1828 / 246 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Wochen eben dens⸗

setzte ihm nach und biß ihm ein Bein ab; indessen gluͤckte es dem Schiffs⸗Zimmermann, ihm die Hand zu reichen und ihn an Bord zu ziehen. Man brachte ihn nach Sierra Leona, wo ihm vermittest einer Amputation das Leben ge⸗ rettet ward. L-

Vor Fayal wurde neulich der Spantsche Schooner Cor⸗ radino von einem Piraten unter Buenos⸗Ayrischer Flagge angefallen. Außer diesem halten sich noch drei andere Pi⸗ rarenschiffe in der Naͤhe von Terceira auf.

Der Capitain Basil Hall hat seine Fußreisen in den Vereinigten Staaten beendigt; er hat auf diese Weise in 15 Monaten nicht weniger als 16,000 Englische Meilen zu⸗ ruͤckgelegt.

Danemark. 2 Kopenhagen, 6. Sept. In den letztverflossenen Ta⸗ gen sind hier einige Russische Kriegsschiffe vorbeigesegelt,

worunter sich eins befand, das auf 2 Jahre als Wachtschiff

nach Nord⸗Amerika bestimmt war.

Nachdem das Schwedisch⸗Norwegische Geschwader unter dem Ober⸗Befehle des Contre⸗Admirals Nordensköͤld am 22. Junt vom Algier abgegangen, am 3osten dess. M. zu Tunis angekommen 88 am 5. Jult aus letzterm Hafen wieder aus⸗

v ankerte es am 13. Jult zu Tripolis, von wo

es am dest. M. nach Alexandrien abzugehen gedachte.

1b Deutschland. 1 Muüͤnchen, 6. September. Ihre Maj. die Kalserin und Ihre Katserl. Hoh. die Erzherzogin Sophie von Oester⸗ reich sind vorgestern in Tegernsee angelangt, wohin gestern auch Se. Königl. Hoh. der Herzog Wilhelm in Vaiern, Hoͤchstwelcher am Tage vorher hier eingetroffen war, sich begeben hat. vere. Schloß Taris, 4. Sept. Ihre Hoheit die Frau Her⸗ zogin Paul von Wuüͤrtemberg, geborne Prinzessin von Thurn und Taxis, sind gestern dahler gluüͤcklich von einem Prinzen entbunden worden. Die hohe Wöchnerin, so wie der neu⸗ geborne Prinz, befinden sich wohl. 1 Srutrgart, 7. Sept. Se. Königl. Maj. sind diesen Morgen nach Strasburg abgereist, um daselbst Sr. Maje⸗ stͤt dem Koͤnig von Frankreich bei Ihrem gegenwäaͤrtigen dortigen Aufenthalt einen Besuch zu machen. e. Koͤnlgl. Mazestat gedenken uͤbermorgen wieder hier einzutreffen. annover, 9. Sept. Diesen Herbst wird, wie vor zwei Jahren, wieder ein Armee⸗Corps zu Manoͤvern zusam⸗ mengezogen werden. Dasselbe besteht aus 3 Batterien rei⸗ tender und 3 Batterien Fuß⸗Artillerie, 4 Geschuͤtzen; aus 4 Regimentern Cavallerie und aus 6 Regimentern In⸗ fanterie. Am 26sten d. M. erfolgt die Concentrirung des Corps in der Gegend von Liebenau im Hoyaschen, und am 12 Oct. wird das Corps in der Gegend von Syko wieder aufgelöst. Das Corps steht unter den Befehlen des Gene⸗ ral Lieutenants von Hinüber; die Artillerie wird der Oberst⸗ Lieutenant Bruͤckmann commandiren. Die Cavallerie befeh⸗ ugt der General⸗Major van der Pussche und unter demsel⸗ ben, die erste Brigade (Leib⸗Regiment und 2tes Husaren⸗ Repiment) der General⸗Major Graf von Kilmannsegge, die zweite Brigade (Istes und 2tes Uhlanen⸗Regiment) der Ge⸗ neral⸗Major v. el; zugetheilt ist der Cavallerte⸗Division, erste reitende Batterie, commandirt vom Major Wiering. ist in 2 Divisionen, jede von 2 Brigaden eing Die erste commandirt der General⸗ Masor von Berger, die 2te Division defehligt der General⸗ Mazor von Vincke. Die Regimenter sind Behufs der Vor⸗ ten bereits in den Orten zusammen gezogen. ffenbach, 4. September. Die Großherzogl. Mini⸗ fremden Kaufleuten gestattet, waͤh⸗ rend der Fr⸗ Messe dahter verkaufen zu duͤrfen, und dem Ende enlager zu errichten, hat jeder Erwartung man nur hegen konnte, auf das Vollkommenste entsprochen. Ansang dieser Woche ist an unserm Platze ein so Leben eingetreten, wie es wohl noch niemals auf k. sich bemerklich machte. Jede Lokalitaͤt, die sich nur irgend zu einer Waaren⸗Niederlage eignet, befindet sich in Beschlag genommen, und die Miethen sind zu einem so ungeheuren Sene en, daß man fuͤr ein Lokal auf 3 8 Zins 5 F. 85 sonst nur halbes Jahr 2 le Vorräthe der an den Pla gebrachten bestehen vornehmlich in hs Art und in gegerbtem Leder. Eigenthuͤmer der⸗

ter Haͤuser (ein einzl Sa9 ein von cirea den gaasüt ; allein die Vortheile, die J.s; 2.89, B”

und seinem ganzen Näͤhr⸗

stande daraus erwachsen, sind nichtsdestoweniger ee. bar, und werden in der Folge noch bedeutender werden, so⸗ bald das Project, diesen Ort zu einem Meßplatze zu erhe⸗ ben, demnaͤchst und wahrscheinlich bereits bis zu Ostern kuͤnftigen Jahres zur Ausfuͤhrung gebracht seyn wird.

