1828 / 256 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

schweifen, bewohnte. Gegen den Anfang des sechsten Jahr⸗

hüunders begannen sie ihre Einfaͤlle in das Land der Parther;

waͤhrend des 10. u. 11. Jahrhunderts waren sie die Huͤlfstruppen der Sarazenen, und wurden sogar, vermöͤge ihrer Treue und Tapferkelt, die Leibgarden der Chalifen. Dieses verschaffte ihnen bald Einfluß und hoͤhere Wichtigkeit, und eben deshalb konnte es um so leichter geschehen, daß eins ihrer Oberhaͤup⸗ ter, unter dem Titel Emir al Omrah, sich zum hoͤchsten Range erhob, dagegen den Chalifen nur ihre geistliche Wuͤrde und einen Titel ohne Macht und Einfluß ließ. Andere Tuͤrken vom Seldschuckischen Stamme in Tur⸗ kistan machten sich zu Herren Persiens so wie anderer Provinzen von Klein⸗Asien, wurden jedoch aus denselben im sechszehnten Jahrhundert durch die Mongolen wieder ver⸗ trieben. Nach der Aufloͤsung des großen, von Dschingis⸗ Chan gestifteten Reiches setzten sich zu Anfange des dreizehn⸗ ten Jahrhunderts wieder andere Tuͤrkische in dem Gebirge Taurus fest; noch andere gruͤndeten in Ost⸗Asien kleine Staaten, von denen der von Coani (Iconium) der bekannteste ist. Der Sultan Aladin von Coani starb 1289 und seine Staaten fielen dem Osman oder Othman, der den Titel eines Sultans annahm, als Erbschaft zu. Dieser eroberte bald nachher Bithynien und muß als der Gruͤnder des Türkischen Reichs und der Dynastie der Osmanen be⸗ trachtet werden. Sein Nachfolger Orkan nahm die Pro⸗ vinzen Cappadocien, Nikomedien und Nicaͤg dem Griechischen Reiche ab, und heirathete die Tochter des Griechischen Kai⸗ sers Kantakuzeno. Seine Residenz war Bursa in Klein⸗ Asien. Er setzte zuerst, unter den Befehlen seines Sohnes Soliman, Tuͤrken uͤber den Hellespont, und Gallipoli fiel in seine Haͤnde. Aber Orkan war nicht bloß Eroberer; er dachte auch darauf, diese zu sichern. Deshalb verband er nicht allein selbst sich mit der Tochter des Griechischen Kai⸗ sers, sondern ermunterte auch die Prinzen, so wie die An⸗ fuͤhrer seines Heeres, die Wittwen der uüͤberwundenen Grie⸗ chen zu heirathen, errichtete eine gelehrte Schule zu Bruke, fuͤhrte eine strengere militairische Disciplin ein, und zeigte in Allem das Bestreben, die rohe Nation, deren Chef er war, moͤglichst zu civilisiren. Noch groͤßere Eroberungen machte jedoch Amurat I., denn er verband mit seinem Reiche allein in Europa Thracien, Macedonien und einen Theil von Ser⸗ vien und Albanien. 1361 nahm er seine Residenz zu Adria⸗ nopel. Er stiftete das Corps der Janitscharen, und das im Orient noch bestehende Feudal⸗System ist sein Werk. Sein Sohn Bajazeth I. bezwang 1390 den Rest von Anatolien und Griechenland. 1396 schlug er bei Nikopolis Sieg⸗ mund, Koͤnig von Ungarn, ward aber im Laufe sei⸗ ner Siege durch den Eroberer Timur oder Tamerlan unterbrochen. Denn dieser schlug ihn 1402 bei Anguri in Klein⸗Asien in einer ungeheuren Schlacht, in welcher die Zahl der Kaͤmpfer sich auf 1,200,000 belaufen haben soll. Drei Jahre spaͤter starb Bajazet und hatte zum Nachfolger seinen Sohn Muhamed den 1sten, der die Wallachei, Bul⸗ garien und Servien zinsbar machte, und 1415 bis an die Graͤnzen Deutschlands mit seinem Heere kam. Er unter⸗ nahm zuerst einen Krieg zur See gegen die Venetianer, un⸗ terlag aber diesen in dem Treffen von Gallipoli. Mahomet starb 1421 und Amurat der zweite, e sten, den die Tuͤrken gehabt haben, folgte ihm. den Griechen alle Gegenden und Oerter am Meere und den Thrazischen Kuͤsten, in Macedonien und Thessalien, er zerstoͤrte die Mauer und die Castelle, welche sie bei Korinth errichtet hatten und drang verheerend bis in das Innere des Peloponnesus. In Asien eroberte er Smyrna und andere wichtige Plaͤtze, kehrte darauf nach Europa zu⸗ ruͤck und beschraͤnkte den ganzen Besitz der Griechen auf Konstantinopel. Er kaͤmpfte mit Hunyades, bestegte 1442 Ladislas, Koͤnig von Ungarn und Polen, der dem Griechi⸗ schen Kaiser zu Huͤlfe gekommen war, und vernichtete auf solche Weise die letzten Hoffnungen der Ost⸗Roͤmischen Regenten. Amurat war derjenige Eroberer, welcher die Macht der Tuͤrken am meisten befoͤrderte. Von nun an war der gaͤnz⸗ liche Fall des Griechischen Kaiserthums nicht mehr zweifel⸗

Er nahm

chen jetzt die Kirghisen, Bulgaren und Turkomannen herum⸗

EE111A4A“*“ 1 †. haft und dieser erfolgte durch seinen Sohn Muhamed den 2ten, der 1453 sich in den Besitz von Konstantinopel setzte.

