1828 / 272 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Kronik des Tages.

. Seine Durchlaucht der Herzog Wilhelm von Braun⸗ schweig⸗Oels ist nach Wittenberg von hier abgegangen.

2 Der Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius Rosenkranz ist zum Justiz⸗Commissarius bei den Unter⸗Gerichten des Fürstenthums Paderborn mit Anweisung seines Wohn⸗Orts A2 Paderborn bestellt worden.

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am Bundestage, von

omn*n EE1ö116164* * EBu“ Svg Zeitungs⸗Nachrichten. E Ausland. 28 Naͤchrichten vom Kriegs⸗Schauplatze5. 4 Ueber die Kriegs⸗Ereignisse in Asien enthalten die neuesten St. Petersburger Blaͤtter Nachstehendes: Festung Gumry auf der Tuͤrkischen Grenze, vom 26. Juli. Klͤrkische Streif⸗Truppen machten am 20. und 21. Juli FI.I. u. 2. Aug.) Einfälle in unsere Grenzen. Am 20. (1. Aug.) attakirten dreitausend Reiter, angefuͤhrt vom Kefar⸗ Cham, gegen 2 Uhr vor der Morgendaͤmmerung das Dorf Mostyri, hatten aber kaum das aäußerste Ende angegriffen, als die aus Sardar⸗Abad nach Gumry marschirenden zwei Compagnien des Infanterie⸗Regimentes Sewastopol und das Don⸗Kosakenregiment des Obristlieutenant Bassow, die in jenem Dorfe Nachtquartier gehalten hatten, mit ausgezeich⸗ 1 neter Tapferkeit die Tuͤrken zuruͤck schlugen und sie, ungeach⸗ tet mehrmals erneuerter Angriffe, mit Verlust fuͤr den Feind in die Flucht trieben. Derselbe buͤßte an 70 Mann und 6 Pferde ein. Unsrerseits wurden 2 Officiere des Don⸗Kosa⸗ kenregimentes und einer derselben schwer verwundet; 4 Kosa⸗ ken getoͤdtet und Einer blessirt. en Dm 21. Juki (2. Aug.) kam eine Abtheilung von etwa Mann aus der Festung Azchwer und zog den Fluß Kura ig. Ein Kommando des Grenadier⸗Regimentes Cher⸗ son, aus 10 Gemeinen und einem Unteroffizier bestehend, das aam entgegengesetzten Ufer der Kura stand, um die Arbeiten bei der Ausschürfung des Weges zu decken, wurde den Hau⸗ fen gewahr und ab Feuer auf . Die Tuͤrken wandten ich nach dem befestigten Posten Gogia Szichi, und zu der⸗ 2 Zeit kam eine andere Abtheilung gerade von den Ber⸗ gen herab, dem Posten Gogia Szichi gegenuͤber, worauf beide Abctheilungen demselben, zu beiden Ufern der Kura, sich naͤ⸗ herten. Sobald die Tuͤrken den Posten erreichten, stuͤrzten se auf die Befestigung los, allein wiewohl sie etliche Male t. dicht an die Mauer drangere wurden sie dennoch immer, mit Verlust fuͤr sie, geworfen. Das Gefecht dauerte etwa eine Stunde, und den gluͤcklichen Ausgang desselben hat man einzig Eblcütigkest uns den eF des sigen U ligenden Staabskapitain Fuͤrsten Georg Vizi⸗ * 85 ö nur 40 Mann Grusinischer Landwehr bei sicch hatte, und mit dieser Handvoll Menschen, den vielfach uͤber⸗ legenen Feind mit ausgezeichneter Tapferkeit schlug. Der Ma⸗ jor Petrow, der, mit einer Compagnie, aus Sadgir, zur Un⸗ terstuͤtzung herbeieilte, fand den Feind schon in die Flucht ge⸗

Angekommen: Seine Excellenz der General⸗Postmei⸗ außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister Nagler, von Frankfurt am Main.

⁊500 entlang.

schlagen; da er aber zu gleicher Zeit die Nachricht erhielt, daß auch von der Seite von Sadgir der Feind sich zeige, so

9 die Verfolgung desselben aufzugeben, bei der Bruͤcke zu concentriren, wo

sah er sich öth um sein Dehescheent

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Flinten, einige Dolche und Saͤbel fand man auf dem Kampf⸗ platze zerstreut. Der Verlust der Tuͤrken wird auf 15 Ge⸗ rödtete angenommen; verwundet wurden Viele. Unsrerseits ist ein Soldat vom Grenadier⸗Regimente Cherson, der sich

bei der Bedeckung der Arbeiter befand, und ein anderer von

der Grusinischen Landwehr, in der Festung, verwundet.

