1828 / 249 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ten, sind nach Süd⸗West gesegelt. Das Englische Schiff Medina ging am 3. Aug. nach der Afrikanischen Kuͤste ab. Im Colonial⸗Amte sind Depeschen aus Malta, Gibral⸗ tar und Westindien eingelaufen. Die Yacht Herald, Capitain Astley, wird ausgerüstet, um den Grafen Belmore, welcher neur von Jamaica ernannt ist, nach dieser schiffen. Der Globe bemerkt bei Mittheilung der Nachricht, daß Sir William Knighton vom Continente angelangt sey, dies sey wenigstens die zwanzigste Reise, welche Sir Knighton in dem Zeitraume von zwei Jahren unternommen habe; über seine Ankunft und Abreise von Dower und Calais werde ein tiefes Geheimniß beobachtet. Dies habe zu manchen Ge⸗ ruͤchten Veranlassung g. eebben. Einige meinten, er sey be⸗ stimmt, mit dem Papste uͤber ein Concordat zu unterhandeln, ndere, er in Unterhandlungen mit dem Vater einer jungen und schönen Deutschen Prinzessin, welche dald Groß⸗ britantens Königin seyn werde. ; Am Mittwoch, als dem Kroͤnungs⸗Tage Sr. Maj. des Kaisers von Rußland, feuerten die Russischen Schiffe zu

Plymouth um 11 Uhr eine Salve zu Ehren des Tages ab, worauf alle Britischen Schiffe im Hafen ihre Flaggen auf⸗ ogen.

I. w Da die Periode herannaht, . Sterl. aufhören sollen, so erheden sich viele warnende Stim⸗ men, und halten den Ministern die Gefaͤhrlichkeit dieser Maaßregel vor. Unter anderen zeichnet sich besonders eine Flugschrift von Herrn Horace Herbert aus, unter dem Ti⸗ tel: „Die Gesetzgedung auf Irrwegen”¹. Ein hiesiges Blatt meint jedoch, daß dieses Werk, wenn gleich es gut geschrie⸗ ben sey, doch wenig Eindruck auf die Minister machen werde.

Der Courier sucht dagegen zu beweisen, wie wohlthaͤtig die Bill wegen Abschaffung der kleinen Noten wirken werde. Die Vertheidiger der Fortdauer des Papier⸗Systems, sagt

zu Woolwich um Gouver⸗ Insel uͤberzu⸗

wo die Noten von 1 Pfd.

n, das Land sey gegen die herannahende Veraͤn⸗ —— und sie hald warnend halb triumphi⸗ rend, ob die Minister es wagen wuͤrden, sich jenem Gefuͤhle zu widersetzen, und od es nicht klüger seyn wuͤrde, eine Maaß⸗ regel aufzuschiehen, welche so emeine und unbegränzte Unruhe errege. Wo sind aber die Symptome, welche eine solche Unruhe verkünden? Welches Interesse, mit Ausnahme eines gen, ist der Maaßregel unguͤnstig? Wo sind die

, welche der allgemeinen Verzweiflung zum Hr⸗ gane dienen sollten? eine einzige vom Lande ein, be⸗ vor das Parlament seine Arbeiten beendet und nachdem Hrn.

el’s freie und frühzeitige Erklärung, daß er entschlossen dem Gesetze seinen Lauf zu lassen, jene Maaßregel ver⸗ kündet hatte? Wie Viele bereiten sich jetzt vor, das Unter⸗ haus in seiner näͤchsten Sitzung mit Petitionen anzugehen? Niemand! das Land ist und ruhig.

Bei dem Verkauf der Bibliothek des Herzogs von York ward ein Bericht der Londoner Gesellschaft des Samariter⸗ Hospitals, nur 20 Blätter stark, fuͤr eine Guinee verkauft, weil er die lung von einer außerordentlichen Guͤte und Herablassung Sr. Köͤnigl. Hoh. enthält. Ein Matrose naͤm⸗ lich, welcher sich 2 im Seedienste ausgezeichnet, hatte sich vergeblich um eine Pension bemüht. Traurig und niederge⸗ schlagen über die Fruchtlosigkeit seiner Vemuͤhungen klagte er einst in einem einsamen Theile des St. James⸗Parks über sein hartes al, als ihn ein Herr zu Pferde an⸗ rief und ihn aufferderte, ihm seine Leiden mitzutheilen. Er erzählte seimne Geschichte und sagte unter andern, er sei bei einem Gefechte in Helland in der Nahe des Herzogs von Pork gewesen, als dieser sich in Lebens⸗Gefahr befunden und er habe viel dazu beigetragen, dessen Leben zu retten. De⸗ Herr erklärte, als er dies vernahm, er selbst sei der Herzog von PYork, und bestellte den Matrosen nach seiner Wohnung. Hier wollte denselbden der Portier nicht einlassen, worauf sich der unglückliche fuͤr rt hielt und nach Westindien

er zurüͤckkehrte, wendete er sich an die Samariter⸗ schaft um ung und ein Mitglied derselben schried an den Herzog, um ihn an den Mann zu erinnern. Sogleich Uieß ihn der Herzog in seine eigenen Zimmer kom⸗ men, und wurde durch die wiederholte Crzahlung seines Un⸗ zlücis ha Thränen gerührt. Er verschaffte ihm darauf eine

