1828 / 255 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

cKdͤa diese gerade, jenige vorschreibt,

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Professoren und Lehrer sowohl an den Unterrrichts⸗Anstalten t. 3 2 8 8 che Unter der Universitaͤt stehen, als bei geist⸗ 8 ichen Schulen, zur Abgabe der Erklaͤrung, daß sie keiner 85 gelsgwidrigen geistlichen Corporation angehoͤren, azuhalten, * Quotldienne zu folgenden laͤcherlichen Benerkungen beeeas. Nachdem wir schon fruͤher erklaͤrt haben, daß mit jenem Rundschreiben die religioͤse Verfolgung beginne, bliebe uns jetzt nur noch zu beweisen, daß die darin vrfuͤgte oͤf⸗ fentliche Inquisition eine Gottlosigkeit ist. Es legt in der That darin eine Art Abschwoͤrung der katholischer Religion, als ein Mittel der Vervollkommung, das⸗ vorschre was die Minister verwerfen; (1) es liegt darin eine offenbare Trennung der Kirche vom Staate, und wir beharren daher bei unserer Meinung, daß die muthige eigerung, welche das Ministerium von Seiten aller Chri⸗ G 2 die der geistlichen Autoritaͤt treu bleiben, erfahren duͤrfte, Irn

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fuür dasselbe ein heilsamer Wink seyn wird. Das Verlangen

eines Eides war in den Jahren 1791 bis 1792 für Frank⸗ reich das Zeichen großer Truͤbsale, und die Erinnwung daran haͤtte die Minister billig abschrecken sollen. Ater es giebt Menschen, fuͤr welche die Geschichte nicht hiweichend ist; sie verlangen haͤrtere Proben, und die Erfahring ist noch dazu nicht einmal immer eine Lehre.“

Die Quotidienne hatte in ihre Blaͤtter van 13. und 15ten d. M. ein Schreiben des Bischofs von Bayonne auf⸗ genommen, worin dieser Praͤlat die beiden Verordnungen wegen der kleinen geistlichen Schulen bekaͤmpft. Der Con⸗ stitutionnel bemerkt in dieser Beziehung in seinm gestrigen Blatte: „Laͤcherlichkeiten werden in Frankreich schnell alt; der angebliche Kampf des Episcopats gegen die Verordnun⸗ gen vom 21. April und 16. Juni ist bereits vergessen. Die Kaͤmpfer der Priester⸗Parthei lassen sich zwar noch verneh⸗ men, aber man hoͤrt nicht mehr auf sie. Auch kommt der Herr Bischof von Bayonne mit seinen Webklagen etwas hinten nach. Das apostolische Blatt, das neuerdings seine Spalten mit diesem unnuͤtzen Wuste anfuͤllt, haͤtte besser ge⸗ than, irgend etwas anderes, und waͤren es auch nur Buͤ⸗ cher⸗Anzeigen, zu geben. Die ganze Angelegenheit ist so gut als beendigt. Der groͤßte Theil der Bischoͤfe hat bereits ge⸗ horcht oder ist im Begefff es zu thun. Wenn einige noch in ihrer Hartnaͤckigkeit beharren, so wird man ohne sie fer⸗ tig werden. Sehen sie denn nicht, daß Niemand ihnen Un⸗ terstuͤtzung leiht; selbst ihr geistliches Oberhaupt, der Papst, dem sie, wie man sagt, darum angelegen haben, eine Bulle gegen die gedachten Verordnungen zu schleudern, hat seine hohe Wuͤrde bei diesem unverstaͤndigen Streite nicht compro⸗ mittiren wollen. Die dissidirenden Bischoͤfe, wenn es deren noch einige giebt, moͤgen also den Staat in Ruhe lassen und in ihre Kirchen zuruͤckkehren, wohin die Glaͤubigen sie rufen und wozu die weltliche Macht sie auffordert. Was den Hrn. Abbé von Astros, Bischof von Bayonne, der seinen muthi⸗ gen Widerstand gegen das weltliche Oberhaupt von jesuiti⸗ schen Blaͤttern ruͤhmen laͤßt, insbesondere betrifft, so ra⸗ then wir ihm, als Uebung in der Demuth, die pomphafte Rede zu lesen, welche er in der Kirche zu Unserer lieben Frauen am 15. August 1807, als am St. Napoleons⸗Tage „uͤber die Wiederherstellung der Religion in Frank⸗ reich“ hielt. Diese nuͤtzliche Lectuͤre wird ihn an seine Tha⸗ ten aus einer anderen Epoche erinnern, und ihn zugleich uͤberzeugen, wie sehr er noͤthig habe, sein Leben nicht unnuͤz⸗ zer Weise den oͤffentlichen Blicken Preis zu geben, vorzuͤglich aber seine unvorsichtigen Freunde zu ersuchen, das ihm ge⸗ spendete Lob einigermaßen zu ermaͤßigen.“