Folgende Nachrichten vom activen Corps enthalten das Naͤhere uͤber die fuͤr die Russischen Wassen ruhmvolle Schlacht, welche der Einnahme von Achalzik vorherging:

Das Tuͤrkische Huͤlfscorps von 25,000 Mann, das un⸗ ter dem Kommando des Ober⸗Befehlshabers saͤmmtlicher Truppen in der Asiatischen Tuͤrkei, Kios Mamed Pascha und des Mustapha⸗Pascha zum Entsatz von Achalzik herbei eilte, verhinderte deren Blokade, denn von einem so betraͤcht⸗ lichen Heere im Ruͤcken und auf den Flanken bedroht, war es nicht moͤglich, die Operationen gegen die Festung zu be⸗ ginnen, besonders da die feindliche Armee fortwaͤhrend durch neue Streitkraͤfte verstaͤrkt ward, und in wenigen Tagen noch 10,000 Tuͤrken, angefuͤhrt von dem Pascha von Ma⸗ den, erwartet wurden. Die Vereinigung so bedeutender Kraͤfte haͤtte den Russischen Truppen die Belagerung un⸗ moͤglich gemacht. Um diese wichtige Schwierigkeit zu heben, war es noͤthig, die versammelten Tuͤrkischen Truppen zu schlagen, und darum beschloß der Hr. Corps⸗Commandeur, das feindliche Lager zu attakiren, was auf folgende Weise zur Ausfuͤhrung kam.

Nachdem der Hr. Corps⸗Commandeur 5 Bataillone im Lager und zur Bedeckung der Batterie, unter Commando des General⸗Masjors Murawjew, zuruͤckgelassen, und diesen mit einer Instruktion versehen hatte, legte er mit den uͤbrigen 8 Bataillonen, der Kavallerie und 25 Kanonen, in der Nacht einen Marsch an fast unzugänglichen Stellen zuruͤck, um die Festung zu umgehen, hinter der das feindliche Huͤlfscorps in vier Lagern verlegt war. Der Feind entdeckte bei Tagesanbruch diese Bewegung und sogleich zeigten sich seine zahlreichen Haufen auf den nahbelegenen Anhoͤhen. Mit Sonnenaufgang nahm das Russische Heer seine Position ein. Große Wasserrisse auf dem rechten Fluͤgel und vor der Fronte desselben, hielten es auf, daher der Feind Zeit gewann, die Festungs⸗Garnison mit seinen Feldkraͤften zu vereinigen, worauf er mit 30tausend Mann die Russen attakirte. Um die Feinde weiter von der Festuns zu entfernen, zeigte der Corps⸗Commandeur die Absicht, auf thr Lager los zu gehen. Unterdessen versuchte der Feind wiederholentlich die Position des Russischen Corps, im Centrum, mit der Infanterie, im rechten Fluͤgel und im Ruͤcken aber mit der Kavallerie anzu⸗ greifen, waͤhrend er seine Attaken mit einigen Kanonen rei⸗ tender Artillerie aus der Festung, die sehr geschickt operirten, verstaͤrkte. Besonders bemuͤhete sich eine starke Tuͤrkische In⸗ fanterie⸗Kolonne, durch den Wasserriß, der Position des Corps beizukommen. Das Grenadier⸗Regiment Cherson, unter Commando des General⸗Majors Popow und ein Bataillon des Alsten Jaͤger⸗Regiments, befehligt von dem Obrist Miklaschewstii, schlugen mit beispielloser Tapferkeit die erneuerten Versuche des Feindes unaufhoͤrlich zuruͤck, die durch heftiges Kreuzfeuer der Kanonen unterstuͤtzt wurden. Das 2te Bataillon des Regiments Cherson, unter Commando des Obristlieutenants Hoffmann, vereitelte indessen einige Atta⸗ ken der Tuͤrkischen Reiterei, deren Stellung ihr verstattete sich verstohlen den Russischen Scharfschuͤtzen auf geringen Ab⸗ stand zu naͤhren. Die Anzahl des Feindes vergroͤßerte sich auf diesem Punkte fortwaͤhrend, so daß der Hr. Corps⸗Com⸗ mandeur genoͤthigt war, drei Compagnien des Karabinier⸗ Regimentes Erivan zur Verstaͤrkung abzufertigen, die im Au⸗ genblick der entscheidensten Attake des Feindes anlan ten, ihn mit gefäͤlltem Bajonette schlugen und ihm zwei Fahnen ab⸗

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8 L“ 11“ S⸗ Preußischr Staats⸗Zeitung. 81 NNℳ. 272. vn Berlin, Freitag den 10ten detober. 13828. X 3 * 4 Amtli che Nachri ch ten. der feindliche Anfall zu erwarten stand. Sechs Tuͤrkische