ee. ena sagt, daß die Regieru Land. anfaͤssig sey, de Dollars

Handel treiben, fordere. „Cpdney“ unterzeichneter Brief, welchen die Mor⸗

8 aufzunehmen verweigert veggetheut wird, tadelt das die es daruͤber geußert

8 3 8 1

hatte, daß dem Lord Byron ein Monument in der West⸗ minster⸗Abtel verweigert worden ist. „Lord Byron“ heißt es in jenem Schreiben, „mag viele Fehler gehabt haben. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber sollen wir den Ge⸗ nius nicht verehren? Sollen wir jugendliche Irrthuͤmer ver⸗ dammen? Soll Englands groͤßester Dichter, soll der Freund der Tugend (denn wer ist der Englaͤnder, der es wagte, ihre Sache von der der Freiheit zu trennen) nicht den ihm ge⸗ buͤhrenden Platz unter den „mit Lorbeern gekroͤnten“ einneh⸗ men? Ein Trost bleibt uns. Ganz Griechenland wird sein Denkmal seyn, wenn der Tempel, von welchem man ihn ausschließt, eine Ruine und ein Grab seyn wird.“

Aus Kingston vom 10. Juli meldet man, daß auf Ja⸗ maica wenige Tage vorher ein bedeutender Erdstoß statt ge⸗ funden hat. 2

Die Bewohner der Insel Guernsey haben Sr. Maj. ein Schreiben zugesendet, worin sie Hoͤchstdieselben dringend ersuchen, auf keinen Fall zuzugeben, daß die dorthin gekom⸗ menen Jesuiten sich daselbst ansässig machten, um ein Je⸗ suiten⸗Collegium zu stiften.

Ein mit Auswanderern besetztes Schiff ist auf dem Wege nach America untergegangen, wobei 17 Menschen ums Le⸗ ben kamen. Die Uebrigen hat das Schiff Tyne aufge⸗ nommen.

Auf der von Bristol nach Sierra⸗Leona gehenden Brigg Thetis zettelten 4 Matrosen, Portugiesen, eine Meuterei an. Sie verwundeten viele von der Mannschaft und steckten zu⸗ letzt das Fahrzeug in Brand, worauf sie sich in einem Boote entfernten. Der Capitain Baylie mußte mit seinen Leuten ebenfalls in ein Boot springen und sich ohne Nahrungs⸗ mittel und frisches Wasser der Vorsehung überlassen. Nach mehreren Tagen fand ihn die Brigg⸗Cognle, welche ihn aufnahm und nach Baltimore brachte.

Der neue Methodisten⸗Club zu Leeds, welcher gegen alle Veraänderungen protestirt, durch welche die urspruͤngliche Einfachheit der methodistischen Lehre verwischt worden ist, hat sich den Namen der Wesleyanischen protestantischen Me⸗ thodisten gegeben. Er hat einen Ausschuß gebildet, um sich mit den verschiedenen Gesellschaften des vereinigten König⸗ reichs in Verbindung zu setzen, und wo moͤglich die Grund⸗ saͤtze John Wesley’s überall zu verbreiten. Nach der Times belauft sich die Zahl dieser Separtisten zu Leeds allein auf 2000, und möchte im ganzen Koͤuigreich bald auf 30,000 anwachsen.

Die Subscription fuͤr das Köͤnigs⸗Collegium beträͤgt jetzt 168,000 Pfd. Sterl. Es wird wahrscheinlich im Re⸗ gents⸗Park erbaut werden.

Herr Hutchinson soll Herrn Shiel wegen dessen zu Muͤnster gegen ihn gehaltener Rede eine Herausforderung zugeschickt haben. Ein Correspondent des be widerspricht indessen dieser Angabe.

Graf Glengall, Oberst der Miliz von Tipperary, hat seinen Untergebenen die Erlaubniß verweigert, an dem gro⸗ hen Mittagsfeste der Provinz Muͤnster Theil zu nehmen.

Marokkanische Kreuzer haben bereits vor dem 16. Au⸗ gust das von Villanore nach Dublin gehende Schiff John and Robert genommen und nach Sallce gebracht.

Das Schiff Entreprise, welches auf den Wallfischfang nach der Davis⸗Straße gegangen war, ist an einem Eis⸗ berge gescheitert. Der Capitain hat sich mit der Mannschaft gerettet. Die Nachrichten uͤber den Wallfischfang lauten unguͤnstig.

Laut Nachrichten von Bahia bis zum 16. Juli war das circulirende Geldmittel jener Provinz in dem ungeordnet⸗ sten Zustande. Die circulirende Münze, welche die Regie⸗ rung fuͤr gute Muͤnze und Paplere auswechseln wollte, war fruͤher auf eine Million angeschlagen worden, und die Re⸗ gierung ergriff nach dieser Berechnung ihre Maaßregeln. Spaͤter fand sich, daß der wirkliche Betrag 2 Millionen war, so daß also die Halfte unliquidirt bleibt; 500,000 Pfd. St. des nicht gewechselten Geldes sind Britisches Eigenthum. Der Englische Gesandte zu Rio hat erklärt, er könne in der Sache Nichts thun.

London, 10. Sept. Der Herzog von Clarence war vor einigen Tagen unwohl, doch hat sich sein Befinden schon sehr FeKge

er Herzog von Wellington hat sich zum Grafen von Westmoreland nach Apthorpe begeben.

Der Herzog und die Herzogin von St. Albans sind vom Continente zuruͤckgekehrt.

Man erwartet zu Devonport noch 800 Portugiesische Fluͤchtlinge aus Spanien und Portugal.

Die Blbel⸗Gesellschaft von Staffordshire hat im vorigen hre 594 Bibeln und 534 Testamente vertheilt. 8 8 8