Das Journal des Débats nimmt bei einer wiederholten Anzeige der (auch von uns bereits eerwaͤhnten) Geschichte der Zestieen von Tabaraud Veranlassung, eine weitlaͤuftige Cha⸗ rakteristik dieses vielbesprochenen Ordens zu geben. „Im 16ten Jahrhundert“ heißttes darin, „sah die paͤpstliche Herr⸗ schaft, durch die Angriffe des entstehenden Protestantismus in ihren Grundfesten erschuͤttert, sich fast ohne Vertheidiger. Die Bettelorden, diese alten Soldaten der Roͤmischen Kirche, hatten ihr Ansehen verloren; der gewoͤhnliche Clerus, reich und gut dotirt, erschlaffte in der Ruhe. Um die Ketzerei zu bekaͤmpfen, haͤtten Predigt, Gebet, Umwandlung der Sitten und Berufung eines Kirchen⸗Conciliums ohne Zweifel hinge⸗ reicht. Solcher Mittel bediente sich die Kirche in ihren schoͤ⸗ nen Tagen. Damals aber setzte der Roͤmische Hof, mit weltlicher Politik beschaͤftigt, wenig Vertrauen in so friedliche Mittel. Zur Vertheidigung seiner Macht bedurfte er einer thaͤtigen, unerschrockenen Miliz, welche, der strengen Disci⸗ plin der Moͤnchsorden unterworfen, dennoch mitten in der Welt leben, und deren Ton nnd Sitte annehmen konnte. Die Paͤpste besaßen auch stehende Heere, und sogar mitten in den Staaten ihrer Feinde. Die Jesulten drangen allent⸗

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halben hin und verbreiteten ultramontane Grundsaͤtze. Stets haben sie die Geschmeidigkeit und die Listen der Italiaͤnischen Politik bewahrt, von der sie geschaffen wurden. Fuͤr ein durchaus weltliches Interesse errichtet, benahmen sie sich als Weltmaͤnner. Sie sollten nicht die Heiden bekehren, sondern sie durch Schmeichelei gewinnen, nicht die von Ketzern irre geleiteten Geister unterrichten und aufklaͤren, sondern eine blinde Unterwerfung hervorbringen und den Aberglauben aufrecht erhalten, auf den sich die weltliche Macht der Paͤpste stuͤtzte, mit einem Worte, ihr Auftrag war, alles zu entnerven, um Alles zu beherrschen. Ob die Religion da⸗ bei gewinnen oder verlieren moͤchte, darauf kam es nicht an. In dem ganzen Verlauf ihrer Geschichte erkennt man das