Schweiz.

Zuͤrich, 6. September. Gestern Abend sind Ihre Kai⸗ serliche Hoheit die Frau Großfuͤrsten Helene mit Ihrem Ge⸗ folge hier eingetroffen.

Das Rundschreiben des großen Raths des Kantons Grau⸗ buͤnden an die Raͤthe und Gemeinden desselben, worin ih⸗ nen die Verhandlungen seiner am 9. Juni d. J. eröffneten und am 10. Juli geschlossenen Versammlung kund gethan werden, druͤckt sich uͤber die Entlassung der Koͤnigl. Nieder⸗ laͤndischen Schweizer⸗Regimenter folgendermaaßen aus: „Es ist Euch bekannt, daß unterm 27. Oct. 1815 eine Mllitair⸗ Capitulation zwischen unserm Stande und der Regierung der Nlederlande auf die Dauer von 25 Jahre geschlossen worden war, welche sich also noch bis zum 27. Oct. 1839 erstreckt haben wuͤrde. Dabei war aber durch den Artikel 59. der Niederlaͤndischen Regierung die Befugniß vorbehalten, das Regiment, woran unser Stand Theil genommen hatte, gegen elne Bezahlung de reforme im Verhaͤltniß des Gra⸗ des und der Dienstzeit eines Jeden, auch vor Verfluß des obigen Termins abdanken zu konnen. Nachdem nun bereits seit einiger Zeit glaubwuͤrdige Berichte uͤber die bevorstehende Entlassung der Koͤnigl. Niederländischen Schweizer⸗Regimen⸗ ter im Umlauf waren, ist gerade noch am Schlusse ünserer diesjahrigen Sitzungen den 9. Jull ein Schreiben des Kö⸗ nigl. Niederländischen Gesandten bei der Eidgenossenschaft an den kleinen Rath eingetroffen und uns vorgelegt worden, mit der Anzeige, daß Se. Mag. der König der Niederlande, mit Be⸗ rufung auf den oben angefuͤhrten Artikel 50., den Entschluß ge⸗ faßt habe, die vier in seinem Dienst befindlichen Schweizer⸗Regi⸗ menter auf den 31. Dec. 1829 ehrenvoll zu entlassen. Diese Anzeige ist mit der Versicherung begleitet, daß dieser Ent⸗ schluß bloß durch wichtige Staatsruͤcksichten veranlaßt wor⸗ den sey, zumalen Se. Köͤnigl. Maj. sowohl der erprobten Treue als den uͤbrigen ausgezeichneten Eigenschaften der in ihrem Dienst stehenden Schweizertruppen stets gehuldigt ha⸗ ben, und noch dermalen wie jederzeit ihnen gerne die Lob⸗ spruͤche zollen, die sie in so vielen Ruͤcksichten verdienen, so wie auch Se. Köoͤnigl. Maj. noch dermalen wie immer be⸗ reit seyen, sowohl der Eidgenossenschaft insgesammt als den kapitultrenden Kantonen insbesondere die unzweideutigsten Beweise ihrer Achtung, Geneigtheit und Theilnahme an de⸗ ren Wohlfahrt zu geben.

Geuf, 29. Aug. Die Baͤder von Aix sind dieses Jahr noch lebhafter besucht, als 1827, wiewohl damals die Wit⸗ terung waͤrmer und gleichfoͤrmiger war. Die Administra⸗ tion hat durch neue Anlagen und Anstalten Vieles zur Erhebung von Alr beigetragen. Die Vͤder konnten nun endlich in den Haͤusern genommen werden, neue Spazier⸗ gaͤnge waren entstanden, sogar fuͤr geistige Unterhaltung war durch die Eroͤffnung eines bescheidenen Lese⸗Cabinets gesorgt. Waährend der Sardinische und Toskanische Hof in dem nahen Chambery war, wurde häufig zu den Festen ge⸗ wandert, die dorr rasch auf einander folgten, und bei denen besonders das schoͤne Geschlecht eine bedeutende Rolle spielte. Viele Gaͤste kamen, besonders aus Frankreich, um die öffent⸗ liche Stimmung zu erkunden. Sie fanden sie aber bel des Koͤnigs Gegenwart ganz anders, als sie geglaubt und viel⸗ leicht gehofft hatten. Des Volkes Liebe und Anhaͤnglichkeit an das Regentenhaus sprach sich ungeboten und —. tig aus. Anders gestaltete sich das Badeleben in den Leu⸗ ker Väͤdern in Wallis. Zwar trafen auch hier mehr Göͤste ein als voriges Jahr, und trotz der kuͤhlen Regen⸗Tage that das Wasser haͤufig wunderbare Wirkung. Aber die Admi⸗ nistration laͤßt es sehr sehlen. So ist die Temperatur der Baͤder alle Tage verschieden, was ungemein schaäͤdlich werden kann. Die DuschbadeAnstalten sind weder vollständig noch in gutem Zustande. Die An, und Auskleide Zimmer werden oft schlecht geheitzt. In den alten Bädern dient noch die⸗ selbe Bade⸗Kleldung fuͤr beide Geschlechter. Es fehlt an Spaztergaͤngen, wiewohl sie in dem schoͤnen Wiesengrund lelcht angelegt werden könnten. Gewiß aber ist Leuk noch zu wenig medizinisch bekannt. *

Spanien. Madrid, 28. August. Es ist den EEE“ Apostolischen gelungen, die Errichtung eines Comité's der öffentlichen Wohlfahrt zu hintertreiben, welches mittelst eines Königlichen Deerets in's Leben treten sollte und den wohl⸗