1828 / 264 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Beobachtung in diesem Falle um so noͤthiger gewesen re, da, dem Vernehmen nach, waͤhrend der Fahrt der Fregatte 4 Individuen von der Schiffs⸗Mannschaft am schwarzen Erbrechen gestorben sind. Die uͤbrige Mann⸗ schaft und die Passagiere sind nichts desto weniger ans Land gesetzt worden. Die Bestuͤrzung und der Unwille der Ein⸗ wohner von Cadix uͤber dies Verfahren der Franzoͤsischen Militair⸗Behörde ist um so groͤßer, da die dermalige Jah⸗ reszeit und Witterung am meisten geeignet ist, den minde⸗ sten Keim einer Epidemie weiter zu verbreiten. Der Schrek⸗ ken hat sich selbst bis nach Sevilla verbreitet, und man mel⸗ det von da, daß mehrere Personen sich anschickten, die Stadt zu verlassen, in der Meinung, daß zu Cadix selbst bereits Nnnchen einer Epidemie verspuͤrt wuͤrden. Tuͤrkei und Griechenland. Der Oesterreichische Beobachter enthaͤlt folgendes Schrei⸗ aus Korfu vom 11. September: Briefen aus Prevesa vom 8ten d. M., welche heute hier eingelaufen sind, zufolge war Veli⸗Bei Jazza (dessen Aussoͤhnung mit dem Seraskier thin gemeldet worden) am 5. September Abends zu Pre⸗ a eingetroffen, und hatte einem seiner dort vor Anker lie⸗ kenden Kriegs⸗Fahrzeuge sogleich Befehl ertheilt, von dem ort Pantokratora bis in die Nähe der Insel Santa Maura kreutzen, da er das Erscheinen Griechischer Schiffe be⸗ chte. Es waren nämlich, nach mehrseitigen uͤbereinstim⸗ menden Nachrichten, mehrere, jedoch kleine Fahrzeuge, als Misticks u. dgl., unter den Befehlen des beruͤchtigten Anton dassano (dessen Sohn sich seit laͤngerer Zeit in Korfu be⸗ ndet, und dessen uͤbrige Familie taͤglich aus Ancona erwar⸗ tet wird), zu Mitika eingetroffen, welche daselbst die An⸗ kunft des Fuͤrsten Demetrius Ypsilanti mit seinen Truppen von Megara zu erwarten schienen, um dann zu Lande und See gegen Prevesa zu operiren*). Am 6ten Morgens befbta⸗ Veli⸗Bei die Festungswerke von Prevesa, und be⸗ fahl sogleich, die Position von Scalle einer Felsen⸗Insel, am Eingang des Golfs von Prevesa zu befestigen. Am Sten Vormittags erschien daselbst ein Aufruf, worin alle dortigen Einwohner, Türken sowohl als Griechen, aufgefor⸗ dert wurden, bei Errichtung der Batterien auf Scalle Ar⸗ beit zu leisten. Außerdem verlangte Veli⸗Bei von den Ein⸗ wohnern von Prevesa eine neue Anleihe von 50,000 Tuͤrki⸗ schen Piastern, und erließ am 7ten den Befehl, daß jedes In⸗ dividuum in besagter Stadt, welches uͤber 16 Jahr alt ist, einen Spanischen Thaler Steuer bezahlen solle. Zu Arta und in den umliegenden Ortschaften war die Ruhe wieder hergestellt, und die Einwohner kehrten wieder in ihre Heimath, die sie waͤh⸗ rend der Fehde zwischen Veli⸗Bei und dem Seraskier, Re⸗ schid⸗Pascha, verlassen hatten, zuruͤck. Der Seraskier hatte in den letzten Tagen des August Truppen gegen Zagori (noͤrdlich von Janina) abgeschickt, um eine Bande von Raͤu⸗ dern, die in jener Gegend ihr Unwesen trieb, zu zuͤchtigen. Das Haupt dieser Bande soll ein Tuͤrke, Namens Alico Lamca seyn, der ehedem in Anatolico kommandirte. Dieser hatte sich bei Annaͤherung der Truppen des Seraskiers in ein Kloster in der Naͤhe von Zagori geworfen, wurde aber daraus vertrieben, und zog sich in ein Dorf in den Gebir⸗ gen, acht Stunden von Janina entfernt, zuruͤck. In einem fruͤheren Gefechte hatte dieser Raͤuber⸗Haͤuptling funfzig Mann verloren. Es hieß zu Prevesa, alle Albanesischen Haͤuptlinge haͤtten eine Bittschrift an die Pforte gerichtet, worin sie Klage gegen Reschid⸗Pascha fuͤhren, und bitten, ihn durch e, Vrione zu ersetzen, der, als Albane⸗ ser, weit besser ihre Sitten und Gebräͤuche kenne. Auch der bekannte Albaneser⸗Haͤuptling Silichtar Poda soll diese Bitt⸗ schrift unterschrieben haben. Ueber General Church (der auntlich in West⸗Griechenland kommandirt) wird in den riefen von Prevesa gemeldet: „Am Montag, den 1. Sep⸗ tember Morgens, ließ General Church saͤmmtliche Capitaine zu sich bescheiden, um ihnen einen sechswoͤchentlichen Sold auszuzahlen. Diese Capitaine verlangten den schriftlichen Auftrag des Grafen Capodistrias, kraft dessen blos eine sechs⸗ woͤchentliche Löhnung ausgezahlt werden sollte, zu sehen. Hierauf ließ General Church dieses Dokument vom Bord