Gepraͤge des Geistes, in welchem sie gegruͤndet wurden. Mit

List und mit Kuͤnsten der Politik wollen sie die Angelegen⸗ heiten der Religion leiten. Weltklugheit ist ihr einziger Fuͤh⸗ rer, und diese ist bei ihnen nicht frei von Machiavelismus. Oft glaubt man sich zan die kleinen Italienischen Hoͤfe des l15ten und 16ten Jahrhunderts versetzt. Die Ohren,Beichte ist ein sicheres Mittel fuͤr ihre Herrschaft, und durch leichte Absolution bewahren sie sich das Monopol derselben. Aus einer strengen, rein geistigen machen sie eine angenehme, ganz aͤußerliche Religion, welche die Gemuͤther verfuͤhrt und er⸗ weicht, und sie ohne Schutz der priesterlichen Gewalt uͤber⸗ giebt. Sucht man in dem Jesuiten⸗Orden eine rein religioͤse Institution, so begreift man ihr Betragen nicht; sie scheinen vielmehr die ersten Grundsaͤtze des Christenthums vergessen zu haben. Betrachtet man ihn aber als ein politisches In⸗ stitut, so wird alles klar. Sie betrachten die Religion als eine weltliche Sache. Ihre innere Polizei, die geheimen Statuten, eine strenge Verfassung, welche alle Glieder der Gesellschaft durch das Band eines unbedingten Gehorsams an einen absoluten Herren bindet, wird dann ganz erkläͤrlich. Die Italienische Politik des 16ten Jahrhunderts hat ihnen ihre Gesetze gegeben, und die Politik ist es auch, welche sie noch jetzt aufrecht erhaͤlt.“ Großbritanien und Irland. 3 London, 13. Sept. Nach den Angaben des Alder⸗ man Wood, in dessen Bericht an den Polizei⸗Ausschuß, be⸗ steht die Polizei von London aus 1000 Personen, naͤmlich aus 437 Constables, 468 Nachtwaͤchtern, 63 Patrouillen Wund 34 Buͤtteln, und belaufen sich, mit Ausnahme der Con⸗

stables, die jährlichen Ausgaben auf 40,000 Pfd. Sterling

oder fuͤr den Mann auf etwas weuniger als 70 Pfd.

Nach vorhergegangener oͤffentlicher Bekanntmachung er⸗ schien dieser Tage ein Geistlicher, Namens Smith, auf dem Platz, wo das abgebrannte Braunschweiger Theater gestan⸗ den hatte, um dort in einer Rede zur Erbauung einer Kirche auf derselben Stelle, vermittelst Unterzeichnungen, aufzufor⸗ dern. Ein heftiger Regen aber trieb sein aus 5 oder 600 Personen bestehendes Auditorium, nachdem es seine Worte nur einige Minuten mit hatte, aus einander, und vereitelte fuͤr diesmal seine fromme Absicht.

Nichts (sagt der Globe) spricht mehr fuͤr die gluͤckli-

chen Resultate, die in Irland aus der Befolgung eines ge⸗ rechten Systems gegen dieses Land hervorgehen muͤssen, als die große Populaͤritaͤt, welche sich schlichte Englaͤnder erwor⸗ ben haben, die die Pflichten ihrer hohen Aemter mit ganz gewoͤhnlicher Gerechtigkeit ausuͤben. Lord Anglesea ist offen⸗ bar ein Mann von gesundem Menschen⸗Verstande und recht⸗ lichem Gefuͤhl und besitzt das große Verdienst der Einfach⸗

heit und Anspruchlosigkeit; und doch wuͤrden seine Verdienste

ihm auf irgend einem Posten in England keine besondere Popularitaͤt erworben haben nicht weil sie unwichtig, son⸗ dern weil sie nicht ungewoͤhnlich sind. Herrn A. Popularität ist noch merkwuͤrdiger ein schlichter, achtungs⸗ werther Rechts⸗Gelehrter, mit gesundem Billigkeits⸗Gefuhl, ohne die mindesten glaͤnzenden Talente, der sich immer ge⸗ recht und verstaͤndig zeigt, und sich nicht um polirische An⸗ gelegenheiten bekuͤmmert, ist keine seltene Erscheinung in England. In Irland scheint er zu dem Grade slentlicher Gunst gelangt zu seyn, den man hier einem auslaͤndischen Sänger gewahren wuͤrde. Im Ganzen verdient bemerkt zu werden, daß die Irischen en mit der Verwaltung der Gerechtigkeit von Seiten der hoͤheren Beam⸗ ten und besonders der, in der letzten Zeit gewaͤhlten, zufrie⸗ den sind, so wie mit der Verwaltuüng in den Abtheilungen fůr die jaͤhrlichen Staats⸗Einnahmen, und besonders mit den kuͤrzlich hierin vorgegangenen Veraͤnderungen; auch geben sie der Regierung und dem Zustande des Gemeinwesens ih⸗ ren Beifall, mit Ausnahme der Gesetze, durch welche sie als mißvergnuͤgte Unterthanen bezeichnet werden. Dieses sind Thatsachen, welche keineswegs ein unruhiges und unlenksames Velo anzeigen, und uns kein Recht geben, mit manchen

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