1828 / 217 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

mit solch' einem Act von Grausamkeit, mit einer solchen Verleugnung aller menschlichen und heiligen Rechte begon⸗ nen habe, wenn das abscheuliche Decret nicht seiner ganzen Länge nach in der Gazetta abgedruckt waäre? Um die Ab⸗ scheulichkeit noch vollkommener zu machen, werden die er⸗ wahlten Richter eingeladen und aufgemuntert, keine Kosten zu scheuen, weil sie sich für ihre Auslagen mit dem Eigen⸗ thum der von ihnen Verurtheilten entschaäͤdigen duͤrfen, was denn doch so viel sagen will, als: Suchet so viel Schlacht⸗ opfer aus, als Ihr nur könnt, besonders aber die reichen Leute, damit ich Geld bekomme, und Ihr Euch bereichert auf Kosten von Familien, Kindern und Erben, die ihres Vermöͤgens beraubt und in Noth und Elend versetzt werden.

Der Eisenhandel ist, wie das Carmarthen⸗Journal be⸗ merkt, fortwährend in einem sehr gedruckten Zustande, und bis jetzt ist noch wenig Hoffnung zur Verbesserung vorhan⸗ den. Der Absatz ist sehr gering, und Nichts, als der Stilll⸗ stand einiger bedeutender Werke kann eine fernere Reduction verhindern. In Wales ist ein bedeutender Vorrath vorhan⸗ den, welcher sich immer mehr vergroͤßern wird, denn der Ab⸗ satz; sowohl fuüͤr wirklichen Gebrauch als auch fuͤr Specula⸗ tion, nimmt eher ab als zu. Der Handel nahet sich reißend schnell jenem Zustande äußersten Druckes, welchen die aller⸗ gewöhnlichste Vorsicht, in Folge der hohen Preise von 1824, haͤtte vermeiden können.

Der Leeds⸗Mercury enthält folgenden Artikel: Der Han⸗ del von West Vorkshire ist zwar nicht sehr bluͤhend, aber auch nicht im Sinken begriffen. Die Annahme der Amerikanischen Tarif⸗Bill, und besonders die Eile, mit welcher sie zur An⸗ wendung gebracht wurde, hatte ohne Zweifel eine hoͤchst un⸗ günstige Wirkung auf die Wollen⸗Manufacturen. Die An⸗ gelegenheiten Portugals, die Kriege in Suüd⸗Amerika und die Unterbrechung des Verkehrs im Osten Europas, vermoͤge des Kampfes, den die Türkei zu bestehen hat, bringen eine widerwäͤrtige Wirkung auf den Handel hervor, wenn gleich dieselbe weniger schwer empfunden wird, als man von einer solchen Vereinigung widriger Umstände erwarten sollte. Wenn die Vorsehung das Land mit einer glücklichen Erndte seg⸗ net, so werden die Aussichten der Manufakturisten fuͤr den folgenden Winter nicht weniger günstig seyn, als sie es seit einigen Jahren waren.

Der Graf von Haddington hat seinen Paͤchtern in East⸗ Lothian einen bedeutenden Theil ihres Pachtgeldes erlassen, weil die Erndte daselbst in den beiden letzten Jahren fehlge⸗ schlagen ist.

ederlande.

Ni Bruͤssel, 9. August. Auch das neueste aͤrztliche Bul⸗ letin üͤber das Befinden J. K. H. der Peinzessin Friedrich und der nengeborenen Prinzessin vom 7ten d. M. lautet vollkommen guͤnstig. Se. Masestät der Kömig hat auf eine Addresse des Ma⸗ gistrats von Bruͤgge durch Veroednng vom 28. Juli bestimmt, daß diese Stadt in gleicher Weise wie bereiks Amsterdam Tlchremdan Haupt⸗Niederlage von den en, füͤr die 18 renden zu⸗ dae aale defreit seyn soc und wieder auszu Antwerpen s. August. Gestern Abend nach 7 Uhr war in der Gegend des Werfts ein höchst merkwuͤrdiges Phaͤ⸗ nomen auf der Schelde zu sehen. Eine Wasserhose hatte sich gebildet und stand in alt eines Kegels auf dem Strome; sie hatte einen Durchmesser von ungefaͤhr funf⸗ zehn Metres und war zweimal so hoch als die hoͤchsten Um den Kegel gruppirten sich Wolken, welche nach der A 22. Sdench endigten. Vom uai aus gesehen, g. ese eeinung e

bare Vereinigung der Grundfarben. g eine wunder⸗ 5 A

Frankfurt a. M, 10. August. Die Ho - und Enslischen Vriefe fimmen überein, das 1olüdlschen

durch das schlechte Wetter een erlitten habe. Beide er⸗ warten Einfuhr in England einen kurzen Zeitraunm, 2. sprechen mit 3 t üder bedeutende Versendungen

nach Frankreich und Spanien aus. Es ist sch 1 88.enerden zaß de Verrzde on enem Hemaser er den g2 2 sollen; nach

—— achrichten 4 gar behaupten, daß i abant keine 50 Last (circa 1000 Malter) 22 a

aufzutreiben seyen.

Antwerpen —— der Weizen dermalen noch Fl. 10 pro iter, und Preis kann aus der hiesigen Ge⸗ gend keine Versendungen veranlassen. In Mainz wird das Darmstädter Malter mit Fl. 10 und hier mit Fl. 2. t. Dieszährige Waare ist Fl. 1 lwohlfeiler zu ben. Korn kostet hier Fl. 51.