*) Die neuesten Zei en aus Aegina, die bis zum 13. August reichen, EE einer golchen Expedition des General Postlanti nach Wes⸗Griechenland (Anmerk. des Deßfer⸗ reichischen Beobachterszs.

des Griechischen Dampfschiffes holen, und die Capitaine schie⸗ nen sich zufrieden zu geben. Nachmittags versammelten sich aber

ihnen einen dreimonatlichen Sold zu bezahlen. Das Dampf⸗

schiff und die Misticks, welche den Aufruhr gewahrten, rich⸗

teten ihre Batterien gegen die Rebellen, und erwarteten nur. 7 einen Wink des General Church, um auf sie zu feuern. Die⸗

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egen 1500 Griechen vor der Wohnung des General Church, um ihn mit den Waffen in der Hand zu zwingen,

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ser sandte seinen Adjutanten, um die Aufruͤher zu beruhigen,

der aber, nebst seinen Gefaͤhrten, sehr mißhandelt wurde.

Nun eilten die Capitaine herbei, und versprachen den Meu-

terern den verlangten Sold, worauf die Ruhe wieder herge⸗

stellt ward. Zu Mitica hieß es, General Church sey geson⸗

nen, nach Aegina zu gehen, da er nicht ferner unter solchen

Aufruͤhrern bleiben wolle. General Church ist wirklich vor

einigen Tagen zu Santa Maura angekommen, und hat sich

daselbst mit de lischen Residenten, Capitain Maclean besprochen.

VVorgestern, 9ten Abends, traf die Franzöͤsisch Kriegs⸗Goelette Artesienne, Capitain Miegeville, von Brin⸗ dise kommend, hier ein; sie bringt Depeschen fuͤr den Grafen

Guilleminot, dem sie, nach einem Aufenthalt von wenigen

Stunden auf hiesiger Rhede, nachsegelte.

Inl and.

Leeae;, Berlin. Indessen die ausfuͤhrlicheren Berichte uͤber

die Beschaͤftigungen der Deutschen Naturforscher und vae,; 82

die juͤngst in Berlin versammelt waren, noch vorbehalten 6

bleiben muͤssen, theilen wir unsern Lesern hier nachtraͤgli noch die Abschiedsworte mit, die Herr Professor v. Martiu aus Muͤnchen, als voraͤhriger Geschaͤftsfuͤhrer bei de Schluß der oͤffentlichen Sitzungen am Alsten v. M., i Namen der Gesellschaft gesprochen hat.

Die Gefuͤhle der innigsten Dankbarkeit gegen Sie, ver⸗ ehrteste Herren Geschaͤftsfuͤhrer, Gefuͤhle, welche Alle bele ben, denen das Glüͤck zu Theil wurde, dieser denkwuͤrdigen Versammlung der Naturforscher und Aerzte in Berlin bei zuwohnen, erheischen einen allgemeinen Ausdruck, und i wage es daher, im Namen der Gesellschaft ster Brust und mit geruͤhrtem Herzen darzubringen. die Versammlung nicht nur eine vollkommene Erreichun ihrer Zwecke nnd Wuͤnsche, sondern auch vielfache Genüͤsse womit Sie uns hlier in der Hauptstadt Borussias entgegen gekommen.

Ewig theuer und unvergeßlich wird uns Allen die Erin nerung an den feierlichen Augenblick seyn, da Deutschland vereinte Naturforscher, den Pohenpriester ihrer Wissenschaft an ihrer Spitze, persoͤnlich jenen belehrenden, maͤchtig erhe⸗ benden, hinreissend ergreifenden Einfluß uͤben fahen, wodur er bisher vom Nachbarlande aus wie das Licht in die Ferne,

auf jeden Einzelnen wohlthaͤtig wirksam, Alle erleuchtet uns 8

erwaͤrmt hat.

Sie, sein und unser edler Freund, der Sie in den bren⸗ nenden Wuͤsten Afrika's die heiterste Froͤhlichkeit eines von der Wissenschaft durchdrungenen Gemuͤthes bewahrten, h. ben in diesem Sinne mit rastloser Thaͤtigkeit die schoͤnst Bluͤthe geselliger Annaͤherung und freundschaftlicher Gefuͤhle in dem zahlreichen Kreise geweckt, der Sie umgiebt; neh⸗ men Sie von uns Allen die Empfindungen der regsten Dank⸗ barkeit an!

ihre harmlos⸗schoͤnen Zwecke gethan haben, geschah unter den Augen und mit der gnaͤdigsten Billigung eines hochher⸗ zigen Monarchen, der den herrlichen Beruf, Vater eines ed⸗

len und ihn anbetenden Volkes zu seyn, schmuͤcket, durch —2 hoͤchste Liebe fuͤr Wahrheit und Wissenschaft, der ihn ehret durch die erhabene Fuͤrsorge, das Reich der Wahrheit und Wissenschaft zu erweitern. Die Gesellschaft Deutscher Na⸗ turforscher und Aerzte bittet Sie, hochgeehrteste Geschaͤfts⸗ fuͤhrer, ihre Gefuͤhle des ehrfurchtsvollen Dankes am Throne des güͤtigen Monarchen niederzulegen.

der hoͤchsten Behoͤrden, denen er das Palladium de nitaͤt, die Pflege der Wissenschaft, anvertraute, 1,— lin zu einem Tempel der Wissenschaft gemacht. Der Segen des großen Friedrichs waltet uͤber dieser Stadt, wo Geist

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hrer weitgreifenden und großartig berechneten Thaͤtigkeit verdanktt

Was Sie beide fuͤr den Empfang der Gesellschaft

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solche aus tief

Die Weisheit desselben und die wissenschaftliche Wuͤrbe