͤhne zu den Constitutionellen gegangen waren. 8 Von Alentejo allein sind uͤber 200 politische efangene an⸗ . 92 gekommen; und man erwartet sieben mit Verhafteren eöqnmn]“]] selben Gattung angefuͤllte Fahrzeuge aus Viana. Es u“. das Geruͤücht, daß die ungluͤcklichen in den F nissen schmachtenden Spanier nach Elvas geschickt werden sollten, um an Ferdinand uͤbergeben zu werden. Einige von ihnen sind in Verzweiflung. In der Hofzeitung finden 8 sich officielle Nachrichten von einem hartnaͤckigen Widerstande, welchen der Gouverneur von Almeida gegen die Angriffe der regulairen Truppen in der Provinz Ober⸗Beira macht . Das Schiff, welches den Devino Imperador in der Naähe des hiesigen Hafens gekapert hat, soll nach Einigen eine Brasillanische, nach Andern eine Buenos⸗Ayrische Flagge gehahbt haben; noch Andere aber, die wohl am Besten un⸗ terrichtet sind, behauptete, es habe gar keine Flagge ge⸗ zeigt. Die Britische Corvette Alligator, Capitain Can⸗ ning, segelte vorgestern nach Piymouth ab. Sie hatte die Gräͤfinnen von Alva und Villa⸗Real an Bord. b Die Times enthäͤlt jetzt einen sehr langen, vermuth, lich vom General Saldanha herruͤhrenden, Bericht uͤber die 1 letzten Schicksale der constitutionnellen Armee. Wir entleh⸗ nen daraus Folgendes: „Sobald die Portugiesen zu London die ersten Nachrichten von den Ereignissen zu Porto erhiell ten, beschlossen sie, der Fahne ihres rechtmäßigen Oberherrn zu folgen, und schifften sich auf dem Dampfschiffe Belfast zu Piymouth ein. Statt aber, wie sie hofften, am 20. Juni zu Porto anzukommen, gelangten sie erst am 26sten Abends dorthin. An demselben Tage begann der Ruͤckzug des ein⸗ zigen betraͤchtlichen Corps, welches die Junta zusammenge⸗ 2 bracht hatte. Es ging zuruͤck, wie man sagte, um EIup Mittelpunkte seiner Operationen am Flusse Vouga, der ein⸗ zigen guten militaitischen 2 Porto, zu naͤhern. Diese fehlbar die so eben Angekommenen in Erstaunen setzen, und

ihnen Grund geben, unangenehme Fol⸗ * denn b Krieg, e de 9. Peraza ege 22 2—