Die große Indigo⸗Auction in London, die aus circa 9000 Kisten bestand, ist nun voruͤber, die Preise dieses Farbe⸗ Stoffes haben sich seit der April⸗Auction nicht veraͤndert. Man hoffte bei dem großen Quantum auf billige Preise; die starke Kauflust erhielt jedoch dieselben vollkommen. Man schlaͤgt den Werth dieser Auction auf etwa 10 Millionen Gulden an. 2028 .

Fuͤr den naͤchsten Monat ist wieder eine Auction von Thee angekuͤndigt, die aus circa-9 Millionen Pfund bestehen wird. Die letzte im Juni betrug an 7 Millionen Pfund.

Vom Ausland kamen in verwichener Woche keine stei⸗ gende Notirungen; es fand daher auch an hiesigem Platz wenig Aenderung im Cours der Effecten Statt. Im Allge⸗ meinen war der Umsatz ziemlich lebhaft. Metalliques va- rürten zwischen 93 und 93 ½½, Bank,Actien zwischen 1287 und 1289, und in gleichem geringen Verhaͤltniß alle andere Papiere. Fuͤr baar wurde viel gemacht, in Zeitkaͤufen wenig gethan. Die Speculation hat sich meist auf s Steigen 8s richtet: die Contremine ist wie verschwunden. Gangbare Ef⸗ fecten kann man in Depot willig zu 3 pCt. unterbringen. In Praäͤmien⸗Geschaͤften viel Leben. Für Baierische, Darm⸗ stadtsche und Nassauer 4pCtige Oblig. viel Gesuch gegen baar, sowohl von Geschäftsleuten als Capitalisten Die Course mit jedem Tage etwas steigend. Seit lange erinnert man sich keiner so anhaltenden Tendenz um Steigen, als jetzt. Nach Wiener Stadt⸗Banco und Baierischen 5p tigen Oblig, war Frage. Im Wechsel⸗Handel ging im Laufe der Woche viel um. Fast alle Devisen waren begehrt. An baarem Gelde fortwaͤhrend Ueberfluß. Disconto 2 pCt

Würzburg, 8. August. Wir erfahren aus Kissingen vom 7ten d. M. Folgendes: „Unsere Kurgäste sind durch die anhaltenden Regenguͤsse gezwungen worden, uns groͤß⸗ tentheils zu verlassen. Die Saale ist so sehr angelaufen, daß wir fuͤrchten, sie werde aus ihren Ufern treten, beson⸗ ders, da seit vier und zwanzig Stunden der Regen in Stroͤ⸗ men herabfällt. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß die Heil⸗ quellen üͤberschwemmt werden, wie in den Jahren 1816 und 1817. Die Kurgaͤste koͤnnen in dieser traurigen Witterung den Ragozi nicht an der Quelle genießen, sie koͤnnen keine —7 in die Gegend umher veranstalten, da es seit vier

ochen fast taäͤglich des Morgens regnet, und man während des Tages keine Stunde sicher ist. Spanien.

Madrid, 30. Juli. Nachstehendes ist der vollständige

der letzthin kurz erwaähnten aus Briviesca vom 2.

Juli datirten und an den Staatsrath gerichteten Koͤniglichen Verordnung:

Der General⸗Capitain von Estremadura hat durch den Minister der Gnaden und der Justiz bei Sr. Maj. ange⸗ fragt, welches Verfahren er gegen die nach Portugal ent⸗ wichenen Spanier zu befolgen habe, die jetzt durch die dortigen Unruhen genoͤthigt wurden, in ihr Vaterland zurückzukehren. Nach dem Befehl des Koͤnigs sollen dieselben in folgende Klassen getheilt werden: Die erste Klasse umfaßt alle deser⸗ tirten Militairs, sie moͤgen nun bei den Corps der Auswan⸗ derer, welche in Portugal gebildet wurden, eingetreten seyn oder nicht. Die zweite Klasse begreift alle Individuen, die nicht zur Armee gehoͤren, aber in Portugal Dienste genom⸗ men haben. Zur dritten endlich gehöͤren diejenigen, welche nicht von der Armee sind und bis heute in Porzugal geblie⸗ ben sind, ohne dort eine militairische Anstellung anzunehmen. Se. Maj. von der Lage dieser ungluͤcklichen ausgewanderten Unterthanen unterrichtet und auf den Bericht des Minister⸗ Rathes, haben zu erlauben geruht, daß alle sich meldenden Spanier in Ihre Staaten aufgenommen werden, aus wel⸗ chem Grunde sie auch eine Zuflucht auf Portugiesischem Bo⸗ den gesucht haben moͤgen. Jedoch muüͤssen dieselben sich den Maaßregeln unterwerfen, die man fuͤr die Sicherheit des Landes gegen sie noͤthig finden wird.

(gez.) F. Tadeo Colomarde.

Durch Koͤnigl. Verordnung vom 24. August 1824 war der Berathung des Raths von Kastilien eine Bittschrift an Se. Maj. den Koͤnig zugefertigt worden, in welcher die be⸗ theiligte Person von dem Schwur, daß sie zu keiner verbote⸗ nen Gesellschaft gehört habe, befreit zu werden bat, um den Grad eines Baccalaureus der Rechte wieder anzunehmen den sie zur Zeit der Revolution erlangt habe. Der Vittstel⸗ ler erklaͤrte dabei, daß er diesen Schwur nicht ohne Beein⸗ traͤchtigung der Wahrheit leisten koͤnne, indem er allerdin Communero gewesen sey, er bat jedoch, darauf Ruͤchsicht 88 nehmen, daß er bereits durch sreiwilliges Gest⸗ 88

eilliges Gestaͤndniß vor Ansee legltinen Behoͤrde seinen Verirrungen entsagt habe. Das genannte Tribunal erstattete nach Anhörung der

Fiskale unterm 14. Sept. vorigen Jahres das e