1828 / 228 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Durchlaucht der Herr Feldmarschall Fuͤrst Wrede und meh⸗ rere Herren Generale der Armee werden bei der Feierlichkeit, wie man vernimmt, ebenfalls zugegen seyn. Das Programm uͤber dieselbe ist bereits ausgegeben.

Portugal.

Das Fahrzeug Swift hat Depeschen und Briefe bis⸗ zum 4. August von der Insel Terceira (nach London) ge⸗ bracht. Der Inhalt der Letzteren ist folgender: „Das 5te Jaͤger⸗Regiment, welches sich von jeher der guten Sache geneigt zeigte, hat Dom Pedro als einzigen gesetzmaͤßigen Köͤnig ausgerufen. Dom Miguel's Anspruͤche wurden durch eine Rebellen⸗Parthei unter dem damaligen Gouverneur un⸗ terstützt, aber das genannte Bataillon stellte den tapfern Hauptmann J. Gruntino Dios an seine Spitze und ver⸗ nichtete die Empoͤrer. Die Insel genießt jetzt einer vollkom⸗ menen Ruhe und man sieht nicht mehr, wie in den Tagen des Mai, die Flagge der maͤchtigen Englischen Nation von den Rebellen auf den Richtplatz aufgesteckt, noch Moͤnche und Geistliche, welche in den Straßen rufen: „Es lebe Miguel, Tod Dom Pedro.““

Der Londoner Courier meldet: Briefe aus Porto (welche bis zum 10. Aug. reichen) geben eine Schauder erregende Beschreibung von dem Verfahren des Untersuchungs⸗Tribunals in jener Stadt. Ein Buch ist eroͤffnet worden, in welches jede Anklage, von wem sie auch herruͤhren moͤge, aufgenommen wird. Die von der Regie⸗ rung gegebenen Vollmachten gehen so ins Detail, daß sie jeden Bewohner Porto's, sowohl Einheimische als Fremde, treffen. Trotz der kurzen Zeit, seit welcher diese Schreckens⸗ Regierung besteht, sind schon viele und bedeutende Guͤter, besonders Wein ohne Hoffnung auf Wiedererlangung fuͤr den rechtmäͤßigen Eigenthuͤmer eingezogen worden. Die Bestuͤrzung zu Porto ist furchtbar und graͤnzenlos; die Ge⸗ schaͤfte stocken; jeder sucht, aus Furcht, den Neid der Regie⸗ rung zu erregen, sein Geld los zu werden, so daß Alle arm wirklich arm sind. Fortwaͤhrend werden Personen arre⸗ tirt; Viele verlassen das Land; Andere verstecken sich.

Die hier eingegangenen

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„Rom, 13. Aug. Auf der hiesigen Gemäaͤlde⸗Ausstellun zeichnete sich ein Bild von Wilbelm Henfen aus e. aus, welches Christus und die Samariterin am Brunnen darstellt. Die Figuren sind uͤber neun Palmen hoch und das Ganze ist in dem großen Style der klassischen Italie⸗ nischen Schule gehalten. Der Kopf des Erloͤsers, welcher sihend dargestellt ist, ist von ausgezeichneter Schoönheit. Die Famariterin, eine hohe, kraͤftige Gestalt, lehnt sich auf den Sas und scheint in tiefes Rachdenken uͤber die goͤttlichen Worte versunken. Die Landschaft und die Apostel, welche

im Hintergrunde stehen, bilden mi er Vorderscene ei harmonisches 7 Mlbes müt der scene ein

b Tuͤrkei un d 4 Ein Schreiben a Griechenland.

der aus Hermannstadt vom 3. August (in Ren hülsemeinen Zeitung) enthaͤlt Folgendes: In den Fuͤr⸗ S an; Arb.Moldau und Wallachei) sind viele Bauern zu Silistria requiriti fuͤr die Belagerungen von Schumla und diesem Ende b rt, und mehrere tausend Bauern haben zu after, Lord 8* die Donau passirt. Der Englische Bot⸗ Philipp von Niher. nrg, besand sich in Gallacz, der Prinz halten hatte, wird amen sich einige Tage in Gallacz aufge⸗ tier angekommen seyn. Juli im Russischen Hauptquar⸗ Bucharest eine Sea. „Herr von Stourdza, der unfern Pestfälle sich verminderren bnung Begen hatte, it, 8 8 Die Russischen Garden haben ucharest zuruͤckgekehrt. nigen, auch sollen andere Corps aus dem J. glich zu v— 2 and aufbrechen; man glaubt daher ekhnern von 8 noch in Laͤnge ziehen wird. daß der Feldzug sich Aus Triest vom 13. Augu b .

Ilan⸗ gemeldet: Es heißt in 8 —— ge 8 mabim Pascha sich zwar anschicke, Morea 88 2— den n a von seinen Truphen beschben festen plüt⸗ nur ürkischen Truppen uͤbergeben wolle, und * be die Admirale und den Grafen Capodistrias E-c e. an die Griechen wuͤnschte) een Zu⸗ 2n zu Navarin auf das Bestimmteste Fheszebe Zu⸗ gesp habe. Wenn daher Ibrahim⸗Pascha vit sei 2 jegyotiern Morea raͤumt, so wuͤrden Tuͤrken seine enen einnehmen, und die ge Stelle