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Konigliche Schausplele.

Mittwoch, den 24. Sept. Im Schauspielhause, auf Begehren: Nathan der Weise, dramatisches Gedicht in 5 Ab⸗ theilungen, von G. E. Lessing.

In Potsdam: Das Fruͤhstuͤck der Junggesellen, Sing⸗ spiel in 1 Aufzug, aus dem Franzoͤsischen üͤbertragen von

C. Herklots. Musik von Nicolo Isouard. Hierauf: Die beiden Tanten, komisches Ballet in 2 Abtheilungen, arran⸗ girt vom Koͤnigl. Balletmeister Titus. Musik von Gyrowetz. Donnerstag, 25. Sept. Im Schauspielhause: Partheien⸗ wüth, Original⸗Schauspiel in 5 Abtheilungen, von Ziegler. 89

Fbnigsstidtsches Theater, 8S.

Mittwoch, 24. Sept. Zum Erstenmale: Verstand und gen Lustspiel in 1 Akt von Steigentesch. Hierauf, zum rstenmale: Mar Helfenstein. Lustspiel in 2 Akten von A. v. Kotzebue, Zum Beschluß, zum Erstenmale: Die vorneh⸗ men Heirathen. Vaudeville⸗Posse in 1 Akt von Louis An⸗

gely.

Donnerstag, 25. Sept. Die Papagoye. Hierauf: Die

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umgeworfenen Wagen. Komische Oper in kten; Musik

von Boyeldieu. (Letzte Vorstellung dieser Oper.)

er liner Börse. 1 4 Den 23. Sept. 1828.

Amtl. Fonds- und Geld-Cours- Zettel. (Preufs. Cour.) IAIETen.

EaAEmnn Geld.]

St.-Schuld-Sch.] 4 93 8 93 sPomm. Pfandbr. 7 s105 (1077 Pe. ae1 Ann 18, 3 103-1 Kar a enede 4 1103 11032 Pr. Engl. Anl. 22 5 103 ½. Schlesische do. 4 106 B0.Ob. incl Litt. I 2 99 [pPomm. Dom. do. 5 1 9 Kurm. Ob. m. l. C. 4 92 ½ Märk. do. do. 5 1 2 Neum-Int. Sch. do. 4 92 ½ 92¼ [O.tpr. do. do.] 5 1061 105 Berlin. Stadt-Ob. 5 103 ¾ .“ 54 ½ 54 dito dito 4 100 ¾ 99 ¾ [ do. do. d. Nmk. 54 ½ 54 F 1 Könitabs. do. 4 92 [Zims-Sch d. Kmk] —- 55 ½ 55 Elbinger do. 5 102 dito d. Nmk] —- 55 ½ 55 8 Danz. doe. in Th. Z. 32 ½ Westpr. Pfdb. A. 4 97 ½4 ☛½ dito dito B. 4 97 ½ HoHl. vollw. Duc.] Groschz. Pos. do. 4 100¾ 100 Friedrichsd'or. †— Ostpr. Pfandbrf. 4 98

Wechsel- und Gelad-Cours. Preuss Cour.

einer der groͤßten Fuͤr⸗

Schwarzen

(Berlin, den 23. Sept.) vrief. dcla Amsterdam rh on Mer 250 Fl Kurz 142 EEEE 250 Fl. [2 Mr. , EE“ 300 Mk. [Kurz 150 ½ EEEEEn“ 300 Mk. [2 Mr. 150 ¾ F. 1 184. 3 n. 69081 EEEWEEe11“—“] 300 Fr. 2 WWEe“ 150 Fl. [2 Mt. 103 ½ NZ 150 Fl. [2 Mt. 103 ½ TE11I“ 100 Thl. 2 Mr. ü LS.EZö1.“ Soh . U⸗,o. 103⁄ Frankfurt a. M. WVZ.. . . . .. 130 FI. 2 Mt. 103 Petersburg. DI. gINM 100 Rbl. 3 Wch. 29 ¾ i, vn w vh. üe 2 . 100 Rbl. 3 Weh.† y— GAa 8 8 qCuswärtige Rörsen. ꝗꝗꝙ☛

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Berichtigung. - . Im gestrigen Blatte dieser Zeitung Artikel Verlin (S. 82 1 24 Sp. 2. Z. 29 v. o.) l. „Psychologie“ st. „Phystc“, ogie.“

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