noch nothwendig a Franzoͤsische Expedition den⸗

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1 8 zur Untersuchung der Bant⸗Angelegenheiten ist, dem Rio⸗Herald vom 16. Juni zufolge, ein Ausschuß niedergesetzt worden. Hoffentlich sind dieselben nicht so verzweifelt, als Viele fuͤrchten, jedoch mag das Resultat dennoch traurig ge⸗ nug seyn. Dasselbe Blatt enthält eine amtliche, mit dem Namen des Marquis von Aracaty unterzeichnete Erkläͤrung des Kaisers, wonach viele von den vor den Admiralitaͤts⸗ Gerichtshof gestellten Schiffen freigesprochen, die Fahrzeuge Henry und Isabella, George, Coquito, Jao Salvador, Cou⸗ rier, Jules, John und Matllda aber ein fuͤr allemal con⸗ demnirt sind. Eine Nachschrift zum Rio⸗Herald enthaͤlt ohne Angabe der naͤheren Umstaͤnde, ein Verzeichniß von den neuen Ministern, woraus hervorgeht, daß das Brastlia⸗ nische Ministerium eine gaͤnzliche Veraͤnderung erlitten haben muͤsse. Folgendes ist das Verzeichniß: Bernardo Pereira Vasconcelles fuͤr die Justiz; J. C. Pereira fuͤr das Innere; J. Concalves Ledo fuͤr die Finanzen; Cordeira fuͤr den Krieg; Marquis v. Aracaty fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten; Marq. v. Paranagua fuͤr die Marine. Das Dlorio Flu⸗ minense bis zum 18. Juni incl. erwaͤhnt keiner Ministerlal⸗ Veraͤnderung. . 1

Der Courier will aus Briefen von Rio de Janeiro wissen, daß die Unruhen der Deutschen und Irischen Trup⸗ pen bedeutend uͤbertrieben worden seyen. b

Dem Globe zu Folge ist zu Rio Janeiro die Ruhe vollkommen wieder hergestellt. In den Gefechten mit den Aufruͤhrern sind uͤber 200 Menschen, unter andern zwei ihrer Offiziere, welche ihnen den Sold vorenthalten haben sollen, umgekommen. ,. 94 5i. *

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Die Fregatte Volage ist aus Callao, welches sie An⸗ fangs Mal verlassen hat, angekommen. Die neue Constitu⸗ tion von Peru war am 20. April beschworen worden, allein es war zweifelhaft, wie lange sie dauern wuͤrde.

Merico. 8*

Den neuesten Nachrichten aus Mexico zufolge (bis zum

30. Junt) hat sich die innere Ordnung des Freistaates sehr zu ihrem Vortheil geaͤndert. Die Armee ist wohl gekleidet, bewaffnet und besoldet. Auch die Polizei der Hauptstadt hat sich bedeutend gebessert. Die Spanischen Moͤnche, welche exilirt sint, haben Mexico von vielen gefaͤhrlichen und hin⸗ terlistigen Feinden befreit. Bei der bevorstehenden Praͤ⸗ sidenten, Wahl moͤchte wohl General Guerrero zu dieser Wuͤrde befoͤrdert werden.

Haity.

Berichte aus Haity vom 4. Juli (in Londoner Bläͤt⸗ tern) geben eine vollstaͤndige Uebersicht der Grundlage, auf welcher diese Republik von Frankreich anerkannt worden ist. Die einzelnen Punkte dieser Anerkennung wurden der gesetz⸗ gebenden Gewalt der Republik vorgelegt und es scheint aus selbigen hervorzugehen, daß die Haityer in allen ihren Ver⸗ haͤltnissen zu Frankreich, von Seiten der letzten Macht, als zu den am meisten begüͤnstigten Nationen betrachtet werden sollen. Von den finanziellen Huͤlfsquellen Haity's macht man eine sehr unvortheilhafte Schilderung; im Handel soll eine vöͤllige Unthaͤtigkeit herrschen, obgleich nach gewissen Europaͤlschen Manufactur⸗Waaren Frage ist, deren Entbeh⸗ rung taͤglich fuͤhlbarer wird. Die Kaffee⸗Erndte ist nur ge⸗ ringe in Quantitaͤt gewesen, und dieser Umstand, in Verbin⸗ dung mit der Nothwendigkeit, befrachtete Schiffe beladen zu muͤssen, hat den Preis dieses Artikels in die Höͤhe 252 ben. Fast alle im Laden begriffene Schiffe sind nach ver⸗ schiedenen Haͤfen von Frankreich bestimmt.

Wissenschaftliche Nachrichten.

Die, uͤbrigens sehr achtbare, Zeitschrift: Der Staats⸗ mann, von Pfellschifter, enthaͤlt (August⸗Heft 1827. S. 381.) eine hoͤchst seltsame, aus unkundiger Feder geflos⸗ sene Kritik der vom Koͤnigl. Ministerium des oͤffentlichen Unterrichts ausgegangenen Empfehlung der, von den Pro⸗ fessoren Heeren in Goͤttingen und Ukert in Gotha her⸗ ausgegebenen Geschichte der Europaͤischen Staaten. Der Staatsmann haͤlt sich daruͤber auf, daß bei dieser Em⸗ pfehlung geaͤußert worden, „daß die Namen der Herausgeber und Mitarbeiter“ (der Staatsmann fuͤgt hier hinzu; Rot⸗ tek, Muͤnch, Schellner!! „fuͤr die wuͤrdige Ausfuhrung dieses zeitgemäͤßen Werkes buͤrgen. Es ist eine alte Regel,“ (bemerkt er ferner) „die Haut nicht zu verkaufen, bevor